Hi Stifi,
Wenn ich zum Hausarzt gehe und dann Hilfe erlange, müsste ich
meinen jetztigen Chef informieren oder kann ich das „geheim“
halten?
Das geht Deinen Chef nix an. Und Dein Hausarzt hat Schweigepflicht. Die Situation wäre eine Andere, wäre Dein Chef ein väterlicher Freund für Dich oder mit Dir verwand. So aber könnten falsch Rückschlüsse gezogen werden. Obwohl Dein Chef nach Dir eigentlich Hauptnutznießer davon wäre, wenn Du Deine Ängste möglichst schnell abbauen und Dein Selbstvertrauen zurückgewinnen würdest.
Du hast ja noch die Drogen und Alkoholsezene angesprochen. Da
kann ich dich beruhigen dass werde ich zu verhindern wissen,
lieber gehe ich irgendwie drauf als Süchtig zu werden und alle
ins verderben bringen! Und übrigens drinke ich keinen schluck
Alkohol ich habe es einfach nicht gern, genauso wie Tabak!
Wenn ich das nur auch von mir behaupten könnte. Ich hab falsch in der Richtung falsch gemacht, was man nur falsch machen kann.
Allerdings habe ich auf dem Weg aus der Sucht eine Psychotherapie genossen, die auch Nichtsüchtigen gut zu Gesicht stehen würde und an mangelndem Selbstvertrauen werde ich bestimmt nicht sterben.
Das war auch der Grund, warum ich Dir geantwortet habe. Beim Junkie ist das Selbstvertrauen nicht einmal mehr ansatzweise vorhanden. Es muß völlig neu aufgebaut werden und ist Grundlage für ein zukünftig zufriedenes Leben ohne Drogen. Daher weiß ich, daß Selbstvertrauen therapeutisch wiederherstellbar und beeinflußbar ist. Ich hab es in 1800 Stunden Psychotherapie ja selbst erlebt. Nun laß Dich von der Anzahl der Stunden nicht schocken, bei Drogenabhängigen sind durchgehene stationäre Therapien von 18 Monaten angesagt, das wird bei Dir nicht der Fall sein. Ggf. kannst Du ambulant behandelt werden.
In der Lehre hat sich das Problem so ausgewirkt dass ich immer
wieder Krank wurde, mit Fieber, Erkältung und Grippe. Hatte
auch Durchfall oder mir war schlecht!
Ja, der Ausdruck „das ist mir auf den Magen geschlagen“ kommt nicht von ungefähr. Und der Mensch reagiert auf psychische Leiden nicht anders als auf körperliche. Das kann sich über Magengeschwüre bis hin zu ständigen Depressionen manifestieren.
Deshalb finde ich es auch so gut von Dir, daß Du Dich nicht Deinem Schicksal ergibst und die Energie aufbringst da gegenanzugehen und etwas für Dich zu tun.
Ich drück Dir die Daumen, daß alles so klappt, wie Du es Dir vorgestellt hast. Kannst ja mal berichten, wie es Dir ergangen ist und wie Dein Hausarzt die Sache sieht. Ich hoffe er ist dem gegenüber aufgeschlossen. Wenn nicht, geh zu einem anderen Arzt. Lass nicht locker, ist zu wichtig für Dich. Doch was wollen wir da spekulieren. Pack es im neuen Jahr einfach an.
Toi, toi, toi
Gerhard