Bewerbungen und deren Qualität

Hallo,

ich muß heute mal einfach meinen persönlichen Frust loslassen,
über die Qualität der Bewerbungen, die bei mir tagtäglich eingehen.
Vielleicht hilft das auch dem ein oder Anderen bei seinen zukünftigen
Bewerbungen ?!

Ich hatte letztes Jahr jeweils eine Stelle zum Informationselektroniker/Fernsehtechniker und zur Bürogehilfin ausgeschrieben. Insgesamt ca. 50 Bewerbungen erreichten mich.
1 Bewerberin hab ich daraufhin eingeladen … der Rest der
Bewerbungen war großer Müll.

Nun steht noch die Einstellung zweier Azubi`s an. Trotz
über 200 Bewerbungen haben es erst zwei bis zum Vorstellungstermin geschafft !!

30 % der Bewerber brachten bei weitem nicht die deutlich geforderten Anforderungen mit, gut das kommt vor. Man kanns ja trotzdem versuchen, doch ich persönlich halte dies für Papierverschwendung. Kein Personalchef stellt jemanden ein, der nicht entsprechend qualifiziert ist.

20 % aller Bewerbungen erreichte mich in einem normalen Fensterbriefumschlag, statt im DIN A4-Umschlag. Aussortiert !

Viele Bewerber ließen einfach Zeugnisse weg … warum die
schlechten zeigen, wenn es gute gibt ?! Weil es ehrlich wäre !!!
Unehrliche Leute stell ich auf jeden Fall nicht ein.

Nächstes Manko: Die deutsche Sprache … schwierige Sprache.
Dabei ist es so einfach, zumindestens die Rechtschreibprüfung
von Word mal durchlaufen zu lassen … oder ?

Oft kopierte Anschreiben, in denen jeweils die Anschrift der entsprechenden Firma, teilweise sogar handschriftlich nachgetragen wurde. Also etwas mehr Mühe muß man sich schon machen, oder ?

Fotos !! Man glaubt gar nicht wieviel Bewerber sich nicht trauen, ihr Foto mitzuschicken. Ohne Foto landet die Bewerbung gar
nicht erst auf meinen Tisch.

Das Beste noch sind Äußerungen im Anschreiben wie …

„ich hab mich über Ihr Unternehmen sehr genau informiert … genau der richtige Beruf für mich … denn auch in meiner Freizeit repariere ich gerne Computer und schreib schon selbst Programme“

So, oder ähnlich steht dies in 90% aller Bewerbungen auf die Azubistellen hin. Warum ich mich darüber aufrege ?? Weil wir
überhaupt keine Computer reparieren !!! Das heißt 90% der Bewerber hat sich noch nicht mal mit den verschiedenen Fachrichtungen dieses
ja recht neuen Berufes befasst, geschweige denn sich über unser
Unternehmen informiert. Wobei es ein Leichtes gewesen wäre, da
in der Stellenausschreibung auch unsere I-Net-Adresse angegeben ist.

Der nächste schickte mir ne Mail nachdem er mir eine Bewerbung
schickte mit folgendem Inhalt
„Hi, wollt mal fragen ob ich den Job nun krieg. Sunstormer.“

Wenn ich nun wüßte wer Sunstormer ist, wäre seine Bewerbung auch
identifizierbar und ich könnte sie gleich aussortieren. Was für`n Glück der Mensch doch hat :wink:

Ich könnte jetzt noch stundenlang weiterreden … auf jeden Fall werden wir dieses Jahr dann wohl doch keine Azubi`s einstellen können. Denn auch da gilt, das gewisse Grundvoraussetzungen erfüllt sein müßten. Und bevor ich den oder die Falsche einstelle, stell ich niemanden ein.

Dabei ist es so einfach mit einer anständigen und durchdachten Bewerbung das Herz des Personalchef`s zu erobern.

Gruss Olli

Mein Browser hat übrigens keine Rechtschreibprüfung … bevor da noch dumme Kommentare kommen :wink:

Hallo Oli,

ich muß heute mal einfach meinen persönlichen Frust loslassen,
über die Qualität der Bewerbungen, die bei mir tagtäglich
eingehen.

Das ist verständlich.
Ich habe andere z.T. Erfahrungen gemacht, liegt aber daran, dass ich Ingenieure / Techniker einstelle (da scheint das Niveau wohl etwas höher zu sein). Als ich in meiner Selbstständigkeit mal Raumausstatter / Bodenleger einstellen mußte, kam bei mir aber der

Ich hatte letztes Jahr jeweils eine Stelle zum
Informationselektroniker/Fernsehtechniker und zur Bürogehilfin
ausgeschrieben. Insgesamt ca. 50 Bewerbungen erreichten mich.
1 Bewerberin hab ich daraufhin eingeladen … der Rest der
Bewerbungen war großer Müll.

Nachdem ich am Anfang auch lauter Absagen erteilt habe, weil ich 100%ige Bewerbungen sehen wollte (wenn man normalerweise Ingenieure einstellt, hat man bei Handwerkern wohl eher etwas überzogene Anforderungen), habe ich mir mal Gedanken darüber gemacht, ob ich von einem Handwerker nun wirklich dieses Niveau fordern kann. Nachdem ich dann beide Augen zugedrückt hatte, konnte ich endlich einen Bewerber einstellen. Die Bewerbung war absolut nicht perfekt, ich konnte mich aber in einem persönlichen Gespräch überzeugen, dass es bei diesem Mann nicht Faulheit, sondern Unkenntnis war. Er war ein sehr guter Bodenleger, Rechnungen durfte man ihn allerdings nicht schreiben lassen…

Nun steht noch die Einstellung zweier Azubi`s an. Trotz
über 200 Bewerbungen haben es erst zwei bis zum
Vorstellungstermin geschafft !!

Jaja, die heutige Jugend :smile:

30 % der Bewerber brachten bei weitem nicht die deutlich
geforderten Anforderungen mit, gut das kommt vor. Man kanns ja
trotzdem versuchen, doch ich persönlich halte dies für
Papierverschwendung. Kein Personalchef stellt jemanden ein,
der nicht entsprechend qualifiziert ist.

Das kommt darauf an, bei welchen Qualifikationen es hapert. Ich stelle z.B. auch Ingenieure ein, deren Fachgebiet ein anderes als das Erforderliche war. Wichtig ist mir nur die Frage: kann ich diesem Bewerber / dieser Bewerberin die nötige Fachkenntnis beibringen (dazu ist eine Lehre z.B. da) oder ist Hopfen und Mals verloren. Ersteres gilt wohl eher bei Fachkenntnissen, letzeres bei der persönlichen Qualifikation.

20 % aller Bewerbungen erreichte mich in einem normalen
Fensterbriefumschlag, statt im DIN A4-Umschlag. Aussortiert !

Diese Maßstäbe würde ich selbstverständlich bei einem Ingenieur ansetzen, bei einem Azubi wäre es zwar ein dicker Minuspunkt, würde aber noch nicht zum Aussortieren führen.

Viele Bewerber ließen einfach Zeugnisse weg … warum die
schlechten zeigen, wenn es gute gibt ?! Weil es ehrlich wäre
!!!
Unehrliche Leute stell ich auf jeden Fall nicht ein.

Hatte ich selbst bei Ingenieuren schon. Beim telefonischen Gespräch zur Einladung habe ich dann gleich erwähnt, dass er / sie Kopien der Zeugnisse mitbringen soll. Die Reaktion zeigt mir, ob da was zu verstecken ist oder ob die Person einfach nur nicht weiss, dass man sie bei Bewerbungen beilegen sollte. Übrigens: es gibt auch die „Kurzbewerbung“, bei der nur Anschreiben und Lebenslauf versendet werden und die allgemein anerkannt ist.

Nächstes Manko: Die deutsche Sprache … schwierige Sprache.
Dabei ist es so einfach, zumindestens die Rechtschreibprüfung
von Word mal durchlaufen zu lassen … oder ?

Ja, da gebe ich Dir recht. Insbesondere bei einer Bürogehilfin. Vielleicht hast Du diesen Job dann aber auch falsch ausgeschrieben. Bei Bürogehilfin stelle ich mir jemanden vor, der z.B. den ganzen Tag nur kopiert. Brauchst Du vielleicht eher eine Kauffrau ?

Oft kopierte Anschreiben, in denen jeweils die Anschrift der
entsprechenden Firma, teilweise sogar handschriftlich
nachgetragen wurde. Also etwas mehr Mühe muß man sich schon
machen, oder ?

Da gebe ich Dir recht.

Fotos !! Man glaubt gar nicht wieviel Bewerber sich nicht
trauen, ihr Foto mitzuschicken. Ohne Foto landet die Bewerbung
gar
nicht erst auf meinen Tisch.

Auch hier wieder: Bei einer Kurzbewerbung noch verständlich, bei einer vollständigen Bewerbung nicht.

„ich hab mich über Ihr Unternehmen sehr genau informiert …
genau der richtige Beruf für mich … denn auch in meiner
Freizeit repariere ich gerne Computer und schreib schon selbst
Programme“

So, oder ähnlich steht dies in 90% aller Bewerbungen auf die
Azubistellen hin. Warum ich mich darüber aufrege ?? Weil wir
überhaupt keine Computer reparieren !!! Das heißt 90% der
Bewerber hat sich noch nicht mal mit den verschiedenen
Fachrichtungen dieses
ja recht neuen Berufes befasst, geschweige denn sich über
unser Unternehmen informiert. Wobei es ein Leichtes gewesen wäre, da
in der Stellenausschreibung auch unsere I-Net-Adresse
angegeben ist.

Oh je…
A Propos: Du hast nirgends angegeben, in welchem Beruf Du ausbildest…

Der nächste schickte mir ne Mail nachdem er mir eine Bewerbung
schickte mit folgendem Inhalt
„Hi, wollt mal fragen ob ich den Job nun krieg. Sunstormer.“

„Voll Krass“

Ich könnte jetzt noch stundenlang weiterreden … auf jeden
Fall werden wir dieses Jahr dann wohl doch keine Azubi`s
einstellen können. Denn auch da gilt, das gewisse
Grundvoraussetzungen erfüllt sein müßten. Und bevor ich den
oder die Falsche einstelle, stell ich niemanden ein.

Verständlich, da bei einem Kleinbetrieb ein Azubi ganz schnell auch zu weiteren (z.B. finanziellen) Problemen führen kann.

Dabei ist es so einfach mit einer anständigen und durchdachten
Bewerbung das Herz des Personalchef`s zu erobern.

Wohl war.

Grüsse

Sven

Tja, ein trauriges Übel! Für viele wahrscheinlich eine Zwangsbewerbung vom Arbeitsamt. Da aber die Kohle von denen sich besser „verdienen“ lässt, sinkt leider bei vielen die Motivation einer anständigen Bewerbung.

Gruß
Falke

Hi Olli,

es sei Dir unbenommen Deinen persönlichen Frust über mangelhafte Bewerbungen auszudrücken, und in manchem, was Du schilderst, kann ich auch nachvollziehen daß man sich wundert welche Vorstellungen manche Menschen von einer Bewerbung haben.

Trotzdem möchte ich auch einmal eine andere Sichtweise beleuchten, die genauso zum deutschen Arbeitsmarkt gehört und die mir bei Deinen Schilderungen durch den Kopf geht.
Ich frage mich nämlich welchen Fehler Du machst wenn von 200 Bewerbungen gerade mal 2 zum Vorstellungstermin langen. Ich frage mich welche Ansprüche Du hast oder wie nötig Du Mitarbeiter suchst wenn Du nur 3 von 250 Bewerbern näher in Augenschein nimmst und am Ende niemanden einstellst…?

Wenn ich mir die üblichen Stellenanzeigen z. B. in Zeitungen ansehe frage ich mich wie abgehoben nicht nur manche, sondern fast alle Unternehmen in Deutschland inzwischen sind - da wird der 20jährige, mit Auslands- und 30jähriger Berufserfahrung gesegnete Allround-Mitarbeiter gesucht und dann wundert man sich später daß kaum Bewerber da sind die die geforderten Bedingungen erfüllen.

Daß viele keine Zeugnisse beilegen - oder wenn, dann nur die guten - finde ich auch sehr nachvollziehbar. Anstatt sich ein Bild davon zu machen ob der Bewerber ins Unternehmen paßt, ob er lernwillig und engagiert erscheint und ob auch einfach „die Chemie stimmt“ wird auf 10 Jahre alten Zeugnissen herumgeritten - dieses Problem ist also „hausgemacht“. Nach dem Prinzip daß jeder erstmal vor seiner eigenen Türe kehren sollte kannst Du ja mal überlegen was Du - oder andere Leute, die über Einstellungen entscheiden - falsch machst daß es zu diesem Trend überhaupt erst gekommen ist.

30 % der Bewerber brachten bei weitem nicht die deutlich
geforderten Anforderungen mit, gut das kommt vor. Man kanns ja
trotzdem versuchen, doch ich persönlich halte dies für
Papierverschwendung. Kein Personalchef stellt jemanden ein,
der nicht entsprechend qualifiziert ist.

20 % aller Bewerbungen erreichte mich in einem normalen
Fensterbriefumschlag, statt im DIN A4-Umschlag. Aussortiert !

Wie gut daß ich mich nicht bei Dir beworben habe… Ich hätte auch ehrlich gesagt keine Lust bei einem Unternehmen zu arbeiten, bei dem nicht meine Lern- und Arbeitsbereitschaft oder mein Engagement, sondern derartige „Äußerlichkeiten“ zählen.
Wie ich schon weiter oben geschrieben habe kannst Du ja so dringend nicht auf Mitarbeiter angewiesen sein wenn unter 250 Bewerbern gerade mal 3 waren die potentiell in Frage gekommen wären und Du am Ende dann doch ganz auf eine Einstellung verzichtet hast.
Selbst wenn man mal die wirklich unverschämten „Bewerbungen“ außen vor läßt kann ich mir nicht vorstellen daß unter den übrigen 150, 200 Bewerben nicht ein einziger war, der sich bei genauerem Hinsehen und Darüber-Hinwegsehen daß die Bewerbung nicht komplett perfekt war (Fensterbriefumschlag…) nicht als geeignet erwiesen hätte.

Viele Bewerber ließen einfach Zeugnisse weg … warum die
schlechten zeigen, wenn es gute gibt ?! Weil es ehrlich wäre
!!!
Unehrliche Leute stell ich auf jeden Fall nicht ein.

Vielleicht ist es nicht Unehrlichkeit, sondern schlichtweg Angst daß man mit Zeugnissen, die einen nicht als Klassenstreber ausweisen, sowieso gleich unten durch ist?

Nächstes Manko: Die deutsche Sprache … schwierige Sprache.
Dabei ist es so einfach, zumindestens die Rechtschreibprüfung
von Word mal durchlaufen zu lassen … oder ?

Da gebe ich Dir allerdings Recht. Solche Bugs darf eine Bewerbung nun wirklich nicht haben.
Nichtsdestotrotz: Dein Text hier hat auch einige Rechtschreibfehler; darunter mehrere, die keine Flüchtigkeitsfehler beim Tippen waren sondern die zeigen daß Du entsprechende Satzzeichen-Regeln nicht kennst. Das ist zwar insofern nicht schlimm als wir hier nicht im Deutschunterricht sind, aber wenn Du Bewerbern Rechtschreibfehler vorwirfst obwohl Du selber durchgängig welche machst, dann kommt mir das ein wenig grotesk vor.

Das Beste noch sind Äußerungen im Anschreiben wie …

„ich hab mich über Ihr Unternehmen sehr genau informiert …
genau der richtige Beruf für mich … denn auch in meiner
Freizeit repariere ich gerne Computer und schreib schon selbst
Programme“

So, oder ähnlich steht dies in 90% aller Bewerbungen auf die
Azubistellen hin. Warum ich mich darüber aufrege ?? Weil wir
überhaupt keine Computer reparieren !!! Das heißt 90% der
Bewerber hat sich noch nicht mal mit den verschiedenen
Fachrichtungen dieses
ja recht neuen Berufes befasst, geschweige denn sich über
unser
Unternehmen informiert. Wobei es ein Leichtes gewesen wäre, da
in der Stellenausschreibung auch unsere I-Net-Adresse
angegeben ist.

Das scheint aber wieder ein Fall von „alles bewußt negativ auslegen“ zu sein. Eine Formulierung wie „Interesse daran Computer zu reparieren“ kann man unter Umständen auch so auslegen daß der Bewerber sein Interesse an der Materie verdeutlichen will. Er kann ja schlecht schreiben daß er schon alles kann was er in Deinem Betrieb erst lernen soll, oder?

Der nächste schickte mir ne Mail nachdem er mir eine Bewerbung
schickte mit folgendem Inhalt
„Hi, wollt mal fragen ob ich den Job nun krieg. Sunstormer.“

So etwas ist natürlich indiskutabel, da gebe ich Dir Recht…

Ich könnte jetzt noch stundenlang weiterreden … auf jeden
Fall werden wir dieses Jahr dann wohl doch keine Azubi`s
einstellen können. Denn auch da gilt, das gewisse
Grundvoraussetzungen erfüllt sein müßten. Und bevor ich den
oder die Falsche einstelle, stell ich niemanden ein.

Vielleicht überlegst Du nochmal und gehst etwas wollwollender an die Bewerbungen heran. Weder Dir noch einem Azubi in spe, der nun doch keine Stelle bekommt, ist damit geholfen wenn man die Kriterien so eng steckt daß am Ende kein Bewerber übrig bleibt und alle durch’s Raster fallen. Willst Du einen vielleicht ansonsten geeigneten Kandidaten nur deswegen aussortieren weil z. B. die Bewerbung in einem Fensterbriefumsschlag steckte? Wenn jemand sich bis auf einen solch kleinen Lapsus als möglicherweise geeignet entpuppt würde ich an Deiner Stelle schauen ob es nicht doch eine Überlegung wert ist denjenigen oder diejenige zum Vorstellungsgespräch einzuladen.
Auch wenn wir davon in Deutschland inzwischen Lichtjahre entfernt sind: ich empfinde es immer noch so daß ein Bewerber auf eine Azubi-Stelle hoffnungsvolle Anlagen und Interesse mitbringen muß, aber nicht unbedingt schon das perfekte Wissen.
Ich vergesse nie die Erzählungen meines Opas, der mit Bewerbern früher einfach zu Mittag gegessen hat. Wer zugelangt hat und es sich hat schmecken lassen war für ihn ein geeigneter Erntehelfer, wer nicht ordentlich gegessen hat erschien nicht geeignet für die Landwirtschaft. Es mag nicht die perfekte Einstellungsuntersuchung gewesen sein, aber zumindest lag das Schwergewicht dabei auf dem persönlichen Eindruck und nicht auf den Formalia.

Dabei ist es so einfach mit einer anständigen und durchdachten
Bewerbung das Herz des Personalchef`s zu erobern.

Komisch, gerade diesen Eindruck habe ich genau nicht…

Mein Browser hat übrigens keine Rechtschreibprüfung … bevor
da noch dumme Kommentare kommen :wink:

„Wasser predigen – Champagner trinken“ - oder wie? Den Hinweis auf eigene Rechtschreibfehler mußt Du dir schon gefallen lassen, auch wenn das hier „nur“ ein Forum und keine Bewerbung ist. Denn wie ich weiter oben ausgeführt habe hast Du nicht nur Tippfehler, sondern auch mehrfach gleiche Satzzeichen-Fehler eingebaut. Wie kann man mit solchen Schwächen eine Firma leiten?

Sei mir nicht böse, aber Deiner Empörung wollte ich eine ebenso emotionale und manchmal vielleicht auch nicht ganz sachliche Antwort entgegensetzen.

Schönen Gruß,

MecFleih

Hallo Mec Fleih,

vieles von dem, was Du geschrieben hast, sehe ich ähnlich.
Aus diesem Grund lade ich jeden Bewerber zu einem persönlichen Gespräch ein. Wenn ich die Menschen nicht erlebe, traue ich mir nicht zu, sie einzuschätzen.
Lustigerweise sind meine Mitarbeiter ( Bereichsleiterinnen, Vorarbeiter, Team-Assistenten, Betriebsleiter, etc.) vor ihrer Anstellung in meiner Firma durchwegs betriebsfremd gewesen.
Ich hätte sicher niemanden von ihnen auf eine schriftliche Bewerbung hin eingestellt.
Ich persönlich traue mir so viel Menschenkenntnis zu, die „Richtigen“ zu erkennen, wenn sie vor mir stehen, nicht aber wenn sie lediglich auf dem Papier stehen.
Rechtschreibfehler kommen vor und zeugen weder von mangelndem Engagement, noch von mangelnder Intelligenz. Könnte ja auch sein, dass der Bewerber so aufgeregt war, weil er den Job unbedingt wollte und sich die Fehler dadurch eingeschlichen haben.

„Wasser predigen – Champagner trinken“ - oder wie? Den Hinweis
auf eigene Rechtschreibfehler mußt Du dir schon gefallen
lassen, auch wenn das hier „nur“ ein Forum und keine Bewerbung
ist. Denn wie ich weiter oben ausgeführt habe hast Du nicht
nur Tippfehler, sondern auch mehrfach gleiche
Satzzeichen-Fehler eingebaut. Wie kann man mit solchen
Schwächen eine Firma leiten?

Hm… man kann:smile:
Auch ich mache Gelegentlich Rechtschreibfehler, auch bei mir schleichen sich sicherlich Satzzeichen-Fehler ein.
Vielleicht sollte man nur Leute einstellen, die Rechtschreibung nicht besser beherrschen wie der Chef, dann fällts nicht auf :smile:)

Liebe Grüsse
Tanja

Hallo.

1 Bewerberin hab ich daraufhin eingeladen … der Rest der
Bewerbungen war großer Müll.

(…)

20 % aller Bewerbungen erreichte mich in einem normalen
Fensterbriefumschlag, statt im DIN A4-Umschlag. Aussortiert !

– Naja, kann man sehen wie man will, aber bei „nur“ 50 Bewerbungen würde ich nicht 10 ungelesen in den Papierkorb werfen, wenn in den anderen 40 nur ein „Treffer“ zu finden ist. Vielleicht waren da ja 9 klasse AN dabei, die eben noch keine Erfahrung beim Bewerbungen-Schreiben haben?

Viele Bewerber ließen einfach Zeugnisse weg … warum die
schlechten zeigen, wenn es gute gibt ?! Weil es ehrlich wäre
!!!

– Naja, kann man sehen, wie man will. Zumindest kann es auch gut sein, daß sie entweder gar kein Zeugnis sich haben ausstellen lassen, derzeit noch beschäftigt sind und aus gutem Grund kein Zwischenzeugnis anfordern, oder aber es gerade noch einklagen, weil Ihr vorheriger AG ein Ar…loch war oder damals gegen ein schlechtes nicht geklagt haben, weil Ihr vorheriger AG ein Ar…loch war.

Unehrliche Leute stell ich auf jeden Fall nicht ein.

– In dubio pro reo. (Ironie an) Warum sollte man die Bewerber auch erst fragen, was der Grund dafür ist, wenn man sie vorher schon diskreditieren kann? Da gebe ich Dir Recht. Das spart Zeit und Zeit ist Geld.(Ironie aus)

auf jeden
Fall werden wir dieses Jahr dann wohl doch keine Azubi`s
einstellen können. Denn auch da gilt, das gewisse
Grundvoraussetzungen erfüllt sein müßten. Und bevor ich den
oder die Falsche einstelle, stell ich niemanden ein.

– Natürlich gestehe ich Dir gerne zu, daß die Bewerbungen (ich krieg ja auch ne Menge :o)) weitesgehend nicht gerade zu Beifallklatschen aufrufen. Aber einfach keinen Azubi einzustellen, ist der falsche Weg. „Bevor ich den Falschen einstelle, stell ich keinen ein.“ ist doch Quatsch. Du hast bei jedem Azubi drei Monate Zeit, ihn zu prüfen. Ich gebe den Leuten doch lieber eine Chance. Entlassen kannst Du sie immer noch. Und ich habe schon ziemlich oft (zu meiner Freude) erleben können, wie sich anfänglich graue Mäuse zu guten AN entwickelt haben. Wenn Du aber niemandem eine Chance gibt sich zu entwickeln, solltest Du die nächsten zehn Jahre keinen Azubi mehr einstellen. Mit der Einstellung, die Du da an den Tag legst, machst Du es Dir zu einfach. Letztendlich reduzierst Du die „Qualität“ der AN auf die Qualität Ihrer Bewerbung. Und Du wirst mir sicherlich zustimmen, daß es genug Leute gibt, die vielleicht nicht so eine Ahnung von dem kalten Aufbau eines Bewerbungsschreibens haben oder Rechtschreibfehler machen, oder oder oder… Meiner Meinung nach hat das aber nichts mit Ihrer Eignung und der Frage, ob sie nicht vielleicht „Pfundskerle“ sind, zu tun. Selbst, wenn das „Material“ nicht perfekt ist, kann man damit arbeiten. Die Aufgabe des Ausbilders ist es ja nicht, „fertige“ AN auszubilden, sondern gerade eben, solche zu „formen“.

Gruß,
LeoLo

Hallo,

genau deshalb lass ich hier ja auch meinen Frust los. Zum einen, damit andere mal sehen, wie Bewerbungen in Augenschein genommen werden, aber auch weil ich Meinungen dazu hören wollte. Es wäre ja dumm, wenn mich deine Kritik nun auf die Palme bringen würde. Ich zieh meine Schlüsse daraus und werde sicherlich über das ein oder andere mal nachdenken müßen.

Gruss
Olli

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Du hast sooooooooo recht …
Hallo,

ich bin genauso gefrustet. Du hast den Nagel zu 100% auf den Kopf getroffen.

Es ist einfach nur grausam…

Aber nicht aufgeben, irgendwann kommt der/die Richtige :smile:

Gruß

Matthias

Unsinn!
Moin Falke :smile:

Ich find diese Antwort ein wenig unqualifiziert. Scheinbar waren einige der ausgeschriebenen Stellen für Azubis. Leider findet in vielen Schulen kein gutes Training für Bewerbungsschreiben statt. Da an allen Ecken das Geld fehlt, werden keine Menschen damit beauftragt, die vielleicht wirklich ein wenig praxisorientierte Ahnung davon haben, sondern Beamte, die in ihrem Leben ein oder zwei Bewerbungen geschrieben haben. Dass die wenig Ahnung davon haben, in welcher Form Bewerbungen geschrieben werden müssen, ist dann ja wohl auch klar.

Zudem „verdienen“ die wenigsten Menschen, die einen Ausbildungsplatz suchen, über das Arbeitsamt besser. Und außerdem - bei den aktuellen Arbeitslosenzahlen - ist das Märchen von den Menschen, die nicht arbeiten wollen, meiner Meinung nach einfach nur überholt.

Ich hab auch in meinem Leben schon so einige Bewerbungen lesen dürfen und kann Ollis Ärger ein bißchen verstehen. Aber die Hinweise der anderen www-ler sind nicht ganz daneben.

Ich glaub, Du hast hier einfach nur ein wenig einfach geurteilt, sorry.

Gruß
Heidrun

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

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Standardbewerbung Belgien/ leichtes Gepäck
Hi Olli,

ohne näher auf deinen Frust eingehen zu wollen, wollte ich nur eine Sache mitteilen.

Die Bewerbung, die du beschreibst -
normaler Briefumschlag, Anschreiben, Lebenslauf, ohne Foto - ist in Belgien die übliche Standardbewerbung. Wenn in der Anzeige nicht extra nach einem Lichtbild gefragt wird, gibt es auch keines. Arbeitszeugnisse sind in Belgien sowieso nicht üblich. Man muss selber hinterher sein, dass man doch eines bekommt und dann sehr genau lesen, da der Chef/ die Chefin vermutlich in der Kodierung ungeübt oder ganz unbefleckt ist. Ganz nebenbei habe ich immer öfter gehört, soll dieses „leichte“ Bewerbungsgepäck ohne Mappe und Zeugniskopien sich in Europa immer mehr durchsetzen.

Was meinst du dazu?

cu, Faten

Hallo Olli,

es bleibt zu hoffen, dass möglichst wenige junge Leute, die auf der Suche nach einer Lehrstelle sind, dieses Posting lesen.
Wenn man sich ansieht, wer die Kinder in der Schule unterrichtet, muss man sich nicht wundern, dass viele Bewerbungen in Form und Ausführung mangehaft sind, schließlich hat kaum ein Lehrer sich jemals irgendwo beworben…Es ist in meinen Augen (auch ich hatte viel und habe aktuell noch ein wenig mit Lehrlingsauswahl/-ausbildung zu tun) entmutigend für einen Jugendlichen, seine Bewerbung einfach auszusortieren und möglichst noch mit einem Standardbriefg zurückzuschicken, nur weil sie in einem (vermeintlich) falschen Umschlag steckte.
Ich bin so verfahren, die Bewerbungen alle zu lesen und die zumindest ansatzweise interessante Leute einzuladen, auch wenn die Bewerbung an sich nicht perfekt war.
Oftmals stellte sich bei Nachfragen heraus, dass viele der Jugendlichen gar nicht wussten, wie eine Bewerbung auszusehen hat und es ihnen auch nie jemand gezeigt hat. Ich denke, die Wirtschaft ist in der Pflicht bzgl. der Ausbildung unserer zukünftigen Rentenzahler (:wink:), man sollte daher etwas gelassener mit dem Thema Bewerbungsstil umgehen.

Übrigens: ist die Bewerbung eines „Erwachsenen“ nicht absolut perfekt, sehe ich mir das auch nicht näher an. Aber irgendwann muss man das eben auch erst mal lernen. Und was kann ein Kind dafür, wenn es bescheuerte Lehrer und unfähige Eltern hat?

Grüße,

Mathias

Hallo Heidrun,

Leider
findet in vielen Schulen kein gutes Training für
Bewerbungsschreiben statt.

Das kann ich leider auch nur bestätigen. Allerdings betrifft das nur gewisse Mankos in Bewerbungen (DIN A4 - Umschlag usw.), andere Bugs, wie z.B. das seltsame email zur Nachfrage, ob er den Job jetzt bekomme, ist niveaumäßig so tief angesiedelt, dass ich mich frage, welche Inhalte der Deutsch-Unterricht überhaupt hat.

Da an allen Ecken das Geld fehlt,
werden keine Menschen damit beauftragt, die vielleicht
wirklich ein wenig praxisorientierte Ahnung davon haben,
sondern Beamte, die in ihrem Leben ein oder zwei Bewerbungen
geschrieben haben. Dass die wenig Ahnung davon haben, in
welcher Form Bewerbungen geschrieben werden müssen, ist dann
ja wohl auch klar.

Wie bereits gesagt, manche Fehler sind so gravierend, dass es daran nicht liegen kann.

Und
außerdem - bei den aktuellen Arbeitslosenzahlen - ist das
Märchen von den Menschen, die nicht arbeiten wollen, meiner
Meinung nach einfach nur überholt.

Hier muß ich Dir teilweise widersprechen. Deine Aussage gilt sicherlich für Nord- und Ostdeutschland, garantiert aber nicht für BaWü oder Bayern. Ich kenne genügend Leute (ehemalige Mitarbeiter / Kollegen und leider z.T. auch Bekannte), die ganz locker 1 Jahr arbeitslos machen ohne irgendwie vom Arbeitsamt behelligt zu werden. Und dabei handelt es sich nicht um Einzelfälle. Vielmehr hatten sich bei mir während meiner Selbstständigkeit genügend Bewerber gemeldet, die nur den AA - Zettel unterschrieben haben wollten, damit sie auch weiterhin AL-Geld erhalten.

Grüsse

Sven

Erkundigungen

"ich hab mich über Ihr Unternehmen sehr genau informiert …

Hi,
so eine Bewerbung habe ich auch mal erhalten, in dem ein Jugendlicher geschrieben hat, wie toll er mein Unternehmen findet und dass er sich gut informiert hat. Hätte er sich etwas besser informiert, hätte er vielleicht festgestellt, dass mein Unternehmen ein 2-Mann-Neben-Der-Uni-Ein-Wenig-Geld-verdien Gewerbe ist und wir weder Geschäftsräume haben, noch Mitarbeiter oder Azubis einstellen :wink:

Und dann hört man von Jugendlichen immer so Sachen, wie „Der Jung hat schon 30 Bewerbungen geschickt und noch nichts gehört.“, aber vielleicht gehört zu einer Bewerbung mehr als nur ein Briefumschlag und die Gelben Seiten.

Ralph, der jetzt besser nicht weiter lästert, weil er sich in ein paar Monaten selbst das erste mal bewerben muss :wink:

Hallo Olli,

Es ist schon wild, was man so an Bewerbungsschreiben zu sehen bekommt, oder?

aber mal eine andere Erfahrung von mir.

Ich hatte letztens in einem großen deutschen Unternehmen der Stahlbearbeitung zu tun. In dem sehr strukturschwachen Gebiet hat das Unternehmen Ausbildungsinitiativen eingerichtet, um gerade auch jenen Jugendlichen eine chance zu geben, die anders vielleicht keinen Ausbildungsplatz bekommen (lernschwache Hauptschüler, Schulabbrecher, jugendliche Aussiedler) Du kannst Dir vorstellen, dass deren Bewerbungen alles andere als toll waren. Zum Teil waren dort haargenau die gleichen Sätze drin, die ihnen anscheinend an der Schule beigebracht worden sind („Durch Gespräche mit Bekannten habe ich mich schon über den Beruf des XYZ informiert“ - kam mind. 5x vor!). Oder solche sachen wie „Ich bin überzeugt, dass ich ihre Stahlprobleme lösen kann“ aha! aber auch: „ich habe schon viele Bewerbungen geschrieben und hoffe, dass Sie mir eine Chance geben“.
Nun ja, alles Bewerbungen, die ich wahrscheinlich auch nicht akzeptiert hätte. Aber ein Gespräch mit dem Ausbildungsleiter hat mich doch nachdenklich gestimmt: ein Großteil dieser Jugendlichen war sehr dankbar, dort eine Chance zu bekommen. viele haben insbesondere handwerkliche Fähigkeiten gezeigt, die man ihnen anhand der Bewerbung garantiert nicht zugetraut hätte. Und, jetzt die größte Überraschung: diese Förderklassen hatten im Durchschnitt bei der Abschlussprüfung ein besseres Ergebnis als die „normalen“ Klassen und 90% dieser Jugendlichen haben jetzt Arbeit!!!

vielleicht sollte man sich einfach mal überlegen, was man wirklich braucht. jemanden, der exakt weiss, wie man eine Bewerbung schreibt und der auch nicht den kleinsten Rechtschreibfehler macht oder jemanden der wirklich dankbar und engagiert seiner Arbeit nachgeht.

Gruß
Queedin

Richtig so

vielleicht sollte man sich einfach mal überlegen, was man
wirklich braucht. jemanden, der exakt weiss, wie man eine
Bewerbung schreibt und der auch nicht den kleinsten
Rechtschreibfehler macht oder jemanden der wirklich dankbar
und engagiert seiner Arbeit nachgeht.

Wenn’s nicht gerade um eine Bürokraft geht :wink:. Das ist wie der Unterschied zwischen Theorie und Praxis. Manche Leute schreiben vielleicht tolle Bewerbungen, können aber keine Schraube in die Wand drehen, oder Mama und Papa helfen denen bei allem, wie Bewerbungen, aber was eigenständig auf die Reihe bekommen die nicht. Ich denke gerade im Handwerklichen Bereich kommt es eher auf ein Vorstellungsgespräch an, in dem man das wirkliche Interesse besser erkennt und das gute alte Praktikum vor der Ausbildung…

Ralph

1 „Gefällt mir“

hallo queedin,

vielleicht sollte man sich einfach mal überlegen, was man
wirklich braucht. jemanden, der exakt weiss, wie man eine
Bewerbung schreibt und der auch nicht den kleinsten
Rechtschreibfehler macht oder jemanden der wirklich dankbar
und engagiert seiner Arbeit nachgeht.

stimmt!
ich habe eben noch in der MoPo gelesen „der ideale bewerber ist zwischen x und y jahre alt und hat einen abschluß in … [blablablubb]“.

was soll ich da antworten? dass ich zwar nicht der geeignete bewerber bin, dafür aber umso mehr die ideale besetzung für diesen job? oder: „sie suchen also einen bewerber, so so. schade. wenn sie aber einen qualifizierten mitarbeiter gesucht hätten, könnten sie jetzt damit aufhören, denn sie haben ihn hiermit gefunden.“

gruß
ann

als ich meinen letzten job gesucht hatte, habe ich potentielle arbeitgeber auch danach bewertet, wie sie mit meiner bewerbung umgegangen sind. so habe ich z.b. allen, die meine elektronische bewerbung mit arbeitsprobe per snail-mail haben wollten freundlich geschrieben, dass ich kein interesse mehr an ihrem unternehmen haette.
naja, ich habe einen job bekommen, wie gewuenscht.

natuerlich heisst es „bewerbung“, aber eigentlich geht es darum, dass 2 partner ein geschaeftsverhaeltniss anbahnen wollen.

nun bin ich nicht in deiner position, und kann deine anforderungen nicht wirklich beurteilen, denke mir aber, dass mir ein sauberer, gehaltvoller brief mit den wichtigsten unterlagen in „din-lang“ angenehmer waere als die mappe fuer 20€, mit 20 seiten „ich muss mich verkaufen“-gedoens, aus der ich ablesen kann, welches bewerbungsschulungsprogramm der kandidat hinter sich hat.

Hallo Sven,

sicherlich sind einige der geschilderten Fehlverhalten ziemlich daneben. Find ich auch. Dahinter stecken aber oft Menschen, die ein wenig unsicher sind und Angst haben, sich darum auch eventuell nicht richtig verhalten.

Ich kenn auch die genervte Situation bei Stellenausschreibungen, wenn grad erst die Bewerbungen bearbeitet werden und schon hunderte von Nachfragen kommen, ob nun die eigene Bewerbung auch garantiert eingegangen ist. Dennoch, das sind Menschen, die schrecklich gern einen Arbeitsplatz haben wollen. Das ist doch eigentlich positiv.

Hier muß ich Dir teilweise widersprechen. Deine Aussage gilt
sicherlich für Nord- und Ostdeutschland, garantiert aber nicht
für BaWü oder Bayern. Ich kenne genügend Leute (ehemalige
Mitarbeiter / Kollegen und leider z.T. auch Bekannte), die
ganz locker 1 Jahr arbeitslos machen ohne irgendwie vom
Arbeitsamt behelligt zu werden. Und dabei handelt es sich
nicht um Einzelfälle. Vielmehr hatten sich bei mir während
meiner Selbstständigkeit genügend Bewerber gemeldet, die nur
den AA - Zettel unterschrieben haben wollten, damit sie auch
weiterhin AL-Geld erhalten.

Bei der Höhe des Arbeitslosengeldes empfinde ich das - aus eigener Erfahrung - immer noch als Märchen. Manche Menschen werden vielleicht ganz gern vom Arbeitsamt (dem potenziellen Vermittler) behelligt. Ich wurde auch nicht behelligt, obwohl ich ganz furchtbar gern vermittelt worden wäre. Ich hab innerhalb eines dreiviertel Jahres der Arbeitslosigkeit genau ein - und außerdem ein inakzeptables - Arbeitsangebot bekommen. Bei meinem letzten Bruttoverdienst von fast 2.500 Euro hab ich nach sechs Monaten Arbeitslosigkeit genau 800 Euro ausgezahlt bekommen. Und nun erzähl mir doch bitte noch mal, dass Menschen, die sich während ihrer Berufstätigkeit auf diesen Verdienst eingerichtet haben, damit ganz prima klarkommen. Da geh ich von Deinen Erfahrungen doch lieber als Einzelerfahrung aus, sorry.

Gruß

Heidrun

Hi Olli,

ich verstehe Deine Frust teilweise, man bekommt wirklich oft schwachsinnige Bewerbungen zu sehen (Rechtschreibfehler, letzter Sommerurlaub als „Auslandsaufenthalt“…), aber manche Deiner Forderungen verstehe ich nicht:
Ich habe für meine Bewerbungen noch nie Din A4 Umschläge oder gar eine Mappe verwendet, sondern nur Anschreiben, Lebenslauf und die wichtigsten (Abschluß-) Zeugnisse in einen normalen Briefumschlag oder meist sogar eine email gepackt und damit eigentlich recht gute Erfahrungen gemacht.
Ich bin halt kein Freund des Selbst-Marketing und mir sind dicke Mappen nach dem Bewerbungs-Lehrbuch mit viel Schein, aber recht wenig Sein eher suspekt. Aussagekraft kommt nicht durch die Verpackung zustande.

LG
Stuffi

Huhu Olli,

ich hab zwar den Eindruck, daß die anderen schon „alles“ gesagt haben, aber irgendwie wollte ich meinen Senf nun auch noch loswerden *g*
Und vorausschicken will ich auch mal, daß ich voraussetze, daß wir uns einig sind, daß Bewerbungen schreiben nicht zu den einfachsten Dingen des Lebens gehört :wink: Klar, Du als Personalmensch hast da nen gewissen Überblick, von wo nach wo das Spektrum des möglichen reicht. Aber so ein „normaler“ Schulabgänger hat da schon ein Problem… Wen soll er denn fragen? Klar, die Eltern. Aber womöglich ist Vadder seit 37 Jahren im Betrieb (und daaamaaals war alles eh noch ganz anders) und Mudder ist seit Geburt der Kinder Hausfrau und den Nebenjob hat sie über ne Freundin gefunden. Beide haben also zumindest kein aktuelles Wissen.
Lehrer? Hmmm, nun ich hab nicht die leiseste Ahnung, wie man sich um nen Lehrersjob bewirbt und ob man diese Erkenntnisse auf eine Bewerbung um ne Lehrstelle (und darum ging’s Dir ja, oder?) so einfach übertragen kann. Und wenn ich alle Bewerbungstips, die mir meine Lehrer so gegeben haben beherzigt hätte, wär ich wohl heut noch auf der Suche nach nem Ferienjob *fg*
Kumpels? Nun, ganz davon abgesehen, daß ich’s mit 15/16 schrecklich „uncool“ gefunden hätte, Kumpels zu diesem Thema zu befragen, weiß ich ja nicht wirklich ob deren Tips so gut sind :wink:
Arbeitsamt? Yeah! Die elegante Hochglanzbroschüre „Mit dem Arbeitsamt zum Ausbildungsplatz“ und einem Musterbeispiel ist ja wirklich prima. Und auch das Gespräch mit dem netten Berater beim Arbeitsamt kann so oder so ausgehen… Mir wurde damals der Rat gegeben, daß der Fensterumschlag völlig okay sei *g*
Bücher? Sind für ein Schülerbudget eigentlich gar nicht mal soooo günstig. Und die dort abgeschriebenen Sätze können ja schon ziemlich ins Auge gehen *ggg*
Bewerbertraining? Wäre wohl für Lehstellensuchende doch ne Nummer zu groß?
Erfahrung? Ist noch die einzige Chance: Wenn nämlich der Personalmensch sagt „Hey, Jung, schick mir mal bitte Deine restlichen Zeugnisse, dann reden wir wieder über ein Vorstellungsgespräch“ oder „Es ehrt Sie ja, daß Ihnen Ihre Bewerbung so wichtig ist, daß Sie sich nichtmal beim Abendessen aus der Hand legen, aber wir bevorzugen Bewerbungsunterlagen ohne Fettflecke“ (und nein, zweiteres ist maßlos übertrieben, ich fürchte Dir fehlt die Zeit, jeden auf seine „Missetaten“ hinzuweisen :wink:
Was ich damit sagen will: Für die ersten paar Bewerbungen ist man eigentlich ganz schön „am Schwimmen“. Zwar hier und da mal ein Tip, den man versucht, halbherzig umzusetzen, aber viel mehr auch nicht. Natürlich gibt es sicher auch die Leute, die diese Tips richtig und logisch umsetzen, aber für die Mehrzahl der Leute ist das wohl recht schwierig - und das paßt ja auch zu Deiner Beobachtung :wink:
Man könnte also daraus zwei Sachen folgern: Entweder kommen die Infos, die die Kids kriegen nicht richtig an oder es besteht da ein großer Informationsbedarf (von wem aus auch immer, sei es also Schule/Elternhaus oder Arbeitsamt).
Übrigens eine Sache, wo ich Dir völlig Recht gebe: Rechtschreibfehler und handschriftliche Adressen sind induskutabel, das findet man sogar in den Mustern vom Arbeitsamt anders *fg*

Liebe Grüße und vielleicht kannst Du ja auch den einen oder anderen Bewerber trotz unvollständiger (oder sonstwie seltsamer) Unterlagen anschauen :wink:

Petzi