Hi,
lass Dir von den anderen nichts einreden. Ob die Beziehung klappt oder nicht, liegt nicht an der Arbeit, sondern hat tausend andere Gründe. Arbeitet man zusammen, redet man zuviel über die Arbeit, hat man verschiedene Jobs redet man zuwenig oder es interessiert einen nicht, weil man die Leute nicht kennt… Was solls, wie du es nimmst, 100% recht kannst du es niemanden in deiner Umwelt machen. Übrigens wirst Du es auch Dir selbst nicht 100% recht machen. Aber das Verlangen nach mehr oder weniger Nähe als Du gerade hast, ist menschlich und nichts bedrohliches.
Bedenke auch dass viele selbständige Paare gibt, die Beispiele reichen von der Landwirtschaft über den Einzelhandel über Apotheker, Fotographen, Rechtsanwälten, Mediendesignern bis hin zu Ärzten.
Übrigens: Auch wenn du mit deinem Partner zusammenarbeitest (wirklich arbeiten und nicht Schwätzchen halten) kann es Tage geben, an denen Ihr euch zwar seht, aber fast kein Wort miteinander wechselt, weil jeder seinen eigenen (Projekt/Termin-)Stress hat. Du wirst Dich dann noch einsamer fühlen, einsamer als wenn Ihr in unterschiedlichen Firmen arbeitet.
Solltet Ihr diesen Weg gehen vergiss aber nie: Du bist zum arbeiten in der Firma und nicht zum Schwätzchen halten. Und: Ihr seid in der Firma, um zu arbeiten, aber nicht um euch (privat) zu streiten.
Außerdem habt dann auch einen riesigen Vorteil: Ihr seid ein Team. Die Ellenbogen- und sonstigen Grabenkämpfe gibt es bei euch nicht. Nutze diese Vorteile. Die anderen nutzen ja auch ihre Vorteile.
Weiter unten wurde „Objektivität“ angsprochen. Vergiss es. Im Job gibt es das nicht. Man hört zwar oft das Wort „Objektivität“, aber es dient meist dazu, den Standpunkt des Redners in einem besseren Licht erscheinen zu lassen. Wozu übrigens das Streben nach „Objektivität“? Was am Schluß zählt sind Ergebnisse, Umsatz oder sonstiger Output. Ob die anderen deine Leistung „objektiv irgendwie …“ finden oder nicht, kann Dir egal sein. Du sollst deinen Job gut machen und nicht über irgendwelche Dinge oder Leute richten. Deine Kollegen sollten übrigens auch nicht richten, das ist auch nicht deren Job.
Ohne meinen Vorrednern zusehr auf die Zehen steigen zu wollen, glaube ich doch, dass die Gegenargumente sehr aus einer typischen Angestellten-Welt kommen. Aus einer Welt, in der man in seinem Kollegen in erster Linie die direkte Konkurrenz sieht: Den Konkurrenten um die nächste Lohnerhöhung, um die Beförderung. In dieser Welt ist ein Kollege jemand, dem man Wissen und Informationen vorenthält um selbst einen Vorteil zu haben. Vergiss diese Grabenkämpfe. Zu zweit seid ihr stark.
Habt ihr die Energie euch vielleicht selbstständig zu machen? Tu es. Du wirst keinen besseren Geschäftspartner finden (wenn die Beziehung ok ist *g*).
Ich kenne genügend selbständige und erfolgreiche Paare. Wem kannst du geschäftlich normalerweise mehr trauen, als deinem Partner? (Jetzt bitte keine Kommentare vonwegen Scheidung und schmutziger Wäsche: Auch normale Geschäftsbeziehungen unter Männern enden oft, schnell und leider häufig auch schmutzig).
Cheers Rossi
der seit 3 Jahren mit seiner Freundin eng - Schreibtisch an Schreibtisch - zusammen arbeitet und weiss wovon er spricht.