Meine Freundin bekam bis vor 4 Monaten Sozialhilfe (alleinerziehend) und wurde dann an eine Arbeitsloseninitiative vermittelt. Am 1. November 2001 wurde dann ein Arbeitsvertrag mit dieser Initiative geschlossen der eine Probezeit von 4 Monaten enthält.
Somit war ab dann die Sozialhilfe weg und sie konnte sich ihr Geld ganz normal in Teilzeit (5h 5 Tage die Woche) verdienen.
Als sie dann im Dezember zu mir gezogen ist bot sie ihre alte Wohnung der Tochter einer Arbeitskollegin zur Nachmiete an.
Anfangs war alles klar und man war sich einig das diverses Mobilliar von der Nachmieterin übernommen wird. Als wir dann einen Termin zur Übergabe mit dem Vermieter machen wollten erfuhren wir das die Nachmieterin die Möbel nicht haben wolle und wir die Wohnung komplett räumen müßten. Also noch ein Monat Miete und die Entsorgungskosten zusätzlich. Wir waren natürlich sauer und es gab einen Streit zwischen der Tochter und uns in dessen Verlauf ich der Tochter sagte das Sie nicht die einzige Nachmieterin wäre und wir schon dem Vermieter andere Interessenten genannt hätten.
Danach begann der Ärger am Arbeitsplatz. Die Arbeitskollegin redete nicht mehr mit meiner Freundin und führte mehrere Gespräche über die Sache mit dem Leiter des Kiosk Herrn H. Dieser sprach meine Freundin auch mehrmals wegen deswegen an. Einige Zeit später wurde Sie auch von Hernn E. dem Projektleiter und Personalverantwortlichen für dieses Arbeitslosenprojekt wegen Ihrer Krankentage angesprochen. Jedoch nicht abgemahnt. Sie ist vom November an bis jetzt 15 Tage Krank gewesen. Ihr wurde angedroht bei weiteren Kranktagen entlassen zu werden. Im übrigen solle sie nun auch endlich die Wohnung räumen damit wieder Ruhe im Kiosk herrsche. Wohlgemerkt es wurde am Arbeitsplatz nicht darüber geredet. Dienstlich redeten die beiden miteinander.
Einen Tag später wurde meine Freundin dann beschuldigt ihre Arbeit nicht richtig zu erledigen. Begründet wurde dies mit dem „häufigen Krank sein“ und das deswegen andere ihre Arbeit machen müßten. (Laut den Dienstplänen sind alle Arbeiten von ihr erledigt worden.)
Das finale Ende folgte dann am 26.02. nach Feierabend. Meine Freundin wurde von Herrn H. gefragt ob sie Zeit für ein Gespräch zwischen ihm und Herrn E. in der Geschäftsstelle im Nachbarort hätte. Er würde sie in seinem Auto mitnehmen. Einen Grund für das Gespräch wollte er nicht nennen - nur das Herr E. mit ihr, der besagten Kollegin und einer weiteren Mitarbeiterin reden wolle.
Sie fuhr also mit und wurde dann von Herrn E.mit Vorwürfen wegen der Wohnungsübergabe an die Tochter der Kollegin überschüttet. Wörtlich wurde ihr gesagt" In einen anderen Firma wären Sie deswegen schon fristlos entlassen worden".
Weiter wurde Sie auch gefragt warum sie denn mit zusammengezogen wäre. Da ihr vor 2 Jahren das Sozialamt einen Teil des Mobiliars bezahlt hatte könne sie doch die Möbel jetzt nicht einfach so wegwerfen und was sie machen würde wenn die Beziehung zu mir in die Brüche geht. Überdies will sich der Herr E. noch danach erkundigen ob es denn rechtens wäre wenn sie Geld für Dinge habe wolle die ihr das Sozialamt bezahlt hatte. (Wir wollten eigentlich nur Geld für 6 Monate alte Teppichböden die ich gekauft habe). Insgeamt waren die Vorwürfe massiv und bezogen sich ausschließlich auf private Dinge.
Man könnte ja jetzt fragen warum sich meine Freundin das überhaupt angehört hat.
Dazu muß man allerdings wissen das sie vor etwa 2 1/2 Jahren über ein Frauenhaus von ihrem Ehemann geflüchtet ist. Er hatte sie systematisch psychisch gequält und ihr gedroht sie wegen ihrer polnischen Staatsanghörigkeit wieder nach Polen zu schicken. Diese Angst sitzt - wenn auch unbegründet - immer noch tief. Die gesamte Vorgeschichte ist Herrn E und auch Herrn H bekannt. Sie wußten welche Folgen dieses Gespräch haben kann. Überdies wurde wohl so massiv Druch auf sie ausgeübt das ihr der Gedanke einfach den Raum zu verlassen gar nicht kam.
Nach dieser Zusammkunft brach meine Freundin mit einem Nervenzusammenbruch zusammen. Sie war noch am selben Abend in Ärztlicher Behandlung und deswegen am nächsten Tag krank. Genau am 28.02.02 bekam sie dann die fristgemäße Kündigung während der Probezeit. Diese war ausgestellt am 27.02. Die Probezeit wäre am 1.3 Zuende gewesen.
Das war doch Absicht!
Welche rechtlichen Möglichkeiten hat sie jetzt? Würde eine Anzeige wegen Körperverletzung Erfolg haben? Macht es Sinn vor das Arbeitsgericht zu gehen?
Für jeden Hinweis sind wir Dankbar!
Übrigens die Initiative wird von der örtlichen Kommune gefördert und die Beschäftigten arbeiten im öffendlichen Dienst.
Danke das Ihr euch die Mühe gemacht habt meinen „Roman“ zu lesen!
Gruß
Achim
