Arbeitszeugnis

Hallo,

mir kommt dieses Zeugnis ziemlich negativ vor, wie würde das in Schulnoten aussehen? (Rettungsassistent)

"…

Bei der Ausführung dieser Tätigkeiten stellt Herr X stetst unter Beweis, dass er mit den anfallenden Aufgaben gut vertraut ist. Seine physische und psychische Belastbarkeit ist hoch einzuschätzen.

Die ihm übertragenen Aufgaben erledigt er zuverlässig und verantwortungsbewusst.

Bei Vorgesetzen, Kollegen, Ärzten und Patienten ist Herr Gottschling geschätzt, sein Verhalten innerhalb der Betriebsgemeinschaft ist einwandfrei.

…"

Wie würdet ihr weiter vorgehen? Die betreffenden Abschnitte umformulieren (wie?) und um ein verändertes Zeugnis bitten?

ciao
Oskar

Hi,

was soll denn an dem Zeugnis negativ sein? Wenn ich ein paar Anhaltspunkte bekomme, kann ich vielleicht etwas gezielter bei unserer Personalfrau nachfragen.

Ich jedenfalls finde das Zeugnis sehr gut.

Gruß
Christian

Naja…
Hallo,

Ich jedenfalls finde das Zeugnis sehr gut.

Sehr gut ist das Zeugnis grade nicht. Ich würde es insgesamt mal als ‚befriedigend‘ sehen. Eine Schlüsselformulierung ist hierbei:

Die ihm übertragenen Aufgaben erledigt er zuverlässig und
verantwortungsbewusst.

Die Formulierung für ‚sehr gut‘ wäre wohl ein zusätzliches
stets zu unserer vollsten Zufriedenheit’, ein Gut wäre ‚stets zu unserer vollen Zufriedenheit‘, ein Befriedigend hätte wenigstens noch das ‚stets‘ dabei. Also hier ein Ausreichend. Ein Mangelhaft hätte vielleicht geheißen ‚bemühte sich stets…‘ oder ‚erledigte er meist…‘

Bei der Ausführung dieser Tätigkeiten stellt Herr X stetst
unter Beweis, dass er mit den anfallenden Aufgaben gut
vertraut ist.

Ein Befriedigend (stets).

Seine physische und psychische Belastbarkeit ist
hoch einzuschätzen.

Würde ich als Gut sehen. Besser wäre noch ‚sehr hoch‘ gewesen.

Bei Vorgesetzen, Kollegen, Ärzten und Patienten ist Herr
Gottschling geschätzt, sein Verhalten innerhalb der
Betriebsgemeinschaft ist einwandfrei.

Normal. Wenn hier was gefehlt hätte, wärs nicht so toll, weil das dann auf Mängel in diesem Bereich hingewiesen hätte.

Ob man ein neues Zeugnis verlangen könnte oder sollte, weiß ich auch nicht. Wahrscheinlich würde es nicht besser werden (nur anders), es sei denn, der Aussteller kennt sich mit den Begriffen und Formulierungen nicht aus. Das kann ich hier aber nicht erkennen, dazu werden zu viele Standardsätze benutzt.

Axel

Hallo,

also so ähnlich wie axel hätte ich diese Zeugnis auch gedeutet, allerdings mit einem Unterschied bei der Sache mit den Vorgesetzten, Kollegen, Ärzten usw…

Also mir wurde mal gesagt, dass zuerst die Kollegen, dann erst der Vorgesetzte genannt werden solle, also etwa so:" Sein Verhalten gegenüber Kollegen und Vorgesetzten war einwandfrei". Denn dies lässt auf Teamfähigkeit schließen. Wenn zuerst der Chef genannt wird, könnte dies bedeuten, dass sich der Beurteilte beim Chef " einschmeichelt" und nur an seinen eigenen Vorteil denkt!

Aber auch ein Arbeitszeugnis ist - wie so vieles - Auslegungssache und kommt sicherlich auf den Lesenden an!

Julia

PS: Zu diesem Thema gibt es auch sehr viel Literatur!

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Nö!
Hi!

also so ähnlich wie axel hätte ich diese Zeugnis auch
gedeutet, allerdings mit einem Unterschied bei der Sache mit
den Vorgesetzten, Kollegen, Ärzten usw…

Also mir wurde mal gesagt, dass zuerst die Kollegen, dann erst
der Vorgesetzte genannt werden solle, also etwa so:" Sein
Verhalten gegenüber Kollegen und Vorgesetzten war
einwandfrei". Denn dies lässt auf Teamfähigkeit schließen.
Wenn zuerst der Chef genannt wird, könnte dies bedeuten, dass
sich der Beurteilte beim Chef " einschmeichelt" und nur an
seinen eigenen Vorteil denkt!

Oder auch nicht! In den meisten Büchern habe ich gelesen, dass zuerst die Kunden, dann die Vorgesetzten und dann die Kollegen stehen sollten!
Hat was mit Geschwätzigkeit zu tun - aber wie gesagt: der Lesende…

Grüße
Guido

Hi,

Die ihm übertragenen Aufgaben erledigt er zuverlässig und
verantwortungsbewusst.

Die Formulierung für ‚sehr gut‘ wäre wohl ein zusätzliches
stets zu unserer vollsten Zufriedenheit’, ein
Gut wäre ‚stets zu unserer vollen Zufriedenheit‘, ein
Befriedigend hätte wenigstens noch das ‚stets‘ dabei. Also
hier ein Ausreichend. Ein Mangelhaft hätte vielleicht geheißen
‚bemühte sich stets…‘ oder ‚erledigte er meist…‘

tja, da scheiden sich die Geister. Zwischen vollen und vollsten untescheide ich inzwischen nicht mehr, nachdem ich eine diesbezügliche Frage hier mal stellte und in der Zwischenzeit auch mit einigen Leuten des Fachs darüber gesprochen habe. Ich habe mir mein Zwischenzeugnis mit „vollen“ ausstellen lassen und auf das „vollsten“, was man mir angeboten hat, verzichtet. Sprachlich gesehen ist „vollsten“ der optimalste :wink: Mist.

Ähnliches gilt für das Deiner Ansicht nach fehlende „stets“. „An diesem Tag schien die Sonne vom wolkenlosen Himmel“ ist eine klare Aussage. „Die Sonne schien von einem stets wolkenlosen Himmel“ würde wohl niemand erwarten. Das einzige, was da die Aussage in ihrem Werte mindert, wäre eine Einschränkung, z.B. „meist“, „häufig“ usw.

Insofern bleibe ich dabei: Das Zeugnis ist in Ordnung.

Gruß
Christian

Hi,

Oder auch nicht! In den meisten Büchern habe ich gelesen, dass
zuerst die Kunden, dann die Vorgesetzten und dann die Kollegen
stehen sollten!
Hat was mit Geschwätzigkeit zu tun - aber wie gesagt: der
Lesende…

Diese Aussage ist vollkommen korrekt. Und genau diese Reihenfolge (Kunden, Vorgesetze, Kollegen) ist für die Bewertung entscheidend.

Ansonsten sehe ich es ebenso, daß die Zeugnispassagen eine „befriedigende“ Aussage treffen.
Der Absatz mit den „Abläufen vertraut“ ist schon fast vernichtend.
Ich würde beim Arbeitgeber Nachbesserung einfordern.

Gruß RaRo

Hallo,

mir kommt dieses Zeugnis ziemlich negativ vor, wie würde das
in Schulnoten aussehen? (Rettungsassistent)

"…

Bei der Ausführung dieser Tätigkeiten stellt Herr X stetst
unter Beweis, dass er mit den anfallenden Aufgaben gut
vertraut ist.

darum meidet er sie wie die pest

Seine physische und psychische Belastbarkeit ist

hoch einzuschätzen.

leider nicht in seinem arbeitsumfeld

Die ihm übertragenen Aufgaben erledigt er zuverlässig und
verantwortungsbewusst.

aber leider ist dabei nix rumgekommen.
das ergebnis zählt

Bei Vorgesetzen, Kollegen, Ärzten und Patienten ist Herr
Gottschling geschätzt,

aber besonders hervorgetan hat er sich nicht.
dafür hat er aber immer kaffee geholt
sein Verhalten innerhalb der Betriebsgemeinschaft ist einwandfrei.

er hat ja auch nix getan !

so würde ich das lesen wenn ich einen schlechten tag habe.
aber wann hab ich den schon mal ?
auch sind die sätze aus dem zusammenhang gerissen und somit noch schwerer zu interpretieren.

ich würde mich fragen ? ist das zeugnis für mich SEHR wichtig ?
wennn ja experten bei www suchen, beraten lassen, zeugnis ändern lassen. und honorar nicht vergessen.
viel erfolg
t.

c

…"

Wie würdet ihr weiter vorgehen? Die betreffenden Abschnitte
umformulieren (wie?) und um ein verändertes Zeugnis bitten?

ciao
Oskar

Oskar.

Grundregel: entweder das komplette Zeugnis oder gar nichts. Es ist so schon immer schwierig genug, aber wenn man nur Fragmente hat ist alles nur ein „in den blauen Dunst raten“.

Gruß,
LeoLo

Hi

Bei der Ausführung dieser Tätigkeiten stellte Herr X stets
ein besonderes Geschick an den Tag. Es hat den anschein, dass er mit
den anfallenden Aufgaben gut vertraut ist. Seine physische und
psychische Belastbarkeit wird könnte man hoch einschätzen.

Herr X bemühte sich stets die ihm übertragenen Aufgaben bestmöglich,
termingerecht und verantwortungsbewusst auszuführen.

Bei Vorgesetzen, Kollegen, Ärzten und Patienten ist Herr
Gottschling als freundlicher, zuvorkommender Mitarbeiter geschätzt,
sein Verhalten innerhalb der Betriebsgemeinschaft ist als sehr
kollegial und offen einzustufen.

Das wäre negativ.

HH

Hallo,

ich darf mich den Vorrednern anschließen, überzeugend ist dieses Zeugnis nicht.

Schau doch mal bei diesem Link vorbei und erstelle Dein Zeugnis selbst.

http://www.hr-manager.de/hr_man/html/zeugnis_gen_exp…

Auf diesen Genarator greifen so einige Unternehmen zurück um Zeugnisse zu ersellen.

Gruß
strangerone

Hallo,

das ist das komplette Zeugnis, es fehlt nur die Einleitung, in der die Firma beschrieben wird…mehr über mich steht in dem Zeugnis nicht!

ciao
Oskar

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hallo Oskar,

das ist das komplette Zeugnis, es fehlt nur die Einleitung, in
der die Firma beschrieben wird…mehr über mich steht in dem
Zeugnis nicht!

oops,
das komplette Zeugnis!?!?

Wenn das so ist, dann solltest Du das Zeugnis postwendend an Deinen AG zurücksenden mit der Aufforderung, Dir ein qualifiziertes Arbeitszeugnis auszustellen.

In der Einleitung fehlt somit schonmal, ob Du bei der Firma „tätig“ (positiv), „beschäftigt“ (befriedigend) oder „angestellt“ (negativ) warst.

Desweiteren fehlen die einzelnen Tätigkeiten, die Du wahrgenommen hast.

Und, zu guter Letzt, fehlt der Dank und die Wünsche. Wenn diese fehlen, heißt das, daß Dein AG Dich am liebsten von hinten sieht. Die schrecklichste Empfehlung, die man bekommen kann.

Meine Empfehlung: Besorg Dir Literatur und erstell Dein Zeugnis selber, um es dann von Deinem AG unterzeichnen zu lassen.

Ich drück Dir die Daumen.
Gruß RaRo