Re^3: Vergleich statt Insolvenz
Guten Morgen!
nicht ganz richtig. Stelle :Dir den arbeitslosen und :kranken Schuldner vor, der :von wenig Krankengeld lebt :und auf Rente wartet....
Den Fragesteller trieb wohl weniger die Sorge, Geld beiseite zu schaffen, um damit während der Wohlverhaltensphase Gläubiger bedienen zu können. Hoffentlich sieht er das nach Deinem Posting anders.
Daher gibt es auch die "Null-Regelung"...
Im Regelfall kommt so gut wie nichts oder bestenfalls ganz wenig für die Gläubiger heraus. Etliche Schuldner leben von Sozialhilfe; Betroffenen in regulärer Arbeit verbleibt ein Einkommen für "angemessenen, bescheidenen" Lebensunterhalt, wie es in der Inso-Ordnung heißt und bei Selbständigen ergeben sich gewisse Gestaltungsfreiräume, daß ein Gläubiger je nach Mentalität die Faust in der Tasche ballt oder am liebsten spenden möchte.
...was bedeutet,
dass die Jahre eben nichts gezahlt wird.....
Genau das ist der Regelfall und deshalb sind Vergleichsverhandlungen sinnvoll und erfolgversprechend.
Unser Fragesteller hat aber offenbar etwas anderes im Sinn
Na dann... :-)
Das "InsolvenzVORverfahren".
Im Rahmen von Vereinbarungen :und Teilzahlungen will er :sich offenbar mitden :Gläubigern verständigen.
Nach dem Motto :
Ich habe Euro 10.000,- :Schulden. Herr Freund stiftet :Euro 5.000,-
Seit Ihr alle mit 50 % :einverstanden, dann gibts das
Geld des Herrn Freund !
In der Praxis wird ein :solches Prozedere öfter :angewendet, als das :eigentliche Verfahren.
Nur, mit 50 % darf da niemand :rangehen.
Um Himmels Willen! Wer 50% zahlen kann, kann mit etwas Quietschen auch mehr zahlen. Wegen 10 T€ Schulden wird hoffentlich keiner in die Insolvenz gehen. In den meisten Fällen handelt es sich um weit höhere Beträge. Wie sich Vergleichsgespräche gestalten, ist in erster Linie eine Frage der Kenntnisse der Gläubiger. Mancher von der Inso-Ordnung Unbeleckte träumt vom geknechteten und für ihn schuftenden Schuldner und natürlich von viel Geld, das da jetzt kommt. Das andernfalls unterstellte Standardszenario ist der sich am Pool sonnende Schuldner mit Porsche vor der Tür. Mit der Realität hat das aber nichts zu tun oder nur in vernachlässigbar seltenen Fällen. Die Regelfälle sehen eher so aus: Eine ehemals stabile Familie, Haus, Doppelverdiener, heile Welt. Und dann Arbeitslosigkeit, Scheidung und nichts ist mehr stabil. Oder der Selbständige, der 7stellige Beträge für seinen florierenden Betrieb mit etlichen Beschäftigten verbürgte und wirklich wirksame Maßnahmen zur Sicherung des Familienvermögens nie verstanden hatte oder nie für nötig hielt. Dann Betrieb kaputt, im schlimmsten Fall noch Forderungen von Sozialkassen offen und der plötzlich mittellose Inhaber sieht sich Forderungen gegenüber, die allein an Zinsen hunderte Euro täglich betragen.
Wenn ein Schuldner in solcher Situation noch ein paar Euro unter dem Kissen findet, wäre er schön dumm, dieses Geld zu verkonsumieren. Er ist natürlich völlig mittellos und ein Freund/Verwandter leiht ihm Geld, um es den Gläubigern anzubieten, auch wenn sich die Quote im untersten einstelligen Prozentbereich gegen Null gehend bewegt. Der kundige Gläubiger, der Kaufmann, Jurist oder Banker weiß eben, daß ganz wenig Geld immer noch besser als nichts ist. Gleichzeitig weiß der kundige Gläubiger, daß es bei einer Insolvenz nach aller Voraussicht gar nichts gibt. Bevor man in solche verlorene Sache noch weiteres Geld und Zeit steckt, nimmt man lieber die lächerliche Quote, macht den Aktendeckel zu und kümmert sich um einträglichere Geschäfte.
"Jetzt" eine besimmte Summe :in die Hand und den Titel :mitnehmen.
Genau so! Nichts wirkt überzeugender als Bargeld. Selbst wenn man sich dafür kaum mehr als einen Lolli kaufen kann, für den Wisch mit dem Titel kann man sich eben gar nichts kaufen. Genau das müssen die Leute (mit zumeist geringfügigen Forderungen) erst einmal begreifen. Dabei kommen die immer gleichen Sprüche unfgrund der immer gleichen Irrtümer. "Das ganze Geld kann doch nicht einfach weg sein" oder "Aber da war doch ein dickes Auto und das riesige Haus und alle immer vom Feinsten angezogen". Tja, das Haus gehörte der Bank, das Auto war geleast, die Verwertung von Hausrat und Klamotten ist weitgehend unzulässig und verspäche kaum einen Erlös, der die Transportkosten deckt...
Gruß
Wolfgang