Kognitive Therapie

Von: , Frage gestellt am Fr, 3. Dez 2004

Hallo,

was für Kritikpunkte seht ihr an vg. Therapieform ?

Ich hab ein Büchlein eines gewissen Herrn M. Seligmann überflogen, der diese Therapie für den Großteil der Depressionen*. Es klingt nachvollziehbar, realistisch und ganz gut.

WO hat sein Modell, seine Therapie Schwächen? Er schreibt natürlich nur über die Scheinbaren Schwächen, die er aber alle widerlegt/beachtet.

Ciao maxet.

*Er schliesst die medikamentös mirt Li zu medikamentierenden und noch eine andere Gruppe (die vererbten D.?) aus.

3 Antworten zu dieser Frage

  1. Antwort von nach 2 Stunden 2 hilfreich
    Re: Kognitive Therapie

    Hallo Maxet
    Die Schwächen der Kognitiven Therapie liegen einfach darin, dass man im Bereich des Seelischen mit kognitiv-bewußten Herangehensweisen natürlich nur den bewußten Bereich erreicht. Die Neurosen und Neuröschen
    funken aber aus dem unbewußten und vorbewußten bzw. nicht-ganz-so-bewußten Bereich ihre Signale und Symptome. Also JENSEITS der bewußten kognitiven ICH-Leistungen.
    Nach Freud ist aber das ICH nicht Herr im eigenen Hause, sondern macht allenfalls den "dummen August" im Zirkus. Was sich immer wieder in Therapien bestätigt.
    Gruß, Branden

  2. Antwort von nach 4 Stunden 2 hilfreich
    Re: Kognitive Therapie der Depression

    Hallo, was für Kritikpunkte seht ihr an vg. Therapieform ?
    Ich hab ein Büchlein eines gewissen Herrn M. Seligmann
    überflogen, der diese Therapie für den Großteil der
    Depressionen*.
    Martin Seligman hat eine Theorie entwickelt (Theorie der erlernten Hilflosigkeit), die auf die Depression übertragen wurde. Die Kognitive Therapie der Depression (= kognitive Verhaltenstherapie der Depression) stammt dagegen von Aaron Beck.

    Für Seligmans Theorie sprechen eine Reihe von Befunden, jedoch ist nicht geklärt, ob die von ihm als Ursachen der Depression angenommenen Ursachenzuschreibungen (Kausalattributionen) tatsächlich ursächlich für die Depression sind. Eine ähnliche Kritik gibt es gegenüber den theoretischen Grundlagen der Beckschen Kognitiven Therapie. Es lassen sich zwar Korrelationen zwischen den vermuteten Ursachen und den depressiven Symptomen finden, einen Beweis für die Verursachung der Symptome durch die dysfunktionalen Grundannahmen gibt es jedoch nicht.

    Falsch ist die Behauptung, die in den Theorien der beiden Depressionsforscher vermuteten Ursachen seien den Patientinnen und Patienten bewußt oder gehörten dem Gebiet des Bewußtseins an. Ganz im Gegenteil sind sich Depressive ihrer gedanklichen Fehlannahmen nämlich meistens nicht bewußt. Eine Aufgabe der Kognitiven Therapie der Depression ist deshalb gerade die Bewußtmachung und Veränderung der gedanklichen Verzerrungen.

    Zur Kognitiven Therapie kannst Du unter

    http://www.psychiatrie-aktuell.de/disease/detail.jht...

    etwas erfahren oder auf meiner Page unter

    http://people.freenet.de/oliverwalter/Psychotherapie...

    Zu Seligmans Theorie:

    http://people.freenet.de/oliverwalter/Psychologie/Ps...

    Grüße,

    Oliver Walter

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