Fragen bezueglich Depressionen

Von: , Frage gestellt am Di, 2. Jan 2001

Hallo,

im Forum Sozialwissenschaften/Religion und Ethik, stellte jemand eine Frage bezueglich Christsein und Depressionen. Ich gab daraufhin eine Antwort wo ich formulierte dass Mann unabhaengig von Depression versuchen sollte seinen Alltag so aktiv wie moeglich zu gestalten. Soviel ich weiss hat jeder Mensch, selbst wenn er unter Depressionen leidet immer die Moeglichkeit sich aktiv zu verhalten. Klar dass Mann damit nicht das Unwohlsein abschafft aber Mann kann sich produktiv verhalten.
Es ist geradezu auch falsch im Falle einer Depression liegenzubleiben und nichts zu tun, weil damit die Depression nur noch verstaerkt wird.
Daraufhin wurde ich von jemandem attackiert, der behauptete ich haette ja keine Ahnung und wuerde die Kranken damit ja kaputtmachen weil ich mehr von Ihnen forderte als sie geben koennten. Nachzulesen ist das alles im oben genannten Forum.
Wer hat hier Recht?
Also, Experten Eure Meinung ist gefragt...

27 Antworten zu dieser Frage

  1. Antwort von nach 16 Minuten 4 hilfreich
    Re: Fragen bezueglich Depressionen

    hi, du hast überhapt keine Ahnung von Depresionen, Dies Gebiet ist viel zu vielfältig, als es hier kurz darzustellen, mit aufraffen und noch solcher Slogans ist hier nichts abgetan, bitte informier dich mal bei einem Facharzt.
    Gruß [Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

  2. Antwort von nach 13 Stunden hilfreich
    Re: Fragen bezueglich Depressionen

    Ich habe mal den Beitrag oben gelesen und habe folgendes zu sagen:


    HAST DU EINEN SPRUNG IN DER SCHÜSSEL?!?

    Dein Gelaber von wegen "Wer Depressiv ist kann auch seine Handlungen bestimmen und wenn er an Gott glaubt wird es gut" ist der absolute Bockmist. Wenn jemand depressiv ist KANN er eben seine Handlung nicht mehr steuern. Ich persönlich habe auch manchmal depressionen, aber Gott sei dank nicht so schlimme wie die oben genannten und muss ja sagen dass du nicht den blassesten Schimmer davon hast was du erzählst. Wegen Typen wie dir bin ich aus der Kirche ausgetreten.

    Wenn jemand depressiv ist kommt er sich total wertlos vor, zum einen weil man oft unverstanden ist und zum anderen weil man sich selbst einredet man wäre nichts wert. Ich wünschte du könntest mal echte Depressionen durchmachen, dann würdest du nämlich erkennen dass du nur Mist laberst.

    Dein Gelaber ist wie schon oben erwähnt genau das gleiche Gelaber wie es diese Klingelfritzen (Zeugen Jehovas) oder Scientology-Typen loslassen.

  3. Antwort von nach 15 Stunden 2 hilfreich
    Re: Fragen bezueglich Depressionen

    Hier ein Beitrag aus der psychotherapeutischen Praxis:
    Für einen Nicht-Betroffenen ist es sicher schwer verständlich, daß ein depressiver Mensch sich eben nicht "aufraffen" und "zusammenreißen" kann und aktiver wird.
    Dieses "Liegenbleiben" ist EINES VON VIELEN Symptomen einer schweren Depression.
    Es ist prinzipiell durchaus richtig, daß aktiver werden hilft, daher ist auch ein wichtiger Teil eines Therapiekonzeptes ein Plan zur Steigerung der Aktivitäten. Dabei muß man bedenken, daß das meist nur in ganz kleinen Schritten geht, für Erkankte ist z.B. Körperpflege oder Kaffeekochen so schwierig wie für andere Bergsteigen in dünner Luft. Die Überwindung ist viel, viel größer als bei gesunden Menschen.
    Ein weiterer wichtiger Ansatz in der Therapie betrifft die Kognitionen, da kann Religion natürlich sehr bedeutend sein; zu strenge Normen und Regeln an die eigene Person kann man oft beobachten. Es gibt sicher auch das Gegenteil, nämlich Trost und Hoffnung.
    Schließe mich dem Rat, sich genauer zu imnformieren, auf jeden Fall an.
    Viele Grüße
    Andrea [Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

    • Antwort von nach 15 Stunden hilfreich
      Re^2: Fragen bezueglich Depressionen

      Hi Andrea, mit Religion z.B. zu strenge Normen und Regeln und gutheißen usw. kann der Schuß aber auch nach hinten los gehen, wenn da die falschen Seelsorger immer alles nur gut meinen, dann Prost Mahlzeit.
      Das Thema Religion, usw. wenn da Schuldgefühle reinprojiziert werden, das passiert mein ich häufig bei nicht fachgemäßer Seelsorge, ist dann wieder schädlich, das drängt aber wieder tiefer in die Depri, welche Erfahrung hast du denn auf dem Gebiet, nimmst du die Religion in die Therapie , wenn es gläubige Menschen sind, immer mit rein ?
      hört sich so an.
      Gruß [Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

      • Antwort von nach 3 Tagen 2 hilfreich
        Re^3: Fragen bezueglich Depressionen

        Hallo - einige der beiträge hier haben einen Anklang, als gäbe es eine Lösung für die despressive Stimmung, die man quasi "ergrübeln" könne, wenn man nur in die richtige Richtung denkt.

        Dazu sollte man entgegnen, dass es sehr unterschiedliche Formen der depression gibt und ein Teil davon z.B. nichts mit Reaktionen auf negative erlebnisse zu tun haben muß. Das erleben dieses zustandes soll unserer Alltagswahrnehmung derart fremd sein, dass selbt ex.depressive sich bei einigen Formen nicht mehr recht vorstellen können, wei schlimm es war. Kein Gefühl der Trauer - das wäre ja noch Fühlen - ein gefühl der Gefühllosigkeit und Starre.

        Weil eine Aktivierung immer auch den die gefahr birgt, dass der Depressive dem Wunsch des helfenden nach besserung seiner Stimmung eben enttäuschen muß, ist es sehr wichtig, sich als Kontaktperson / Zuhörer anzubieten, aber eben auch die schlechte Stimmung einfach zu akzeptieren, um dem betreffenden das gefühl zu geben, trotz dieser melancholie nicht verlassen zu sein - so gut es geht.

        Aber je nach Art der depression haben verschiedene Psychologische Schulen natürlich auch divergierende Behandlungsvorschläge, u.U. werden verschiedene Interventionen ineinandergreifen, z.B. aufhellende Medikamente und das gesprächsangebot und vielleicht die Bereitstellung sonstiger Ausdrucksmöglichkeiten. Die Depression ist ja aus Gründen vom Organismus erzeugt und kann deswegen nicht weggeschoben, muß vermutlich verstanden, gedeutet, durchlebt werden. Allerdings würde eine Erklärung der unterschiedlichen Formen und psych. Schulen den Rahmen hier bei weitem sprengen.

        Wollte nur dieses "die Depressiven" etwas differenzieren

        • Antwort von nach 3 Tagen hilfreich
          erholsam

          Wollte nur dieses "die Depressiven" etwas differenzieren
          prima - sowas ist beim mitlesen zwischendurch mal richtig erholsam -
          - denn manchmal macht es hier den Eindruck eines erweiterten Esoterik-Forums: Einfach ungehemmt subjektv spekulieren...
          Daß es auch im Bereich Psychotherapie überprüfbares (und überprüftes) Wissen gibt
          und Erfahrung, die sich die Mühe macht, sich der Bestätigung zu unterziehen... das will einfach manchen nicht einleuchten....:-))

          Gruß
          M.G.

          • Antwort von nach 3 Tagen hilfreich
            Re: erholsam

            Wollte nur dieses "die Depressiven" etwas differenzieren
            prima - sowas ist beim mitlesen zwischendurch mal richtig
            erholsam -
            Ja, finde ich auch. Es ist ja ganz nützlich, wenn man von der Sache, über die man redet, zumindest ein bisschen was versteht.
            gruß,
            bb

    • Antwort von nach einem Tag 1 hilfreich
      Widerspruechliche Aussagen

      Es ist geradezu auch falsch im Falle einer Depression
      liegenzubleiben und nichts zu tun, weil damit die Depression
      nur noch verstaerkt wird.
      Hier ein Beitrag aus der psychotherapeutischen Praxis:
      Für einen Nicht-Betroffenen ist es sicher schwer verständlich,
      daß ein depressiver Mensch sich eben nicht "aufraffen" und
      "zusammenreißen" kann und aktiver wird.
      Komischerweise scheinen hier alle vorrauszusetzen dass ich keine Erfahrung mit Depressionen hatte! Nun de fakto ist es ueberhaupt schwierig Depressionen zu diagnostizieren so viel ich weiss(wie uebrigens viele psychische Krankheiten, so jedenfalls teilte mir ein Spezialist mit). Ich war auch schon wegen Depressionen in Behandlung, und zwar bei renommierten Spezialisten. Und diese schienen genau meine Aussagen zu bestaetigen. Jetzt wundert es mich dass ich hier genau das Umgekehrte zu hoeren bekomme, bzw. noch persoenlich Angegriffen werden nach dem Motto "Sie haben doch keine Ahnung wovon sie reden!". Es ist prinzipiell durchaus richtig, daß aktiver werden hilft,
      daher ist auch ein wichtiger Teil eines Therapiekonzeptes ein
      Plan zur Steigerung der Aktivitäten. Dabei muß man bedenken,
      Nun, hier sehe ich meine Aussagen bestaetigt. daß das meist nur in ganz kleinen Schritten geht, für Erkankte
      ist z.B. Körperpflege oder Kaffeekochen so schwierig wie für
      andere Bergsteigen in dünner Luft. Die Überwindung ist viel,
      viel größer als bei gesunden Menschen.
      Das weiss ich aus eigener Erfahrung auch. Ein weiterer wichtiger Ansatz in der Therapie betrifft die
      Kognitionen, da kann Religion natürlich sehr bedeutend sein;
      zu strenge Normen und Regeln an die eigene Person kann man oft
      beobachten. Es gibt sicher auch das Gegenteil, nämlich Trost
      und Hoffnung.
      Solche Ansaetze die Religion zu psychologisieren stammen meistens von Leuten die nicht wirklich glaeubig sind, die Bibel sagt:

      Roemer 1,16 Denn (a) (b) ich schäme mich des Evangeliums nicht; denn es ist eine (c) Kraft Gottes, die selig macht alle, die daran glauben, die Juden zuerst und ebenso die Griechen.

      Mir ist auch nicht ganz klar wie deine letzte Aussage gemeint war, also denkst Du zuviel Druck kann Schaden verursachen?

      Gruss Abe

      • Antwort von nach einem Tag hilfreich
        Re: Widerspruechliche Aussagen

        hi abe,
        (anderes forum, selbes thema, *g*)
        nur kurz zu deinem eindruck der widersprüchlichkeit von aussagen: es kann absolut sein, dass dein empfinden dich hier nicht täuscht; es gibt in der psychologie mehrere richtungen, die sich z.t. tatsächlich widersprechen, sowohl was die genese, als auch die therapie von depressionen angeht.
        als nicht-fachmann/frau durchschaut man das wirklich nicht so leicht.
        zumal auch in unserer schönen, neuen welt, wo funktionalität und leistung allgemeiner imperativ sind, gerade diejenigen therapeuten als "renommiert" gelten dürften, die einer schule angehören, welche ich eher..äh...nicht favorisiere.
        (aber das ist ein anderes thema.)

        wenn dir also, um zum punkt zu kommen, leute hier im forum sagen, dass man depressive NICHT unter druck setzen sollte, so ist das zumindest ein eindruck betroffener; und als solcher vielleicht fundierter als der von "spezialisten"? manchmal?
        gruss - k.



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