Emp.Untersuchungen zu Motivationstheorien?

Kennt jemand neuere Ergebnisse aus empirischen Untersuchungen zu Motivationstheorien?

Wär echt hilfreich für mein Studium - Seminararbeit :smile:

danke

Motivation
Hi!

Nicht unbedingt „neu“ (eine Studie „immerhin“ von 1998) aber ist auch echt schwierig, dazu fündig zu werden… Aber manchmal helfen doch auch solche Anregungen, um einen Anfang für eine SE-Arbeit zu finden. Also:

Allgemeine Erklärung dreier Motivationspsychologischer Ansätze:
http://195.226.180.227/cgi-bin/superDBdruck.pl/archi…

„Neuere“ Untersuchung zum Thema:
„Vergleich emotions- und kognitionspsychogicher Theorien der Leistungsmotivation:“
http://www.sbg.ac.at/sfb/details/erziehungsws.htm

Hier eine Diplomarbeit zum Flow-Erleben, diesmal von der motivationspsychologischen Seite beleuchtet:
http://www.psychologie.uni-bielefeld.de/ae/AE09/HOME…
(=> vor allem die Einleitung ist interessant…)

Hier auf die Seite 15 des Dokuments scrollen:
http://stud-www.uni-marburg.de/~Lenzm/download/orga_…

http://www.sbg.ac.at/erz/salzburger_beitraege/herber… Aus diesem Link folgender Abschnitt: ((Ich habe etwas herauskopiert, da es im Text keine Seitenagaben gab und dieser Abschnitt sich irgendwo mittendrin im Text befand))))

  1. Ein Mehrebenenvergleich im Sinne des Paradigmenvergleichs von Schurz (1998b): Gemeinsamkeiten und Unterschiede pädagogischer und psychologischer Lern-, Motivations- und Interessenstheorien in Bezug auf schulisches Lehren und Lernen
    Im Folgenden werden Handouts aus meiner Vorlesung „Pädagogische Psychologie“ im Zusammenhang dargestellt und knapp kommentiert. Sie unterstützen einen Argumentationsstrang, bei dem aus dem Vergleich von psychologischen Hintergrundsparadigmen und deren je typischer Lerntheorie Dimensionen gewonnen werden, mit deren Hilfe für das schulische Lernen zentrale pädagogische und psychologische Interessens- und Motivationstheorien rekonstruiert und hinsichtlich Gemeinsamkeiten und Unterschieden verglichen werden. Auf dieser Basis werden dann prototypische Unterrichtstheorien und didaktische Strategien theoretisch und empirisch analysiert und hinsichtlich ihrer je typischen bildungs- und erziehungswirksamen Folgen eingeschätzt. Die Vorlesung „Pädagogische Psychologie“ ist sowohl für Studierende der Diplomfächer Pädagogik und Psychologie als auch für Lehramtsstudierende konzipiert.

Aus Platzgründen hier nur ein knapper einleitender Kommentar (eine ausführliche Beschreibung der objekt- und metatheoretischen Fundierung findet sich in Herber, 1998d):

Im Kapitel 4.1 werden die Hintergrundsparadigmen dargestellt, zwischen denen im analogisierenden Vergleich (z.B. Herber et al., 1996) strukturelle und funktionale Unterschiede herausgearbeitet werden. Im inhaltlich zugeordneten späteren Ergänzungskapitel Ad 4.1 werden die einzelnen Hintergrundsparadigmen hinsichtlich wichtiger theoretischer Kernannahmen und - wo es zum Verständnis beiträgt - anhand eines prototypischen Referenzexperiments oder einer repräsentativen Fallstudie charakterisiert. Im Kapitel 4.2 werden die zu vergleichenden Interessens- und Motivationstheorien und ihre „Ladungen“ auf den psychologischen Hintergrundsparadigmen dargestellt. Im zugeordneten Kapitel Ad 4.2 werden die entsprechenden Theoriekerne kurz umrissen. Im Kapitel 4.3 werden für den heutigen Forschungsstand repräsentative Unterrichtsmodelle und ihre interessens- bzw. motivationsspezifischen Begründungen kurz dargestellt. Dazu kommen Hinweise auf die Ergebnisse bisher durchgeführter eigener Untersuchungen sowie auf zukünftige Untersuchungsvorhaben. Im zugeordneten Kapitel Ad 4.3 werden prototypische Strukturen und Thesen vergleichsweise gegenübergestellt. Die detailliertere mündliche Kommentierung in der Vorlesung sowie die Darstellung der zu bearbeitenden Erarbeitungs- und Überprüfungsaufgaben entfällt hier aus Platzgründen. Die hochschuldidaktische Vorgangsweise kann in einem thematisch anderen Zusammenhang derselben Vorlesung nachgelesen werden (vgl. Herber, 1996b).

4.1 Vergleich der Hintergrundsparadigmen

Verhaltenspsychol. Gestalty Kognit.y Psychoanalyse Sozialpsychologie Humanist.y
(Behaviorismus) (Lewins Feldtheorie)
® Elaboration der jeweils typischen Lerntheorie

Kommentar: Viele moderne sozialwissenschaftliche Theorien können nicht nur in ein Hintergrundsparadigma eingebettet werden; sie haben ihre Wurzeln in verschiedenen Paradigmen, u.a. um deren jeweilige Schwächen durch Integrationsbemühungen zu kompensieren. Schon Freuds „Entwurf einer Psychologie“ (1895/1962) enthält nicht nur die Assoziationsgesetze, auf denen die spätere Verhaltenspsychologie aufbaute, sondern auch fundierende Annahmen einiger Theorien der modernen Kognitiven Psychologie, wie z.B. das Prinzip der „spreading activation“ von Anderson (1985) sowie Grundideen anderer moderner Kognitionstheorien. Auch die Verhaltenspsychologie hat inzwischen Elemente der Kognitiven Psychologie inkorporiert und z.B. in Form des „mentalen Trainings“ in die Praxis umgesetzt (vgl. u.a. das Buch „Kognitive Verhaltensmodifikation“ von Meichenbaum, 1979, bzw. die Charakterisierung des „Kognitiven Behaviorismus“ in Dubs, 1995). Exemplarisch sei u.a. auf die Experimente zum Patterning von Lachnit (1993) hingewiesen, bei denen in der experimentellen Operationalisierung neurophysiologische, verhaltenspsychologische und kognitive Annahmen verschmischt werden - unter Beibehaltung der jeweiligen begrifflichen Besonderheit zur Darstellung spezifischer empirischer Effekte.

4.2 Vergleich von Interessens- und Motivationstheorien
Hierzu Abbildung 2

„Ladungen“ auf den Hintergrundsparadigmen:

Pädagogische Interessenstheorie (Schiefele et al., 1979, etc.): Humanistische Psychologie, Kognitive Psychologie, Gestalt-/Ganzheitspsychologie

Psychologische Interessenstheorie (Cattell, 1985, etc.): Behaviorismus (Reizgebundenheit, global drive/generelle Aktivierungstheorie, etc.), Kognitive Psychologie (z.B. Informationsverarbeitung, Mustererkennung, Wahrnehmungsintegration, Erwartung, Gedächtnis, retroaktive Hemmung, etc.), Psychoanalyse (spezifische antagonistische bewußte und unbewußte Bedürfnisse, Es, Ich, Überich, Abwehrmechanismen [Projektion, Rationalisierung, Fantasiebildung, etc.] , narzißtische Fixierung, Wahrnehmungsverfälschung, etc.)

Emotionale Leistungsmotivationstheorie (z.B. McClelland et al., 1953, McClelland, 1995): Behaviorismus, Kognitive Psychologie, Lewins Feldtheorie, Psychoanalyse

Kognitive Leistungsmotivationstheorie (z.B. Atkinson, 1957, 1964, Atkinson & Birch, 1970, Kuhl u. Atkinson, 1986, Weiner, 1972, 1996): Lewins Feldtheorie, Kognitive Psychologie, Psychoanalyse

Macht- und Sozialmotivation (z.B. McClelland, 1978, 1984, 1995, Stewart, 1982, Schmalt, 1987): Kognitive Psychologie, Lewins Feldtheorie, Psychoanalyse, Behaviorismus

Zum Beispiel: Bei den pädagogischen Interessenstheorien handelt es sich um deskriptiv-normative Theorien. In ihrem Theoriekern steht ein von der Aufklärungsphilosophie und humanistischen Psychologie abstammendes Subjektmodell, das Reflexivität und freie Selbstbestimmung der eigenen Interessen und Handlungen als Zentraleigenschaften des Subjektes ‘Schüler’ proklamiert und gleichzeitg normativ zum übergeordneten Wert aller Erziehung erhebt. Als weiterer Grundwert wird soziale Gleichheit angesehen (Herber, 1997). Psychologische Interessenstheorien verstehen sich dagegen wertneutral, d.h. sie sind deskriptiv-erklärend, aber nicht deskriptiv-normativ. Im Zentrum steht hier die Interessenstheorie von Cattell (1985). Ihr Theoriekern ist die empirisch gestützte Hypothese von Ergs (anthropologisch universellen Bedürfnissen) und Sems (kulturspezifischen Modifikationen der Ergs) als grundlegenden Erklärungsparametern des Interesses einer Person an einem bestimmten Reiz (Herber, 1997). Weiters ist beispielsweise zu klären, wie die psychologischen Lerntheorien, die in den zweiten Ansatz integriert sind, mit dem Konzept der „freien Selbstverwirklichung“ des ersten Ansatzes in Zusammenhang stehen; ob hier Vereinbarkeit und Komplementarität oder eher Unvereinbarkeit vorliegt.

Good Luck!
Bettina

vielen Dank :smile:
vielen Dank nochmal
naja, is schon etwas verwirrend das ganze Motivationszeuch :smile: