Re^2: Schon mal darüber nachgedacht, ...
Hallo MecFleih ( McFly? ),
was Walter Tell meinte, ist vermutlich, dass in Zeiten unsicherer Arbeitsplätze nicht unbedingt auf Sonderzuwendungen ( "Prämie" definiere ich anders... ) gepocht werden muß. Nur weil andere diese vielleicht ( sind´s EUR 50 ? ) bekommen haben ?
Anders ausgedrückt: Nur weil alle im Halteverbot stehen, wird daraus noch kein öffentlicher Parkplatz. Oder ?
Kannst Du Dir vorstellen, dass ihr Chef vielleicht schon seit Jahren mit sich ringt, ob diese, offenbar schon als Selbstverständlichkeit betrachteten, Zuwendungen nicht langsam mal wieder eingedampft werden können, weil es der Firma schon lange nicht mehr so gut geht ?
Wir sprechen hier nicht von Umsatzprovision, Urlaubs- oder Weihnachtsgeld etc., sondern von einer m.E. sogar sehr seltenen weil unüblichen Sonderzuwendung rein persönlicher Natur. Was interessiert es den Arbeitgeber denn, ob die Ehefrau des Angestellten wieder mal ein Kind bekommen hat ? Oder ob er wieder mal "genullt" hat ?
Und was das "reich" und "Desinteresse am eigenen Arbeitsplatz" betrifft: Sorry, bin nicht reich. Aber auch nicht völlig verarmt, die "Übergangene" wird durch Ihre Jubiläumszuwendung vermutlich auch nicht den eigenen Finanzhaushalt komplett umstricken müssen.
Was ich meine ist, dass man vielleicht auch mal anfangen kann, den eigenen Gürtel etwas enger zu schnallen.
Wenn Gott und die Welt nur noch daran denken auf alle Fälle am 31. des Monats gefälligst den Lohn auf dem Konto zu haben, im Personalbüro für jeden fehlenden Rundungs-Cent anzutanzen und trotzdem punkt 17.00 Uhr den Stift fallen lassen und sich nicht im Geringsten darum scheren, wie die Arbeit während der eigenen Urlaubszeit weitergeht... Tja, armes Deutschland. DAS hast du nun davon.
Schaut´ doch einfach nur mal in die Zeitung.
Ein guter Freund von mir ist Tischlergeselle und hat seit Monaten (!) dasselbe Problem. Sein Chef zahlt einfach zu spät seinen Lohn. Gewiß nicht vorsätzlich, sondern weil er einfach selbst nicht mehr kann. Die Kunden zahlen vermutlich selbst die Rechnungen nicht, die Lieferanten weigen sich, ihm Holz zu liefern, das geht nur noch gegen Bares. Regelmäßig geht bei meinem Kumpel die Zahlung 1-3 Wochen zu spät ein, regelmäßig reißt es sein Girokonto in´s Minus. Der Pachtvertrag für die Tischlerei seines Chefs ist abgelaufen und wird nicht verlängert, eine andere Werkstatt ist noch nicht in Sicht und keiner von den Angestellten weiß, wie´s weitergeht und wie lange es noch weitergeht.
Und das im Handwerk...
Und Ihr macht Euch einen Kopf, warum die Firma zum 10jährigen Jubiläum kein Geld ausspuckt...
Ich frage mich gerade. WEM geht´s hier wohl zu gut ?
Grüsse
Björn
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