Ratgeber zu Die Bibel, das älteste Märchenbuch?

Von: , Frage gestellt am Fr, 7. Jan 2000

Hallo Wer-weiß-was Gemeinde,
ich beschäftige mich seit vielen Jahren mit Themen wie den Rollenfunden von Qumran, der Frühkirche und dem geschichtlichen Hintergrund der Lebensgeschichte von Jesus, seiner Familie und der Personen, die in der Bibel Erwähnung finden. Ich bin an einem Punkt angelangt, wo sich für mich folgendes Bild herauskristallisiert: Die "Kirche", oder das "Christentum" ist eine Religion, die letztlich nicht auf das Wirken von Jesus hin entstanden ist, sondern es war der gute Saulus/Paulus, der die Geschichte so modifiziert hat, daß sie gegenüber den vorherrschenden "Alternativ-Göttern" eine Chance hatte. Sein Wirkungskreis war eher der greichisch-hellenistische Raum, wohingehend andere "Anhänger Jesu" sich in östliche Richtung aufgemacht haben. Dort etablierte sich ein völlig anderes Bild von Jesus und den Inhalten seiner Lehre. Die "Lehre" von Jesus war nichts anderes als eine Art "reformiertes Judentum", das zurück zu den Wurzeln wollte, streng an den alten Schriften ausgerichtet und nicht wie damals praktiziert, nämlich durch die römische Besatzung verwässert. Diese Form der Erneuerung führte er, oder wollte er durchführen in seiner Eigenschaft als rechtmäßiges Oberhaupt der Juden, nämlich als ihr König. Sohn einer Jungfrau und Auferstandener von den Toten wurde er erst bei Paulus.
Meine Frage: Was erschüttert die "Christenheit" (die ja eine völlig andere Religion darstellt als die von Jesus gelebte) bei dem Gedanken, ihr "Junior-Chef" könnte gar nicht Gottes Sohn gewesen sein? Macht es sein Wirken in irgendeiner Form weniger mutig oder wichtig? Ich verstehe nicht, warum gleich immer "Häresie"!! gebrüllt wird, wenn ich sage, daß Jesus ein Mensch war, seine Mutter nach der Geburt sicherlich nicht mehr Jungfrau und daß er entweder gar nicht tot war, oder nicht auferstanden ist?
Ich hoffe, ich rufe jetzt nicht die heilige Inquisition (400 Jahre früher und ich würde brennen!) auf den Plan sondern Menschen, die mit mir über dieses Dilemma sprechen wollen. Ich glaube übrigens an die Existenz eines höheren Gedankens, eines Willen, allerdings mache ich ihn nicht für mein Schicksal verantwortlich.
Gruß
Jutta

24 Antworten zu dieser Frage

          • Antwort von nach 6 Tagen hilfreich
            Re^3: Ich verstehe Eure Aufregung nicht

            Hallo Thomas, hatte ein bißchen zu lernen, deswegen meine Antwort erst jetzt.

            Dein Konter mit der Behauptung Jesus IST Gottes Sohn, war ja zu erwarten, aber eine ernsthafte Beweisführung ist für beide Seiten nicht möglich und aus diesem Grund brauch/kann ich über diesen Punkt auch nicht mit dir diskutieren. Aus objektiver Sicht ist die Frage nicht zu klären, und subjektiv behaupte ICH, Gott ist mindestens seit der Entstehung unseres Universums tot, falls es ihn überhaupt je gegeben haben sollte (hierin begründet sich mein Hang zum Agnostiker, aus bewußter, subjektiver Nicht-Wahrnehmung einer göttlichen Person kann man dessen Existenz nicht negieren. Also muß ich Ihm einen minimalen Platz in meinem Gedankenmodell geben.)
            Somit sind wir entweder ALLE Gottes Töchter/Söhne oder keine/keiner.

            Was den Anspruch auf alleiniges Definitionsrecht des Erscheinungsbildes der Kirche betrifft, so ist das Problem, daß es kein demokratischer Prozeß ist an dem alle Kirchenanhänger partizipieren. Dieses Definitionsrecht liegt doch wohl eindeutig bei wenigen im "Machtapparat Kirche".
            Handelte es sich bei der Kirche jetzt um einen kleinen "Verein", so könnte man darüber lächeln und zur Tagesordnung übergehen, aber die Kirche bestimmte und bestimmt auch heute noch, wenn auch nicht mehr direkt und in dem Maße wie früher, unser aller Leben (z.B. Abtreibungsdiskussion, Eheführung,etc), auch das der Nichtgläubigen/Nichtchristen!. Somit muß ich mich hin und wieder mit dem Thema auseinandersetzen.

            Und Jutta(Hi) nimmt nach meinem Verständnis in keinster Weise eine "aggresive" Gegenposition ein. Sie stellt einfach kritische Fragen die jedem nachdenkenden Menschen einmal einfallen, und sie fördert somit ihren persönlichen als auch den Erkenntnisstand anderer Menschen. Und du mußt zugeben, es gibt mehr als einen Punkt an dem die Zweifel Nahrung finden.

            Je statischer außerdem ein System ist, desto schneller wird es von der veränderten Umgebung aufgesogen und verwischt.

            Grüße René

            • Antwort von nach 7 Tagen hilfreich
              Re^4: Ich verstehe Eure Aufregung nicht

              Hallo Rene und subjektiv behaupte ICH, Gott
              ist mindestens seit der Entstehung
              unseres Universums tot, falls es ihn
              überhaupt je gegeben haben sollte
              Damit kann ich gut leben Was den Anspruch auf alleiniges
              Definitionsrecht des Erscheinungsbildes
              der Kirche betrifft, so ist das Problem,
              daß es kein demokratischer Prozeß ist an
              dem alle Kirchenanhänger partizipieren.
              Dieses Definitionsrecht liegt doch wohl
              eindeutig bei wenigen im "Machtapparat
              Kirche".
              Das ist nicht global richtig. Richtig ist diese Aussage für die katholische Kirche, bei der evangelischen Kirche ist die Definition eh egal, weil alles zugelassen ist (wenngleich mit regionalen Einschränkungen).
              Bei den Baptisten z.B. kann jede Gemeinde für sich die Ausgestaltung ihrer Glaubensaussagen entscheiden, wenn auch mit der Einschränkung, daß es ein paar Grundaussagen gibt, die sie überhaupt erst zu einer Baptistengemeinde macht aber die Kirche bestimmte und
              bestimmt auch heute noch, wenn auch nicht
              mehr direkt und in dem Maße wie früher,
              unser aller Leben (z.B.
              Abtreibungsdiskussion, Eheführung,etc),
              auch das der
              Nichtgläubigen/Nichtchristen!.
              Diese Einflußnahme (die ich auch sehe), geschieht aber im Rahmen unseres demokratisch, freiheitlichen Systems, das heißt die Wirkrichtung ist anders herum, als Du oder Jutta es dargestellt haben:

              Es gibt auch in Deutschland viele Menschen, die mit den Glaubensaussagen der Kirche übereinstimmen und daraus ähnliche Konsequenzen ziehen. Da dies eine zahlenmäßig große Gruppe in unserer Gesellschaft ist, hat dies Auswirkungen auf die politischen Entscheidungen. Dies wiederum hat Auswirkungen auf die Leute, die nicht mit den Glaubensgrundsätzen übereinstimmen.

              Dieselben Mechanismen greifen auch bei Gewerkschaften, Industrieverbänden, politischen Parteien usw. usw. Ich sehe nicht, warum dies ein Grund ist, die Kirche besonders an den Pranger zu stellen.

              Ich denke, Jutta hat ihren ersten Beitrag nicht glücklich formuliert. Wenn dies eine Frage war, dann war das für mich nicht erkennbar. Ich habe den Beitrag so verstanden, daß Jutta sich gefragt hat, warum Christen sauer reagieren, wenn sie ihnen ihre Gegenposition in der Form "Ihr müsst ja doof sein, wenn ihr an so etwas glaubt" entgegenschleudert. Und das nenne ich aggressiv.

              Gruß
              Thomas

  1. Antwort von nach 12 Stunden hilfreich
    Re: Die Bibel, das älteste Märchenbuch?

    Hallo Wer-weiß-was Gemeinde,
    Hallo Jutta, Ich bin an einem
    Punkt angelangt, wo sich für mich
    folgendes Bild herauskristallisiert: Die
    "Kirche", oder das "Christentum" ist eine
    Religion, die letztlich nicht auf das
    Wirken von Jesus hin entstanden ist,
    sondern es war der gute Saulus/Paulus,
    der die Geschichte so modifiziert hat,
    daß sie gegenüber den vorherrschenden
    "Alternativ-Göttern" eine Chance hatte.
    Ich glaube, modifiziert wurde die Kirche erst später, aber die von Dir genannten Gründe könnten zutreffen. Sein Wirkungskreis war eher der
    greichisch-hellenistische Raum,
    wohingehend andere "Anhänger Jesu" sich
    in östliche Richtung aufgemacht haben.
    Dort etablierte sich ein völlig anderes
    Bild von Jesus und den Inhalten seiner
    Lehre. Die "Lehre" von Jesus war nichts
    anderes als eine Art "reformiertes
    Judentum", das zurück zu den Wurzeln
    wollte, streng an den alten Schriften
    ausgerichtet und nicht wie damals
    praktiziert, nämlich durch die römische
    Besatzung verwässert.
    Und nicht nur durch die römische Besatzung, es waren auch andere Abweichungen vom mosaischen Ursprung feststellbar. Diese Form der
    Erneuerung führte er, oder wollte er
    durchführen in seiner Eigenschaft als
    rechtmäßiges Oberhaupt der Juden, nämlich
    als ihr König.
    Eher nicht, er hat nie einen Herrschaftsanspruch geltend gemacht. Sohn einer Jungfrau und
    Auferstandener von den Toten wurde er
    erst bei Paulus.
    Sohn einer Jungfrau war er schon bei Jesaja, und dass er von den Toten auferstanden sei predigten die Apostel lange vor Paulus. Als Stephanus gesteinigt wurde, stand P/Saulus noch auf der anderen Seite. Meine Frage: Was erschüttert die
    "Christenheit" (die ja eine völlig andere
    Religion darstellt als die von Jesus
    gelebte) bei dem Gedanken, ihr
    "Junior-Chef" könnte gar nicht Gottes
    Sohn gewesen sein?
    Na ja, immerhin rührst Du an den zentralen Punkten des christlichen Glaubens. Ich hoffe, ich rufe jetzt nicht die
    heilige Inquisition (400 Jahre früher und
    ich würde brennen!) auf den Plan sondern
    Menschen, die mit mir über dieses Dilemma
    sprechen wollen.
    Die Inquisition war m.E. weder heilig noch christlich.
    Aber mit mir kannst Du alles diskutieren, nur bitte jeden Punkt einzeln. Ich glaube übrigens an
    die Existenz eines höheren Gedankens,
    eines Willen, allerdings mache ich ihn
    nicht für mein Schicksal verantwortlich.
    Ich auch nicht. Jeder ist für sich selber verantwortlich.

    Gruß Harald

  2. Antwort von nach 16 Stunden hilfreich
    Re: Die Bibel, das älteste Märchenbuch?

    Hallo Jutta, "Kirche", oder das "Christentum" ist eine
    Religion, die letztlich nicht auf das
    Wirken von Jesus hin entstanden ist,
    sondern es war der gute Saulus/Paulus,
    der die Geschichte so modifiziert hat,
    daß sie gegenüber den vorherrschenden
    "Alternativ-Göttern" eine Chance hatte.
    Ein großer Teil der Lehren (unsterbliche Seele, Dreieinigkeit, Heilige die Angebetet werden, Marienkult, usw.), die in den heutigen Kirchen das Fundament bilden wurden weder von Jesus, den Apostel noch von Paulus gelehrt.
    Der Einfluß von Paulus lag vor allem darin, daß er das Christentum im römischen Reich verbreitete. Er hat aber keine Lehren verbreitet, die von denen Jesu abwichen Sein Wirkungskreis war eher der
    greichisch-hellenistische Raum,
    wohingehend andere "Anhänger Jesu" sich
    in östliche Richtung aufgemacht haben.
    Dort etablierte sich ein völlig anderes
    Bild von Jesus und den Inhalten seiner
    Lehre.
    Wo soll das gewesen sein? Die "Lehre" von Jesus war nichts
    anderes als eine Art "reformiertes
    Judentum", das zurück zu den Wurzeln
    wollte, streng an den alten Schriften
    ausgerichtet und nicht wie damals
    praktiziert, nämlich durch die römische
    Besatzung verwässert.
    Nicht die römische, sondern die griechiche Besatzung zuvor hatte einen starken Einfluß auf die jüdische Relegion. Diese Form der
    Erneuerung führte er, oder wollte er
    durchführen in seiner Eigenschaft als
    rechtmäßiges Oberhaupt der Juden, nämlich
    als ihr König.
    Falsch, als die Volksmassen ihn zum König machen wollten hat er sich verzogen. Er hat ausdrücklich erklärt, daß er keine politische Macht ausüben wollte. Sohn einer Jungfrau und
    Auferstandener von den Toten wurde er
    erst bei Paulus.
    Häh?! Soll Paulus jetzt etwa die vier Evangelien geschrieben haben? Meine Frage: Was erschüttert die
    "Christenheit" (die ja eine völlig andere
    Religion darstellt als die von Jesus
    gelebte) bei dem Gedanken, ihr
    "Junior-Chef" könnte gar nicht Gottes
    Sohn gewesen sein? Macht es sein Wirken
    in irgendeiner Form weniger mutig oder
    wichtig?
    Ja, denn dann wären die gesamten Evangelien wirklich ein Märchenbuch. Und der Opfertod eines normalen Menschen Jesus wäre sinnlos. Ich verstehe nicht, warum gleich
    immer "Häresie"!! gebrüllt wird, wenn ich
    sage, daß Jesus ein Mensch war, seine
    Mutter nach der Geburt sicherlich nicht
    mehr Jungfrau
    Klar war sie keine Jungfrau mehr nachdem sie weitere 4 Söhne und mehrer Mädchen bekam. und daß er entweder gar
    nicht tot war, oder nicht auferstanden
    ist?
    Wenn es keine Auferstehung der Toten gibt, laßt uns Essen und Trinken, denn Morgen werden wir sterben (Zitat vom ungeliebten Paulus)

    Gruß
    Carlos

  3. Antwort von nach 5 Tagen hilfreich
    Re: Die Bibel, das älteste Märchenbuch?

    HAllo Jutta


    es ist sehr interessant,daß du dich damit beschäftigst, und ich muß dir sagen, einige Punkte von dir kann man nicht leugnen.
    Du hast dich in deinem Artikel auf die Christliche Einstellung zu JEsus beruht
    meine Frage an dich ist: Kennst du denn die Sichtweise aus islamischer Sicht?
    Muslime beruhen sich darauf, daß Jesus, wie du erwähnt hast, kein Gott war, sondern, ein Mensch, wie jeder anders Sterbliche auch, nur mit einer Speziellen Sache, er war ein Auserwählter Gottes, ein Prophet, wie schon viele vor Ihm da gewesen sind, wie z.B.Adam, Moses, Abraham, Yosef, Yonas, Isaak,Ibrahim
    Salomon, David u.s.w(Frieden auf Ihnen).
    Jesus hat auch wie du erwähnt hast, die Ursprüngliche Wahrheit versucht zu bringen, nämlich, "Es gibt keinen Gott außer dem EINZIGEN Gott".Doch die Menschen haben ihn unberechtigter weise zu einem Gott gemacht.
    Jesus war Prophet und seine Mutter eine der gläubigsten Frauen aller Welten.
    Nie hat Jesus gesagt: Betet mich an, ohne Jesus hat nie irgendetwas über die Trinität erklärt, bzw. den Menschen vordefiniert.
    Alleine , es gibt nur ein Gott, ist das ,was alle Propheten verkündet haben, so auch das Siegel aller Propheten und der Abschluß des Prophetentums durch Muhammad(Frieden und Segen auf Ihm).
    Im übrigen besteht die Bibel aus 2 göttlichen Offenbarungen die Thora und das Evangelium. wobei man bis heute für die Öffentlichkeit kein komplettes Original-Skripte vorweisen kann, indem jeder normale Bürger, sich mit der Wahrheit dieser Bücher auseinander setzen kann. Fakt ist
    es wurde im Judentum und Christentum genug gespielt und geändert nach Belieben.....

    siehe 1. 2. u.s.w KOnzil von Nizäa etc....

    Gott weiß was wir tun, und derjenige, der die Wahrheit erkennt und sie nicht annimmt,
    ist weit abgekommen vom rechten Weg.
    Gott (Allah) braucht uns nicht, aber wir brauchen ihn...


    Grüße
    Rafato





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