Ehegattenunterhalt

liebe www.ler,
heute ist bei meiner Freundin Großkampftag, nun also auch noch dieses Brett, nachdem ich weiter unten ein Posting ähnlich fand:

Ihr Mann muss für sie und die Kinder zahlen (Kinder 3+6), keine Kinderbetreuung in dem Ort möglich, Frau hat auch mit Geburt des 1. Kindes aufgehört zu arbeiten. Er war in führender Position in einem Baumarkt tätig.

Als es mit den Unterhaltszahlungen losging (Schelm wer Arges dabei denkt) hat er seinen Job gekündigt und sich als Ich-Unternehmer selbständig in der Baubranche gemacht. Hat ein sehr teures sprich komfortables Auto geleast(zwecks Repräsentation), führt aufwendigen Lebensstil, exklusive Kleidung und sie wegen einer Jüngeren verlassen, die nicht arbeitet und möglicherweise ein Kind von ihm hat.

Nun sollen die Geschäfte so schlecht laufen (fast logisch in der Baubranche), dass es ihm nicht mehr möglich ist, den notwendigen Unterhalt zu zahlen (war von beiden Anwälten festgelegt worden).

D.h. er hat eigenständig reduziert, weitere Reduzierungen angedroht. Sie lag (noch im Haus wohnend im Dezember) mit 50 € über dem Sozialhilfesatz.

Meine Frage: kann das nicht als bewusste Einkommensverringerung gesehen werden, um nicht zahlen zu müssen? Und dann den Staat einspringen lassen (eine Bekannte konnte dies vor Jahren nachweisen und der Mann wanderte in den Bau, aber soweit muss es ja nicht kommen) nach dem Motto was interessiert mich meine Zusage von gestern?

Gibt es diesbezüglich Urteile, Regelungen?
Danke Chris

Es kommt bei dem Unterhalt erst einmal darauf an, in welcher Form dieser tituliert ist. Eine eigenmächtige Reduzierung geht natürlich nicht, weil ja vermutlich ein Vollstreckungstitel über die alte Höhe in der Welt sein wird, aus dem vollstreckt werden kann. Bei Unterhalt gibt es keine Pfändungsgrenzen, sondern nur den Selbstbehalt.

Aber richtig ist auch, daß der, der nicht leistungsfähig ist, nicht leisten braucht und Herabsetzung des Unterhalts verlangen kann. Ist er selbstverschuldet nicht leistungsfähig (bleibt er also finanziell unter seinen Möglichkeiten), wird fingiert, er habe das höhere Gehalt und muß trotzdem zahlen.