unheilbar kranke Angehörige

Von: , Frage gestellt am Fr, 9. Sep 2005

Hallo,

welche Unterstützung könnte nahe Angehörige von unheilbar kranken Menschen (sehr fortgeschrittender Krebs) helfen?
Wie könnten sich die nahen Angehörigen vorbereiten, damit sie nicht irgendwann zusammenbrechen bzw. Job und Partnerschaft zu sehr darunter leiden?
Gibt es vorbeugende Tipps? Was kann man machen, wenn man sich auf der Arbeit gar nicht konzentrieren kann? Ideen?
Selbsthilfegruppen?
Foren?
psychologische Hilfe?
autogenes Training?
entsprechende Bücher lesen? welche?

Gruß
Tato

19 Antworten zu dieser Frage

  1. Antwort von nach 3 Stunden 2 hilfreich
    Elisabeth Kübler-Ross

    Hallo Tao,
    Elisabeth Kübler- Ross gilt als eine der erfahrensten Sterbeforscherinen und ist vielen ein Vorbild in der Sterbebegleitung.
    Allgemeingültige Tipps kann man aber gar nicht geben.
    Zum einen, weil es kaum möglich ist sich auf den Tod eines Nahen Angehörigen wirklich gut vorzubereiten zum anderen weil die Umstände zu unterschiedlich sind.

    Hat man aber möglichkeit sich auf das Gehen-lassen eines lieben Menschen vorzubereiten, ist der wichtigste Schritt diesen Menschen innerhalb einer Situation gehen zu lassen mit der man leben kann. Das heißt keine Konflikte zurücklassen, weil diese Angehörige oft am schwersten belasten.

    Die Bücher von Elisabeth Kübler-Ross können in dem Zusammenhang auch weiterhelfen. Der Schwerpunkt ihrer Arbeit liegt hauptsächlich darin ein positives und gesundes verhältnis zum Tod aufzubauen, um Tod akzeptieren zu können und dem ganzen seinen Schrecken zu nehmen.

    Professionelle Sterbebegleitung ( wozu auch die Betreuung der Angehörigen zählt) findet man auch in jeder christlichen Gemeinde.

    Nach Eintreten des Todes können Trauerrituale weiter helfen. Wie z.B. den Grabstein selbst zu gestalten. Da findest Du einiges wenn Du mal im Internet danach schaust.

    Mit selbsthilfegruppen habe ich keine Erfahrung.
    Meine persönliche Empfehlung wären die Büchervon Kübler-Ross, und die Empfehlung zu versuchen zu begreifen das Sterben genauso natürlich ist wie leben.
    Ich hoffe ich konnte weiterhelfen
    Daniela

    • Antwort von nach 22 Stunden 0 hilfreich
      Re: Elisabeth Kübler-Ross

      Hallo Daniela,

      Sternchen für Deinen Artikel... Schön, daß jemand außer mir Frau Dr. Kübler-Ross kennt, zumal sie - zu Unrecht - gerne mit parawissenschaftlichen Phänomenen in Verbindung gebracht wird. Ich schätze ihre Bücher sehr.

      Viele Grüße

      Renee

      • Antwort von nach 22 Stunden 0 hilfreich
        Re^2: Elisabeth Kübler-Ross

        Hallo,

        Dr. Elisabeth Kübler-Ross wurde schon öfters empfohlen. Scheint ja wirklich gut zu sein. Werd ich mir mal besorgen.

        Gruß
        Tato

        • Antwort von nach 3 Tagen 0 hilfreich
          Re^3: Elisabeth Kübler-Ross

          hallo,

          ich habe vor einiger zeit einen langen bericht/eine doku über sie und ihr leben und wirken, ihre erkenntnisse und ihren weg gesehen und war enorm und nachhaltig beeindruckt.
          ich werde mir nun endlich auch lektüre von ihr besorgen, jetzt, wo ich mich an das gesehene erinnert fühle.

          danke für die erinnerung daran!

          LG
          nina

  2. Antwort von nach 7 Stunden 0 hilfreich
    Re: unheilbar kranke Angehörige

    Hallo Tato,

    also das Buch von Kübler-Ross ist schon mal soweit ganz gut, ich hab es auch gelesen gehabt. Ein Gesprächspartner mit ähnlichen Erlebnissen ist auch sehr schön, also in den meisten größeren Orten oder Städten gibt es Selbsthilfegruppen für Betroffene und ihre Angehörigen sind dort auch gerne gesehen. Was den Krebs anbetrifft ist man als Angehöriger meist machtlos, einzige Möglichkeit ist den Kranken in allen Lebenslagen zur Seite zu stehen. Wissen über diese Krankheit und ihre Behandlung ist hier denke ich auch von Vorteil, nur dadurch konnte ich mir manche Dinge und Verhaltensweisen erklären und darauf eingehen bzw. manchmal auch ignorieren (weil letztlich nicht ernst gemeint).

    Was dich jedoch auf einen möglichen Tod vorbereitet kann ich dir nicht sagen, letztlich kommt er doch immer ganz unerwartet. Der Angehörige sollte aber ungeklärte Fragen nicht aufschieben, das ist meines Erachtens ganz wichtig. Was die Trauerarbeit angeht muss hier denk ich jeder seinen eigenen Weg finden. Ich habe meine Tante bis zuletzt begleitet und ich werde dies wohl nie vergessen.

    Beistand und Verständnis sind denk ich mal das wichtigste für den Erkrankten, aber auch Ehrlichkeit und was ein Erkrankter nach meinem Empfinden am meisten brauch ist Hoffnung. Diese sollte man nicht zerstören. Meine Tante hat z.B. auf Vitamine aus Holland gehofft. Sie sollten helfen. Ich habe ihr dies nicht ausgeredet, denn sie war in dieser Zeit viel kraftvoller wenns auch nur ein kleines Auflodern war. Es tat gut zu sehen das es ihr psychisch besser ging.

    Ich wünsch Dir die Kraft deinem Angehörigen beizustehen. Im übrigen hat mir mein Glaube auch über diese Schwere Zeit geholfen. Es ist so man kann es nicht ändern, man kann nur seine Einstellung dazu ändern.
    Im übrigen ist nicht jeder Krebs tödlich.

    Freundliche Grüße
    Andrea

  3. Antwort von nach 8 Stunden 0 hilfreich
    Re: unheilbar kranke Angehörige

    Hi Tato,

    E. Kübler-Ross ist sicher eine große HIlfe, wenn das letztlich Unvermeidliche bevorsteht. Damit sollte sich m.E. jeder Mensch schon früh befassen, um den Tod in sein Leben zu integrieren. Zu verinnerlichen, dass der Tod des materiellen Körpers nicht das Ende bedeutet, nimmt einen großen Teil der Angst vor diesem tabuiseirten Thema.

    Obwohl dein Posting nicht näher auf den Zustand des materiellen Körpers eingeht (Alter, Lernfähigkeit, Psyche etc.), möchte ich dir folgenden Link nicht vorenthalten:

    www. neue-medizin.de

    (Gesiebte Essenz: Keine Krankheit ist per se tödlich, schulmedizinische Behandlungen dagegen u. U. sehr ..., Krankheiten aller Art lassen sich ursächlich (Psyche!!!) angehen, auf Selbstheilungskräfte ist Verlass, auch schlimme Schmerzen sind ein Zeichen für Heilungsprozesse, Kosten dieser Medizin sind praktisch NULL (das ist das Problem und deshalb auch seit über 20 Jahren totgeschwiegen - ...) ...

    Wenn u diesbezügliche Hilfestellung benötigst, bekommst du sie.

    Alles Gute, sine

    • Antwort von nach 21 Stunden 5 hilfreich
      Re^2: GNM

      Hallo Sine etc.), möchte ich dir folgenden Link nicht vorenthalten:
      ...besser wär das allerdings.... www. neue-medizin.de
      das ist das Problem und deshalb
      auch seit über 20 Jahren totgeschwiegen - ...) ...
      Nein - das hat einen anderen Grund:

      http://www.agpf.de/Hamer.htm

      Im Übrigen verweise ich auf meine Antwort im Medizinbrett.

      Ango

      • Antwort von nach 23 Stunden 0 hilfreich
        Re^3: GNM

        Hallo Ango und Tato,

        eure Ablehnung überrascht mich nicht. Wie ihr, so reagieren die meisten Menschen, die ich auf die NM hinweise. Trotzdem möchte ich niemandem die Möglichkeit, sich eingehender damit zu beschäftigen vorenthalten. Ich sag es hier nochmal: Es lohnt Sich!!!

        Zugegebenermaßen liest sich das Ganze für den sog. normalen Menschen wie eine Aneinanderreihung skurriler Absurditäten; nicht jeder ist im Ansatz bereit, ausgetretene Pfade zu verlassen, selbst wenn sie bekanntermaßen in einen verhängnisvollen Abgrund führen. Sich aber gedanklich diesen Luxus mal zu erlauben, ist doch ungefährlich.

        Ich möchte niemanden missionieren, ich habe nichts zu verkaufen, gerhöre auch keiner Sekte an. Wenn ihr damit nichts anfangen könnt - auch gut.

        Alles Gute, auch ohne die NM,
        sine

        • Antwort von nach 3 Tagen 5 hilfreich
          Re^4: GNM

          Hallo Sine, nicht jeder ist im Ansatz bereit, ausgetretene Pfade zu
          verlassen, selbst wenn sie bekanntermaßen in einen
          verhängnisvollen Abgrund führen.
          Ganz im Ernst - welche Pfade führen "bekanntermaßen" in welchen Abgrund..?
          Solltest Du damit schulmedizinisch behandelte und trotzdem unheilbare Krebserkrankungen gemeint haben (denn darum ging es im Ausgangsposting),frage ich mich tatsächlich,welche Befähigung in Form von z.B. jahrelanger Ausbildung im medizinisch/psychologischen Bereich,Forschungstätigkeit in der Onkologie und/oder Erfahrung mit Schwerstkranken oder Sterbenden,Deine Behauptungen untermauern sollte?

          Die Tatsache,daß Du ein paar weinende Menschen im Krankenhaus erlebt und evtl. ein paar Bücher von Hamer gelesen hast,kannst Du ja wohl kaum ernsthaft dazu heranziehen,oder? Sich aber gedanklich diesen
          Luxus mal zu erlauben, ist doch ungefährlich.
          Genau das sehe ich entschieden anders - jedenfalls wenn es sich nicht um eine Grippe o.ä. handelt !

          Krebs ist eine Krankheit,die unbehandelt in der Regel zum Tod führt und zwar ohne Schmerz- und andere Medikamente zu einem sehr grausamen.

          Richtig ist,daß die Schulmedizin trotz aller Fortschritte immer noch oft machtlos ist,wenn der Krebs schon zu weit fortgeschritten ist.
          Das heißt aber im Umkehrschluß mitnichten,daß Chemo- und andere Therapien per se sinnlos wären,denn ein doch inzwischen recht beachtlicher Prozentsatz aller Krebserkrankten hat heute die Chance auf Heilung oder zumindest nicht unwesentliche Lebensverlängerung mit relativ guter Lebensqualität.
          Trotzdem heißt das für mich nicht,daß ich der Schulmedizin mit allen ihren (zum Teil auch abstrusen) Auswüchsen völlig kritiklos gegenüberstehe!

          Aber - und das ist mir als ehemals Betroffene wirklich sehr wichtig - wenn sich irgendwann dann doch herausstellt,daß das Leben zuende geht,daß weitere Therapien nur noch die Qualen verlängern würden,dann sind aus meiner Sicht ein paar ganz wesentliche Fähigkeiten/Umgangsweisen unerlässlich,bzw. äußerst hilfreich (sowohl für den Kranken,wie auch für die Angehörigen):

          MUT - denn es gibt keine größere menschliche Herausforderung,als sich mit dem eigenen Tod bewußt auseinandersetzen zu müssen und ihn annehmen zu lernen.Hilfreich sind da einzig Angehörige und Freunde,die selbst möglichst wenig Angst haben,denn Angst bei den Angehörigen erzeugt vor allem Eines :Angst auch beim Kranken -und damit Distanz und Einsamkeitsgefühle.

          WAHRHEIT - als Kranker/Sterbender möchte ich weder belogen werden,noch will ich,daß jedes Wort in meiner Gegenwart mit einem Zuckerguß aus Beschönigungen und hoffnungsfrohen "es wird schon wieder"-Bekundungen versehen wird.Als kranker Mensch habe ich ein untrügliches Gespür für die Lüge.Aber ich habe ein Recht auf Wahrhaftigkeit,ganz besonders in den letzten Tagen/Wochen!

          LIEBE - ....

          Die Hamer´sche GNM ist aus meiner Sicht nicht nur deshalb so gefährlich für Schwersterkrankte,weil seine Theorien besagen,daß

          a)es eigentlich keine tödlichen Krankheiten gibt

          b)sollte doch eine solche auftreten,man gefälligst nur seine nicht verarbeiteten "Konflikte" aufarbeiten/lösen müsse -schafft man das nicht hat man halt Pech gehabt (impliziert eigenes Verschulden/Schwäche -sicher nicht geeignet einen Krebskranken stark zu machen für das,was ihm u.U. bevorsteht)

          c)die Angehörigen ggfls. als "Auslöser" besagter "Konflikte" herhalten müssen .Ich will mir gar nicht vorstellen,welche Auswirkungen das auf Partnerschaften ,bzw. Mutter-Kind-Beziehungen haben könnte
          (Mamma-Ca = Mutter-Kind-Konflikt..?)

          d)evtl. wertvolle Zeit verstreicht,bis eine vernünftige Behandlung begonnen wird,weil der Patient vielleicht irgendwann wirklich alles tun will,außer seine "Konflikte" weiter lösen (unerträgliche Schmerzen),

          sondern sie ist auch unter dem nicht unwesentlichen Gesichtspunkt gefährlich,daß sie dem derart "Behandelten" auch noch die allerletzte Chance raubt -nämlich die auf einen Tod in Würde.
          Ohne Schmerzen - ohne Lüge.
          Denn jemand der bis zum letzten Atemzug glaubt - oder dies von "wohlmeinenden" Angehörigen eingetrichtert bekommt - daß seine Schmerzen,sein langsames,qualvolles Dahinsiechen nur Ausdruck eines vermeintlichen Heilungsprozess´ sei,wird weder die Kraft,noch den Mut,noch die Zuversicht finden können,sich in Ruhe und Einvernehmen von dieser Welt zu verabschieden.
          Ich kann mir kaum etwas Traurigeres vorstellen..

          Denk mal drüber nach

          Gruß Ango


          P.S. Wenn ich Psychologe wäre,hätte ich die starke Vermutung,daß Herr Hamer auf Grund seiner persönlichen Geschichte ein ungelöstes Vater-Sohn-Trauma mit sich herumschleppt - die Unfähigkeit den Tod des Sohnes zu akzeptieren und er aus einem wie auch immer gearteten Schuldgefühl heraus nun generell die Möglichkeit tödlicher Erkrankungen schlicht negieren muß.
          Wer weiß wohin das noch führt...
          Für dieses Krankheitsbild gibt´s doch bestimmt einen Namen ?



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