Hochzeitsglocken

Hi,
ich brauche eine „Checkliste“ für eine „Eheschließung mit Vertrag“ incl. Gütertrennung, Sorgerecht, gemeinsamer Kinder usw.
Wer kann Stichpunkte, URLs,… nennen?

cu
fuddel

Hi,
ich brauche eine „Checkliste“ für eine
„Eheschließung mit Vertrag“ incl.
Gütertrennung, Sorgerecht, gemeinsamer
Kinder usw.
Wer kann Stichpunkte, URLs,… nennen?

Du findest jede Menge URLs wenn Du das Stichwort „Ehevertrag“ eingibst. Mein Rat: lass Dich fachmännisch beraten! Der Anwalt, der so was aufsetzt berücksichtigt meist nur die Interessen der auftraggebenden Seite und nicht beider. Wenn es Kinder aus früheren Ehen/Verhältnissen gibt, einer ein Gewerbe hat oder viel Vermögen, oder Verpflichtungen aus vorh. Ehen/Geschäftsbeziehungen macht es Sinn - bei aller Liebe und allem Vertrauen - einen Ehevertag in Erwägung zu ziehen. Ich weiss nicht, ob man in D auch nach amerik. Stil Rechte und Pflichten à la x mal Sex/Woche, Frau kocht, Mann pflegt das Auto, der Hund wird abwechselnd Gassi geführt, Frau darf sich das Haar nicht blond färben etc… - bzw. bis zu welcher Grenze - vertraglich vereinbaren kann. Es könnte sich aber wirklich lohnen, sich unabhängig vom zukünftigen (Vertrags)Partner beraten zu lassen.

Das mit der Liebe und dem Vertrauen spar ich mir jetzt. Du wirst schon wissen, warum Du fragst. Allerdings kann ich mich nicht zurückhalten zu sagen, dass wenn mir einer mit Ehevertrag daher kommen würde, ohne eine wirklich gute Begründung - wie z.B. Schutz der Kinder aus vorh. Ehen, Schutz der Familie vor fin. Ruin - zu haben, ich mir das Ganze mit dem Heiraten gründlich & ernsthaft überlegen würde. Wer mich nur für ‚gute Zeiten‘ braucht, kann mir gestohlen bleiben. Unter Umständen kann „nicht heiraten“ billiger und unkomplizierten sein.

Gruß und viel Glück,

Ama

Ehevertrag, Grenze der sittenwidrigkeit

Ich weiss nicht, ob man in D auch nach
amerik. Stil Rechte und Pflichten à la x
mal Sex/Woche, Frau kocht, Mann pflegt
das Auto, der Hund wird abwechselnd Gassi
geführt, Frau darf sich das Haar nicht
blond färben etc… - bzw. bis zu
welcher Grenze - vertraglich vereinbaren
kann. Es könnte sich aber wirklich
lohnen, sich unabhängig vom zukünftigen
(Vertrags)Partner beraten zu lassen.

Gruß und viel Glück,

Ama

Hierzu sind in Deutschland sehr enge Grenzen der sittenwidrigkeit gesetzt. Diese Dinge lassen sich in der Regel nicht einklagen. Wenn es hierzu Differenzen gibt und die Partner sich nicht mehr einig werden, ist die Ehe als gescheitert zu betrachten und eine Scheidung in Erwägung zu ziehen.

Gruß
Gerald

Wieso nur hat ein Ehevertrag so nen schlecht Ruf? Er bedeutet doch nichts anderes, als für klare Verhältnisse zu sorgen und von vorneherein auszuschliessen, dass einer den anderen abzocken kann.
Was ist daran schlimm???
Mit Liebe und Vertrauen bzw. einem Mangel daran hat das doch überhaupt nichts zu tun. Meiner Meinung nach eher mit Verantwortungsbewusstsein und Realismus.

Klar, man ist verliebt, schwebt auf Wolke sieben und alles ist ganz, ganz toll. Wir lieben uns bis ans Ende aller Zeit, würden nie auseinandergehen usw. usw.
Aber niemand, wirklich niemand kann wirklich WISSEN, dass es gutgehen wird. Es kann so viel passieren und dazwischenkommen. Man KANN einfach nicht mit absoluter Sicherheit sagen, dass man für immer zusammen bleibt.
So wie viele andere auch, bin auch ich mir sicher, den Mann meines Lebens gefunden zu haben. Trotzdem bin ich mir auch im Klaren darüber, dass nichts auf dieser Welt sicher ist. Das ist weder Pessimismus noch Kaltschnäuzigkeit, sondern einfach eine Tatsache. Aus diesem Grund weiss ich das Glück, das ich mit ihm erlebe auch sehr genau zu schätzen und würde es nie als selbstverständlich betrachten.

Genau so ist das doch auch mit nem Ehevertrag. Man macht sich Gedanken über die Zukunft und ist sich der Eventualitäten bewusst. Das bedeutet nicht, dass man eine Trennung als unausweichlich ansieht - im Gegenteil. Aber sollte es wirklich soweit kommen, dann ist man wenigstens vorbereitet - auf eine gewisse Art und Weise.

Angenommen, mein Mann hat Immobilienbesitz, den er sich schon vor der Ehe gekauft und alleine finanziert hat. Während der Ehe leben wir beide drin, klar. Sollten wir uns dann trennen, dann ist es doch selbstverständlich, dass diese Immobilie auch weiterhin ihm alleine gehört und ich keinerlei Ansprüche darauf erhebe. Sowas kann man im Ehevertrag regeln.

Anders ist es natürlich, wenn Kinder da sind und die Frau deswegen nicht arbeiten und selbst Kohle verdienen konnte. Dann muss natürlich eine ausreichende Versorgung sichergestellt werden.

Das sind alles Dinge, die man regeln kann und meiner Meinung nach auch sollte.

Oder was würdest Du tun?
Angenommen, der Mann Deiner Träume hat Geld wie Heu. Würdest Du dann nicht auch nen Ehevertrag machen, schon alleine um nie in den Verdacht zu kommen, Du wärst ja nur hinter der Kohle her?
Wenn ich einen Mann liebe, dann nicht wegen seines Geldes. Es ist schön, wenn er welches hat und es mit mir teilt - sprich, wenn ich während der Beziehung auch davon lebe. Aber wenn diese Beziehung jemals vorbei sein sollte, dann ist es immer noch sein Geld und soll es auch bleiben.

Es gibt so viele schmutzige Scheidungen, bei denen einer gnadenlos über den Tisch gezogen wird. Da scheint es überhaupt nichts mehr zu zählen, dass man sich doch irgendwann mal geliebt hat…
Ich glaube, mit nem vernünftigen Ehevertrag kann ne Trennung, wenn sie schon nicht zu vermeiden ist, viel sauberer und fairer über die Bühne gehen, als mit ner herkömmlichen Scheidung.

Gruss
Gudrun

Wie gut, dass es unterschiedliche Meinungen gibt! Das hat mit „Liebe und Vertrauen“ wirklich nicht das geringste zu tun. Ein Ehevertrag ist wie eine Versicherung - du sagst ja auch nicht „eine Krankenversicherung schließe ich nicht ab, dass hieße ja, die Krankheit heraufzubeschwören…“

Ich halte heutzutage jede Eheschließung ohne vorherigen Ehevertrag für grob leichtsinnig - den Ehevertrag macht man, verstaut ihn irgendwo und vergisst ihn. Eine Ehe als solche wird dadurch weder brüchiger noch fester. Im Idealfall finden ihn irgendwann mal die Erben im Nachlass. Im „Ernstfall“ ist aber alles geklärt und die Scheidung geht ohne (zusätzlichen) Streit und ohne Kosten über die Bühne. Hast du dir in letzter Zeit mal die Gebühren von Gericht und Rechtsanwälten angeschaut???

Gruß
Stefan

Das mit der Liebe und dem Vertrauen spar
ich mir jetzt. Du wirst schon wissen,
warum Du fragst. Allerdings kann ich mich
nicht zurückhalten zu sagen, dass wenn
mir einer mit Ehevertrag daher kommen
würde, ohne eine wirklich gute
Begründung - wie z.B. Schutz der Kinder
aus vorh. Ehen, Schutz der Familie vor
fin. Ruin - zu haben, ich mir das Ganze
mit dem Heiraten gründlich & ernsthaft
überlegen würde. Wer mich nur für ‚gute
Zeiten‘ braucht, kann mir gestohlen
bleiben. Unter Umständen kann „nicht
heiraten“ billiger und unkomplizierten
sein.

Hast mich knapp geschlagen! :wink: (oT)
.

Was ist daran schlimm???

Nichts, solange es für beide ok ist. Für mich wär’s nicht ok, denn wenn ich einem Menschen unterstelle, sich von mir nicht unter fairen Bedingungen trennen zu können, dann will ich den vermutl. gar nicht heiraten (was ja auch wiederum eine gewisse Versicherung ist, Ehevertrag wäre da nur eine Erweiterung). Ebenso, wenn ich meine, ihn nicht ausreichend zu kennen, oder dass er nach einer Werteskala lebt, die meiner sehr unterschiedlich ist oder er meint sich vor mir „absichern“ zu müssen, da ich ja im Fall einer Scheidung unberechenbar werden könnte etc…

Klar, man ist verliebt, schwebt auf Wolke
sieben und alles ist ganz, ganz toll.

Siehst Du, da bin ich eher der vorsichtige Typ. Ich würde nie von Wolke 7 aus heiraten, sondern warten, bis ich wieder festen Boden unter den Füßen habe und wenn dann immer noch alles stimmt … Meine Art von Versicherung halt. Aber sicherlich nicht für jeden das Richtige. Und bei solchen Überlegungen bringt man ja seine ganze Lebenserfahrung mit ein. Vielleicht bin ich bloss so blauäugig, weil ich bisher in der Einschätzung der Leute nie sehr falsch lag und selbst meine gescheiterten Partnerschaften immer noch gute Freundschaften geblieben sind.

Es kann so viel passieren und
dazwischenkommen. Man KANN einfach nicht
mit absoluter Sicherheit sagen, dass man
für immer zusammen bleibt.

Stimmt. Und auch die Scheidungsgesetze regeln nicht immer alles fair. Ebenso, die Eheverträge, wenn man nicht aufpasst!

Genau so ist das doch auch mit nem
Ehevertrag. Man macht sich Gedanken über
die Zukunft und ist sich der
Eventualitäten bewusst. Das bedeutet
nicht, dass man eine Trennung als
unausweichlich ansieht - im Gegenteil.
Aber sollte es wirklich soweit kommen,
dann ist man wenigstens vorbereitet - auf
eine gewisse Art und Weise.

Ich hab ja auch nicht davon abgeraten, sondern gemeint, dass WENN, dann sollten sich - eben aus diesen Gründen - beide unabhängig voneinander beraten lassen, damit nicht einer über den Tisch gezogen wird. (Gar nicht unbed. vom (Ex-)Partner beabsichtigt, aber viell. von dessen Anwalt.)

Sowas kann man
im Ehevertrag regeln.

Soll mir ja recht sein. Für mich wär’s nicht ok. Ich find’s auch irgendwie schade, dass heutzutage so vieles, was auf zwischenmenschlicher Ebene geregelt werden sollte/könnte, gesetzlich/vertraglich/notariell geregelt werden muss. Ist auch in vielen Fällen sehr vernünftig, denn man sieht es ja immer wieder, dass bei dem guten Geld so manche Freundschaft aufhört. (Ich muss dabei immer an das Beispiel mit dem Arzt denken, der wenn seine Instrumente kaputt gehen, gar keine Diagnose mehr stellen kann, weil er sich jahrelang nur auf seine Geräte verlassen kann, weil seine Intuition/Observation u.s.w. mit der Zeit verkümmert sind.)

Es hat auch etwas mit der Werteskala jedes einzelnen zu tun. Manche verkraften’s besser eine Beziehung zu beenden, einen Menschen zu verlieren, als Geld, Haus oder den gewohnten Luxus. Is’ nat. Scheisse, wenn man gleich beides verliert. Oder nicht nur auf Gefühlsebene sondern auch noch materiell betrogen wird.

Dann lieber unglücklich und reich, als unglücklich und arm. Aber Spass beiseite, ich denke, wir sind immer noch in der Rubirk „Recht“ und es geht vorwiegend darum, den Ratsuchenden hier Tipps zu ihren Problemen/Fragen zu geben, als über die Einstellung der einzelnen Teilnehmer zu debattieren. Ich gehe mal davon aus, dass „Fuddel“ sich so ihre/seine Gedanken zu diesem Thema gemacht hat, und seine/ihre Gründe hat, warum er/sie sich zumindest interessiert was das Ganze auf sich hat.

Oder was würdest Du tun?
Angenommen, der Mann Deiner Träume hat
Geld wie Heu. Würdest Du dann nicht auch
nen Ehevertrag machen, schon alleine um
nie in den Verdacht zu kommen, Du wärst
ja nur hinter der Kohle her?

Antworte Du mir zuerst, aber vielleicht per e-Mail, weil das hier überhaupt nicht hergehört, warum ich denn den Mann meiner Träume, unbedingt heiraten muss. Und: im Falle einer Heirat mit nachfolg. Scheidung, hab ich ja immer noch die Möglichkeit ihn nicht abzuzocken sondern mit ihm eine faire Lösung zu finden.

Ich glaube, mit nem vernünftigen
Ehevertrag kann ne Trennung, wenn sie
schon nicht zu vermeiden ist, viel
sauberer und fairer über die Bühne gehen,
als mit ner herkömmlichen Scheidung.

Damit unterstellst Du, dass man nur über einen Ehevertrag sauber und fair miteinander umgehen kann, weil man von vorne herein nicht weiss, ob man das später (noch?) kann.

Es gibt auch faire Scheidungen. Man trennt sich als Freunde, die finanziellen Belange sind schon lange vor der Scheidung ohne Anwalt oder Notar, zu beider Zufriedenheit geregelt. Was beweist, dass man die Liebe nicht auf Ewigkeiten pachten kann, sich aber trotzdem als Menschen nicht falsch eingeschätzt hat und der gegenseitige Respekt und die Freundschaft immer noch da sind, auch wenn die Liebe vorbei ist und die ganze Situation schmerzvoll. Kommt aber selten vor, muss ich zugeben.

So viel zu diesem Thema. Jedem das Seine.

Gruß,

Ama

Wie gut, dass es unterschiedliche
Meinungen gibt!

Stimme 100% zu! :smile:

Das hat mit „Liebe und
Vertrauen“ wirklich nicht das geringste
zu tun.

Das sehe ich halt nicht so. Basta!

„eine Krankenversicherung schließe ich
nicht ab, dass hieße ja, die Krankheit
heraufzubeschwören…“

Eine KV schliesse ich ab, weil ich immer damit rechnen muss, mal krank zu werden. Einen Ehevertrag schliesse ich nicht, weil ich davon ausgehen muss, dass die Ehe vielleicht mal geschieden wird, sondern wenn ich Grund habe, davon auszugehen, dass es dann untereinander nicht fair zugehen wird bzw. dieses Risiko besteht.

(…)Im „Ernstfall“ ist aber alles

geklärt und die Scheidung geht ohne
(zusätzlichen) Streit und ohne Kosten
über die Bühne. Hast du dir in letzter
Zeit mal die Gebühren von Gericht und
Rechtsanwälten angeschaut???

Ja!!! Und ohne Kosten geht’s nie im Leben selbst wenn man sich bei einer Scheidung in allem einig ist.

Gruß

Ama

Eine KV schliesse ich ab, weil ich immer
damit rechnen muss, mal krank zu werden.
Einen Ehevertrag schliesse ich nicht,
weil ich davon ausgehen muss, dass die
Ehe vielleicht mal geschieden wird,
sondern wenn ich Grund habe, davon
auszugehen, dass es dann untereinander
nicht fair zugehen wird bzw. dieses
Risiko besteht.

Dem ist nicht so! Ein Ehevertrag sollte niemanden benachteiligen - eigentlich muss der beurkundende Notar sogar darauf achten, dass dies der Fall ist. Ein Ehevertrag ist eine Versicherung gegen Streit, Zeitverlust und Kosten. Genauso - nebenbei - wie ein Testament, nur dass man damit halt den Erben Streit, Zeitverlust und Kosten spart.

(…)Ja!!! Und ohne Kosten geht’s nie im
Leben selbst wenn man sich bei einer
Scheidung in allem einig ist.

Außer man hat einen Ehevertrag! Selbst bei einer gütlichen Trennung verdienen meist ZWEI Anwälte!

Wie schon oben gesagt: Jeder hat seine Meinung. Meine ist - entweder man lebt ohne Trauschein zusammen (mit allen in Deutschland damit verbundenen Nachteilen) oder man heiratet mit Ehevertrag. Egal was von beiden man macht - an der emotionalen Seite einer Beziehung ändert dies nichts, es geht hier (um es mal sehr profan und provokativ auszudrücken) ums Geschäft!

Gruß
Stefan