Hi,
Bekommt denn dann der Arzt nicht Ärger, weil er mir ein
Privatrezept ausgestellt hat, um seinen Etat zu schonen?
Er bekommt einen Brief der KK, wo er auf seinen Fehler hingewiesen wird - mehr nicht.
Nein, so ist das ja eben nicht. Die Kasse stellt jedem Arzt
einen Topf zur Verfügung, aus dem dieser die Medikamente
bezahlen muss.
Nein, die Kasse stellt einem Pool von Ärzten (in einem abgegrenzten Gebiet) einen einzigen Topf zur Verfügung, aus dem alle greifen. Ist der Topf leer, bezahlt die KK trotzdem weiter. Allerdings wird dann geschaut, weshalb der Topf vor Jahresende leer war. Kommt dabei heraus, das einige Ärzte Medikamente über das notwendige hinaus verordnet haben, dann werden sie zur Kasse gebeten (Regrass). Können sie nachweisen, das alles notwendig war, dann wird nachträglich meist der Topf aufgefüllt. War bisher fast immer der Fall. Nur macht dieser Nachweis halt Arbeit…
Wenn allerdings Strafe, dann wird die Strafe fein säuberlich auf alle Ärzte des Gebiets verteilt- egal ob sie an der Überschreitung persönlich beteiligt waren oder nicht.
(ich enthalte mich da jeglichen Kommentars zurm Sinn einer solchen Lösung)
Wie kann man bei einem solchen System
erwarten, dass die Ärzte das „medizinisch Notwendige“
aufschreiben?
das eben ist die politische Dummheit des Systems, das Gesetz schreibt dem Arzt vor, dies zu Verordnen, auch wenn er das Budget überschreitet. Ob man (als Patient oder Arzt) das in Ordnung findet oder nicht.
Er wollte es aber nicht tun, mit dem Hinweis auf die o.g.
Situation.
damit verstößt er gegen das Kassengesetz!
Was soll ich also tun? Den Arzt wechseln, der dann nochmal alle
Untersuchungen mit mir macht und es wieder zuerst mit
Omeprazol versucht?
Nein, vom alten Arzt die Unterlagen verlangen (muss er zumindest als Kopie herausgeben) und dann einen neuen Arzt suchen, der auf grund der Unterlagen Deine Unverträglichkeit mit Omeprazol ablesen und gleich richtig verschreiben kann. Oder vorher noch mal mit dem Arzt sprechen und den Wechsel ankündigen, falls Du die Medikamente selbst bezahlen sollst (vielleicht bist Du ja doch kein so schlechter Kunde und es geht dann doch irgendwie…)
Weil ich der Mitverursacher für diese Überschreitung bin.
dafür bist Du aber versichert - wenn die Politik Unsinn verzapft, kann es nicht in unser aller Sinne sein, die Konflikte durch selbst bezahlen zu lösen, sondern der Druck durch die Patienten und Ärzte gegen das idiotische Topf-Prinzip muss zu Veränderungen im Gesetz führen. Je weniger sich die Politik um die Probleme kümmern muss, desto weniger wird sie tun - und das kann dann auch nicht im Sinne des Arztes sein. Sonst fragt er Dich vielleicht in 2 Jahren, ob Du nicht die Behandlung selbst bezahlen könntest, da auch dieses Budget erschöpft sei - das kann doch nicht die Lösung sein!
Also muss ich wohl akzeptieren,
dass ich neben dem Höchstsatz an die Krankenkasse nun auch
noch meine Medikamente selber bezahlen muss.
wie gesagt, lt. Gesetz musst Du nicht, es ist nur ein Konfliktvermeider. Ob der Dir das Geld wert ist, musst Du selbst entscheiden.
Gruß,
Micha
P.S. Da Du den Höchstsatz zahlst, bist Du freiwillig versichert. In dem Fall solltest Du sowieso überlegen, ob der Wechsel in eine private KK nicht sinnvoll ist. Lass Dich mal beraten, am besten von einer großen privaten KK - dagegen kannst Du Dich dann immer noch entscheiden.