Zeugnis-Codes

Hallo liebe Zeugnis-Experten,

spielt es eine Rolle, ob im Endsatz eines Zeugnisses, wie im u.a. Beispiel:
„Für seine berufliche und private Zukunft wünschen wir ihm weiterhin viel Erfolg und alles Gute.“

die berufliche vor der privaten Zukunft steht?

Und gleich noch etwas: erscheit euch die untenstehende Formulierung ok für ein Note-1-Zeugnis oder zu pompös und übertrieben?

„Mit seiner charakterlichen Integrität und seinem entgegenkommenden, kooperativen und aufgeschlossenen Wesen war XXX in höchstem Grade beliebt und geachtet, sein fachlicher Rat gesucht und sehr geschätzt. Kunden- und dienstleistungsorentiert, verbindlich und absolut zuverlässig erwarb er durch seine fachliche Kompetenz und Leistung höchste Anerkennung bei unseren Kunden. Kreativität und Innovativität in der Lösung komplexer Aufgabenstellungen und Probleme zeichneten XXX darüber hinaus aus; ebenso das schnelle Erfassen schwieriger Sachverhalte und die Fähigkeit, diese anschaulich und nachvollziehbar zu vermitteln.“

Ich bin mir bei der „absoluten Zuverlässigkeit“ nicht sicher. Muss man das in einem dienstleistungsorientieren Job (IT-Berater, Software Support etc.) besonders betonen? Ist das nicht selbstverständlich? So wie Ehrlichkeit bei Bankangestellten, Kassieren etc.? Oder gilt es als Unterlassung, wenn man es nicht explizit erwähnt?

Danke vielmals für Eure Tipps und Meinungen dazu.

Liebe Grüße

Ama

Hallo liebe Zeugnis-Experten,

spielt es eine Rolle, ob im Endsatz eines Zeugnisses, wie im
u.a. Beispiel:
„Für seine berufliche und private Zukunft wünschen wir ihm
weiterhin viel Erfolg und alles Gute.“

die berufliche vor der privaten Zukunft steht?

Nein, zumindest ist mir nicht bekannt daß beim Schlußsatz auch eine Reihenfolge einzuhalten wäre.

Und gleich noch etwas: erscheit euch die untenstehende
Formulierung ok für ein Note-1-Zeugnis oder zu pompös und
übertrieben?

„Mit seiner charakterlichen Integrität und seinem
entgegenkommenden, kooperativen und aufgeschlossenen Wesen war
XXX in höchstem Grade beliebt und geachtet, sein fachlicher
Rat gesucht und sehr geschätzt. Kunden- und
dienstleistungsorentiert, verbindlich und absolut zuverlässig
erwarb er durch seine fachliche Kompetenz und Leistung höchste
Anerkennung bei unseren Kunden. Kreativität und Innovativität
in der Lösung komplexer Aufgabenstellungen und Probleme
zeichneten XXX darüber hinaus aus; ebenso das schnelle
Erfassen schwieriger Sachverhalte und die Fähigkeit, diese
anschaulich und nachvollziehbar zu vermitteln.“

Ich bin mir bei der „absoluten Zuverlässigkeit“ nicht sicher.
Muss man das in einem dienstleistungsorientieren Job
(IT-Berater, Software Support etc.) besonders betonen? Ist das
nicht selbstverstndlich? So wie Ehrlichkeit bei
Bankangestellten, Kassieren etc.? Oder gilt es als
Unterlassung, wenn man es nicht explizit erwähnt?

Das Problem mit allzu guten Zeugnissen ist daß sie womöglich nicht mehr ernst genommen werden. Es ist sehr selten (besser: ausgeschlossen) daß jemand NIEMALS Fehler macht oder gemacht hat. Wenn das Zeugnis dann reiner als rein ist könnte der Eindruck entstehen daß das ein Gefälligkeitszeugnis ist, bei dem man dem Mitarbeiter aus Sympathie eine perfekte Beurteilung ausgestellt hat, die aber eben aufgrund der Sympathie und nicht allein aufgrund guter Leistungen entstanden ist.

Teilweise werden Übertreibungen auch als bewußte Überzeichnung eingesetzt, also um die Aussagen letztlich doch wieder lächerlich zu machen. Ein zu perfektes Zeugnis ist wie ein schweres Parfum - es kann auch zum Nachteil gereichen wenn beim Gegenüber ein Unwohlsein wegen der Übertreibung aufkommt.

Meine Meinung ist also: weniger ist mehr. Lieber positiv aber trotzdem dezent formulieren, das kommt unter dem Strich besser als eine „1+ mit Sternchen“.

Gruß,

MecFleih

Ganz oder gar nicht!
Hi!

spielt es eine Rolle, ob im Endsatz eines Zeugnisses, wie im
u.a. Beispiel:
„Für seine berufliche und private Zukunft wünschen wir ihm
weiterhin viel Erfolg und alles Gute.“

die berufliche vor der privaten Zukunft steht?

Ja!

Und gleich noch etwas: erscheit euch die untenstehende
Formulierung ok für ein Note-1-Zeugnis oder zu pompös und
übertrieben?

Um ein Zeugnis beurteilen zu können, muss man es ganz lesen!
Ansonsten grenzt das Ganze an Hellseherei

LG
Guido

umformulierte Fragen
Hi Guido!

spielt es eine Rolle, ob im Endsatz eines Zeugnisses, wie im
u.a. Beispiel:
„Für seine berufliche und private Zukunft wünschen wir ihm
weiterhin viel Erfolg und alles Gute.“

die berufliche vor der privaten Zukunft steht?

Ja!

Geschieht mir recht, wenn ich so dumm frage. Bisher war mir dieser Schlusssatz als Floskel mit beruflicher vor privater Zukunft eher vertraut. Heute ist mir aber irgenwo ein Zeugnisendsatz mit … blabla für seine private und berufliche Zukunft bla bla" aufgefallen und so kam ich überhaupt auf dem Gedanken, dass das wohl auch gedeutet werden kann. Darf ich mal umformulieren: Wie deutet man’s denn wenn die berufliche vor der privaten Zukunft steht? Bzw. andersrum? Oder: was ist positiv?

Was das andere betrifft: muss man einem IT-Support-Spezialisten überhaupt „absolute Zuverlässigkeit“ bezeugen? Ist, wie wir es alle im täglichen Leben als Kunden oft genug erfahren, nicht selbstverständlich in der Service-Wüste Deutschland.

Und generell, für meine Allgemeinbildung: welche mehr oder weniger jobbedingt selbstverständlichen Eigenschaften gehören ins Zeugnis, wenn es eine positive Wertung sein soll. Ich werde doch dem Bäcker nicht extra bescheinigen, dass er Brot backen kann - wohl aber, irgendwelche neue, tolle Backtechnik oder Rezeptur. Der Bankangestellte sollte ehrlich sein, genauso wie jeder andere, der Geld (anderer) kassieren oder verwalten muss etc. etc.

LG

Ama

Hallo,
von der besagten Reihenfolge weiß ich selbst nichts. Aus meiner bescheidenen Erfahrung kann ich aber sagen, dass der heilige Zeugniscode mittlerweile auch überschätzt wird. In größeren, meinethalben internationalen Unternehmen mag die Geheimsprache allen Personalern vertraut sein und befogt werden. Aber in kleineren Firmen ist das noch lange nicht so. In den mittelständischen Unternehmen, die ich kenne, wusste zwar jeder, dass es solche Codes gibt, aber keiner wusste ihn richtig zu interpretieren und dementsprechend hat man ihm auch nicht die Bedeutung zugemessen, die teilweise unterstellt wird. Mehrmals habe ich sogar gehört, wie die Personaler auf diese Geheimsprache „scheißen“. Aber das ist wohl auch branchenabhängig. Ehrlich gesagt kann ich mir keinen Personaler vorstellen, der dich nur aufgrund dieses letzten Satzes einlädt bzw. nicht einlädt.

Gruß
andré

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Hallo,

mit Verlaub: das ist dann eher Deine subjektive Erfahrung… Unterschätze die Bedeutung des Zeugnisses nicht nur weil Du und Dein Bekanntenkreis darauf nicht so viel geben.

Sobald man sich irgendwo bewirbt, wo jemand etwas Ahnung hat können die passenden oder unpassenden Formulierungen extrem viel ausmachen - am Ende ob Du den Job bekommst oder nicht.

Insofern würde ich die Bedeutung eines in jeder Hinsicht korrekten und guten Zeugnisses nicht unterschätzen.

Gruß,

MecFleih

Hi,

schau einfach mal unter http://www.arbeitszeugnis.de/ rein - da werden Sie geholfen.

Gruß,

MecFleih

Hi!

die berufliche vor der privaten Zukunft steht?

Ja!

Geschieht mir recht, wenn ich so dumm frage. Bisher war mir
dieser Schlusssatz als Floskel mit beruflicher vor privater
Zukunft eher vertraut. Heute ist mir aber irgenwo ein
Zeugnisendsatz mit … blabla für seine private und berufliche
Zukunft bla bla" aufgefallen und so kam ich überhaupt auf dem
Gedanken, dass das wohl auch gedeutet werden kann.

KANN ist die richtige Interpretation!
Ich habe schon einige Personaler kennen gelernt, die Wert darauf legen, dass „beruflich“ vorne steht!
Hintergrund: Wenn das steht „weiterhin privat und beruflich“ könnte man annehmen, dass auch in der Vergangenheit die Privatdinge vor den beruflichen rangierten.

Ich persönlich halte das für Haarspalterei

Was das andere betrifft: muss man einem
IT-Support-Spezialisten überhaupt „absolute Zuverlässigkeit“
bezeugen? Ist, wie wir es alle im täglichen Leben als Kunden
oft genug erfahren, nicht selbstverständlich in der
Service-Wüste Deutschland.

Bei Kassierern, Buchhaltern, etc. ist eine Aussage zur Zuverlässigkeit meist absolut notwendig.

Bei einem bitschubser (Danke Eillicht!) kommt es auf den Rest des Zeugnisses an, um hier irgendwas zu unterstellen, bzw. auszuschließen!

Und generell, für meine Allgemeinbildung: welche mehr oder
weniger jobbedingt selbstverständlichen Eigenschaften gehören
ins Zeugnis, wenn es eine positive Wertung sein soll. Ich
werde doch dem Bäcker nicht extra bescheinigen, dass er Brot
backen kann - wohl aber, irgendwelche neue, tolle Backtechnik
oder Rezeptur. Der Bankangestellte sollte ehrlich sein,
genauso wie jeder andere, der Geld (anderer) kassieren oder
verwalten muss etc. etc.

Es kommt auf ein komplettes Zeugnis an!
Wenn man ein Zeugnis in Gänze lesen kann (und NUR dann), kann man es beurteilen!
Wenn der Rest Anlass zum Anstoß bietet, kann man verschiedene Dinge als „gemein“ deuten, die aber absolut ok sind, wenn der Rest stimmt!

Ein Zeugnis in einzelne Fragmente zu zerfetzen und diese einzeln zu beurteilen ist schlicht und ergreifend unseriös und zeugt vor allem davon, dass der Beurteiler keine Ahnung hat!

Natürlich kann man aber ein Zeugnis nach Abschnitten bewerten, wenn es komplett vorliegt!

LG
Guido

Danke, Guido!

Ich wollte hier keine kostenlose Zeugnisbewertung erschleichen, weiss auch das das Gesamtgefüge für eine Bewertung einzelner Aussagen ausschlaggebend ist und das selbst die beste code-konforme Formulierung alles ins Gegenteil rückt, wenn sie mit dem Rest nicht stimmig ist.

Es ging eher um allgemeine Codes: z.B. weiss ja jeder, dass „vollste“ Zufriedenheit ein „sehr gut“ bedeutet (und ja, natürlich, nur im passenden Kontext auch glaubwürdig ist …), „immer pünktlich war“ heisst, dass das auch das einzig einigermassen Positive (denn vermutlich ging er ja auch pünktlich) ist, was man über den AN sagen kann etc.

Es kommt auf ein komplettes Zeugnis an!
Wenn man ein Zeugnis in Gänze lesen kann (und NUR dann), kann
man es beurteilen!

So sehe ich das auch!

LG

Ama