Vorstellungs-Schreiben

Hallo !

Ich bin nebenberuflich selbständig tätig und möchte nun Firmen meine Tätigkeit vorstellen. Hierzu soll die erste Kontaktaufnahme schriftlich erfolgen. Meine Frage nun: wie soll ich das Schreiben verfassen ? Soll ich zuerst schreiben, wer ich bin und was ich mache und DANN aufführen, warum ich Kontakt mit der Firma aufgenommen habe oder eher umgekehrt (also zuerst warum ich die Firma anschreibe und DANN mich selbst vorstellen) ?

Danke für die Hilfe,

Micha

Hallo Micha,

komme im Kontaktschreiben sofort und ohne jeden Umweg auf den Punkt. Schon aus dem fett geschriebenen Betreff muß das kurz und knackig hervorgehen. Niemand liest lange Texte mit Selbstdarstellungen, ohne zu wissen, worum es geht.

Außerdem:

Schreibe so kurz es irgend geht.
Halte Dich an die Schreib- und Gestaltungsregeln des geschäftlichen Schriftverkehrs nach DIN 5008. Alles andere wirkt unprofessionell.
Halte das Schreiben trotz der Kürze persönlich. Schreibe also keine Firma an, sondern namentlich eine bestimmte Person in einer Firma. Dein Brief beginnt also nicht mit „Sehr geehrte Damen und Herren“, sondern mit „Sehr geehrte Frau sowieso“ oder mit „Sehr geehrter Herr sowieso“. Andernfalls nimmst Du Dir die so wichtige Chance des telefonischen Nachfassens. Und diese Chance brauchst Du. Von alleine melden sich nur sehr wenige Leute zurück.

Schicke nicht gleich einen Waschkorb voll Post ab. Dosiere die Aktion fein mit nur wenigen Briefen. Fasse nach ein paar Tagen telefonisch nach und höre Dir die Reaktion an. Hat der Empfänger begriffen, was Du ihm andienst? Hat er Fragen?
Jetzt kannst Du am Schreiben für die nächste Aktion noch Fein- und Feilarbeit leisten.

Zur Veranschaulichung 2 Extreme:
Unpersönlich gehaltene Sendung an alle Haushaltungen mit Tagespost in einem bestimmten PLZ-Bereich. Rückläufer (aber noch lange kein Auftrag!) um die 2 bis 5 Promille.
Nicht viel besser dran bist Du mit teuren Zielgruppen-Adressen vom Adressverlag.

Dagegen eine sorgfältig ausgewählte Zielgruppe mit im Vorfeld recherchierten Ansprechpartnern (einschl. Durchwahl, Vorname, Titel, Funktion, genaues Arbeitsgebiet, Abteilungsbezeichnung, Namen der engsten Mitarbeiter sowie jede Information, die Du bekommen kannst), anschließend persönliches Schreiben, gefolgt von persönlichem Kontakt über telefonisches Nachfassen: Trefferquote von einigen -zig Prozent - und zwar nicht nur Rückläufer, sondern Aufträge!

Zusammengefaßt: 5000 Adressen vom Adressverlag haben den Wert von Altpapier mit hohen Folgekosten für Porto.
Aber höchstens 50 wie oben beschrieben ausgewählte Personen sind die Basis für eine Existenz.

Gruß
Wolfgang

PS: Selbst hatte ich vor etlichen Jahren als Ingenieur meine liebe Not mit den Kontakten zu potentiellen Kunden. Wenn man aber nach einiger Zeit merkt, daß nicht Masse, sondern die gefeilte Klasse in jedem Einzelfall den Erfolg bringt, macht’s plötzlich richtig Spaß.