Hallo Nadine 
es mag Euch vielleicht komisch
erscheinen, dass ich mit meinen 22 Lenzen
ein solches Problem habe, aber so ist es
nun mal.
Ich kann mich noch gut an meinen 21. Geburtstag erinnern. War der frustigste in meinem Ganzen Leben, ich wusste damals genau: nun bin ich alt 
In den letzten Wochen bin ich wie
besessen von dem Gedanken, alt zu werden,
krank, häßlich und unattraktiv.
Warum „besessen“ ? Klar wirst du älter, vermutlich wird auch die ein oder andere Krankheit auf die zukommen und du wirst mit 40 sicher nicht mehr so aussehen wie jetzt. Aber wo ist das Problem ?
Angst hab
ich, dass mein Geist sich nicht mehr
entwickelt.
Nun ja *räusper* eigentlich sollte sich der Geist, die Erfahrung oder was auch immer mit zunehmendem Alter mehren, du stehst in der Beziehung also wohl eher noch am Anfang 
Ich weiß,dass es von jedem selbst
abhängt, dies zu ändern, es nicht so weit
kommen zu lassen. Doch fühl ich mich
stark unter Druck, alle meine Phantasien
so schnell wie möglich zu leben und es
kommt nix bei raus. >
Es gibt da so einen Spruch, der lautet: Ein Mann sollte in seinem Leben drei Dinge gemacht haben: einen Baum gepflanzt, ein Haus gebaut, ein Kind gezeugt. Ob das nun der Wunsch eines jeden Mannes ist, weiss ich nicht, aber vielleicht solltest du dir mal deine ganz persönliche Liste machen mit Dingen, die du in deinem Leben gerne erreichen möchtest. Phantasien verwirklichen sich oftmals deswegen nicht, weil sie viel zu abstrakt sind (z.B. ich will einen Beruf haben, der mich voll und ganz befriedigt). Eine der größten Herausforderungen des Lebens besteht wohl darin, seine Phantasien in Realitäten umzusetzen, und das erreicht man meiner Erfahrung nach nicht, in dem man versucht, möglichst „schnell“ zu leben.
Ich schaue mir
ältere Menschen an und frage mich nur, ob
man noch glücklich sein kann mit dem Tod
so kurz vor Augen.
Ich kenne viele ältere Menschen, die verbittert auf ihr Leben zurückschauen. Ab einem gewissen Zeitpunkt sind eben einfach viele Züge abgefahren. ABER, oftmals geben diese Menschen den anderen, oder den „Umständen“ die Schuld. Ob man glücklich ist hängt nicht davon ab, ob man alt ist, sondern ob man mit seinem Leben zufrieden ist. Der Gedanke an den Tod kann einem kalte Schauer über den Rücken jagen, er kann einen aber auch dazu bringen, das Leben als Geschenk zu betrachten. Ich grübel seit Jahren über den Spruch nach: „Wer Angst vor dem Tod hat, hat auch Angst vor dem Leben“… vielleicht findet sich ja hier jemand, der mir das erklären kann ?
Bitte gebt mir ein paar Tips, um aus
diesem teufelskreis rauszukommen.
Ich glaube, die Gedanken, die du dir machst, sind gar nicht so verkehrt. Du kommst nur irgendwie zu den falschen Schlüssen. Wenn du JETZT gerne jung, gesund, attraktiv, was auch immer bist, dann GENIESSE es, freu dich darüber, das es so ist. Das ist dein gutes Recht als 22-jährige. Aber glaube mir, das Leben hält noch viel an schönen Dingen und Überraschungen für dich bereit, über die du dich freuen und die du geniessen kannst, aber von denen du jetzt noch nichtmal eine Ahnung hast 
Lieben Gruss
Marion (35)