Hi Gunter,
selbstverständlich gibt es mehrere Formen von Gewalt. Auch finde ich es unverzeihlich einerseits Kinder in die Welt zu setzten und sie dann nicht zu fördern bzw. sie nach dem eigenen Bilde formen zu wollen. Leider scheint mir das recht verbreitet zu sein, eben daß den Vorstellungen der Eltern entsprechend die Kinder sich ausbilden lassen sollen. „Mach’ was Solides.“, „Ich wäre froh gewesen, hätte ich die Möglichkeit gehabt zu studieren.“… Solche Sätze sind sicherlich nichts Ungewöhnliches.
Ich rege mich generell bei Ungerechtigkeiten auf, wenn mich das Schwachsein anderer Menschen anrührt. Einerseits Deine Aussage, es sei ein Leben lang ihr / sein bzw. ein Vater, andererseits sieht man das was tagtäglich an Mißbrauch in den Medien gezeigt wird, das paßt für mich nicht zusammen.
Weder mag hier das richtige Brett dafür sein, noch werden wir als Einzelne viel daran ändern können. Dennoch wäre eine Reform der Rechtssprechung durchaus angesagt.
Sicherlich wollen Eltern in der Regel das Beste für ihre Kinder. Auch wenn es Gewalt gibt, so passiert diese oftmals aus eigenen Problemen bzw. ganzen Problemkreisen heraus. Dennoch finde ich es schwer zu akezeptieren, wenn einem (die Eltern im konkreten Fall) als wichtigste Bezugspersonen das Leben, selbst wenn man einiges z.B. mittels Therapie aufarbeitet, ganz schön einschränken können. Hat man die „falschen“ Eltern bekommen und kann sich dadurch nur eingeschränkt entwickeln, hat möglicherweise viel Schmerz und Trauer in sich, und dann auch noch (finanziell) helfen MÜSSEN… ist sehr viel verlangt, finde ich.
Was Du mit Deiner Herztransplantation als Schicksalsschlag erlebt hast, hat Dich offenbar wachgerüttelt und Dir Deine Endlichkeit klar gemacht und daß Du Dich möglicherweise nicht erst später des Lebens freuen sollst, sondern im Hier und Jetzt. Sogesehen, gab es wohl auch bei Dir wie bei allen anderen Menschen auch mehr oder weniger Defizite im sich selbst versorgen bzw. in der Selbstliebe.
Für mich haben zunächst mal die Eltern die Aufgabe einem das beizubringen, daß man okay ist so wie man ist. Ich bin sogar dafür, eine Ausbildung zum Elternsein einzuführen. Für vieles braucht man eine Ausbildung, für alles muß man sich wohl fast Wissen aneignen, nur Elternschaft, scheint einem in die Wiege gelegt zu werden.
Doch das ist ein anderes Thema.
Wenn Kinder Eltern unterstützen sollen, finde ich, sollten Eltern erstmal ihre Kinder unterstützt haben.
So, und jetzt wird aufgeräumt, damit ich mich wieder hier wohlfühlen kann. Wieso nur brauche ich soviel Papier seit ich ich Computer habe…
Kennst Du das Buch bzw. den Film: „Geh wohin Dein Herz dich trägt“. Das Buch dazu schrieb Susanna Tamaro.
In diesem Sinne,
Romana
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