Angst vorm große Strecken zurücklegen...

Von: , Frage gestellt am Di, 22. Dez 2009

Guten Tag,
ich wusste nich genau in welchen Themenbereich das hier reingeht aber meine Frage is eigentlich komplexer.

Meine Freundin und ich führen seit über nem Jahr ne Fernbeziehung.
Das Problem ist folgendes:
Sie leidet anscheinend an einer Sozialphobie und traut sich weder alleine mit dem Zug zu fahren oder mit eine Mitfahrgelegenheit.
Die einzige Möglichkeit ist immer dass ich sie abhole und das ist bei knapp über 250 km nicht immer billig und auch nicht stressfrei.

Was habt ihr für Ideen was man noch machn kann?
lg, rick

25 Antworten zu dieser Frage

  1. Antwort von nach 21 Minuten 1 hilfreich
    Re: Angst vorm große Strecken zurücklegen...

    haben dir die vielen antworten bei "liebe&partnerschaft" nicht gereicht ??
    bzw welche antworten erhoffst du dir ?
    war die "richtige" nicht dabei ??

    *verwirrtegrüsse*

    • Antwort von nach 20 Stunden 1 hilfreich
      Re^2: Angst vorm große Strecken zurücklegen...

      schon, da waren auch gute antworten dabei, jedoch nicht wirklich eine die mir hilft gegen meine freundin zu arbeiten^^ also ich meine gegen die phobie meiner freundin...also im grunde genommen, ihr und damit unserer beziehung zu helfen

      lg

  2. Antwort von nach 31 Minuten 5 hilfreich
    Re: Angst vorm große Strecken zurücklegen...

    Hallo Rick,

    je mehr man Menschen mit Angststörungen in Watte packt, desto schlimmer werden in aller Regel die Ängste. Das Problem löst sich auch nicht irgendwann von selbst. Die Betroffenen werden meist zunehmend stärker Gefangene ihrer Angst, wenn sie sich nicht rechtzeitig darum kümmern, dieser entgegenzutreten. Dazu braucht es meist therapeutische Hilfe. Bei bestimmten Ängsten, wie z.B. der Sozialphobie (wobei ich mir nicht sicher bin, dass es sich bei deiner Freundin nur darum handelt), sind Verhaltenstherapien mit Konfrontation oft das Mittel der Wahl, doch das muss letzten Endes der Therapeut in Absprache mit seiner Patientin entscheiden.

    Für Partner ist es aber wichtig zu wissen, dass sie sich nicht in die Rolle des Versorgers drängen lassen und in permanenter Rücksicht auf die Ängste des anderen leben sollten. Dem ständigen Erwartungsdruck ist auf Dauer nämlich kaum Stand zu halten. Angstpatienten neigen dazu, extremes Verständnis und Rücksichtnahme von vertrauten Menschen einzufordern, da sie Außenstehenden gegenüber ihre Ängste oft verheimlichen müssen und wenig Verständnis erfahren. Eine solche Einseitigkeit hält kaum eine Beziehung auf Dauer aus.

    Deshallb mein Tipp: Spiele nicht selbstverständlich den Chauffeur. Mach' ihr klar, dass du auf Dauer weder bereit noch in der Lage bist, allein für die Aufrechterhaltung der Beziehung zuständig zu sein. Wenn sie nicht zu dir kommen will, dann bleibe auch einfach mal zuhause. Wie gesagt: Einseitigkeiten funktionieren nicht.

    Du solltest dich auf starken Widerstand einstellen, wenn du beginnst, auch etwas zu fordern. Fakt ist: Die Fahrt ist nicht wirklich gefährlich, die Angst davor ist das Problem. Diese Angst kann sehr massiv sein, ist aber nichtsdestotrotz irreal. Allein das Wissen darum hilft deiner Freundin aber leider nicht, aus ihrer Angst auszusteigen.

    Wenn du mal "Angst- und Panikforum" googelst, findest du einiges an Angeboten im Netz. Dort finden auch Angehörige von Betroffenen einen Raum, in dem sie ihre Probleme ansprechen können. Du wirst vermutlich erstaunt sein, was Betroffene dir raten, die ihrer Angst bereits ein Stück weit entronnen sind.

    Schöne Grüße,
    Jule

    • Antwort von nach 20 Stunden 1 hilfreich
      Re^2: Angst vorm große Strecken zurücklegen...

      coole einschätzung, danke!!

      also:
      sie ist in behandlung bei mehreren therapeuten/psychologen gewesen und ihrer meinung nach hat es ihr nix gebracht, so dass sie es abgebropchen hat

      als ich sie gstern darauf ansprach dochj nochmal eine therapie anzufangen wirkte sie desinteressiert und streubte sich dagegen...ich stellte ihr ein ultimatum->
      "zeig mir das du was für deine phobie tust und dann sehen wir weiter"

      Aber eine Satz darf ich mir immer anhören
      "Du verstehst das nicht und wirst es nie vestehen, es ist schwierig, kein Aussenstehender kann das verstehen"

      langsam glaube ich auch das ich sie zu sehr überfordere
      zum beispiel habe ich am 28.12...also nächsten montag geburtstag

      ich sagte ihr es sei mein größter wunsch das sie da ist..jedoch ist es unmöglich..ich fühle mich schon schuldig, sie meitn ich solle es lassen und damit aufhören(also sie in die ecke zu drängen und zu sagen das sie zu meinen b day da sein soll)

      • Antwort von nach einem Tag 5 hilfreich
        Re^3: Angst vorm große Strecken zurücklegen...

        Hallo, sie ist in behandlung bei mehreren therapeuten/psychologen gewesen und ihrer meinung nach hat es ihr nix gebracht, so dass sie es abgebropchen hat
        Leider ziemlich typisch für viele Angstpatienten. Wie in einem anderen Post schon erwähnt wurde, handelt es sich häufig (aber durchaus nicht nur) Menschen, die in ihrem bisherigen Leben wenig gefordert wurden. Gleichzeitig haben sie ziemlich oft Erfolg mit Meideverhalten gehabt. Irgendwie hat sich immer jemand gefunden, der ihnen alle Unangenehme abgenommen hat. Die Betroffenen selbst haben da leider meist eine etwas andere Wahrnehmung. Sie bezeichnen sich oft als kämpferisch und zäh - was sie allerdings in vielen Fällen in keinester Weise sind. als ich sie gstern darauf ansprach dochj nochmal eine therapie anzufangen wirkte sie desinteressiert...
        Leider auch typisch. Therapie bedeutet Anstrengung. Die Bereitschaft dafür fehlt aber. Aber eine Satz darf ich mir immer anhören "Du verstehst das nicht und wirst es nie vestehen, es ist schwierig, kein Aussenstehender kann das verstehen"
        Jo. Das ist für einen Außenstehenden auch nicht zu verstehen. Bestenfalls zu akzeptieren. Aber selbst das wird oft schwer, weil die Erwartungen der Betroffenen an das, was ein Partner an Verständnis aufzubringen hat, enorm groß sind. ich fühle mich schon schuldig...
        Tu das nicht. DU denkst gesund und normal, sie nicht. Sie muss an ihren Ängsten arbeiten, du kannst die bestenfalls unterstützen. Wenn die sie aber nicht forderst und damit keinen "Druck" ausübst (ein beliebter Begriff bei vielen Angstpatienten), wird die Beziehung trotzdem nur sehr unbefriedigend funktionieren.

        Wenn du ihr etwas wert bist, wird sie sich Mühe geben. Andernfalls wird ihre Störung siegen.

        Schöne Grüße,
        Jule

        • Antwort von nach einem Tag 0 hilfreich
          Re^4: Angst vorm große Strecken zurücklegen...

          Insgesamt kann ich das eigentlich alles unterschreiben.
          Nur dieser Satz
          Wenn du ihr etwas wert bist, wird sie sich Mühe geben.
          Andernfalls wird ihre Störung siegen.

          Schöne Grüße,
          Jule
          ist halt kniffelig. Ich könnte mir vorstellen, dass es für sie schon sehr viel Mühe bedeutet, mit in den Zug zu steigen, wenn er dabei ist. Selbst die größte Hollywoodliebe kann sowas Festgefahrenes mit ein bißchen Mühe einfach negieren.

          Sonst wären Psychologen ja überflüssig;) Aber ich muss sagen, dass du mir persönlich grade mal ne andere Sichtweise gegeben hast. Bzw ne explizitere. Da denk ich mal drüber nach.

  3. Antwort von nach 3 Stunden 5 hilfreich
    Re: Angst vorm große Strecken zurücklegen...

    Hi
    Ich bin zwar jetzt nur durch einen Sport-Trainerschein etwas Psychologisch unterwiesen , also jetzt nicht wirklich der Fachwissende , doch kann ich zu dem Thema etwas aus eigener Erfahrung , da sich diese Geschichte sehr ähnelt beitragen .
    in den ganz frühen 90 Jahren hatte ich als Handwerker ein Mädel kennengelernt , wo ich mich auf den ersten Blick verknallte .
    es kam in folge zu einem Liebesverhältniss , doch irgendwie stimmte etwas nicht , Sie hatte Ihre eingefahren Rituale mit Ihren Eltern , jedes Wochenende wurde eine andere Tante , Oma , Cousin usw besucht ansonsten wollte sie nichts unternehmen , fast immer fuhr ich zu Ihr obwohl Sie nur rund 5 km weg war .
    gemeinsame Aktivitäten Outdoor scheiteterten daran , das Sie weder Radfahren , noch schwimmen , noch Billard spielen , noch Tanzen , also nichts konnte und auch nicht bereit war sich das zeigen zu lassen .
    Ich liess es dann mal darauf ankommen und buchte ein verlängertes Wochenende Urlaub an der Nordsee wo sie dann mit viel Gegenwehr doch zustimmte .
    Am dritten Tag war Sie völlig unleidlich , Sie wollte nur noch nach Hause .
    weitere Versuche Sie aus Ihrem eigenen Gefängniss herauszuholen endeten ähnlich , bis dann nach rund 4 Jahren der harte Break kam , ob ich Mitschuldig , ganz schuldig oder nur mit der Situation einfach nicht klar kam , will ich hier nicht ausdiskutieren , jedenfalls kam es dazu das Ich Sie zu sehr forderte , Sie dann Hysterich um sich Schlug , alles in der Wohnung kaputt schlug und dann einige Wochen Ps-Stationär aufgenommen werden musste .
    Ich besorgte ihr noch einen neuen Job , da ich einige persönliche gute Verbindungen habe , da Sie den alten Job fristlos gekündigt bekommen hatte durch Ihren Hysterichen Ausraster und lies dann ab von Ihr .
    Wir reden noch miteinander , sind uns auch noch gut Bekannt , aber wir gehen unsere Wege , weil es sinnlos war , Sie kann nur Ihren Weg gehen.

    Wie ich später erfuhr , basiert dieses wohl auf einen Erziehungsfehler als Einzelkind , Sie durfte sich als Kind nicht schmutzig machen , und nichts machen was auch nur annähernd ein wenig gefährlich hätte sein können .
    Sie wurde von den Eltern eigentlich von allem abgehalten , sozusagen 5 lagig in Watte gepackt .
    Wer dann als Jugendlicher nicht den Schneid hat gegen dieses zu Rebellieren , der hat es nachher als Erwachsener sehr schwer .

    Toni

    • Antwort von nach 20 Stunden 1 hilfreich
      Re^2: Angst vorm große Strecken zurücklegen...

      wow, cool das hier so hilfreich gerackert wird..echt gutes forum..

      naja also deine geschichte ist sehr ähnlioch das stimmt..

      auch bei ihr ist es so dass sie von eltern immer wohlbehütet ist..
      sie durfte bis sie mich kennengelernt hat nur bedingt raus und hat nie irgendwie ne disko, party oder ähnliches besucht(warscheinlich weil ich nen guten draht zu den eltern haben und sie mir auch vertrauen)

      allerdings, seit wir zusammen sind, die eltern mich kennen und so läuft es eigentlich...ich kann im prinzip insofern sie das will mit ihr überall hingehen...
      naja ich denke du hast mir schionmal damit sehr geholfen...
      die geschichten ähneln sich wie gesagt

      lg

    • Antwort von nach 23 Stunden 1 hilfreich
      Ergänzend zu Toni

      Hi Toni Wie ich später erfuhr , basiert dieses wohl auf einen
      Erziehungsfehler als Einzelkind , Sie durfte sich als Kind
      nicht schmutzig machen , und nichts machen was auch nur
      annähernd ein wenig gefährlich hätte sein können .
      Sie wurde von den Eltern eigentlich von allem abgehalten ,
      sozusagen 5 lagig in Watte gepackt .
      Ich denke mal, du hast da etwas Wesentliches angesprochen. Sehr schön ausgeführt wird das Ganze in KARL KÖNIGs Buch "Angst und Persönlichkeit".
      Gruß,
      Branden



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