7 sachen?

Von: , Frage gestellt am Sa, 15. Okt 2005

hallo

es gibt ja den spruch: pack deine 7 sachen.

wer kann den genau erklären und welche 7 sachen sollen das sein?

dazu fällt mir noch ein: mit kind und kegel.

was bedeutet dieser? vorallem was soll der kegel bedeuten

gruss umungus

6 Antworten zu dieser Frage

  1. Antwort von nach 3 Minuten 2 hilfreich
    Kind und Kegel


    Hallöchen.
    Kind und Kegel stammt aus dem Mittelalter. Ein Kegel ist ein uneheliches Kind. Wenn man also irgenwo mit der ganzen Familie hinwollte nahm man Kind und Kegel mit.
    Liebe Grüße, Oleinka

    • Antwort von nach 3 Stunden 1 hilfreich
      Re: Kind und Kegel


      Hallo !

      Noch nicht sicher erklärt ist aber die Bedeutung ›uneheliches Kind‹ für›Kegel‹, das zunächst ›Pfahl‹, ›Pflock‹, dann den Kegel im Spiel bedeutet; denn um das gleiche Wort Kegel handelt es sich in der Redensart wohl sicher. Rudolf Much hat darauf hingewiesen, daß Kegel auch ›Knüppel‹, ›Stock‹ bedeute (elsässisch wird ein Taugenichts ein ›grober, fauler Kegel‹ genannt, und einen ähnlichen Bedeutungswandel erlebten ›Bengel‹ und ›Stift‹). Kegel sei also zunächst eine verächtliche Bezeichnung für ›Kind‹, woraus eine für ›uneheliches Kind‹ hervorgegangen sei. Alfred Götze knüpft an die mittelhochdeutsche Bedeutung ›Eiszapfen‹ für Kegel an; in dem altschwäbischen Schwank ›Modus Liebinc‹ erzählt die untreue Frau, sie habe, während ihr Mann verreist war, Schnee gegessen und davon sei ihr das Kind gewachsen; so sei aus ›Eiszapfen‹ die Bedeutung ›Bastard‹ entstanden. Diese zweite Erklärung hat aber weniger Wahrscheinlichkeit für sich, vgl. niederländisch ›kind noch kraai hebben‹, keine Blutsverwandten haben, für niemand zu sorgen haben; französisch ›n'avoir ni enfants ni suivants‹ (veraltet); englisch ›to have nor chick nor child‹.

      [Lexikon der sprichwörtlichen Redensarten: Kind. Lexikon der sprichwörtlichen Redensarten, S. 3306
      (vgl. Röhrich-LdspR Bd. 3, S. 835 ff.) (c) Verlag Herder]

      mfgConrad

      • Antwort von nach 7 Stunden 0 hilfreich
        Re^2: Kind und Kegel(OT)

        Hi, Noch nicht sicher erklärt ist aber die Bedeutung ›uneheliches
        Kind‹ für›Kegel‹, das zunächst ›Pfahl‹,
        Für Kegel habe ich schon mal eine Neudefinition gehört. Als ich zufälligerweise auf einen Bekannten traf, den ich lange nicht mehr gesehen hatte.
        Er verließ gerade mit Hund ein Haus, sein Haus, wie sich kurz daruf herausstellte.
        Meine Frage, wann er denn mit Kind und Kegel dort eingezogen sei, beantwortete er recht trocken mit:
        "Vor 2 Jahren mit Kind, vom Kegel bin ich geschieden."

        CU

        Axel

  2. Antwort von nach 14 Minuten 2 hilfreich
    Sieben Sachen

    Hallo !


    Siebensachen
    Seine Siebensachen packen: seine wenigen Habseligkeiten zusammenpacken, um damit abzureisen, auszuziehen oder eilig zu verschwinden, auch: in aller Hast aufräumen, Umherliegendes zusammenraffen; vgl. französisch ›emballer son saint-frusquin‹ oder ›emballer ses frusques‹ (seine Lumpen packen).
    Die Zahl ›sieben‹ spielt in der volkstümlichen Anschauung von jeher eine wichtige Rolle, sowohl als heilige Zahl, wie in der Bibel und überhaupt im Orient, als auch als böse Zahl, die gefürchtet und als Unglückszahl möglichst gemieden wurde. In der 1. Hälfte des 12. Jahrhunderts hat der österreichische Priester Arnold eine Dichtung ›Von der Siebenzahl‹ verfaßt, in der er die besonderen Eigenschaften dieser Zahl hervorhebt. In unserer seit dem 17. Jahrhundert bezeugten Redensart steht das Zahlwort für eine geringe Menge, für wenig. Oft wird die Wendung in der Form einer Aufforderung gebraucht: Pack deine Siebensachen!: Geh! Verschwinde für immer! Der Ausdruck ›Siebensachen‹ diente früher auch zur euphemistischen Umschreibung der Geschlechtsteile. Im Bairischen-Oesterreichischen lautet die Wendung ›seine sieben Zwetsch(g)en packen‹. Vergleiche auch niederländisch ›zijn biezen pakken‹ oder ›zijn matte oprollen‹ und englisch ›to pack up one's traps‹.
    Seine Siebensachen herumschleppen, wie die Katze ihre Jungen: seinen wertvollsten Besitz immer bei sich tragen, seine Habseligkeiten überallhin mitnehmen, viel unterwegs sein und nicht wissen, wo man unterdessen seine Sachen lassen könnte.


    [Lexikon der sprichwörtlichen Redensarten: Siebensachen. Lexikon der sprichwörtlichen Redensarten, S. 5936
    (vgl. Röhrich-LdspR Bd. 4, S. 1474 ff.) (c) Verlag Herder]


    mfgConrad

  3. Antwort von nach 2 Tagen 0 hilfreich
    Das wäre eine klassische Frage ...

    ... für das Brett "Deutsche Sprache" unter Sprachwissenschaften.

    Lieben Gruß
    Dantis

  4. Antwort von nach 2 Tagen 0 hilfreich
    [MOD] Thread abgeschlossen

    Hallo,

    auch dieser Thread ist abgeschlossen, da er eindeutig in das Brett 'Deutsche Sprache' weiter oben gehört.

    Grüße

    Renee

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