Haarwasch-Zwang

Hallo,

ich hab ein Problem, das immer quälender für mich wird, obgleich es sich vielleicht banal anhören mag.

Obwohl ich damit aufhören möchte, MUSS ich mir täglich die Haare waschen, weil ich mich sonst äußerst unwohl fühle. Dieses Unbehagen ist schwer zu erklären, ich rede mir so sehr ein, dass meine Haare fett sind und meine Kopfhaut juckt, bis es wirklich der Fall ist.
Nachdem mir von mehreren Seiten gesagt wurde, dass das sehr häufige Haarewaschen die Haare schädigt, ich noch jung bin und ohnehin nicht über eine sehr füllige Haarpracht verfüge, regen sich ernsthafte Zweifel in mir.
Ich möchte es wirklich schaffen, von diesem Zwang loszukommen, doch egal, wieviel Willenskraft ich aufwende, ich schaffe es einfach nicht und fühle mich elend, bis ich nachgebe.

Hat jemand eine Idee, wie ich diesen Zwang überwinden kann?
Danke im Vorraus.

Bine

Halb so wild…
Hallo Sabine.

Tja, gut zu wissen, dass es nicht nur mir so geht. Allerdings ist mir noch nie in den Sinn gekommen, dass ich mich deshalb schlecht fühle.
Zugegeben, ich habe auch nicht mehr die vollsten Haare, aber ich rede mir immer ein, dass es erblich bedingt ist. Mein Vater sah in meinem Alter auch schon etwas … „kahl“ aus. :wink:

Glaub mir, es gibt andere Dinge im Leben, um die man sich sorgen sollte. Oder ist es dir einfach zu lästig jeden Tag die Haare zu waschen?

Wie schnell sich die Zeiten ändern… früher war man froh, wenn man sich mal waschen konnte und heute ist es umgekehrt?
Gesellschaftliche Probleme… *tz*
Also wenn du gesund bist und durch dein haarewaschen nicht in irgendeiner Form in zeitliche Bedrängnis kommst, tu es einfach und habe Freude daran! Jeder Tag (an dem du deine Haare wäschst) könnte dein letzter sein!

Bernd

Lebe lang und in Frieden!

Hat jemand eine Idee, wie ich diesen Zwang überwinden kann?
Danke im Vorraus.

Bine

Hi Sabine,

Ich stelle dir mal ein paar Fragen:

  • Was ist in deinem Umfeld los?
  • Wie sehen deine Beziehungen zu deiner Familie aus?
  • Was würdest du in der Zeit tun, wenn du dir die Haare nicht waschen würdest?
  • Mit was solltest du dich deiner meinung nach beschäftigen?

MfG Harald

PS: Immer wenn man etwas tut, wo man im Grund fühlt, daß es unsinnig ist, sollte man sich fragen, welcher Entscheidung man sich entzieht!

Hallo Sabine!

Nun - so harmlos wie Bernd betrachte ich die Sache nicht. Auch wenn sie tatsächlich harmlos wäre - DU empfindest sie als störend. Das allein reicht, finde ich, schon aus, um die Sache mit dem Haarwaschzwang nicht beiseite zu schieben. Wenn DU es als schlimm empfindest, ist es das auch!

Ein guter Bekannter von mir hat einen Händewaschzwang. Und das ist alles andere als harmlos und schon gar nicht mehr lustig. Gut, man könnte sagen, er ist ein sauberer Mensch. Aber er will Lehrer werden - und kriegt Zustände, wenn die Kinder Dreck machen (seine Hände werden ja auch schmutzig dabei…), inzwischen sogar, wenn sie selbst dreckige Hände haben (was aber nach Unterricht im Freien, einem Ausflug etc. nun mal nicht zu vermeiden ist)! Das IST schlimm! Und für ihn selbst erst recht, denn er kommt einem in seinen Zwang-Momenten sehr gehetzt und unglücklich vor, da er den Zwang auch noch vor anderen verdecken muss.

Ja, ansonsten kann ich mich nur dem vorherigen Artikel anschließen:
Denk mal darüber nach, was dahinter stecken könnte.

Mir selbst ging es eine Zeit so, dass ich fast wie bescheuert Haare aus meiner Wohnung entfernen wollte, also meine eigenen, die ich im Lauf des Tages verloren hatte. Dabei bin ich alles andere als ein ordentlicher Mensch! Ich hab die Haare tatsächlich einzeln vom Teppich aufgeklaubt… Dann hab ich sie mir ratzekurz schneiden lassen (ham mich immer noch gestört) und überlegt… bin darauf gekommen, dass ich das schon mal mit 10/11 hatte, als ich mir die Haare sogar richtig ausriss. Das hatte damit zu tun, dass ich mein Frau-Sein loswerden wollte, meine sichtbare Entwicklung und Weiblichkeit (ich war sehr früh entwickelt) wegmachen.
Und so ähnlich war es wohl damals auch: Ich wollte keine Frau mehr sein, Sexualität war was Bedrohliches für mich.
Das ist inzwischen ein Jahr her - die Haare waren wieder länger im Sommer, jetzt sind sie wieder ganz kurz - aber diesmal, weil’s mir so gefällt - und weil ich mir dann nicht so oft die Haare waschen muss… :wink:

Frauen und Haare - schon lange eine Verbindung, die Sexuelles beinhaltet. Vielleicht geht es bei Dir in diese Richtung, vielleicht auch nicht.
Denk einfach mal nach, ich bin mir sicher, dann kommst Du ein Stück näher!

Und schließlich: Wenn es Dich dann immer noch stört - dann würd ich nen Experten fragen.

So. Ich hoffe, wieder von Dir zu hören, es würd mich nämlich interessieren, wie es Dir nun weiter mit Deinem Haarwaschzwang geht!

Hi Sabine

ich hab ein Problem, das immer quälender für mich wird,
obgleich es sich vielleicht banal anhören mag.

Heidi hat sehr recht: wenn DU es als quälend empfindest, dann IST es ein Problem. Und dann ist es auch nicht mehr zu verharmlosen, auch wenn sicher ein unmittelbarer physiologischer Schaden damit nicht gegeben ist.

Leider ist es bei solchen Problemen mit der Selbsttherapie so eine Sache. Mit „denkmal darüber nach…“ ist es nicht getan. Denn diesen Erscheinungen, die unter der Bezeichnung „neurotische Zwänge“ bekannt sind, liegt erfahrungsgemäß ein unbewußtes Bedürfnis nach einer Problemlösung zu Grunde, die in Form einer solchen Handlung (ebenfalls unbewußt) zu lösen versucht wird, aber durch auch die ewige Wiederholung derselben Handlung nicht tatsächlich aufgelöst werden kann. Daher das Bedürfnis der Wiederholung.

Die Handlungsform enthält nämlich eine verborgene (!)Symbolisierung des eigentlichen Problems, aber so, daß es (wie im Falle des Waschzwangs) weder mit Haaren noch mit Waschen überhaupt etwas zu tun haben muß. Da diese verstellende Symbolik nicht ein Trick eine fremden, sondern des EIGENEN Bewußtseins ist, kann man sie nicht selbst auflösen (das ist der erste Schritt, um an das eigentliche Problem heranzu kommen). Das ist ähnlich, wie, daß man sich nicht auf den eigenen Hinterkopf schauen kann…

Dafür brauchst du einen Gesprächspartner, der dich dabei durch dafür geeignete Gesprächsführung begleitet, den unbewußten Gedankengang allmählich und mit Vorsicht aufzulösen und dann mit dir gemeinsam bearbeitet…

Als dafür geeignete Gesprächsführung kann man nur die Psychoanalyse empfehlen. Andere Formen hätten vielleicht den Erfolg, dir zu helfen, dein Haar nicht mehr zwanghaft waschen zu müssen, aber der unbewußte Symbolisierungs-„Druck“ würde sich dann „verschieben“, so, daß du dann z.B. deine Schuhe zwanghaft putzt oder daß du 20 mal in die Wohnung zurückrennst um zu prüfen, ob du die Kaffeemaschine ausgeschaltet hast…

Wenn du es loswerden willst, wäre das ein Weg…

Viel Erfolg wünscht dir
M.G.

Hi,

sehe ich genau so. Ich wasche mir auch jeden Tag die Haare, weil sie halt fettig sind wenn ich es nicht tue und man es ihnen ansieht. Und ich fühle mich auch unwohl, wenn ich es nicht tue. Genauso wie ich mich unwohl fühlen würde wenn ich in einer Beprechung sitze und mir nicht die Zähne geputzt habe - das mache ich ja auch täglich. Oder halt auch noch mit fettigen Haaren. Oder mit der Unterhose von gestern zu meiner Freundin fahre - díe wechsele ich auch täglich. So sehr ich Verständnis für das Problem (Zwang) habe, frage ich mich wie etwas was (fast) jeder macht ein Zwang sein kann. Ich schliesse mich da also Bernd an. P.S… Ich habe auch das Motto, solange da noch haare zum waschen sind tue ich es auch :wink:))

Hallo,

Zugegeben, ich habe auch nicht mehr die vollsten Haare, aber
ich rede mir immer ein, dass es erblich bedingt ist. Mein
Vater sah in meinem Alter auch schon etwas … „kahl“ aus.
:wink:

Glaub mir, es gibt andere Dinge im Leben, um die man sich
sorgen sollte.

Mann, Mann, Mann (im wahrsten Sinne des Wortes). Ist dir schon mal der Gedanke gekommen, dass es fuer eine Frau etwas anderes Bedeutet, wenn ihr die Haare ausgehen als fuer einen Mann.

Gruss, Niels

Hallo Sabine,

wenn Dich das Ganze so sehr quält, dann hast Du damit ein Problem.

Die ganze Gschichte kann rechr kompliziert sein, denn die Ursachen für solche Zwänge sind nicht so leicht zu durchschauen. Wenn Du das selber finden könntest, hättest Du es ja sicher schon längst getan. Deshalb bringt es auch nicht viel hier darüber herumzuorakeln, fürfinden es ja doch nicht.

Ein Psycholige wäre als Anlaufstelle sicher die erste Wahl. Wenn Du einen guten Hausarzt hast, eventuell kann der Dir da weisterhelfen. Das auch solche ausgefallenen Sachen in die Kategorie Sucht zählen (so selten ist Waschzwang in irgendeiner Form ja nun nicht), kämme auch eine Suchtberatungsstelle in Frage. Zumindest haben die keine großen Wartezeiten und die Suchtberater beraten ohne Honorar.

Gernot Geyer

Hallo,
auch ich wasche meine Haare täglich, manchmal zwei-dreimal… Allerdings, und da sehe ich einen erheblichen Unterschied, stört es mich nicht. Mich störte eigentlich nur der Zeitaufwand, und da fand ich eine - radikale - Lösung, mit welcher ich auch gleich noch die Kosten für den Friseur und den Zeitaufwand dort umgehen kann, ausserdem sieht dann keiner mehr meine 30% Grau und meine sich permanent ausdehnende Stirn.
Ich griff mir ein Herz und einen Langhaarschneider, und damit entfernte ich alles über 1 mm. Diese Prozedur wiederhole ich nun alle zwei Wochen.
Natürlich sollte dies kein Tipp für Dich sein, das ist schon klar… aber ich möchte Dir damit nur sagen, dass das zwanghafte Haarewaschen kein Einzelfall ist.
Übrigens: Jetzt wasche ich meine Glatze täglich…:~)
MfG
Michael Zettler