Familienrecht

Hallo,

ich hoffe, jemand kann mir Auskunft geben wie man in folgendem familienrechtlichen Problem am besten vorgehen kann.

Fall in Kurzfassung:
Scheidung vor 3 Jahren. Kind (7 Jahre) lebt seit der Trennung beim Vater. Dies wurde damals einvernehmlich so geregelt, da der Vater von Geburt des Kindes an daheim und nicht berufstätig war. Mutter voll berufstätig. Gemeinsames Sorgerecht. Größere räumliche Entfernung zwischen Vater und Mutter.
Vater hat nach der Trennung Vollzeitbeschäftigung aufgenommen und die Kinderbetreuung überwiegend der neuen Lebensgefährtin überlassen. Momentan ist er arbeitslos, sucht aber neue Anstellung bundesweit. Er plant, eine neue Stelle (auch in weit entfernter Stadt) anzunehmen und das Kind bei der Lebensgefährtin zu lassen.
Mutter möchte das Kind unter diesen Voraussetzungen (schlechtes Verhältnis zur Lebensgefährtin des Ex) unbedingt zu sich nehmen, da sich der Vater ja sowieso nicht um das Kind kümmert.
Problem: Kind hängt sehr an der neuen „Mutter“. Es hat aber auch ein gutes Verhältnis zur leiblichen Mutter. Das soziale Umfeld (Schule, Freunde) würde sich beim Umzug zur Mutter komplett ändern.

Wie soll die Mutter am besten vorgehen?

Im Voraus herzlichen Dank für alle Tips und Hinweise!

Findus

Mal ganz ohne -rechtlichen- Rat:

Die Mutter sollte mal in aller Ruhe überlegen, was für das Kind das beste ist, und nicht was sie will. Der Rest ergibt sich dann schon.

Pop

Hallo Findus,

da es ein gemeinsames Sorgerecht gibt, denke ich schon, daß die Mutter ein Veto einlegen könnte, was den Verbleib des Kindes angeht. Die Frage ist nur, was will das Kind?
Es ist das schwächste Glied in der Kette und nur weil die Mutter die Freundin vom Ex nicht leiden kann, sollte sie nicht versuchen, das Kind umzupflanzen.

Allerdings kann ich auch nicht ganz nachvollziehen, warum der Vater, der ja die Fürsorgepflicht für das Kind hat, eine Arbeit weit entfernt annehmen will…

Aus meinem Bekanntenkreis kenne ich eine solche hin und her Reicherei, die eigentlich auch ganz harmlos begann…mit 14 ist das Kind dann freiwillig! in eine Pflegefamilie gegangen.

Das erinnert mich irgendwie ein bisschen an die Geschichte mit den zwei Frauen und dem Kind, vor König Salomo…sorry

Grüße
Maja

Moral
Leute, Leute,

ich habe im Brett „Recht“ gepostet und nicht im Brett „Moral“!

Wie kommt ihr dazu die Mutter so pauschal zu verurteilen ohne die Begleitumstände zu kennen? Sie hat sich das alles SEHR gut überlegt. Wenn es um IHRE Interessen ginge, hätte sie das Kind nicht bei der Trennung beim Vater gelassen. Das hat sie eben getan um es nicht aus seinem sozialen Umfeld zu reißen. Letzteres hat der Vater aber kurz darauf getan und sich auch nicht an die Vereinbarung gehalten nicht zu arbeiten bis das Kind eingeschult ist. Er kümmert sich überhaupt nicht mehr um sein eigenes Kind!

Die neue Lebensgefährtin (wobei die Beziehung auch schon massiv wackelt) unterbindet den Kontakt zur leiblichen Mutter. Kleine Kinder sind gut manipulierbar. Die Frau versucht nach Kräften die Mutter des Kindes schlecht zu machen.

Haltet ihr das wirklich für die Kindesentwicklung förderlich? Meint ihr nicht, dass das Kind - zu Recht - später den leiblichen Eltern vorwerfen wird sie hätten sich beide nicht um das Kind gekümmert? Ihr braucht das nicht zu beantworten, denn darum geht es im Posting nicht!

Die leibliche Mutter kann ihre Arbeitszeit reduzieren und somit nachmittags, wenn das Kind aus der Schule kommt selbst für es da sein.

Findus

Hallo,
Von der rechtlichen Seite muß das Aufenthaltsbestimmungsrecht neu geregelt werden. Den Antrag sollte ein RA für die Mutter ausfüllen.

Zur Moral mag ich nicht viel sagen:
Für die Mutter mag es so scheinen, als ob der Vater das Kind vernachlässigt. Ist das Kind den vernachlässigt? Fühlt es sich unwohl bei der „Neuen“? Wird es geschlagen?
Die negative Beeinflußung ist nicht ok. Aber kann denn eine Kindererziehung objektiv sein, welche Werte werden denn vermittelt? Sollen darüber Psychologen und Richter entscheiden?

Das Kindeswohl ist auch bei Gericht entscheidend. Hier wird mit ziemlicher Sicherheit die „Moral“ eine Rolle spielen.
Der Prozess wird dem Kind bestimmt mehr schaden, als nutzen.

Gruß
Harry

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Hallo,

ich selbst bin Vater zweier Kinder (2 und 4). Gemeinsames
Sorgerecht und Wochenenden beim Papa sind derzeitiger Stand.
Das nur vorweg zu meiner Situation in der ich stecke.

Ich hab keine Ahnung ob du die Mutter bist ?!
Aber wenn du die Mutter sein solltest, finde ich deine Überlegungen
sehr gut nachvollziehbar. Meine Ex hat auch einen neuen Lebensgefährten und er scheint auch ganz nett zu den Kindern zu sein.
Aber würde sich irgendwann der Zustand einstellen, das er die Kinder
bekommt weil die Mutter keine Zeit (oder Lust) mehr hätte, würde ich
die Kinder sofort zu mir holen.

Es wäre für mich unerträglich, wenn eine mir fremde Person - egal ob gut oder böse - meine Kinder durch seine Erziehungsmethoden massgeblich prägen würde. Kinder gehören vornehmlich von den
leiblichen Eltern erzogen. Und wenn einer von beiden nicht mehr
will oder kann, muß der andere Elternteil versuchen diesen Part
zu übernehmen. Und bestimmt nicht irgendeine andere Person !!

Meine Kinder sind extrem stark auf mich fixiert, so das
es eigentlich den Kindern gegenüber fair wäre, wenn diese
zu mir ziehen würden. Ich hätte noch nicht mal finanzielle Probleme
dadurch, da ich beruflich kaum eingespannt bin. Den überwiegenden Teil meines Jobs kann ich von zu Hause machen.

Leider hab ich nicht so eine vernünftige Ex, wie die Mutter von der du hier geschildert hast, bzw. die du zu sein scheinst. Ich find das voll
Ok sich Gedanken um das Wohl der Kinder zu machen. Und es ist oft sehr schwierig, den gesunden Mittelweg zu finden, welcher den Kindern am wenigsten dabei schadet.

Mein Vorschlag für deine Situation:
Bei jeder Entscheidung die Frage stellen „Schadet dies den Kindern“
und erst dann handeln. Dir selbst die Frage stellen, ob du evt. bereit wärst, deinen Job aufzugeben, in die Gegend des Vaters zu ziehen um
die Kinder dann zu dir zu nehmen, ohne sie dabei aus ihrem Umfeld reissen zu müßen. Ich weiß, ein extremes Szenario … aber wer will
der kann das auch ! Sofern du die Kinder denn auch willst !

Kannst mir ja gern nochmal mailen falls du Lust auf einen weiteren Erfahrungsaustausch hast, aber dann bitte an meine Mailadresse und nicht hier … hier bin ich zu selten.

LG Olli

P.S. Ich weiß … das hier ist ein RECHT-Board … eine Rechtsberatung in diesem Fall halte ich aber für fehl am Platz, da die Entscheidung für die Kinder möglichst ohne Urteil erfolgen sollte … im Interesse der Kiddies !

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