eTIN / Identifikationsnummer

Hallo,
welchen guten Grund gibt es für zwei verschiedene Nummern : die eTIN (electronic tax identification number) laut Lohnsteuerbescheinigung und der „neuen“ Identifikationsnummer, die irgendwann einmal die gegenwärtige „alte“ Steuernummer ersetzen soll?
Auch für letztere habe ich die Abkürzung TIN gelesen.
Gruß
Karl

Die eTIN wird auch abgelöst durch die neue ID-Nummer.

Spätestens ab 2011, dann gibt es auch keine Lohnsteuerkarten mehr.

Ergänzung aus der homepage des BMF:

Ab 2011 sollen die Papierlohnsteuerkarten wegfallen. Dann benötigt der Arbeitgeber die Identifikationsnummer, damit er die Lohnsteuerabzugsmerkmale, wie z.B. die Steuerklasse, elektronisch von der zentralen Datenbank der Finanzverwaltung abrufen kann. Daneben wird es ein hilfsweises Papierverfahren geben, wenn der Arbeitgeber die Lohnsteuermerkmale nicht elektronisch abrufen kann.

Durch das elektronische Verfahren kann der Arbeitgeber auch lohnsteuerliche Änderungen, wie z. B. ein Wechsel der Steuerklasse, rascher berücksichtigen.

Die eTIN wird auch abgelöst durch die neue ID-Nummer.

Spätestens ab 2011, dann gibt es auch keine Lohnsteuerkarten
mehr.

Danke für die Info.
Das kurze Zwischenspiel mit der eTIN spricht nicht unbedingt für vorausschauendes Projekt-Management seitens des Fiskus.

Das kurze Zwischenspiel mit der eTIN spricht nicht unbedingt
für vorausschauendes Projekt-Management seitens des Fiskus.

Doch, spricht es.

  1. Ab 2011 müssen Arbeitgeber die notwendigen Daten, die sie für die Lohnsteuer brauchen, über die ID-Nummer besorgen, und zwar selbst per elektronischem Zugriff

  2. Im Vorfeld konnte man daher schon mal der elektronischen Übermittlung über eTIN üben. Jetzt weiß man, dass die Übertragung der Daten ans FA klappt. Dieser mögliche Fehlerpunkt ist schon mal aus der Welt.

Servus,

hier darf ich Petz sekundieren: Sowohl eTIN als auch Elster sind IT-Projekte, die - wenn man ihre Größe und die Anforderungen an ihre Genauigkeit berücksichtigt - ihresgleichen suchen und von der Finanzverwaltung hervorragend gemanaged worden sind - vergleiche die Ergebnisse einfach mal z.B. mit der Debitorenverwaltung der verschiedenen Telekom-Gesellschaften, die inhaltlich weniger komplex ist und im Volumen darunter liegt.

Sicherlich war eTIN in einigen Aspekten Pilotphase für die künftige ID-Nummer. Was wäre ohne Pilotphase dabei herausgekommen? Fliegende ICEs? Imaginäre Cargolifter? Goldene 380er Airbusse? Oder einfach bloß ein Vacuum Enronis?

Ein paar andere, ebenfalls vom Fiskus in den vergangenen zehn bis fünfzehn Jahren durchgezogene IT-Projekte sind weniger öffentlich bekannt und laufen ebenfalls viel besser rund, als sich der deutsche Durchschnittsmichel träumen ließe, dessen Lieblingsbeschäftigung es ist, den bösen Staat übers Ohr zu hauen. Bei einer digitalen Außenprüfung erzählt Dir der Prüfer Dinge über Dein Unternehmen, die Du vorher nicht für möglich hieltest - der Fiskus besorgt Dir ein paar Controllingservices für umme. Und wenn Du eine GmbH gründest, und der Geschäftsanteil Deines Partners wird von einem Konto auf den Cayman Islands überwiesen, weißt Du nicht so recht, wo das Geld herkommt - aber Dein Finanzamt schon…

Es ist wahrscheinlich, daß in den ersten Jahrgängen der elektronisch übermittelten Lohnsteuerbescheinigungen viele Fälle „nach außen“ verdeckt durchgewunken worden sind, in denen der Sachbearbeiter mit einem ziemlichen Datensalat oder auch einem leeren Datensatz zu tun hatte. Auch dieses ist betreffend Management des Projektes als Erfolg zu werten: Weder Focus noch Bildzeitung haben die Gelegenheit gefunden und genutzt, hier ihre üblichen Jauchekübel auszuleeren. Irgendwie passt das auch nicht zum Klischee vom schläfrigen Beamten in Hosenträgern und Ärmelschonern, der zwischen Gummibaumgießen und Bleistiftgraderücken auch noch ein-zwei Fälle bearbeitet, aus lauter Langeweile, wenn ausgerechnet der Fiskus rationalisiert, dass die Schwarte kracht.

Ein Fehler ist sicherlich gemacht worden, den vorzuwerfen man der Verwaltung nicht ersparen kann, die gottlob nicht nach „marktwirtschaftlichen“ Prinzipien funktioniert: Es ist für die erfolgreiche Durchführung dieser Großprojekte bei weitem zu wenig Reklame gemacht worden…

Schöne Grüße

MM
(hat vor kleinen paar Jährchen noch die Zeiten erlebt, als die Lochkarten LKW-weise von Mainz nach Koblenz ins Rechenzentrum gefahren wurden)

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