Antwort von
nach 6 Stunden
hilfreich
Objektiv ja. Verharmlosung nein!!!
Hallo Nena,
Du weißt dass ich Dich gut mag und eigentlich auch denke dass Du in der Lage sein solltest Dich von Vorurteilen und Klischee denken befreien zu können.
Von Verharmlosung kann keine Rede sein !!!! Du weißt dass es mir in keiner Weise geht Dich irgendwie anzugreifen, aber beim Verfassen Deines Artikels hast Du Dich ganz offensichtlich vom Klischeedenken leiten lassen. Du sagst, dass Du es nicht selbst versucht hast und deshalb auch keinen Einblick haben würdest. Ich jedoch sage dass selbst wenn Du 20 Jahre kiffen würdest dies noch nicht automatisch bedeuten würde, dass Du mehr Einblick haben würdest. Mein Artikel war in keiner Form verharmlosend und ausnahmslos alles was ich darin geschrieben habe, entspricht den Tatsachen. Andersum jedoch wurde jahrelang Panik gemacht, falsche Gutachten (wie z.B. das von Dir erwähnte) angefertigt und die gesamte Bevölkerung verarscht.
Wenn es die Gesetze rund um Cannabis sind welche tatsächlich gefährlich sind, dann darf daraus nicht geschlossen werden, dass Cannabis gefährlich ist.
Also, erstens gibt es keine Haschsüchtigen und zweitens ist Haschisch keine Einstiegsdroge.
Ich rauche nun 25 Jahre lang Haschisch und habe in dieser Zeit niemals das Gefühl gehabt dass es mir nicht genügen würde. Geschmäcker sind verschieden und ich liebe den Geschmack von gutem Hasch oder Grass und deshalb geniesse ich. Beim Einwerfen einer Pille kann ich keinen Genuss sehen, und ich kann auch keinen Genuss erkennen welchen man beim Einstecken einer Nadel haben könnte.
Die Aussage von Dir dass die körperliche Abhängigkeit an zweiter Stelle stehen würde ist in dieser Form völlig falsch. Psychische Abhängigkeit ist in erster Linie ein Problem von Charakterschwäche und somit muss das Problem nicht bei der "Droge" sondern beim Konsumenten oder dessen Umwelt gesucht werden.
Bei einer (relativ schnell stattfindenden) Gewöhnung an Heroin sind die dabei auftretenden Entzugserscheinungen ein nicht zu vernachlässigender Faktor welcher natürlich in Interaktion zur Psyche steht. Deshalb kann eine solche Aussage in solcher Form auch nicht stehen bleiben.
Cannabis wird zwar tatsächlich meistens durch Verbrennung konsumiert, daraus darf jedoch nicht automatisch gefolgert werden, dass Cannabis deshalb gesundheitsschädlich sei. Wird das Harz z.b. nur verdampft oder durch Nahrung aufgenommen, besteht keinerlei Schädlichkeit. Deshalb habe ich ganz bewusst erwähnt, dass Cannabis als solches nicht schädlich ist. Es geht mir um den Denkfehler welcher (täglich und nicht nur in bezug auf Cannabis) bei dieser Art der Betrachtung automatisch daraus folgt. Ein psychisch gesunder Mensch kann auch bei exzessivem Genuss von Cannabis keinen psychischen Schaden erleiden, und wenn dies bei einem psychisch nicht gesunden Menschen anders ist, dann müssen wir das Übel an der Wurzel anpacken. Diese jedoch beinhaltet die Ursachen dieser psychischen Störungen bei welchen Cannabis lediglich als Kommunikationsform des Problems, aber in keinem Fall als Ursache dessen auftauchen kann.
Und wenn ich sage nur keine Panik dann deshalb, weil Panik in den meisten Fällen eine Trotzreaktion zur Folge hat und den Zugang zu seinem Gegenüber verschliesst. Ich kann mir ausserdem keine Eltern vorstellen welche über keinerlei Drogenerfahrung verfügen und mit einem Heroin abhängigem Kind der Situation entsprechend kommunizieren können. In solchen Fällen sind Panikreaktionen zwar auch falsch, doch Panik ist angesagt und die Eltern müssen einiges Unangenehmes dazulernen. Solange es aber um Hanf geht ist eine Kommunikation mit den Kindern auch für Laien möglich, solange man eine offene Haltung behält. Wenn das erste Ziel jedoch jenes ist den Jugendlichen von seinem Konsum weg zu bringen, kann von einer offenen Haltung nicht die Sprache sein und dies merkt der Jugendliche. Das Ziel sollte deshalb meiner Ansicht nach sein den Jugendlichen in erster Instanz überhaupt zu erreichen und indem man selbst Offenheit zeigt, glaube ich auch dass es dem Jugendlichen leichter fallen wird sich an die Spielregeln zu halten und seinerseits auch Offenheit zu zeigen. In zweiter Instanz könnte dann z.b. erreicht werden dass man zugibt eine Zeitlang jeden Scheiss gefressen und geglaubt zu haben, aber in einer Weise welche deutlich macht dass man den selben Irrtum kein zweites Mal machen will. Haschisch ist nicht schädlich o.K. das ist eine Tatsache. Aber erstens ist rauchen speziell in der Entwicklungsphase verdammt schädlich und zweitens kann der Effekt von Cannabis manchmal ganz angenehm sein, aber die ganze Zeit zugedröhnt rumzuhängen ist sicherlich keine lebenswerte Existenz. Ich glaube dass auf der Basis von Offenheit, Ehrlichkeit und Selbstehrlichkeit auch bei Jugendlichen eine akzeptable Lösung in bezug auf Cannabis gefunden werden kann. Auch wenn es uns vielleicht nicht gelingen wird sie zumindest bis zu einem gewissen Alter vom kiffen abzuhalten, kann es uns doch zumindest gelingen ihnen zu lernen verantwortungsbewusst (zumindest in einem Rahmen) mit sich selbst und im Umgang mit Drogen umzugehen.
Also viele Grüsse Snoopy
P.s. Danke Paul für Deinen kurzen und informativen Beitrag