Hinweise zu Diakonie-Pflege nur für Konfessionelle?

Von: , Frage gestellt am Mi, 24. Jul 2002

Hallo Wissende,

warum dürfen in der Diakonie nur konfessionelle Pflegekräfte arbeiten?

Werden nicht auch unkonfessionelle Patienten gepflegt?

Gruß und Dank
vom haploid

36 Antworten zu dieser Frage

            • Antwort von nach 2 Tagen 0 hilfreich
              Re^4: Monopol brechen !

              Hallo lisa,

              das klingt ja wieder ganz anders: Das ist doch gerade meine Kritik! Ich habe nie die Kirchen
              dafür kritisiert, dass sie Kindergärten betreiben.
              dies hatte ich aber so verstanden, Entschuldige bitte. Meine Kritik gilt den öffentlichen
              Stellen, deren Aufgabe es eigentlich wäre, eine für alle
              Kinder zugängliche, "neutrale" Erziehung zu gewährleisten.
              Meines Wissens gibt der Staat an jeden Träger Zuschüsse. Dann mach doch mal die Eltern in den Nachbarortten mobil, dass sie das DRK, AWO oder ASB anspitzen, dass der einen Kiga einrichtet. Wenn dso ein Träger merkt, da ist ein Markt da, wird er ermutigt was zu eröffnen. Gleichzeitig kannst Du ja die deine gewählten Vertreter auf das Thema ansprechen, damit sie eintsprechend positiv in die Verhandlungen mit dem neuen Träger eingehen. Auch Nichtkonfessionalität ist Privatsache und berechtigt
              nicht dazu von den Konfessionsangehörigen
              Nichtkonfessionalität zu verlangen.
              wird ja auch nicht.
              Anscheinend haben die Volksvertreter bei der Vergabe der Trägerschaft nicht als Problem gesehen, dass manche Menschen ihre Kinder nicht in einen christl. Kiga geben wollen.

              Tschuess Marco.

            • Antwort von nach 2 Tagen 0 hilfreich
              Re^5: Monopol brechen !

              Hallo Marco, dies hatte ich aber so verstanden, Entschuldige bitte.
              Kein Problem! Ich denke halt, man kann niemandem einen Vorwurf daraus machen, wenn er seinen Glauben und seine Interessen vertritt. Öffentliche Stellen sollten aber nicht so einseitig Geld vergeben, sondern auf einen Ausgleich zwischen verschiedenen Weltanschauungen bedacht sein. Meines Wissens gibt der Staat an jeden Träger Zuschüsse. Dann
              mach doch mal die Eltern in den Nachbarortten mobil, dass sie
              das DRK, AWO oder ASB anspitzen, dass der einen Kiga
              einrichtet. Wenn dso ein Träger merkt, da ist ein Markt da,
              wird er ermutigt was zu eröffnen. Gleichzeitig kannst Du ja
              die deine gewählten Vertreter auf das Thema ansprechen, damit
              sie eintsprechend positiv in die Verhandlungen mit dem neuen
              Träger eingehen.
              Weisst du zufällig, nach welchen Kriterien solche Gelder vergeben werden? Der Bedarf an Plätzen hier am Ort ist nämlich eigentlich gedeckt, wenn man die reine Anzahl betrachtet. Nur sind sie eben fest in kirchlicher Hand. Und so viele Familien, die Probleme damit haben sind es ja leider auch wieder nicht (wir sind hier im tiefsten Bayernländle). Auch Nichtkonfessionalität ist Privatsache und berechtigt
              nicht dazu von den Konfessionsangehörigen
              Nichtkonfessionalität zu verlangen.
              wird ja auch nicht.
              Der Satz oben stammt von Winkel, nicht von mir. Anscheinend haben die Volksvertreter bei der Vergabe der
              Trägerschaft nicht als Problem gesehen, dass manche Menschen
              ihre Kinder nicht in einen christl. Kiga geben wollen.
              Ja, das könnte aber tatsächlich ein Problem sein. Das sind jetzt zwar nur Vermutungen, aber ich könnte mir schon vorstellen, dass auch Kinder von ausländischen Familien aus solchen Gründen nicht in den Kindergarten geschickt werden. Und wenn sie dann eingeschult werden, haben sie Sprachprobleme und können sich nur schwer integrieren. Sowas sollten die Volksvertreter schon berücksichtigen.

              Viele Grüsse,
              Lisa

            • Antwort von nach 3 Tagen 0 hilfreich
              Re^6: Monopol brechen !

              Hallo Lisa, Anscheinend haben die Volksvertreter bei der Vergabe der
              Trägerschaft nicht als Problem gesehen, dass manche Menschen
              ihre Kinder nicht in einen christl. Kiga geben wollen.
              Ja, das könnte aber tatsächlich ein Problem sein. Das sind
              jetzt zwar nur Vermutungen, aber ich könnte mir schon
              vorstellen, dass auch Kinder von ausländischen Familien aus
              solchen Gründen nicht in den Kindergarten geschickt werden.
              Und wenn sie dann eingeschult werden, haben sie Sprachprobleme
              und können sich nur schwer integrieren. Sowas sollten die
              Volksvertreter schon berücksichtigen.
              ich teile Deine Meinung voll und ganz.
              Allerdings scheint es sich hier um ein Problem der Tradition zu handeln. Nichtchristliche und ausländische Familien gibt es in dieser Anzahl noch nicht so lange. Und früher war es eben sebstverständlich, dass die Kinder in den kirchlichen KG gehen.

              Hier muß wirklich bei den Behörden Aufklärungsarbeit geleistet werden. Die Trennung von Kirche und Staat geht nur langsam voran.

              Gruss Harald

              PS.: Bei uns gab es kürzlich einen Fall, wo ein muslimisches Mädchen keine Aufnahme im katholischen Gymnasium fand. Ein staatliches gibt es aber in der Region nicht. Diese Mädchen wird in seiner Ausbildung benachteiligt. Der Fall ging durch die Medien. Und die Kirche hat Besserung versprochen. Leider war es für dieses Mädchen zu spät.

            • Antwort von nach 3 Tagen 0 hilfreich
              Muslima im kath. Gymnasium

              Hallo Harald, PS.: Bei uns gab es kürzlich einen Fall, wo ein muslimisches
              Mädchen keine Aufnahme im katholischen Gymnasium fand. Ein
              staatliches gibt es aber in der Region nicht. Diese Mädchen
              wird in seiner Ausbildung benachteiligt. Der Fall ging durch
              die Medien. Und die Kirche hat Besserung versprochen. Leider
              war es für dieses Mädchen zu spät.
              Dazu habe ich eine Nachfrage. In der BRD ist es in den meisten Bundesländern so geregelt, daß in konfessionsgebundenen Schulen - egal ob nun eine evangelische Grundschule oder eine katholische Fachhochschule ein bestimmter Prozentsatz der Schüler einer anderen Konfession / Religion angehören muß als der des Schulträgers. Ansonsten gibt es kaum oder gar keine staatlichen Zuschüsse. Ohne selbige könnten aber diese "staatlich anerkannten Privatschulen" nicht betrieben werden, weil sich fast niemand die dann fällige Höhe des Schulgelds leisten könnte.

              Kannst Du noch etwas mehr dazu sagen, wie das bei Euch in Österreich ist?

              Viele Grüße

              Iris

            • Antwort von nach 3 Tagen 0 hilfreich
              Re: Muslima im kath. Gymnasium

              Hallo Iris, Dazu habe ich eine Nachfrage. In der BRD ist es in den meisten
              Bundesländern so geregelt, daß in konfessionsgebundenen
              Schulen - egal ob nun eine evangelische Grundschule oder eine
              katholische Fachhochschule ein bestimmter Prozentsatz der
              Schüler einer anderen Konfession / Religion angehören muß als
              der des Schulträgers. Ansonsten gibt es kaum oder gar keine
              staatlichen Zuschüsse. Ohne selbige könnten aber diese
              "staatlich anerkannten Privatschulen" nicht betrieben werden,
              weil sich fast niemand die dann fällige Höhe des Schulgelds
              leisten könnte.

              Kannst Du noch etwas mehr dazu sagen, wie das bei Euch in
              Österreich ist?
              Eine solche Richtlinie ist mir nicht bekannt.

              Aber ein praktisches Beispiel kann ich anführen.
              Das Stiftsgymnasium Wilhering (OÖ)
              http://schulen.eduhi.at/gymwilhering/
              schreibt auf seiner Homepage:
              "Gymnasium mit Öffentlichkeitsrecht für Mädchen und Buben mit sprachlichem Schwerpunkt. Schülerlnnen aller christlichen Konfessionen werden aufgenommen."

              Damit ist die Schule zwar für evangelische Kinder geöffnet, aber muslimische (oder auch jüdische) Kinder haben das Nachsehen ;-(

              Gruss Harald

  1. Antwort von nach 5 Tagen 0 hilfreich
    Diakonie-Pflege ...

    Hallo Wissende,

    es ging doch eigentlich um eine Pflegerin, die erst in der Kirche (ev.) war, dann ihren Arbeitsplatz gewechselt hat und jetzt wieder in einer Diakonie-Sozialstation arbeiten wollte, aber wegen ihrer NICHTKIRCHENZUGEHÖRIGHEIT, die sich aus ihrem Kirchenaustritt - (nur) wegen dem Kirchgeld (Kirchensteuer zusätzlich auch für einen "NICHT IN DER KIRCHEBEFINDLICHEN EHEMANN") ergeben hatte, abgelehnt wurde.

    Von Judentum etc. war nie die Rede.

    Sich in der Pflege selbständig zu machen, erfordert, neben weiteren Mitarbeitern, sehr viel Geld und eine FB zur Pflegedienstleitung, die ebenfalls ohne Lohn absolviert werden muss.
    So einfach, wie Mancher es sich vorstellt, ist es definitiv nicht.
    Wovon soll sich eine Pflegekraft notwendiges Grundkapital ersparen - so üppig ist die Entlohnung nicht!

    Gruß und Dank
    vom haploid

    • Antwort von nach 5 Tagen 0 hilfreich
      Re: Diakonie-Pflege ...

      Hallo haploid, Sich in der Pflege selbständig zu machen, erfordert, neben
      weiteren Mitarbeitern,
      Wenn ich das Dokument der saarländ. IHK
      www.saarland.ihk.de/ihk/start/merkblaetter/E56.pdf
      richtig verstanden habe, muss mind. soviel Ersatz da sein, dass die Erkrankung einer Person (hier=Gründerin) gewährleistet wird. Ich würde probieren, ob es eine 10-20h Stelle für die zweite reichen würde. Im Notfall (Krankheit d. Gründerin) würde sie auf 100 % (120% nur kurzfristig gehen). und eine FB zur Pflegedienstleitung, die ebenfalls ohne Lohn
      absolviert werden muss.
      ja, dass habe ich gelesen (und wohl auch geschrieben: 460 Wochenstunden=12 Wochen

      Miete für ein Büro (S.5) sehr viel Geld
      Wozu sehr viel Geld?
      Es gibt Arbeitsmarktförderung für Menschen, die sich selbstständig machen. Inwiefern das AA ev. sogar Zuschüsse zum Kurs gibt, weiss ich nicht. Weiterhin ist für die Angestellte auch AA-Förderung drin, wenn sie rel. Alt (?P45/50) und/oder rel. lang arbeitslos war.
      Genaueres bitte bei 'Ämter und Behörden' und/oder 'Existenzgründung' (ev. FAQ) nachfragen.
      Da in der Regel in der Familei mind. 1 Auto, häufig zwei Autos vorh. sind, sollte die Mobilität der Gründerin und der Angestellten gesichert sein.

      Als weitere Investitionen kommt mir eigentlich nur noch die Arbeitsbekleidung (in dreifacher Ausführung pro Person) in den Sinn. Bitte klär mich auf, was ich übersehen habe.

      Kurz gesagt: Der Start von 0 auf Pflegekasse anerkennnung ist sicher schwer. Der Markt ausserhalb der Pflegekasse ist sicher finanziell nicht so attraktiv. Falls es wirklich so ist, wie du weiter unten schreibst, dass es sowohl arbeitslose atheist. Pflegerinnen und einen Bedarf an nichtkirchl. Pflegedienstleistern gibtm würde ich der Frau durchaus mal raten, sich ganz intensiv mit dem AA zusammenzusetzen bzw. deren Publikationen zu Existenzgründungen zu wälzen, um zu schauen, was möglich ist. Es gibt da viele Programme für irgendwelche Berufszweige/Benachteiligte/Regionen wo man Geld als arbeitslose existenzgründende Frau bekommen kann. Dann gibt es auch noch Programme zur Eigenkapitalhilfe, das sind sehr langfristige niedrigverzinste Kredite der KfW/Aufbaubank. da gilt genau das gleiche wie für die AA-geschichte lesen + nachfragen. So einfach, wie Mancher es sich vorstellt, ist es definitiv
      nicht.
      Bitte klär mich auf, wo ich was übersehen habe. Wovon soll sich eine Pflegekraft notwendiges Grundkapital
      ersparen - so üppig ist die Entlohnung nicht!
      sicher nicht.

      Tschuess Marco.



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