Re^4: Religion in Schulen
Hallo Claudia,
in einem sind wir uns einig: es ist schwierig, einmal
vereinbarte Lebensideale in einer ganzen Gemeinschaft als
Maxime durchzusetzen, und für deren Einhaltung sich
durchzusetzen.
durchzusetzen? Diktatur? Vielleicht nur etwas unglücklich geschrieben.
Dann stimme ich dem zu, was aber ohne Reli. auch geht, oder?
Und dennoch sind für jegliche Form von Lebensgemeinschaften
(Länder, Teams, Belegschaften, Familien,
Klassengemeinschaften) Regeln und auf einen Nenner gebrachte
Wertevorstellungen wichtig, weil sonst langfristig mit Chaos
in besagten Gemeinschaften zu rechnen ist.
Ja, daß geht auch ohne Reli.
Noch ein Argument für Religösität:
In schlechten Zeiten, wenn Armut und Ungerechtigkeiten
zunehmen, ist der Glaube für immer mehr Menschen eine
Zufluchtsmöglichkeit, um der unbehaglichen Realität zu
entkommen.
Das ist doch der Grund, warum die Sekten und rechtsradikale Gruppen den Zulauf haben, weil es der Reli-Unterricht in den Schulen vollkommen versagt.
Warum verdient ein Pfarrer in schlechten Zeiten immer noch 7,- Euro?
Es ist nachzulesen, dass die Leute heute vermehrt
an Schutzengel glauben (vorallem darauf hoffen), mit nicht
wahrnehmbaren Kräften (Schutzheilige, Gott, Christus, Maria
und was auch immer) rechnen, und deren Existenz als Trost
empfunden wird.
Selbsthypnose!
Und man weiss davon, dass gerade Kinder, mit
all ihrem Mangel an Lebenserfahrung und ihren Ohnmachten,
Zuflucht im Glauben suchen (Stoßgebete).
In welcher Gegend wohnst du?
In meiner Gegend passiert das nur als unbedeutender Spruch, wie "is Cool Mann".
Und noch ein Argument für Religiösität:
Es gibt eine nicht unerhebliche Anzahl von Kirchenvertretern
(Dekane, Pfarrer, Pastoren, Nonnen), die Nächstenliebe aus
ihrer religiösen Motivation heraus vorbildlichst praktizieren.
Wirklich ohne Gegenleistung????????
Bei Nonnen glaube ich das ungesehen, aber alle anderen....
Solche Menschen tuen uns allen gut, auch wenn wir nicht
umbedingt ihr Tun nachahmen wollten.
Warum nicht, wenn es doch schön ist?
Dein Argument mit den zweifelhaft sozialen Engagement der
Kirchen (die Sache mit den Obdachlosen, Kirchengelder usw.)
ist uns allen nicht unbekannt, aber für mich wirklich kein
Grund gegen das ganze Wesen um das Kirchenwesen eingestellt zu
sein.
Komisch, wenn es dir bekannt ist, warum deine weitere Unterstützung für eine Unrechtsreligion?
Wo ist die klare und logische Denkweise?
Tatsache ist, dass die Kirchen ihre Finger auch im Lehrplan
haben sollten, weil es dann später unter uns Erwachsenen noch
weniger Idealisten gäbe.
Und, was hat sich in den letzten 100Jahren geändert?
Im meinem ersten Posting schrieb ich
ja bereits, dass es schon Sinn macht in einer christlichen
Kultur deren Wertevorstellung unseren Kindern zu vermitteln,
weil sie Bestandteil von unserem Zusammenleben darstellt, und
deren Nichteinhaltung geahndet wird (siehe unsere Gesetze).
Wertevorstellung, Moral und Ethik = JA.
Religion = NEIN
Deine Gegenargumente entspringen nach meiner Auffassung aus
einer Resignation heraus, was ja mit einer persönlichen
Sichtweise von Dir zu tun hat, aber nicht aus einem
soziologischen Blickwinkel geschieht.
Resignation, nein, ich will mit meiner Betrachtungsweise und meiner Ausbeutung durch die Kirche, anderen das wahre Wesen von Religionen (den meisten) darlegen.
Du siehst ein halb leeres Glas, und möchtest den Rest gleich
wegschütten, weil er Dir ungenießbar erscheint. Ich möchte den
Rest noch wahren, weil ich Religion als einen unverzichtbaren
Bestandteil für unser Leben sehe - nicht für alle Menschen,
das ist mir schon klar.
Jeder soll denken dürfen, was er will.
Um die Suche nach etwas Hilfsbereiten aus dem Nichts in die
richtige Bahnen zu lenken (Sekten genießen viel zu viel
Aufmerksamkeit dank der Kirchenverdrossenheit),
Jetzt versuche mir mal die Ursache der Kirchenverdrossenheit zu nennen? Was meinen deine Freunde zu diesen Thema?
Kirchenverdrossenheit = die Menschen denken nach!
so sehe ich das.
viele Grüße
Ralf