Hallo,
was in der Festnetztelefonie längst möglich ist, scheint aus der guten
alten Telefonzelle [wohlgemerkt der T-Com, da es ja mittlerweile auch hier mehrere Betreiber gibt] ein schwieriges Unterfangen zu sein.
So viel habe ich bislang rausgekriegt:
Theoretisch soll es wohl möglich sein; allerdings habe ich für innerdeutsche Verbindungen nur ein Unternehmen ausfindig gemacht [01058 allerdings über den Umweg einer 0180 Nummer, d.h die Nummer lautet dann 01801058].
Was ich bislang jedoch nicht in Erfahrung bringen konnte - und dies ist für mich von eigentlichem Interesse:
Gibt es Anbieter für call-by-call Telefonie [klassisch über 010er Nummern, gerne auch über 0180 oder 0800 Sonderrufnummern] aus der Telefonzelle ins Ausland ?
Thx
Hallo,
die T-Com wird mit Sicherheit kein Interesse daran haben, die Telefonzellen zu finanzieren, und dann die Einnahmen aus den Gesprächen der Konkurrenz zukommen zu lassen.
Gibt es Anbieter für call-by-call Telefonie [klassisch über
010er Nummern, gerne auch über 0180 oder 0800
Sonderrufnummern] aus der Telefonzelle ins Ausland ?
Selbst bei eigentlich kostenlosen 0800er Einwahlen, z.B. zu einem Anbieter der Call-Through ermöglicht, verlangt die T-Com eine Gebühr. Jedenfalls aus der Telefonzelle. Auch CallBack wurde unterbunden, in Deutschland ist keine Telefonzelle mehr anrufbar.
Gruß,
Klaus
Hallo Klaus,
interessante Ansicht…
Fakt ist: dass die Telekom zwar Ihre Telefonzellen unterhält und betreibt, aber genau wie in der Festnetztelefonie auch hier eine beherrschende Marktposition besitzt, die keiner lokalen Begrenzung unterliegt.
Theoretisch, ist dies der gleiche Erklärungsgrundsatz wie bei der Festnetzsparte, wo eben auch die freie Wahl des Gesprächsanbieters [call-by-call] aufgrund der monopolistischen Stellung der Telekom zum Tragen kommt.
Eine Ausnahme wären Telefonzellenbetreiber, die unabhängig vom Versorgungsnetz der T-Com sind und Ihre Anlagen bspw. über Funk- oder Satellitentechnik betreiben. Keine Ahnung ob es sowas in Deutschland gibt.
…und was die Kosten der Telekom betrifft:
Die Telekom kann gerne einen Aufschlag verlangen [was sie ja eh, auch für Gespräche in ihrem eigenen Netz tut. Betrachte hierzu einfach mal die diesbezügliche Tarifierung von T-Com für Telefonate aus Telefonzellen].
Nachfolgend ein einfaches Rechenbeispiel:
Auslandsanruf über T-Com Telefonzelle bspw. 67 Ct. / Min.
oder alternativ
Auslandsanruf über call-by-call bspw. 1,56 Ct. / Min.
zzgl. 6 Ct /Min. Durchleitungsgebühr oder Verbindungszuschlag zum
Fremdanbieter seitens des T-Com Telefonzellenbetreibers [oder nenne es wie Du willst].
Ergo:
- Ich spare etwa 50 Cent pro Minute
- Die Telekom verdient an mir 6 Cent pro Minute [die sie dann gerne
für den Unterhalt Ihrer Telefonzellen verwenden kann].
Zu theoretisch ?
Zu weit hergeholt ?
Unrealistisch ?
Vielleicht, aber ökonomisch kann man sich durchaus über Sinn oder Unsinn streiten. Politisch [siehe Entscheidungen der Bundesnetzagentur] allemal…
Ich denke ich frage einfach bei der Bundenetzagentur an,
mal schauen was die dazu sagen.
Schönen Gruß
Ich denke ich frage einfach bei der Bundenetzagentur an,
mal schauen was die dazu sagen.
…und habe - für alle die es interessiert - folgende Antwort erhalten:
Verbraucherservice der Bundesnetzagentur
Sehr geehrter Herr …,
vielen Dank für Ihre E-Mail, mit der Sie beklagen, dass Verbindungen :zu bestimmten Anbietern und Servicerufnummern von öffentlichen :Telefonstellen der Deutschen Telekom AG nicht möglich sind.
Gestatten Sie bitte, dass ich Ihnen zunächst einige aktuelle :Informationen zum Bereitstellen öffentlicher Telefonstellen gebe:
Auch nach Aufhebung des Telefondienstmonopols der Deutschen Telekom :AG am 01.01.98 ist das Bereitstellen öffentlicher Münz- und :Kartentelefone gemäß § 78 Abs. 2 Tz. 4 TKG weiterhin als unabdingbare :Grundversorgung festgelegt und nach § 150 Abs. 9 TKG von der
eutschen Telekom AG in der bisherigen Form flächendeckend zu :erbringen. Diese flächendeckende Bereitstellung von öffentlichen :Münz- und Kartentelefonen muss an allgemeinen und jederzeit für :jedermann zugänglichen Standorten entsprechend dem allgemeinen Bedarf :erfolgen. Unabhängig davon ist das Bereitstellen öffentlicher :Telefonstellen eine Dienstleistung, die im Zuge der Liberalisierung :des deutschen Telekommunikationsmarktes bereits heute von etwa 20 :Telekommunikationsunternehmen im Wettbewerb angeboten wird. Dies :geschieht von anderen Anbietern als der Deutschen Telekom AG bisher :vorwiegend nur an ca. 2000 besonders exponierten und ertragreichen :Standorten.
Bedingt durch den sich rasant entwickelnden Markt für :Mobilfunktelefonie sowie durch die im ganzen Land erreichte :Vollversorgung mit Telefonanschlüssen des Festnetzes ergibt sich in :jüngster Zeit zunehmend ein völlig verändertes :Telekommunikationsverhalten bei den Nutzern mit extrem geringerer :Nachfrage nach öffentlichen Telefonstellen. Vor allem die sich stark :ausweitende Nutzung von Mobilfunktelefonen stellt ein immer stärker :werdendes Substitut für öffentliche Telefonstellen dar und führt zu :einer sinkenden Rentabilität öffentlicher Telefonstellen. Es gibt :bereits Standorte, die über mehrere Monate nicht mehr genutzt werden.
Ich bitte Sie daher um Verständnis, dass das öffentliche :Telefonstellennetz infolge dieser sich sehr deutlich ändernden :Nachfragesituation für öffentliche Telefonstellen im Interesse :erschwinglicher Preise für alle Nutzer dieser Universaldienstleistung :nachfragegerecht gestaltet und betrieben werden muss.
Der Gesetzgeber hat gleichwohl mit der Verpflichtung zur Erbringung :des Universaldienstes „öffentliche Telefonstellen“ bewusst keinerlei :Auflagen verbunden, die Nutzung dieser Telefone über andere Anbieter :oder für Dienste anderer Anbieter freizugeben.
Ich hoffe, dass ich Ihnen mit meinen Erläuterungen die Sachlage :verständlich darstellen konnte.
Mit freundlichen Grüßen
…
Ob dies letztlich fair oder doch eine Begünstigung der Telekom ist, mag ich abschließend nicht zu beurteilen…
Sei’s drum !