Verzeihen - was kann, was sollte man verzeihen?

Hi,

total vergrippt, möchte ich dennoch die für mich interessante Frage Euch stellen: Könnt Ihr alles verzeihen? Sollte man alles verzeihen?

Dabei denke ich nicht mal so sehr an den 11. September oder andere verheerende Dinge wie am 6.8.45 Hiroschima und am 9.8. Nigasaki und viele andere schreckliche Tragödien. Viel Leid wird über Menschen gebracht, die man nicht mal kennt, nicht nur über einzelne Menschen, teils werden ganze Familien und mehrere Generationen auf einmal ausgelöscht.

Ich denke dabei viel eher an all die Dinge die tagtäglich passieren, z.B. heute hörte ich in den Nachrichten von dem 19jährigen der dieses Kind in einer Schule vergewaltigt hatte und nun noch eine Gastwirtin. Je nachdem wie alt man bei solch einem Erlebnis ist, wie die eigene Natur ist, kann man mit solchen Dingen doch teils lebenslange Einschränkungen erleben.

Wie ist es, wenn man durch einen betrunkenen Autofahrer sein Kind verliert?

Wie ist es, verliert man durch Kollegen den Job, die Wohnung und landet auf der Straße?

Wie ist es, wenn das sogar in der Familie passiert?

Was wenn Eltern ihren Kindern alles überschreiben, diese dann die Eltern rausschmeißen und in ein Heim einweisen lassen und dann nicht mal mehr sie besuchen.

Was wenn umgekehrt, Eltern ihren Kindern Gewalt antun? Nicht nur sexuelle Gewalt kann sehr entwicklungshemmend wirken.

Sicherlich, die Eltern sahen für sich oft auch keine andere Wahl. Dennoch…

Was verzeiht Ihr? Wieviel könnt’ Ihr verzeihen?

Und darüberhinaus, was wenn man mit Menschen die einen so tief verletzt haben, eines Tages wieder zusammen kommt, ist nich die Gefahr groß, daß das Zufügen von Leid sich wiederholt?

Sicher, wo kein Opfer, da kein Täter.

Zwei Fragen stellen sich mir: die Frage nach dem Verzeihen grundsätzlich. Und wie sehr kann man offen bei Menschen sein, die einen zutiefst verletzt haben, wie sehr kann man hier (gerade wenn es um Freunde und Familie geht) einen verbindlichen und nahen Kontakt entwickeln? Und würde dies überhaupt einen Sinn machen?

Ciao,
Romana

Hallo Romana,

ich denke, dass man weder alles verzeihen, noch dass man nichts oder nur bestimmte Dinge verzeihen sollte. Eine solche, für mich etwas kategorisch klingende Herangehensweise bringt nichts. Verzeihung ist etwas, das man empfindet. Und genau danach sollte man sich richten. Ich sage zu mir: A: Verzeihe niemals etwas, wenn du es nicht auch so empfindest. Was nützt es dir, wenn du nach außen großherzig verzeihst, aber deinen inneren Frieden nicht findest? Dass bestimmte Menschen auch dem Mörder ihrer Angehörigen oder jemandem, der sie selbst auf die schlimmste Art und Weise geschädigt hat, verzeihen, ja sogar Kontakt mit der Person aufnehmen möchten, kann ich auch verstehen. Solange es aufrichtig ist und tatsächlich so empfunden wird, finde ich es o.k., wenn auch nur schwer nachvollziehbar. Also dann auch: B: Verzeihe offensiv grundsätzlich alles, was deine inneren Grenzen nicht überschreitet. Wo diese Grenzen liegen, muss jeder für sich entscheiden. Damit fahre ich, glaube ich, ganz gut. Dabei schließe ich Meinungsänderungen keineswegs aus. Meine Denkweise ist dynamisch, ein späteres Verzeihen einer zunächst nicht verziehenen Sache (und umgekehrt) lasse ich mir also offen. Dabei spielt ganz maßgeblich der Umstand eine Rolle, ob mich jemand um Verzeihung bittet oder nicht. Wenn jemand es nicht für nötig hält, mir seine Reue zum Ausdruck zu bringen, halte ich es auch nicht für nötig, mir über Verzeihen oder nicht-Verzeihen große Gedanken zu machen. Empfinde ich aber die mir entgegengebrachte Reumütigkeit als aufrichtig, werde ich auch in „schwereren“ Fällen eventuell verzeihen können.

Was z.B. den Tod eines Angehörigen durch einen betrunkenen Autofahrer angeht, so kann ich nur für mich sagen, dass mir Verzeihung wahrscheinlich sehr schwer fallen würde, bzw. dass es mir ziemlich sicher unmöglich wäre. Eine wirkliche Entscheidung könnte ich jedoch nur treffen, wenn ich den „Täter“ näher kennen würde. Ansonsten bliebe ich bei „Daumen runter“. Das ist aber gerade der springende Punkt: Menschen, die vielleicht eine besondere soziale Einstellung haben, werden sich tatsächlich die Mühe machen, den „Täter“ näher kennenzulernen, Hintergründe, Motivationen oder einfach den Charakter zu ergründen. Wie schon gesagt, das ist für mich schwer nachvollziehbar; es ist nur ein möglicher Erklärungsversuch von vielen.

Mein Fazit: es gibt keine Verzeihungsformel, sondern man tut es oder nicht.

Gruß
Huttatta

Hallo,

zunächst - keins Deiner Bsp. würde ich als Betroffener

ungeandet durchgehen lassen. Was ich verzeihe oder nicht
und wie ich ggf. vergelte ist eine völlig individuelle Sache
(s.h. auch vorheriges Posting) und definiert sich durch den
Schmerz, der mir die Tat zubereitet hat und einer
„Kosten/Nutzen“ Abschätzung einer möglichen Vergeltung (wobei
der „Nutzen“ i.allg. nur meine niederen Instinkte befriedigen
wird).
Ich halte es auch falsch generell zu verzeihen. Menschliches
Miteinander ist zu einen erheblichen Teil auch ein
Kräftemessen, der weniger Rücksichtslose hat das Nachsehen.
Es ist daher wichtig eine klare Linie zu verfolgen und wenn
es sein muß Konflikte auch auszuleben.

Gruss
Enno

Hallo Romana,

erstmal gute Besserung. Und dann eine „Aus dem Bauch raus-
Antwort“:
Wer alles verzeiht, ist meines Erachtens krank. Völlig
meinungs- und einordnungslos.
Man kann versuchen, mit den Dingen zu leben, aber sollte
niemals der Versuchung nachgeben, es sich so einfach zu
machen, alles zu verzeihen. Es gibt Dinge, die man einfach
nicht verzeihen darf.
Es ist auch ein völlig falsches Bild zu glauben, wer alles ver-
zeiht, sei ein besserer Mensch. Im Gegenteil, finde ich. So jemand ist ein „nichtssagender“ Mensch.

LG
d.

Hi,
kann natürlich auch keine generelle Antwort geben. Möchte aber sagen, dass Hass, Wut etc. Nahrung für den Schmerz sind. Manchmal ist es wichtig zu verzeihen um den eigenen Frieden wieder zu finden. Ich halte es aber für besser sich von Menschen die einen wirklich tief verletzt haben, fernzuhalten. Ich könnte und wollte keinen nahen Kontakt mehr aufbauen, ich verhalte mich diesen Menschen gegenüber neutral, suche weder ihre Nähe noch weiche ich aus. Aber es kommt natürlich immer auf den jeweiligen Fall an.

Alles Liebe
whitecat

Hi Romana,

total vergrippt, möchte ich dennoch die für mich interessante
Frage Euch stellen: Könnt Ihr alles verzeihen? Sollte man
alles verzeihen?

Erst einmal *GUTE BESSERUNG*

Ich denke dabei viel eher an all die Dinge die tagtäglich
passieren, z.B. heute hörte ich in den Nachrichten von dem
19jährigen der dieses Kind in einer Schule vergewaltigt hatte
und nun noch eine Gastwirtin. Je nachdem wie alt man bei solch
einem Erlebnis ist, wie die eigene Natur ist, kann man mit
solchen Dingen doch teils lebenslange Einschränkungen erleben.

Ja, das stimmt, die Opfer werden das Geschehen oft ein Leben lang nicht los! Hier ist allerdings zu prüfen, ob der Täter nicht selbst Opfer war und aus einer nicht aufgearbeiteten Geschichte heraus handelte…eben, welchen Beweggrund hatte er?
Ich heiße nicht gut, was da so täglich passiert. Allerdings wäre zu prüfen, warum es passiert!
Ich glaube nicht, daß es gut sein kann, von vornherein zu *verurteilen*, es scheint nur erst mal leichter. Zu verzeihen bedeutet zu verstehen und dies setzt voraus, sich mit der *ganzen Geschichte* auseinander zu setzen! Dies ist dann vielleicht erst mal unbequem und es kann dadurch passieren, daß wahrhaftig verziehen wird und das nimmt dann erst mal nicht den Schmerz über den möglichen Verlust.
Zu verurteilen heißt doch nichts anderes als den Abwehrmechanismus einzusetzen also, daß Problem- den Schmerz von sich zu schieben. Nur bekommt so niemand seinen Frieden wieder. Ständig mit negativen Gefühlen wie Hass herum zu laufen blockiert doch auf Dauer die positive Gefühlswahrnehmung…und wie schnell wird dann widerum aus dem Opfer der Täter?

Verzeihen ist wahrlich schwerer als zu verurteilen!

Bitte mal hineinversetzen!

Wie ist es, wenn man durch einen betrunkenen Autofahrer sein
Kind verliert?

Wäre ich der Autofahrer, wurde ich mich selbst töten, weil ich mir selbst nicht verzeihen könnte…
Kann mich ein anderer härter verurteilen?

Wie ist es, verliert man durch Kollegen den Job, die Wohnung
und landet auf der Straße?

Die Frage ist doch, welche Existenzängste die Kollegen haben…ich würde es für mich als Neubeginn annehmen…

Wie ist es, wenn das sogar in der Familie passiert?

Was in der Familie passiert?

Was wenn Eltern ihren Kindern alles überschreiben, diese dann
die Eltern rausschmeißen und in ein Heim einweisen lassen und
dann nicht mal mehr sie besuchen.

Als sehr naher Beobachter kann ich Dir versichern, daß den Eltern dadurch die Möglichkeit gegeben wird, über ihr Verhalten den Kindern gegenüber nachzudenken.
Bezieht sich der Wechsel ins Heim auf eine Krankheit der Eltern, mit denen die Kinder nicht klar kommen…wer will es verdenken?

Was wenn umgekehrt, Eltern ihren Kindern Gewalt antun? Nicht
nur sexuelle Gewalt kann sehr entwicklungshemmend wirken.

Wie oben schon…warum tun sie es!

Sicherlich, die Eltern sahen für sich oft auch keine andere
Wahl. Dennoch…

Eben, oft selbst Opfer…

Was verzeiht Ihr? Wieviel könnt’ Ihr verzeihen?

Alles…was ich verstehen und begreifen kann, daß heißt noch lange nicht, daß ich etwas gut heiße!

Und darüberhinaus, was wenn man mit Menschen die einen so tief
verletzt haben, eines Tages wieder zusammen kommt, ist nich
die Gefahr groß, daß das Zufügen von Leid sich wiederholt?

Ein Verzeihen ist meist damit verbunden, den anderen in Frieden gehen zu lassen…daß zählt naturlich auch für die eigene Person…

Sicher, wo kein Opfer, da kein Täter.

und wo kein Täter, da kein Opfer!

Zwei Fragen stellen sich mir: die Frage nach dem Verzeihen
grundsätzlich. Und wie sehr kann man offen bei Menschen
sein, die einen zutiefst verletzt haben, wie sehr kann man
hier (gerade wenn es um Freunde und Familie geht) einen
verbindlichen und nahen Kontakt entwickeln? Und würde
dies überhaupt einen Sinn machen?

Alles was zutiefst wahrhaftig gemeint ist macht Sinn. Eine generelle Antwort gibt es aber nicht.
Es ist halt notwendig nach den Beweggründen zu fragen und in sich zu hörchen…es ist ja auch möglich, selbst verletzt zu haben, ohne daß es bewußt geworden ist…
Und ein floskelhaftes *verzeih mir*- *ich verzeih Dir*, wäre schon die erste Unwahrheit, die sich auf die weitere Verbindung auswirken muß!

Ich hoffe, Dir damit eine hilfreiche Sicht geben zu können,
lieben Gruß,
Fionny

Hallo Romana,

zuerst „Gute Besserung“ und dann auch gleich direkt meine Antwort auf Deine Fragen.

Wie ist es, wenn man durch einen betrunkenen Autofahrer sein
Kind verliert?

DAS könnte ich dem Autofahrer NIEMALS verzeihen. Das wäre eine Situation, die mich innerlich auffressen würde und an der ich zu Grunde gehen würde.
Würde durch mich ein Kind zu Tode kommen, würde ich mir das niemals verzeihen und ich könnte sehr gut verstehen, dass mir das auch kein Mensch verzeihen könnte, weil wie gesagt, ich das auch niemals verzeihen könnte.

Wie ist es, verliert man durch Kollegen den Job, die Wohnung
und landet auf der Straße?

Ich würde sicher Groll gegen den Kollegen/die Kollegen hegen, verzeihen würde ich, vergessen aber sicher nicht. Ich würde versuchen, die Angelegenheit so schnell wie möglich zu klären und dann ohne ein weiteres Wort dem/den Kollegen den Rücken kehren. Damit wäre die Angelegenheit für mich gegessen.

Wie ist es, wenn das sogar in der Familie passiert?

Bei meiner Familie sähe das schon ganz anders aus. Ich würde hier zwar auch versuchen, die Angelegenheit so schnell wie möglich zu klären, allerdings würde ich es meiner Familie nicht verzeihen können. Familie bedeutet für mich Vertrauen, Sicherheit, Geborgenheit, Ehrlichkeit, u.s.w. und wenn meine Familie mich derart hintergehen würde, wäre ich bis ins Innerste schockiert. Das wäre nicht mehr zu reparieren!

Was wenn Eltern ihren Kindern alles überschreiben, diese dann
die Eltern rausschmeißen und in ein Heim einweisen lassen und
dann nicht mal mehr sie besuchen.

Diese Frage kann ich leiden nicht beantworten, da für mich so ein Verhalten nie in Frage käme. Allerdings kenne ich solche Fälle, möchte mir darüber jedoch kein Urteil oder eine Meinung anmaßen.

Was wenn umgekehrt, Eltern ihren Kindern Gewalt antun? Nicht
nur sexuelle Gewalt kann sehr entwicklungshemmend wirken.

Eltern sind nur Menschen und Menschen können Fehler machen. Ich habe als Kind einiges an Gewalt durch meine Eltern erfahren müssen.
Ich bin an jedem Stückchen Gewalt gewachsen, auch wenn es seltsam klingt.
Als Kind habe ich meine Eltern für vieles gehasst, heute habe ich ein gutes Verhältnis zu Ihnen. Ich denke, ich habe ihnen verziehen, zumindest trage ich ihnen nichts nach.

Sicherlich, die Eltern sahen für sich oft auch keine andere
Wahl. Dennoch…

Halt! Was Gewalt anbelangt, hat man immer eine Wahl! Man wird nicht gezwungen, seinem Kind, einem anderen Menschen oder einem Tier Gewalt anzutun!
Als Aussenstehende würde ich hier nicht von Verzeihen sondern eher von Verständnis reden. Und hier gilt für mich immer die Regel: ich kann vieles verstehen und nachvollziehen, aber ich muss nicht für alles Verständnis aufbringen!

Was verzeiht Ihr? Wieviel könnt’ Ihr verzeihen?

Ich persönlich verzeihe sehr viel und bis auf drei ganz harte Standpunkte (bei denen ich niemals verzeihen würde), verzeihe ich alles. Bei vielem kommt mir eigentlich nie der Gedanke, dass ich etwas verzeihen müsste, vielmehr übergehe ich solche Situationen, denn es könnte schlimmeres geben.

Und darüberhinaus, was wenn man mit Menschen die einen so tief
verletzt haben, eines Tages wieder zusammen kommt, ist nich
die Gefahr groß, daß das Zufügen von Leid sich wiederholt?

Ich glaube kaum, dass ich Menschen, die mich bis ins Innerste verletzt haben, wieder in meine Nähe lasse. Habe ich einem Menschen einmal den Rücken gekehrt, dann gibt es für mich kein zurück mehr.
Es macht für mich keinen Sinn, mich der „Gefahr“ einer Wiederholung auszusetzen. Ich hätte in dessen Gegenwart immer ein ungutes Gefühl und wäre ausserdem sehr-sehr misstrauisch!

Liebe Grüße

Userine

Hallo Romana,

nun kreise ich schon zum dritten Mal um dein Posting, habe Lust, etwas dazu zu schreiben, und weiß immer noch nicht genau, wie ich es formulieren soll.

Auch, wenn es etwas „pathetisch“ klingen mag: Ich halte die Fähigkeit, vergeben und verzeihen zu können, für wichtig, um den eigenen inneren Frieden wiederzufinden und eigene durch „böse Taten“ erlittene seelische Wunden zu heilen. Wer innerlich nicht irgendwann loslassen kann, läuft Gefahr, an „Täter und Tat“ gebunden zu bleiben, ihnen große Macht über sich selbst zu geben und sich immer und immer wieder selbst zu schaden.

Andere haben dazu allerdings schon bessere Worte gefunden als ich, deswegen hier ein paar Zitate von Reinhard Tausch (emer. Prof. für Psychologie):

„Ich habe immer wieder in Gruppengesprächen erlebt, daß Menschen Jahre, ja ihr Leben lang nicht verzeihen können. Sie selbst tragen schwer an den seelischen Wunden, die ihnen ihrem Erleben nach zugefügt worden sind. Diese Wunden heilen nicht, weil der Haß immer wieder in ihnen aufflammt. Ich denke, es ist wichtig, auch die kleinen Verletzungen des Alltags zu verzeihen, damit wir innerlich heil bleiben; denn wenn wir immer Vorbehalte oder Vorurteile gegenüber einem anderen haben, reduzieren wir uns selbst, engen uns ein. Wir vergeben die Chance, uns mit anderen und mit uns selbst auszusöhnen.“

Verzeihung ist kein Freibrief:
„Manche meinen, daß sie dem anderen wehrlos ausgeliefert wären, wenn sie ihm vergeben würden, daß sich das verletzende Verhalten wiederholen könnte. Dabei ist es durchaus möglich, dem anderen zu vergeben, ihn jedoch über die zukünftigen Grenzen und nachteiligen Konsequenzen bei einer Wiederholung seines Verhaltens zu informieren. Vergeben braucht nicht zu bedeuten, daß der andere einen Freibrief hat, sein beeinträchtigendes Verhalten zu wiederholen.“

Wo liegt der Sinn von Vergebung?
„Die Fähigkeit des Vergebens in uns zu fördern, wäre seelisch sehr heilsam. Wir könnten uns mehr von Bitterkeit, anklagenden Vorwürfen oder Schuldgefühlen befreien, wir könnten besser schwere seelische Verletzungen und Kränkungen bewältigen. Und: Wir könnten anderen Menschen mehr seelische Entlastung ermöglichen.“

Der gesamte Artikel von Tausch findet sich hier: http://www.wuerzburg.de/emk-wue/doku/verzeihen-wohlt…

Wen’s interessiert, hier noch ein paar andere Links zum Thema:
http://www.wdr.de/radio/wdr2/westzeit/psychologie991…
http://www.logotherapie-mainz.de/download/verzeihen.pdf
http://www.brigitte.de/gesellschaft/psychologie/leic…
http://www.blume-matzke.de/Erfolgstipps/Groll/groll…
http://www.psychotherapie.de/report/2000/04/00042502…

Schönen Gruß,
Christiane

Hallo Userine,

Ich glaube kaum, dass ich Menschen, die mich bis ins Innerste
verletzt haben, wieder in meine Nähe lasse. Habe ich einem
Menschen einmal den Rücken gekehrt, dann gibt es für mich kein
zurück mehr.

Gilt das bei Dir auch für Familie? Für Eltern, Kinder?

Es macht für mich keinen Sinn, mich der „Gefahr“ einer
Wiederholung auszusetzen.

Sehe ich prinzipiell auch so.

Ich hätte in dessen Gegenwart immer
ein ungutes Gefühl und wäre ausserdem sehr-sehr misstrauisch!

Bleibt nicht auch ein ungutes Gefühl, wenn man den Kontakt zur Familie (bzw. einem Teil davon) ganz abbricht? Bei Fremden oder sogar Freunden sehe ich die Sache genau wie Du.
Schöne Grüße
Sabine

Hallo Sabine,

Gilt das bei Dir auch für Familie? Für Eltern, Kinder?

Bei meiner Familie gilt das (ich habe jemanden in meiner Familie, zu dem ich jeglichen Kontakt abgebrochen habe), ebenso wie für meine Eltern.
Bei meinen Kindern möchte ich beinahe sagen, dass ich es da nicht fertig bringen könnte. Aber mit Sicherheit würde ich mehr Distanz aufbauen, je nach dem, was vorgefallen sein könnte.

Bleibt nicht auch ein ungutes Gefühl, wenn man den Kontakt zur
Familie (bzw. einem Teil davon) ganz abbricht? Bei Fremden
oder sogar Freunden sehe ich die Sache genau wie Du.

Zuerst ist es mehr eine Art Beklemmung. Aber im Laufe der Jahre wird es Gewohnheit und die betreffende Person gerät immer mehr in Vergessenheit (so zumindest bei mir).

Liebe Grüße

Userine

Hi Userine und die anderen,

momentan ist mir nicht so nach schreiben. Natürlich gibt es keine Pauschalantworten oder -lösungen, z.B. bei Türe vor der Nase zuschlagen eine Wochen nicht ansehen, bei Mobbing am Arbeitsplatz Kontaktabbruch für 2 Jahre usw. usf.

Ich wollte nicht konkret werden. Ich kann eine Lösung nur in mir selbst finden, wollte jedoch eine mögliche Orientierungshilfe im Aussen finden.

Danke Euch,
Romana

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