Zu schnell gefahren und geblitzt

Guten Tag…

mir ist neulich etwas saublödes passiert…
Ich bin in einer wie sich später rausstellte, 30er Zone geblitzt worden…bin schätzungsweise 60-70km/h gefahren…
Ausgerechnent mir, der ich echt nie rase muss das passieren…ich war kurz in Gedanken…Strasse leicht abschüssig…hab gar nicht gemerkt das ich langsam schneller geworden bin…

Meine Frau als Halter des Wagens hat nun ein Schreiben bekommen in dem sie in einem Fragebogen angeben soll wer der Fahrer war.
Angegeben wird darin nur das es sich um eine Ordnungswidrigkeit nach § 24 STVG handelt und das Datum…keine Ort etc…

Gibt es irgendeine Möglichkeit sich so zu verhalten dass ich nicht den Führerschein verliere oder unsere ohnehin gebeutelte kl. Familie jetzt extrem finanziell leiden muss???

Einen Umstand muss ich unbedingt noch erwähnen, vielleicht kann man das ja mildernd einsetzten…
Die fast 2Km lange Strasse hat nur ganz am Ende ein einziges 30erZonen-Schild!
Ich habe später mehrfach alles abgesucht, es gibt wirklich nur dieses eine, in eine Richtung zeigende Schild, auch auf dem Fahrbahnbelag ist nirgendwo etwas aufgemalt…
Ich kam jedoch aus der anderen Richtung und hatte nirgendwo die Chance zu lesen, dass es sich um eine 30erZone handelt…
Ok…60-70km/h innerhalb der Ortschaft ist ja auch zu schnell…aber da wird die Strafe ja wohl anders ausfallen…
Daher die Frage…wie kann ich mich da verhalten…soll ich es abstreiten?, muss ich einen Rechtsanwalt nehmen…? soll ich den Sachverhalt so wie hier geschildert im Fragebogen angeben???

Für Hilfe wäre ich sehr dankbar!!!

Beste Grüsse aus Ulm
Bernd

Hallo Bernd,

ich habe mal das Stvg online durchgeblättert, aber bin auch nicht schlauer geworden. Schau mal selbst.

http://verkehrsportal.de/stvg/stvg.html

Gruß

Knautschke

http://www.ramblinbluesband.de

… ist dumm gelaufen
Hallo Bernd,

in dem Bereich bin ich kein Experte, aber:

Ausgerechnent mir, der ich echt nie rase muss das
passieren…ich war kurz in Gedanken…Strasse leicht
abschüssig…hab gar nicht gemerkt das ich langsam schneller
geworden bin…

Das glaube ich Dir ohne weiteres. Ich habe noch nie einen gehetzten Goldschmied erlebt, ich glaube, der würde gerade so eben Bleigeißen hinkriegen… :wink:

Ich kam jedoch aus der anderen Richtung und hatte nirgendwo
die Chance zu lesen, dass es sich um eine 30erZone handelt…

Wenn dort wirklich kein Schild ist, und das mit Deiner Richtung und dem Ort des Blitzgerätes hinhaut, halte ich das durchaus für relevant. Ich habe so im Kopf, dass man bei solchen Bescheiden auf jeden Fall erstmal zahlen muss. Normal steht sowas auch auf dem Bescheid. Frage sonst beim zuständigen Amt nach, erkläre denen das mit dem Schild und frage, wie Du am besten vorgehst. Das mit dem fehlenden Schild werden die wahrscheinlich als Ausrede abtun, aber das musst Du ja nicht während des Telefongesprächs beweisen, sondern schriftlich einreichen. Du musst Dich aber beeilen, die Fristen für den Widerspruch sind meist sehr kurz, eine Woche, glaube ich.

Gibt es irgendeine Möglichkeit sich so zu verhalten dass ich
nicht den Führerschein verliere oder unsere ohnehin gebeutelte
kl. Familie jetzt extrem finanziell leiden muss???

Falls alle Stricke reißen: Hast Du eine Oma mit Führerschein oder so? Jemanden, der nicht mehr fährt? Ein Bekannter hat für seine Oma mal den Führerschein verloren, weil sie zu viele Punkte angesammelt hat, ohne in den letzten 30 Jahren ein Auto gefahren zu haben… Zahlen müsstest Du natürlich.

Meine Frau als Halter des Wagens hat nun ein Schreiben
bekommen in dem sie in einem Fragebogen angeben soll wer der
Fahrer war.

Das mit der Oma geht allerdings nur, wenn kein deutliches Foto existiert. Das Anschreiben deutet ja darauf hin, dass zumindest ein Mann zu erkennen ist, sonst hätten die ihr den Bußgeldbescheid direkt zukommen lassen. Allerdings wird normalerweise das Foto gleich mitgeschickt.
Es bringt m.E. auch nichts zu sagen, dass man den Wagen zu dem Zeitpunkt nicht selbst gefahren ist, sondern jemand anders, man könne aber nicht mehr nachvollziehen, wer das war.

Gruß Oskar

P.S.: Ich weiß das alles nicht, weil ich so rase, sondern weil ich in einem CarSharing-Verein gearbeitet habe, da kommt so einiges an Knöllchen zusammen. Wollte ich nur gesagt haben! :-o

Hi Bernd,

Ich bin in einer wie sich später rausstellte, 30er Zone

geblitzt worden…bin schätzungsweise 60-70km/h gefahren…

Macht je nachdem, wie schnell es (genau) war entweder 1 Monat keinen FS oder einen Eintrag, daß es ein Freischuß war (zwischen 26 und 30 km/h zuviel) - kannst Du auf der Seite, die unten erwähnt ist, nachrechnen.
Es handelt sich bei der „Strafe“ nicht um einen Führerscheinentzug, sondern ein Fahrverbot, d.h. Du gibst Deinen Lappen bei der entsprechenden Behörde ab und kannst ihn Dir 4 Wochen später wieder abholen (er wird eventuell auf Wunsch auch zugeschickt).

Gibt es irgendeine Möglichkeit sich so zu verhalten dass ich
nicht den Führerschein verliere

wie gesagt: es handelt sich um ein Fahrverbot, nicht um einen FS-Entzug (es sei denn, Du hast in den letzten Jahren schon reichlich Punkte gesammelt…)
Den Zeitpunkt des Fahrverbots kannst Du übrigens (hoffentlich noch, irgendwas wollen sie daran ändern) innerhalb etlicher Monate selbst festlegen.
Mit Lügen (der „Karl“ ist gefahren …) wäre ich vorsichtig,. Das kann ins Auge gehen (die Fotos heutzutage sind schon recht deutlich)

oder unsere ohnehin gebeutelte

kl. Familie jetzt extrem finanziell leiden muss???

Na gut, bei 30 zu schnell sinds 60 €, bei mehr dann 100 €; das holst Du durch Spriteinsparung während des Fahrverbots wieder rein :wink:.

Ok…60-70km/h innerhalb der Ortschaft ist ja auch zu
schnell…aber da wird die Strafe ja wohl anders ausfallen…
Daher die Frage…wie kann ich mich da verhalten…soll ich es
abstreiten?, muss ich einen Rechtsanwalt nehmen…? soll ich
den Sachverhalt so wie hier geschildert im Fragebogen
angeben???

Kopf hoch! Ich weiß wie es Dir grade geht…(126 statt 80, eine geile Kurve, nur: seit einiger Zeit kann man auch in Kurven blitzen!)

Grüße
HylTox
*derschwarzeblitz*

PS: angenommen es ist Dein erstes (punktewürdiges) „Vergehen“: Du bekommst durch das Fahrverbot auch nicht den berüchtigten „Säuferbalken“ in den FS

Das ist ja hanebüchen!

Laß` Dir keinen Mist erzählen.

1.) Beschilderung:
irgendwo am anderen Ende der Zone 30, an welchem Du in selbige eingefahren bist, gibt es ein Schild. Das reicht, diese Argumentation kannst Du also getrost vergessen. Merke: in Deutschland gibt es niemals zu wenig Schilder, eher zu viele…

2.) Anhörungsbogen:
Deine Frau hätte denselben Bogen erhalten, wenn eine Frau oder genau sie auf dem Foto erkennbar wäre.

3.) Vorgehensweise:
ich weise klar darauf hin, dass ich hier nur Erfahrungen anderer wiedergebe und meine Angaben ohne Gewähr sind (das muss man schreiben, hier laufen ein paar verrückte Hilfssherriffs herum).
Ihr habt nun die Möglichkeit anzugeben, dass Ihr (genauer: Deine Frau) den Wagen nicht gefahren hat und auch nicht weiss, wer den Wagen zur fraglichen Zeit gefahren hat. Daraufhin wird man bei Euch vorstellig werden, ggf. auch bei den Nachbarn und nachfragen, wer den der wilde, rasende Schwerverbrecher auf dem Foto sein könnte. Erkennt man Dich, hast Du verloren.
Die Angaben zur Person im Anhörungsbogen sind auszufüllen, sonst gar nichts!

Deine Frau könnte auch zugeben, dass sie gefahren ist und würde dann die Strafe erhalten, auch wenn auf dem Bild eindeutig ein Mann zu sehen ist, erfahrungsgemäss wird das nicht mehr abgeglichen, sobald jemand die Tat zugibt. Wichtig ist, dass Du Dich nicht auf Spielchen wie ein Angebot zur Punkteübernahme durch einen Fremden beispielsweise über E-Bay einlässt. Das ist definitiv eine Straftat und lohnt sich bei der zu erwartenden Strafe von 1 Monat nicht.

Ferner könntest Du selbst die Tat zugeben und Dir Deine gerechte Strafe abholen. 1 Monat sitzt man bei 3 Wochen Urlaub auf der linken Pobacke ab, Du kannst ja innerhalb von 12 Monaten nach Erhalt der Entscheidunh wählen, wann Du „Deine Strafe antrittst“.

Ausserdem könntest Du den rechtsweg beschreiten und zugeben, dass Du gefahren bist, jedoch die Beschilderung nicht korrekt war u.s.w. Das kostet jedoch ordentlich Geld und bringt bei der niedrigen zu erwartenden Strafe m.E. nichts.

Also überlegt Euch, wem der FS-Verlust weniger weh tut und sitzt den Monat ab.
Alles andere, auch Erklärungen wie „ich habe in 25 Jahren nie einen Strafzettel bekommen, bitte lassen Sie Milde walten“ kannst Du vergessen, es wird nicht zur Verkehrssicherung, sondern zur Sanierung der öffentlichen Haushalte geblitzt. Die Gemeinden kalkulieren fest mit diesen Einnahmen, es gibt „zero tolerance“.

Und nun noch ein richtig guter Satz (v.a. aus meinem Munde) mit speziellen Grüßen an meinen Freund „BerndW“: die Gesetze sind für alle da, wo kämen wir hin, wenn jeder sie nach eigenem Gutdünken übertreten würde? Solche Raser wie Dich muss man sofort aus dem Verkehr ziehen, es ist ja scheißegal, ob Du Deinen Job verlierst, bist ja selber Schuld. 5 Jahre Zuchthaus wären eine adäquate Strafe, also lamentiere hier nicht rum und akzeptiere Dein Los…! :wink: (Zynikmodus aus)

Grüße,

Mathias

Vielen Dank für Eure guten Tips und Anteilnahme… :smile:

Aber gibts denn nicht doch eine Möglichkeit die Sache anzufechten???
Nicht dass ich meine Suppe, die ich mir eingebrockt habe grundsätzlich nicht auslöffeln will, aber ich konnte definitiv nicht wissen das es eine 30er Zone war…und das kann jeder vor Ort schnell feststellen…es ist wirklich nur ein Schild am Anfang der der Strasse und ich kam über eine Seitenstrasse auf die besagte Strasse…die Strasse ist ca 2 KM lang und man hat keine Chance irgendwo ein Schild zu mit 30KM/h zu lesen ausser eben ganz am Ende, wenns schon zu spät ist…!!!

Vielleicht kann ein Rechtsanwalt etwas dazu sagen???

Vielen Dank,
Bernd

Hi Bernd,

Aber gibts denn nicht doch eine Möglichkeit die Sache
anzufechten???
Nicht dass ich meine Suppe, die ich mir eingebrockt habe
grundsätzlich nicht auslöffeln will, aber ich konnte definitiv
nicht wissen das es eine 30er Zone war…und das kann jeder
vor Ort schnell feststellen…es ist wirklich nur ein Schild
am Anfang der der Strasse und ich kam über eine Seitenstrasse
auf die besagte Strasse…die Strasse ist ca 2 KM lang und man
hat keine Chance irgendwo ein Schild zu mit 30KM/h zu lesen
ausser eben ganz am Ende, wenns schon zu spät ist…!!!

Vielleicht kann ein Rechtsanwalt etwas dazu sagen???

Ich bin kein Rechtsanwalt, aber wenn der Sachverhalt so ist, wie Du ihn beschreibst, dann schreibe genau das (mit dem nicht vorhandenen Schild aus der Seitenstraße) in den Anhörungsbogen, der Dir in der Sache zugeht (die kommen ja nicht gleich kassieren, da kannst Du erst nochmal Stellung nehmen). Dann würde ich warten, was sie dazu sagen…

Grüße
HylTox