morgen kommt mein Chef zum Kaffeetrinken, und will uns verklickern, dass er alle freiwilligen sozialen Leistungen absofort streichen will.
Bevor ich meinen Nebenjob angefangen habe, erfuhr ich, dass der Monatslohn niedriger als üblich sein wird, aber dafür waren die sozialen Leistungen respektabel, darum habe ich angenommen. Ich fühle mich im Team wohl, die Arbeit ist schaffbar, so dass ich ganz zufrieden bin.
Nun habe ich dies erfahren, was bedeutet, dass uns nur noch der miese Lohn übrig bleibt. Die Abteilungsleiterin zuckte mit den Schultern, wir hätten nicht viel Spielraum um unseren Geldgeber unter Druck zu setzen, weil es einige Interessanten an unserem Arbeitsplatz gäbe. Ich erzählte ihr, dass die bleibenden Konditionen unter dem üblichen Level sei, und im Falle dass wir Nachfolger suchen müßten, unser Arbeitsplatz bestenfalls für interne Interessenten in Frage kommen. Ja, dass soll ich beim Kaffee-Treffen ruhig dem Chef sagen, das ist ein gutes Argument.
Heute erfuhr ich von einer Kollegin, die schon einige Monate länger als ich dabei ist, dass die Damen gerne mit dem Chef flirten oder besser sich beflirten lassen. Es kann mir also passieren, dass ich als böser Wolf für die Forderungen vorgeschoben werde, aber im Härtefall keine Rückendeckung bekäme.
Schlechte Karten für mich. Soll ich dem Chef was sagen oder nicht. Übrigens Rollenspiele - in diese Rolle bin ich schon öfters gerutscht, und habe im Laufe der Zeit mir immer weniger die Finger bzw. die Zunge verbrannt. Und leider habe ich mich nie durchgesetzt.
Das sind doch Machtspiele, oder?
Wie mache ich es richtig?
passieren, dass ich als böser Wolf für die Forderungen
vorgeschoben werde, aber im Härtefall keine Rückendeckung
bekäme.
Schlechte Karten für mich. Soll ich dem Chef was sagen oder
nicht.
Ich kann aus meiner bisherigen beruflichen Erfahrung nur eines sagen: Gehaltsforderungen sollten immer unter vier Augen zwischen einer Angestellten und der Geschäftgsleitung geführt werden.
Dich in großer Runde hinzustellen und Verbesserungen für alle zu fordern bringt nicht das geringste. Was erhoffst du dir davon ? Ich denke, die Geschäftsleitung weiss, dass die Angestellten über die Streichung der Sozialleistungen nicht glücklich sein werden und wie die Gehälter im Branchenvergleich aussehen, wird sie auch wissen. Insofern machst du dich da höchstens zum Hampelmann.
Wenn überhaupt wäre das die Sache einer „offiziellen“ Arbeitnehmervertretung, falls ihr eine habt.
machs richtig
Hi Claudia,
den Inhalt Deines Postings hätte ich eher bei „Arbeit und Beruf“ oder so erwartet, aber was solls. Dein Vorgesetzter möchte die gelöste Atmosphäre einer Kaffeerunde nutzen, um unter Gruppenzwang Zustimmung zu seinen Vorstellungen zu erhalten. Sofern ihr eine betriebliche Interessenvertretung habt oder aber gewerkschaftliche Vertrauensleute odgl., sollten diese über die Veranstaltung informiert sein und ihrerseits vorab in geeigneter Weise Kontakt mit dem Arbeitgeber aufnehmen.
Habt ihr sowas im Betrieb nicht, ist jede® sich selbst der oder die nächste: Hör dir an, was der Chef zu sagen hat und laß dich nicht zu voreiligen Zustimmungen/Ablehnungen hinreißen. Sag, dass du nicht vorbereitet bist auf das Thema (sofern er es nicht ausdrücklich angekündigt hat), dass du Bedenkzeit brauchst, dass du dich beraten (lassen) willst …
Durchkreuze den Plan deines Chefs, in gemütlicher Runde alle einzuseifen und sofort kollektive Zustimmung zu erhalten, aber stelle dich nicht öffentlich in die erste Reihe (vor bzw. für die anderen): Du würdest den Zorn der Geschäftsleitung (und ggf. der Kollegen) auf dich lenken und für dich nichts davon haben.
Gehalt ist ein Bestandteil des Vertrags
Hallo pendragon,
da gebe ich Dir absolut Recht. Gehaltsverhandlungen sind eine Sache zwischen den jeweiligen Vertragspartnern.
Auf die Idee bin ich allerdings auch erst heute während der Kaffeesitzung gekommen.
Unser Chef hat seine Sache gut gemacht (trotz Frauenüberschuß keine seichten, unsachlichen Sprüche), ich habe die Situation aufgrund von Hören-Sagen und Gerüchten falsch eingeschätzt, und wegen sowas auch noch schlecht geschlafen.
Mir fiel es nur als Neuling schwer einzuschätzen, ab wann ich als Individuum und ab wann ich als Teil eines Teams reagieren soll.
den Inhalt Deines Postings hätte ich eher bei „Arbeit und
Beruf“ oder so erwartet,
zu meinen Fragen habe ich nicht auf Denkanstöße aus der arbeitsrechtlichen Sicht erhofft, eher aus der Sparte zwischenmenschliche Beziehungen.
Durchkreuze den Plan deines Chefs, in gemütlicher Runde alle
einzuseifen und sofort kollektive Zustimmung zu erhalten, aber
stelle dich nicht öffentlich in die erste Reihe (vor bzw. für
die anderen): Du würdest den Zorn der Geschäftsleitung (und
ggf. der Kollegen) auf dich lenken und für dich nichts davon
haben.
Das Kaffeetreffen war in ruhiger und gemütlicher Runde verlaufen. Und somit hätte ich falsch gehandelt zu den Aussagen unseres Chefs Gegenwind zu erzeugen.(wie von Dir gut erkannt!)
Ich habe mich einfach in alles hineingefügt. Worüber ich sehr froh bin, ist dass meine Kolleginnen keine Schau abgezogen haben, wie befürchtet. Wie gesagt, es verlief alles sehr sachlich und freundlich.
Doch wenn ich an die Teams denke, in denen ich schon gearbeitet habe, an all die schlechten Erfahrungen mit Tratsch, Maulheldentum, Hinterhältigkeiten, Schöntun und unterschwelligem Schlechtreden…, dann weiß ich, warum ich mit Magendrücken und Vorurteilen da hingegangen bin.
Doch so war es diesmal Gott-sei-Dank nicht.
Und was auch immer ich aushandeln will, ist dann meine Sache.
vielen Dank für Deine Antwort.
herzliche Grüße
Claudia