Privatrezept steuerlich absetzen?

Hi @ll :smile:))

Wegen sehr starkem Sodbrennen (Speiseröhrenentzündung) hatte mir mein Arzt Omeprazol aufgeschrieben. Dieses hatte jedoch erhebliche Nebenwirkungen bei mir, so dass wir auf das teurere Pantozol ausweichen musste, was ich sehr gut vertrage. Jetzt meinte mein Arzt, er würde sein Budgee überziehen, wenn er mir weiterhin Pantozol aufschreiben würde. Die Krankenkasse hätte Omeprazol „vorgesehen“. Nun gut, langer Rede kurzer Sinn, ich habe meinen Arzt gebeten, mir ein Privatrezept auszustellen.

Jetzt meine Frage, wenn ich das Medikament nicht von der Krankenkasse bezahlt kriege, dann müsste ich es doch von der Steuer absetzen können. Denn es dient ja der Erhaltung meiner Arbeitsfähigkeit. Wisst ihr da was drüber?

Danke schon mal im Voraus …

cu Stefan.

Hi,
Du solltest das Rezept bzw. die Rechnung der Apotheke an die Krankenkasse schicken. Die Auskunft Deines Arztes ist blödsinn.
Die Kasse bezahlt das „medizinisch notwendige“, wenn also das preiswerte Produkt wgen Nebenwirkungen bei Dir nicht in Frage kommt, wird auch das teurere bezahlt.
Das überschreiten des Budgets Deines Arztes sollte Dich eigentlich nicht interessieren. Der Arzt ist verpflichtet, ein normales Rezept auszustellen. Das er evtl. Probleme damit bekommt (wegen der Überschreitung) ist ein politischer Unsinn - aber wieso solltest Du den ausbaden?

Eben wegen der obigen Erklärung wird im übrigen auch das Finanzamt nichts zahlen, und selbst wenn, dann nur, wenn die Ausgaben für Arzneimittel/Atzt 2% (evtl. sogar 4% - weiss ich nicht genau) des Bruttoeinkommens überschreiten.

Gruß,
Micha

Hi Michael :smile:

Du solltest das Rezept bzw. die Rechnung der Apotheke an die
Krankenkasse schicken.

Bekommt denn dann der Arzt nicht Ärger, weil er mir ein Privatrezept ausgestellt hat, um seinen Etat zu schonen? Ich kann meinen Arzt verstehen, dass er nicht für evtl. „zu viel“ aufgeschriebene Medikamente persönlich zur Kasse gebeten werden will. Ich bin aber auch sauer, weil ich jeden Monat den Höchstsatz in die Kasse einzahle, um dann auch noch ein etwas teureres Medikament selber bezahlen zu müssen! Das sehe ich nicht ein, und deswegen möchte ich mir das Geld wiederholen, allerdings nicht bei meinem Arzt.

Die Auskunft Deines Arztes ist blödsinn.
Die Kasse bezahlt das „medizinisch notwendige“, wenn also das
preiswerte Produkt wgen Nebenwirkungen bei Dir nicht in Frage
kommt, wird auch das teurere bezahlt.

Nein, so ist das ja eben nicht. Die Kasse stellt jedem Arzt einen Topf zur Verfügung, aus dem dieser die Medikamente bezahlen muss. Wenn dieser Topf leer ist, muss der Arzt ihn mit seinem Geld füllen. Wie kann man bei einem solchen System erwarten, dass die Ärzte das „medizinisch Notwendige“ aufschreiben?

Das überschreiten des Budgets Deines Arztes sollte Dich
eigentlich nicht interessieren. Der Arzt ist verpflichtet, ein
normales Rezept auszustellen.

Er wollte es aber nicht tun, mit dem Hinweis auf die o.g. Situation. Was soll ich also tun? Ihm die Pistole auf die Brust setzen? Den Arzt wechseln, der dann nochmal alle Untersuchungen mit mir macht und es wieder zuerst mit Omeprazol versucht?

Das er evtl. Probleme damit
bekommt (wegen der Überschreitung) ist ein politischer Unsinn

  • aber wieso solltest Du den ausbaden?

Weil ich der Mitverursacher für diese Überschreitung bin.

Eben wegen der obigen Erklärung wird im übrigen auch das
Finanzamt nichts zahlen, und selbst wenn, dann nur, wenn die
Ausgaben für Arzneimittel/Atzt 2% (evtl. sogar 4% - weiss ich
nicht genau) des Bruttoeinkommens überschreiten.

Habe mich schlau gemacht, bei mir sind es 2% (wegen drei Kindern) des Bruttoeinkommens. Also muss ich wohl akzeptieren, dass ich neben dem Höchstsatz an die Krankenkasse nun auch noch meine Medikamente selber bezahlen muss.

Danke dir nochmal für die Antwort …

cu Stefan.

Hi,

Bekommt denn dann der Arzt nicht Ärger, weil er mir ein
Privatrezept ausgestellt hat, um seinen Etat zu schonen?

Er bekommt einen Brief der KK, wo er auf seinen Fehler hingewiesen wird - mehr nicht.

Nein, so ist das ja eben nicht. Die Kasse stellt jedem Arzt
einen Topf zur Verfügung, aus dem dieser die Medikamente
bezahlen muss.

Nein, die Kasse stellt einem Pool von Ärzten (in einem abgegrenzten Gebiet) einen einzigen Topf zur Verfügung, aus dem alle greifen. Ist der Topf leer, bezahlt die KK trotzdem weiter. Allerdings wird dann geschaut, weshalb der Topf vor Jahresende leer war. Kommt dabei heraus, das einige Ärzte Medikamente über das notwendige hinaus verordnet haben, dann werden sie zur Kasse gebeten (Regrass). Können sie nachweisen, das alles notwendig war, dann wird nachträglich meist der Topf aufgefüllt. War bisher fast immer der Fall. Nur macht dieser Nachweis halt Arbeit…
Wenn allerdings Strafe, dann wird die Strafe fein säuberlich auf alle Ärzte des Gebiets verteilt- egal ob sie an der Überschreitung persönlich beteiligt waren oder nicht.
(ich enthalte mich da jeglichen Kommentars zurm Sinn einer solchen Lösung)

Wie kann man bei einem solchen System
erwarten, dass die Ärzte das „medizinisch Notwendige“
aufschreiben?

das eben ist die politische Dummheit des Systems, das Gesetz schreibt dem Arzt vor, dies zu Verordnen, auch wenn er das Budget überschreitet. Ob man (als Patient oder Arzt) das in Ordnung findet oder nicht.

Er wollte es aber nicht tun, mit dem Hinweis auf die o.g.
Situation.

damit verstößt er gegen das Kassengesetz!

Was soll ich also tun? Den Arzt wechseln, der dann nochmal alle
Untersuchungen mit mir macht und es wieder zuerst mit
Omeprazol versucht?

Nein, vom alten Arzt die Unterlagen verlangen (muss er zumindest als Kopie herausgeben) und dann einen neuen Arzt suchen, der auf grund der Unterlagen Deine Unverträglichkeit mit Omeprazol ablesen und gleich richtig verschreiben kann. Oder vorher noch mal mit dem Arzt sprechen und den Wechsel ankündigen, falls Du die Medikamente selbst bezahlen sollst (vielleicht bist Du ja doch kein so schlechter Kunde und es geht dann doch irgendwie…)

Weil ich der Mitverursacher für diese Überschreitung bin.

dafür bist Du aber versichert - wenn die Politik Unsinn verzapft, kann es nicht in unser aller Sinne sein, die Konflikte durch selbst bezahlen zu lösen, sondern der Druck durch die Patienten und Ärzte gegen das idiotische Topf-Prinzip muss zu Veränderungen im Gesetz führen. Je weniger sich die Politik um die Probleme kümmern muss, desto weniger wird sie tun - und das kann dann auch nicht im Sinne des Arztes sein. Sonst fragt er Dich vielleicht in 2 Jahren, ob Du nicht die Behandlung selbst bezahlen könntest, da auch dieses Budget erschöpft sei - das kann doch nicht die Lösung sein!

Also muss ich wohl akzeptieren,
dass ich neben dem Höchstsatz an die Krankenkasse nun auch
noch meine Medikamente selber bezahlen muss.

wie gesagt, lt. Gesetz musst Du nicht, es ist nur ein Konfliktvermeider. Ob der Dir das Geld wert ist, musst Du selbst entscheiden.

Gruß,
Micha

P.S. Da Du den Höchstsatz zahlst, bist Du freiwillig versichert. In dem Fall solltest Du sowieso überlegen, ob der Wechsel in eine private KK nicht sinnvoll ist. Lass Dich mal beraten, am besten von einer großen privaten KK - dagegen kannst Du Dich dann immer noch entscheiden.

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Hi Michael :smile:

Danke, jetzt habe ich das mit dem Pool-Prinzip besser verstanden. Bei meinem Arzt hatte ich es so verstanden, wie in meinem vorigen Posting geschildert.

Nach dem, was du sagtest, ist es also im Interesse meines Arztes und in meinem, dass ich auf mein Recht beharre und mir das Medikament von der Krankenkasse bezahlen lasse, damit die Politik(er) erkennen, welchen „Schwachsinn“ sie da gebaut haben. Also werde ich das auch tun :smile: Dann schicke ich also meine Rechnung an die Krankenkasse. Ich kann ja auch nichts dafür, dass der Operations-Termin, bei dem mein Mageneingang wieder „dicht“ gemacht wird, erst in einem halben Jahr ist, und dass ich so lange die Medizin brauche.

P.S. Da Du den Höchstsatz zahlst, bist Du freiwillig
versichert. In dem Fall solltest Du sowieso überlegen, ob der
Wechsel in eine private KK nicht sinnvoll ist.

Das habe ich auch schon mal angedacht. Für mich alleine wäre es deutlich billiger. Aber ich habe noch eine Frau und 3 Kinder, die ich mitversichern müsste, und dann wird es teurer als bei der GKV. Wenn jedoch die Leistungen noch weiter zurückgefahren werden, dann bleibt mir wohl nichts anderes übrig, als in die private KV zu wechseln …

Vielen Dank :smile:

cu Stefan.