projekt lexikus

Von: , Frage gestellt am So, 13. Jan 2008

hallo ihr,

es fragte mal unlängst jemand nach dem projekt lexikus (http://www.lexicus.de): http://www.wer-weiss-was.de/cgi-bin/forum/showarchiv...

ich wußte damals nicht richtig, was der fragesteller wollte. leider kam keine weitere meldung von ihm.

jetzt bin ich schlauer!
es geht dabei darum, ähnlich wie bei gutenberg.de, texte, die frei von rechten sind, für die allgemeinheit aufzubereiten. anders als bei gutenberg.de aber nicht digital, sondern in buchform und zwar sogar für den buchkäufer bezahlbar.

im grunde ein netter gedanke und außerordentlich lobenswert. auch der kultusminister von meckpomm ist wohl irgendwie involviert und die dortiges landesbibliothek. wer wagt da noch, die rechtmäßigkeit des ganzen unternehmens anzuzweifeln (und ich tue das auch nicht).

reizvoll für viele könnte auch sein, daß man durch tätige mitarbeit dazu betragen und sogar lebenslang ein honorar in höhe von 10% des netto-buchpreises einstreichen kann dafür, daß man an einem buch mitarbeitet. alles abgesichtert durch einen vertrag mit dem verlag. schönschön ...

dann allerdings kommt eine rechnung, wie lukrativ das alles für den einzelnen sei. spätestens da läuten meine alarmglocken . die dort vorgebrachten zahlen sind nicht sonderlich realitätsnah.

dann aber kommt der hammer: mit vertragsabschluß (bzw. 14 tage später) wird eine summe von 2000,- € fällig, mit der der bearbeiter sich quasi die lebenslangen 10% tantiemen erkaufen soll. jetzt klingeln die alarmglocken schrill. hier erfolgt jetzt seltsamerweise kein rechenbeispiel. dabei könnte man doch bei dieser gelegenheit so schön darlegen, daß ein solches buch (setzen wir mal einen ladenpreis von 45,00 € an, also netto 37,81 €) pro verkauftem exemplar 3,78 € tantiemen bringen würde. legen wir weiterhin die geschätzten verkäufe zu grunde (ein buch in der woche), hätte sich die investition von 2000,00 € in nur sage und schreibe 528,88 wochen amortisiert, also in gut 10 jahren.

nicht erwähnt wird allerdings, daß ein solcher bearbeiter rechtefreier texte bei gleichem arbeits- und geldeinsatz ganze 100% tantiemen erzielen könnte - wenn er nämlich das buch selbst herausgibt.

ok, das ist mein beitrag dazu. legitim ist das ganze sicherlich - aber es scheint doch auch einiges an augenwischerei dabei zu sein.

es grüßt
ann

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