Re^4: Postbank Goldsparen
Hallo,
Aber gerade die Anlagen, die besonders beworben werden, sind
i.d.R. nicht das, was dem Kunden am ehesten entgegenkommt -
beworben wird, was neu ist, was zu aktuellen Entwicklungen paßt oder besonders dem Image des Institus entspricht. Was zu einem bestimmten Kunden paßt, kann man aus offensichtlichen Gründen nicht bewerben. Daß die Postbank gerade jetzt ein Goldprodukt auflegt, ist wohl ziemlich naheliegend. Daß man daran übermäßig viel verdient, glaube ich weniger. Allein die Absicherung, die die Postbank betreiben muß, um kein offenes Marktpreisrisiko zu haben, dürfte nicht billig sein.
Da die Fragestellerin das Angebot auf der HP gefunden hat, auf der mutmaßlich alle Produkte der Postbank zu finden sind, frage ich mich, im übrigen, was Deine Einlassungen zu bedeuten haben. Ist jetzt jedes Produkt aller Banken schlecht, wenn es auf deren HP in irgendeiner Form zu finden ist?
die Frage hier war die eines Kunden, ergo antworte ich in
dessen Sinne.
Nein, Du hast eine im konkreten Zusammenhang völlig unpassende Generalkritik geäußert und dabei so getan, als wären es vor allem die Kreditinstitute, die es auf das Geld des Kunden abgesehen haben.
Ich besitze per Erbschaft Schiffsanteile, geschlossener Fond,
ganz toller Reinfall. Hat ein Bankberater meinem Mann
aufgeschwatzt, wie ist mir nicht klar. Er hatte immerhin
Hochschuldiplom, war aber wohl etwas vertrauensselig.
Komischerweise hat sich 2006-2008 niemand darüber beklagt, daß ihm Schiffsanteile aufgeschwatzt worden waren. In der Zeit brummte das Geschäft nämlich. Nachdem es dann anschließend nicht sooo gut lief, machte niemand die eigene Entscheidung dafür verantwortlich, sondern den Bankmitarbeiter, der ein aus damaliger Sicht nicht grundsätzlich falsches Produkt empfohlen hatte und dabei nicht daran gedacht hatte, daß in drei Jahren in den USA eine Immobilienblase platzen würde, was dann auf die Seeschiffahrt durchschlug.
Habe vor 17 Jahren bei Wüstenrot Geld anlegen wollen, saß beim
Berater am Tisch und während der nach tollen Angeboten suchte,
sah ich einen Stapel Infozettel auf seinem Schreibtisch
liegen. Nahm eines zum lesen, da es dauerte. Dort waren dann
Wertpapiere der Wüstenrot zu 6% über 10 Jahre angeboten (das
war 1% mehr, als die Sparkasse mir seinerzeit geboten hatte).
Als der Berater mit Vorschlägen um 5,5% kam, hielt ich ihm den
Zettel vor und meinte, das Angebot mit den 6% fände ich sehr
schön.
Und die Konditionen waren bei der 5,5%- und bei der 6%-Variante absolut identisch?
Da die meisten Banken nicht am zu geringen Gewinn durch
Kundenanlagen zu Grunde gehen, sondern durch riskante,
übergierige Spekulationen, sollten die Anleger schon nehmen,
was sie kriegen können.
Mal abgesehen davon, daß in Deutschland sehr selten Kreditinstitute zugrunde gehen, kommen diese "übergierigen" Spekulationen vor allem dadurch zustande, daß man am normalen Geschäft nichts verdient, weil wiederum sich die Kunden für jedes Produkt einen anderen Anbieter suchen - nämlich den billigsten und das ist in der Regel einer, bei dem diese spezielle Dienstleistung nichts kostet.
Wer daran glaubt, daß die Institute dann ausgerechnet Anlageprodukte entwickeln, an denen sie nichts verdienen, ist entweder blauäugig oder blöd.
Gruß
C.