Werbung vs. Sponsoring im öff.-rechtl. Fernsehen?

Von: , Frage gestellt am Di, 29. Mai 2001

Hallo MitleserInnen,

vielleicht kann mir jemand erklären, welch himmelsweiter Unterschied zwischen der üblichen Werbung vor 20 Uhr und diesen "Präsentationen" von Biermarken, Banken etc. im öffentlich-rechtlichen Fernsehen nach 20 Uhr besteht.
In meinen Augen ist dies schlicht eine Definitionsfrage, und man hat sich diese Definition passend zurechtgelegt, um nach 20 Uhr weiterhin Werbung bringen zu können.

Marco

2 Antworten zu dieser Frage

  1. Antwort von nach 12 Stunden 1 hilfreich
    Re: Werbung vs. Sponsoring im öff.-rechtl. Fernseh

    Hi Marco,
    du hast den Nagel auf den Kopf getroffen.
    Die öffentlich-rechtlichen Fernsehanstalten dürfen Werbespots nur bis 20.00 Uhr ausstrahlen. Darüber wachen die Landesmedienanstalten.
    Das Sponsoring von Sendungen mit Nennung des Sponsors fällt nach Auslegung der Fernsehsender nicht unter "Werbespot".
    Davon profitieren allerdings auch die privaten Sender, die normalerweise während der Spielfilme nur eine festgelegte Anzahl von Spots senden dürfen.

    Gruß,
    Francesco

    • Antwort von nach 3 Tagen 0 hilfreich
      Re^2: Werbung vs. Sponsoring im öff.-rechtl. Ferns

      Davon profitieren allerdings auch die privaten Sender, die
      normalerweise während der Spielfilme nur eine festgelegte
      Anzahl von Spots senden dürfen.
      Hallo Francesco,

      mir geht es aber nur um die öffentl.-rechtl. Sender, denn für das schlechte Programm der Privaten zahlt zumindest man keine GEZ-Gebühr. Es ist in meinen Augen nicht einzusehen, dass die öffentl.-rechtl. Programme sich immer weiter an die der Privaten anlehnen, dafür jedoch eine "Zwangsgebühr" verlangt wird.
      Ich habe mal ausgerechnet, dass die GEZ-Gebühren ca. 11 Mrd. (Basis: Fernsehhaushalte, Stand 1998, jetzige Gebühren) jährlich erhalten, wovon 60% an die ARD, 40% an das ZDF gehen sollen. Mittlerweile haben jedoch die Öffentlich-Rechtlichen ihr Angebot sehr weit zurückgefahren oder gerade wegen der Kosten an die Privaten abtreten müssen. Als die besten und wohl auch die teuersten Beispiele seien genannt: Fussball-Bundesliga und Grand-Slam-Turniere. Man hat sozusagen immer weiter von der Erst- auf die Zweitverwertung zurückgezogen; nichtsdestotrotz sind die Gebühren in diesem Jahr wiederum gestiegen, wobei ich mich frage, wohin all dieses Geld wandert. Sicherlich nicht in ein anspruchvolleres Programm. Im Gegenteil. Man erhält permanent Volksmusik-Sendungen, Daily Soaps, Boulevard-Magazine etc. Inzwischen hat man auch mit solchen Alltags-Reportagen à la Bergretter in Aktion, einen Tag mit der Bahn oder so etwas in dieser Art begonnen. (Für mich persönlich, der vor allem Kabarett und Satire bevorzugt, schlug das SWF den Boden aus dem Fass: "Hüsch & Co." wurde Sonntagfrüh um 0:50 Uhr gebracht, die Wiederholung Montagfrüh um 3:50 Uhr.)
      Es ist mir zu simpel, wenn man nun entgegnet: Dann zahl' eben keine Gebühren mehr und/oder wird den Fernseher weg. Meine kritisierenden Anfragen an die öffentl.-rechtl. Sender verliefen bisher im Sande. Die Standardantwort war, man wolle Angelegenheiten an die entsprechenden Redaktionen bzw. Regionalsender weiterleiten - und dann kam nichts mehr. Oder ich erhielt aufs Neue einen Floskeltext, der sehr einfach an seinen stets wiederkehrenden Textbausteinen zu erkennen war, wie z. B. sinngemäss, welch ein tolles Programm man doch für die monatl. GEZ-Gebühren erhielte; in München bekäme man dafür gerade einmal zwei Kinokarten.
      Es bleibt festzuhalten, dass das Programm immer schlechter wird, die Gebühren steigen, gleichzeitig Werbung durch Sponsoring usw. zunimmt. Das ist für mich nicht einzusehen.

      Marco

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