Subjektives Zeitempfinden

Von: , Frage gestellt am Fr, 26. Okt 2001

Guten Morgen,
ausgelöst von einer kleinen Diskussion im Brett 50+ möchte ich Euch fragen ob ihr dafür eine Erklärung habt:
Mit zunehmendem Alter empfinde ich es, als ob die Zeit immer schneller verfliegt.
Als Kind konnte ich in einem Tag mehr Aktivitäten unterbringen als heute mit 60 in einer Woche.
Ob das mit der Strukturierung von Zeit zusammenhängt, oder mit der Wahrnehmung von Ereignissen?
Wäre Nett, wenn Ihr mir dazu etwas Fundiertes sagen könntet.
Gruß Eckard
(Diesen Beitrag habe ich übrigens gelöscht und noch einmal neu formuliert.)

15 Antworten zu dieser Frage

    • Antwort von nach 4 Stunden 0 hilfreich
      Re^2: Subjektives Zeitempfinden

      Danke, Thomas,
      teilweise ist das schon recht interessant, wenn es auch noch nicht ganz das trifft, was ich meine. Ich werde mal selbst ein bissel auf die Suche gehen. Du hast recht, ein durchaus interessantes Thema.
      Grüße
      Eckard.

  1. Antwort von nach 4 Stunden 1 hilfreich
    Re: Subjektives Zeitempfinden

    hallo eckard, Euch fragen ob ihr dafür eine Erklärung habt:
    Mit zunehmendem Alter empfinde ich es, als ob die Zeit immer
    schneller verfliegt.
    ich habe mir das immer so erklärt:
    für einen einjähriges kind ist 1 jahr 100% des lebens, für ein zweijähriges ist es das halbe leben. ein jahr eines 50-jährigen wäre demnach nur noch 1/50 des lebens (monate und wochen entsprechend).
    das wäre ja noch einleuchtend. aber: Als Kind konnte ich in einem Tag mehr Aktivitäten unterbringen
    als heute mit 60 in einer Woche.
    das empfinde ich gar nicht so! ich könnte heute nicht mehr sagen, was ich als kind alles in einer woche gemacht habe, geschweige denn während der ganzen kindheit. Ob das mit der Strukturierung von Zeit zusammenhängt, oder mit
    der Wahrnehmung von Ereignissen?
    wie ist denn die zeit strukturiert? :-)
    die einzelnen ereignisse hintereinander weg wie die perlen auf einer kette? (manchmal zweifle ich daran ;-)

    by the way: vor ein paar jahren hatte ich sogar einmal das gefühl, daß die zeit stehengeblieben war. das unheimliche war, daß es nicht nur mir so ging, sondern meinem freund auch. wir hatten uns über alles mögliche angeregt unterhalten (wobei die zeit doch normalerweise vorbeirast) und gedacht, es wären viele stunden verstrichen - dabei waren gerade mal 30 min vergangen. Wäre Nett, wenn Ihr mir dazu etwas Fundiertes sagen könntet.
    fundiert war das wohl nicht gerade <g> sorry

    es grüßt
    ann

    • Antwort von nach 9 Stunden 0 hilfreich
      Re^2: Subjektives Zeitempfinden

      Hallo Anjabusch,

      mit Deiner ersten Deutung hast Du vollkommen Recht. Es ist die Lebensspanne, die dann 1 Jahr kürzer erscheinen lassen. Für die Eintagsfliege ist ein Tag die halbe Ewigkeit - eben das GANZE Leben. :- )))

      Zu Deiner Frage: Es ist die KONZENTRATION.
      Lange Weile zieht die Zeit, und Konzentration verkürzt sie.
      Nur durch starke Konzentration fallen wir GEISTIG aus Zeit und Raum "heraus". Wir sind nur noch im JETZT und DA. Ich bin NUR ich SELBST, und alles Andere verschwindet (geistig). Unser Selbst ist Zeitlos.
      Also bleibt die Zeit STEHEN.
      Du hast es eigentlich Selbst geschrieben, daß Ihr Euch angeregt unterhalten habt. Ihr ward BEIDE, voll auf dieses Gespräch konzentriert.


      MfG,

      Demetrius [Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

  2. Antwort von nach 7 Stunden 0 hilfreich
    Re: Subjektives Zeitempfinden

    hi eckhard,

    in einem satz: die zunehmende ereignislosigkeit bewirkt dieses phänomen. wenn dein leben voller ereignisse ist, vergeht dir die zeit langsamer.

    cu


    strubbel
    <:-)

    • Antwort von nach 8 Stunden 0 hilfreich
      Re^2: Subjektives Zeitempfinden

      wenn dein leben voller ereignisse ist, vergeht dir
      die zeit langsamer.
      Naja, Strubbel,
      ich kann eigentlich nicht behaupten, dass mein Leben z.Zt. ereignislos verläuft. Dafür sorgt schon mein Sohn und meine Arbeit :) Da passiert laufend irgend etwas, dass meine volle Aufmerksamkeit fordert und gelegentlich ist auch schnelles Reagieren nötig. Es fehlt also nicht an strukturierenden Ereignissen.
      Ich bin noch dabei, zusätzlich zu den von Thomas mitgeteilten Links einige weitere Dokumente durchzuarbeiten und komme immer mehr zu dem Schluß, dass ich mit meiner Beobachtung nicht ganz allein dastehe. Offenbar hängt es damit zusammen, dass man sich mit zunehmendem Alter auch zunehmend der verfließenden Zeit bewußt wird, nicht mehr so "in den Tag hinein" lebt wie früher.

      Grüße
      Eckard.

  3. Antwort von nach 8 Stunden 0 hilfreich
    Re: Subjektives Zeitempfinden

    Guten Morgen, ups und schon ist wieder abend...;-))

    ..nein ich glaube, dieses Zeitempfinden ist wirklich nur subjektiv zu betrachten, denn die Zeitspanne selber
    bleibt, ja wie sie ist. Zeiten vergehen....aber mit dem Alter hat dies nix zu tun. Mein fast 19jähriger empfindet manche Jahre auch als schneller vergangen, nimm nur das Jahr 99/2000 - die Flut der Ereignisse: Jahrtausendwechsel, Sonnenfinsternis, persönl. Tage, Wochen, die zu langsam oder eben zu
    schnell vergingen. Oder Urlaub: für die dagebliebenen endlos, für die, die weg sind schnell vergehend, aber wieder daheim,
    denkt man, man war rückblickend sehr lange weg.
    Das ist imho kein Phänomen, sondern hat damit zu tun, wie intensiv wir den Augenblick erleben. Es gibt Zeit, die nie vergeht, es gibt Zeit, die einem davon zu rennen scheint.
    Ich glaube wir alle müßten lernen, mehr im Augenblick zu leben, zu versuchen, jeder Minute (im Alltag fast unmöglich) ihre Berechtigung zu geben, aber zuviel Routine kann das einfach nicht zulassen. Hat man viel zu tun, läuft die Zeit gegen einen, dann ist Org.-Talent gefragt, ist wenig Potential, zieht sie sich wie ein Gummiband, OBWOHL man gerade diese Zeit viel besser nutzen könnte, es geradezu müßte..
    Eh ich hier in Assoziationen verfalle: wenigstens einmal
    am Tag sollte man sich, egal ob Sekunden, Minuten oder länger die Zeit stehlen, um sich der Zeit richtig bewußt zu werden.

    Carpe diem
    und ein schönes laaaaaaaaaanges WE

    HD

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  4. Antwort von nach 12 Stunden 0 hilfreich
    Re: Subjektives Zeitempfinden

    Guten Morgen,
    auf jeden Fall spielen beim Zeitempfinden auch chemisch- hirnorganische Vorgänge eine Rolle:

    Ich erinnere mich gut aber ungern daran, dass ich einmal unter Cannabis- Einfluß weitgehend das Zeitgefühl verloren hatte und mich vergeblich fragte, wie lange ich schon dort war, wo ich war und dann, wie lange ich mich denn wohl schon fragte, wie lange ich schon dort war, wo ich war usw.usw.
    Das Feststellen der Uhrzeit änderte daran überhaupt nichts.

    Ein außerordentlich unangenehmes Gefühl von Desorientiertheit und Verlorenheit, durchaus vergleichbar mit dem Gefühl, nicht zu wissen, wo man ist und auch keine Möglichkeit zu haben, dies festzustellen!!
    Gruß D.

    • Antwort von nach 2 Tagen 0 hilfreich
      Re^2: Subjektives Zeitempfinden

      Hallo DiStu
      Ich erinnere mich gut aber ungern daran, dass ich einmal unter
      Cannabis- Einfluß weitgehend das Zeitgefühl verloren hatte und
      mich vergeblich fragte, wie lange ich schon dort war, wo ich
      war und dann, wie lange ich mich denn wohl schon fragte, wie
      lange ich schon dort war, wo ich war usw.usw.
      Ich lag nach der Entbindung meiner Tochter 3 Tage im Koma. Subjektiv verlorenes Zeitgefühl.
      Aber anders gesehen, hab ich dort soviel erlebt ....., kann man
      sicher nicht mit Deinem Erlebnis vergleichen, weil ich wollte
      gar nicht wissen wielange, und warum. Ich war da, wo ich war, so intensiv, nach dem "Erwachen" wußte ich nimmer, daß ich Leben geschenkt (keine Ahnung, wie ich es ausdrücken soll) hatte und
      bekam....???
      Manchmal frag ich mich heute noch, lieg ich jetzt in der Zeit-
      schleife, oder ist das alles nur ein Traum gewesen.
      Dann ist unser Leben zeit(los) und so soll es sein, mal nicht
      subjektiv ausgedrückt---

      Herzl. Gruß

      Hd



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