Jetzt werden wir ehrlich!
hi abe,
(anderes forum, selbes thema, *g*)
nur kurz zu deinem eindruck der widersprüchlichkeit von
aussagen: es kann absolut sein, dass dein empfinden dich hier
nicht täuscht; es gibt in der psychologie mehrere richtungen,
die sich z.t. tatsächlich widersprechen, sowohl was die
genese, als auch die therapie von depressionen angeht.
Richtig, es gibt ueber 600 „Schulen“ der Psychologie!
wenn dir also, um zum punkt zu kommen, leute hier im forum
sagen, dass man depressive NICHT unter druck setzen sollte, so
ist das zumindest ein eindruck betroffener; und als solcher
vielleicht fundierter als der von „spezialisten“? manchmal?
Ich moechte dich korrigieren, es ist der Eindruck EINIGER Betroffener! Denn denke dass auch Menschen verschieden reagieren koennen. Und was mich aergert, ist dass da manche dieser Betroffenen Ihre Einstellung und Sichtweise als die einzig wahre darstellen wollen! Vergiss bitte nicht dass auch ich Erfahrungen mit Depression hatte(auch wenn es mir manche nicht glauben wollen). Es wird so getan als ob es keine andere Moeglichkeit gaebe hilflos liegenzubleiben, oder wass auch immer…Ich finde diese Einstellung traurig weil Mann sich so selber einschraenkt, anstatt ueber sich hinauszuwachsen. Jawoll, auch stinknormale Menschen duerfen das.
Aus eigener Erfahrung weiss ich eben, dass auch bei mir beide Verhaltensschemas moeglich sind, also Liegenbleiben x Aufstehen!
Es haengt eben von der Entscheidung ab!
Natuerlich fluechten sich viele gerne in den Selbstbetrug und sagen sich: ich kann nicht mehr/ich kann nicht anders.
Das hat den Vorteil dass Mann sich saemtlicher Verantwortung entziehen kann und sich umso mehr in seine Depression zurueckzieht.
Tatsaechlich gibt es fuer jeden Mensch eine Leistungsgrenze, aber Mann stellt doch immer wieder erstaunt fest wieviel mehr Mann eigentlich kann als zunaechst angenommen.
Es gibt einen Psychologen den ich besonders schaetze, und zwar Viktor Frankl(Begruender der Logotherapie). Er war Jude und verbrachte einige Jahre im KZ. Die Beobachtungen die er dort machte haben ihn zur Begruendung dieser neuen Therapie gefuehrt. Was er schreibt ist hoechst interessant, gerade weil sich hier der Experte(Fachwissen) mit den praktischen Erfahrungen (auch eigenen) auseinandersetzt! Sein Buch heisst glaube ich „Die Suche nach Sinn“ oder so…lohnt sich zu lesen!
Eines seiner Hauptfeststellungen ist gerade auch gewesen wieviel Menschen zu leisten in Stande sind, gerade in so Absurden Verhaeltnissen wie im KZ. Und er schrieb, dass es selbst in sehr schwierigen und belastenden Umstaenden immer die Moeglichkeit einer Entscheidung gab, trotzdem aufzustehen und weiterzumachen.
Letztendlich ist es immer die persoenliche Entscheidung, und genau so habe ich dass auch erlebt! Und zwar am eigenen Leibe!
Natuerlich nicht in den Dimensionen!
Ich will natuerlich niemanden richten, also wenn jemand behauptet er koenne nicht mehr, muss ich ihn damit stehen lassen. Aber mal ganz ehrlich, glaubst Du nicht auch dass Mann sich da gerne selbst betruegt?
Und zuletzt moechte ich eben auch darum bitten in meiner Sichtweise respektiert zu werden, und diese gruendet sich auf
a)Expertenaussagen(siehe Viktor Frankl)
b)eigenen Erfahrungen
Gruss Abe…