Nachtwachen des Bonaventura

Von: , Frage gestellt am Di, 2. Nov 1999

Ich habe mir aus aktuellem Anlass (Millennium) wieder einmal die Nachtwachen des Bonaventura (Pseudonym; Vom Verfasser wusste man im letzten Jahrhundert nichts, das pubertäre Werklein wurde Schelling und sogar Brentano unterschoben, erst in diesem Jahrhundert ist es gelungen, den Verfasser zu finden) vorgenommen. Mich interessierte besonders die Stelle, in der der singende Nachtwächter Kreuzgang zu Beginn des neuen Säkulums das jüngste Gericht statt ein neues Jahrhundert ausrief. Die Panik, die daraufhin entsteht und wie jeder noch auf Erden seine Sünden bekennt, um straffrei ins Jenseits zu gelangen, wie selbst der Kaiser einem Bettler den Vortritt lassen will – all das passt doch genau auf unsere neuerliche Zeitenwende!
Ich empfehle dieses dunkle Büchlein aus der deutschen Romantik jedem, der Freude hat an rabenschwarzer Ironie und Sarkasmus.
Nachtwachen, Bonaventura, erstmals erschienen 1805, erhältlich als Reclam Taschenbuch.

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