Ratgeber zu Jasajas Prophezeihungen- wie war`s möglich ?

Von: , Frage gestellt am Fr, 26. Jul 2002

Gibt es eine logische Erklärung dafür, dass die Prophezeihungen Jesajas (die ja z.T. sehr konkrete und detailierte Schilderungen –einschließlich Namen und Orten- enthalten, die man nicht mit „zufällig richtig vorhergesagt“ abtun kann) eingetroffen sind ? Es soll ja auch durch physikalische Altersbestimmung bewiesen sein, dass diesbezüglich gefundene Schriftrollen, wirklich einige Jahrhunderte älter sind, als Jesus`s Geburt.
Ich möchte noch erwähnen, dass mir ( als nicht Gläubigen und auf diesem Gebiet wenig Wissenden) dieser Fakt offeriert wurde, im Gespräch mit absolut bibeltreuen Leuten. Es sollte quasi ein Beweis sein für das Übernatürliche der Bibel. Na, und irgendwie erstaunlich ist es schon, oder ?
findet Klaus

41 Antworten zu dieser Frage

            • Antwort von nach 4 Tagen 0 hilfreich
              Re^10: Übersetzungsfehler

              Hallo Eli, Ich kann mir nicht
              vorstellen, dass Josef dieses einfach akzeptiert hätte. Es
              wäre seine Pflicht gewesen, dieses zu klären. Rechtlich
              gesehen, wäre Maria schon verheiratet gewesen. Ansonsten wäre
              dieses auch keine Basis für eine jüdische Ehe gewesen.
              Die Sache war ja nicht unproblematisch. Gemäß den christlich-griechischen Schriften musste Gott erst Joseph überzeugen. Daraus folgt für mich, dass diese Geschichte so unter Juden
              sich hätte nicht abspielen können. Sie klingt für mich dadurch
              unglaubwürdig. Wer sich nicht im jüdischen Eherecht auskennt,
              sieht hier vielleicht diese Probleme nicht.
              Ich sehe hier kein Hinweis, dass die nicht möglich gewesen sein soll, wenn Gott selber interveniert.

              Außerdem, vor 2000 Jahren zur Zeit Jesu wäre es auch undenkbar gewesen, dass ein Israelit nicht seine Abstammung und seine Stammeszugehörigkeit kennt. Und wie war es einige Jahrunderte später?

              Gruß
              Carlos

            • Antwort von nach 4 Tagen 0 hilfreich
              Re^11: Propheten

              Hallo Carlos. Die Sache war ja nicht unproblematisch. Gemäß den
              christlich-griechischen Schriften musste Gott erst Joseph
              überzeugen.
              Ja, nicht unproblematisch. Soweit ich mich erinnere, hat G'tt zu der Zeit auch mit anderen gesprochen. Dieses ist im Judentum aber den Propheten vorbehalten und mir ist nicht bekannt, dass G'tt dieses jemals geändert hätte. Gibt es dazu Aussagen im Christentum? Ich sehe hier kein Hinweis, dass die nicht möglich gewesen
              sein soll, wenn Gott selber interveniert.
              Wie soll er das denn gemacht habe? Wahrscheinlich in einem Traum? Nun wenn ich einen Traum hätte, dass das Kind meiner Verlobten von G'tt ist, würde ich erst recht einen Rabbiner oder Priester aufsuchen. Außerdem, vor 2000 Jahren zur Zeit Jesu wäre es auch undenkbar
              gewesen, dass ein Israelit nicht seine Abstammung und seine
              Stammeszugehörigkeit kennt. Und wie war es einige Jahrunderte
              später?
              Dem muss ich widersprechen. Schon damals war die Abstammung nicht mehr so klar und es gab Zeiten wo fast das ganze Volk vom Glauben abgefallen ist/war. Wo ist damit aber jetzt das Problem?

              Schalom,
              Eli

            • Antwort von nach 5 Tagen 0 hilfreich
              Re^12: Propheten

              Hallo Eli. Ja, nicht unproblematisch. Soweit ich mich erinnere, hat G'tt
              zu der Zeit auch mit anderen gesprochen. Dieses ist im
              Judentum aber den Propheten vorbehalten und mir ist nicht
              bekannt, dass G'tt dieses jemals geändert hätte. Gibt es dazu
              Aussagen im Christentum?
              Die Beispiele, die mir dazu auf Anhieb einfallen sind Joseph (Träume und ihre Interpretation) und Hiob (Gott selber sprach zu ihm und seine "Freunde").
              Diese Personen werden nach meinem Verständnis eigentlich nicht als Propheten bezeichnet, oder doch?

              Bei den ersten Christen werden Petrus (Vision) und Paulus (Vision und Traum) erwähnt.

              Gruß
              Carlos

            • Antwort von nach 5 Tagen 0 hilfreich
              Re^13: Propheten

              Hallo Carlos. Diese Personen werden nach meinem Verständnis eigentlich nicht
              als Propheten bezeichnet, oder doch?
              Bei uns schon, aber es muss ja auch nicht alles gleich sein. Ich wollte nur darauf hinweisen, dass aus meiner Sicht Jesus Prophet sein müsste, ich dieses bisher aber nur von Muslimen gehört habe. Selbst Christen welche seine G"ttlichkeit nicht mehr glauben, halten ihn "nur" noch für einen Juden. Bei den ersten Christen werden Petrus (Vision) und Paulus
              (Vision und Traum) erwähnt.
              Problematisch, aus jüdischer Sicht, ist dabei, dass sie ihre Visionen ausserhalb von Israel hatten (als Juden) und diese auch nach der prophetischen Zeit lagen. Aber daran müssen sich Christen ja nicht orientieren ;-)

              Schalom,
              Eli

            • Antwort von nach 5 Tagen 0 hilfreich
              Re^14: Nachtrag: nichtjüdische Propheten

              Hallo Carlos.
              Meine Aussagen beziehen sich dabei auf jüdische Propheten. Bei Nichtjuden verhält es sich anders, wie ja auch die Schrift zeigt (z. B. hiow).

              Schalom,
              Eli

            • Antwort von nach 6 Tagen 0 hilfreich
              Re^14: Propheten

              Hallo Eli.
              Bei uns schon, aber es muss ja auch nicht alles gleich sein.
              Ich wollte nur darauf hinweisen, dass aus meiner Sicht Jesus
              Prophet sein müsste, ich dieses bisher aber nur von Muslimen
              gehört habe. Selbst Christen welche seine G"ttlichkeit nicht
              mehr glauben, halten ihn "nur" noch für einen Juden.
              Zunächst einmal muss du hier unterscheiden.

              Die meisten christlichen Kirchen lehren die Dreieinigkeit. Für sie ist Jesus eine Teil von Gott, also weit mehr als ein Prophet.

              Ein kleiner Teil der Christen glaubt nicht an die Dreieinigkeit (mich eingeschlossen). Für sie ist Jesus Christus zwar ein Geschöpf, aber ein ganz besonderes, nämlich der Anfang aller Schöpfung. Auch hier ist er mehr als ein Prophet.

              Und diejenigen Christen, die Jesus für einen normalen Menschen halten, glauben üblicherweise auch nicht an Propheten, Wunder oder göttliches Eingreifen.

              Deswegen wird Jesus in der Christenheit nirgendwo "nur" als Prophet bezeichnet. Problematisch, aus jüdischer Sicht, ist dabei, dass sie ihre
              Visionen ausserhalb von Israel hatten (als Juden) und diese
              auch nach der prophetischen Zeit lagen. Aber daran müssen sich
              Christen ja nicht orientieren ;-)
              Sehe ich auch so ;-)

              Frieden und Sicherheit wünscht dir
              Carlos

            • Antwort von nach 7 Tagen 0 hilfreich
              Alles interessant, aber...

              ...ich als Religionslaie und Ausgangsfragesteller kriege nur einen Teil mit und weiss eigentlich immer noch keine richtige Antwort (gibts die überhaupt ?) auf meine Frage.
              Alles Gute -Klaus

            • Antwort von nach 8 Tagen 1 hilfreich
              Re: Alles interessant, aber...

              Hallo Klaus, ...ich als Religionslaie und Ausgangsfragesteller kriege nur
              einen Teil mit und weiss eigentlich immer noch keine richtige
              Antwort (gibts die überhaupt ?) auf meine Frage.
              Die Antwort hängt deutlich von deiner Präferenz ab. Wenn du es für Möglich hälst, dass einen Gott gibt und Jesus Christus der Messias war, dann klingen viele Prophezeihungen ziemlich überzeugend.

              Wenn du es dagegen generell nicht für möglich hälst, dass irgendwelche Prophezeihungen niedergeschrieben wurden, dann gibt es vier Möglichkeiten:
              a) Die Prophezeiung wird mißverstanden.
              b) Die Prophezeiung ist gefälscht und wurde es nach ihrem Eintreffen geschrieben.
              c) Die Ereignisse wurden so manipuliert, dass man sagen konnte, dass eine Prophezeihung eingetreten ist.
              d) Die Ereignisse sind nicht eingetroffen und es wurde nur behauptet, dass sich eine Prophezeihung erfüllt hat.

              Mittlerweile ist es sehr schwer, zu behaupten, dass Jesaja nach Jesu leben gefälscht wurde und auf viele Ereignisse konne Jesus keinen Einfluß nehmen. Also nimmt man a) oder d). Da Prophezeiungen niemals absolut genau sind (nach dem Motto,"Am 26ten Nissan zur 6ten Stunde wird der Missias einen Blinden heilen"), kann man natürlich immer behaupten, dass sie Missverstanden wird.
              Ein typisches Beispiel für d) ist die Prophezeihung aus Micha 5:2. Hier wird der Geburtsort von Jesus Christus beschrieben.
              Deswegen behaupten heute viele, dass Jesus nicht in Bethlehem geboren wurde, sondern in Nazareth. Denn sonst hätte sich ja eine Prophezeiung erfüllt,....gell?

              Gruß
              Carlos

              P.S. Ich persönlich glaube an diese Prophezeihungen.

        • Antwort von nach 19 Stunden 0 hilfreich
          Re^3: Übersetzungsfehler

          hallo lego. jes 7,14 da steht
          ALMA das ist eine junge frau
          statt BETULA eine jungfrau
          das ist ja nicht das eigentliche Problem an dem Text.
          Dass eine junge Frau schwanger wird, ist ja ganz normal.
          Da es sich aber um ein Wunderzeichen handelt, liegt der Schluss nahe, dass eine Jungfrau gemeint ist. Und dass diese natürlich auch jung ist, ist wieder logisch.

          Obwohl also das Wort alma eindeutig »junge Frau« bedeutet, nicht »Jungfrau«, konnten die Rabbinen es im Midrasch als »Jungfrau« verstehen, wenn sie es wollten. Die Tatsache, dass sie dies nicht bei der Jesajastelle taten, liegt eindeutig daran, dass das Christentum diese Interpretation gewählt hatte.
          http://juden.judentum.org/judenmission/jesaja-2.htm

          stammt aus einem Link, den Iris geschickt hat ;-) nenne mir eine stelle und ich kann dir aus Zuns die
          uebertragung geben hebraeisch deutsch.
          Vielen Dank, ich lese die Übersetzung von Naftali Herz Tur-Sinai (1886-1973), Prof.f. Hebräisch an der Universität in Jerusalem. Aber bei bedarf komme ich auf Dein Angebot zurück.

          Gruss Harald

          • Antwort von nach 2 Tagen 0 hilfreich
            Re^4: Übersetzungsfehler

            Hallo Harald. das ist ja nicht das eigentliche Problem an dem Text.
            Dass eine junge Frau schwanger wird, ist ja ganz normal.
            Hier kommen Interpretationen hinzu, welche ich nicht unbedingt Übersetzungsfehler nennen würde, sondern unkritisches lesen. Da es sich aber um ein Wunderzeichen handelt
            Dieses ist ja schon die christliche Erwartung, dass genau dieses gemeint ist. Aber wer sagt dir, dass dem so ist? Vielen Dank, ich lese die Übersetzung von Naftali Herz
            Ich denke, dass hier nicht die Übersetzung wesentlich ist, sondern obiger Zusammenhang. Kann man den Text auch anders verstehen? Das ist die Frage und wenn dem so ist, gilt hier nichts als gesichert. So ist die Lesart im Judentum. Aus diesem Grund kommen wir auch zu deutlich anderen Schlüssen. Hierzu kommt dann noch die Art des Lesens. Im Judentum muss eine Interpretation im Einklang mit der ganzen Schrift stehen, weswegen oft ganz entfernte Schriftstellen als Beleg oder Gegenbeweis herangezogen werden. Soweit ich weiss, geht die christliche Lesart dieses Propheten nie so weit oder? Somit ist es für mich nicht wunderlich, dass hier zwei Auslegungen rauskommen, welche gegensätzlicher nicht sein könnten. Und wie ich Klaus schon geschrieben habe, der grosse wesentliche Teil der Prophezeiung ist noch nicht erfüllt worden und dieses betrifft auch Teile welche vorher liegen.

            Schalom,
            Eli



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