Ethischer Anspruch auf materielle Güter
Hallo Jürgen,
Wer nicht jemals in
dieser Zwickmühle selbst gesessen hat, kann es wohl nicht
nachvollziehen. Wenn man einmal langzeitarbeitslos ist oder
Sozialhilfeempfänger bedeutet das für viele lebenslänglich
keine Kohle, kein Urlaub.
Probieren wir es mal von der religiösen Seite.
1. Tim 6:7-8:
7 Denn wir haben nichts in die Welt hineingebracht, und wir können auch nichts mit hinaustragen. 8 Wenn wir also Lebensunterhalt und Bedeckung haben, werden wir mit diesen Dingen zufrieden sein.
Weiterhin fordert die Bibel auf hart für seinen Lebensunterhalt zu arbeiten.
In unsere komplexen Welt, wo unselbständige Arbeitsplätze begrenzt sind und selbständige Arbeit mit finanziellen Risiken verbunden sind, ist es häufig schwierig seinen Lebensunterhalt selber zu bestreiten.
Der Staat hilft hier sinnvollerweise nach, und das nicht ganz uneigennützig.
Er bezahlt die Wohnung und gibt ausreichend Geld für Nahrung, Kleidung und Verbrauchsartikel des Alltags. Erfahrungsgemäß gelingt auch die Anschaffung von Möbeln oder Unterhaltungselektronik.
Kurzum auch ein ALHII-Empfänger hat den notwendigen Lebensunterhalt auch ohne hart arbeiten zu müssen. Das ist mehr als viele Menschen auf diesen Planeten haben und abgesehen von superreichen Öl-Staaten lebt ein langzeitarbeitsloser vermögensloser Mensch in keinem Land im gleichen Wohlstand, wie die arbeitende Bevölkerung.
Es geht in deiner Fragestellung nicht um verhungende Menschen in unserem Land, die in kalten gammeligen Barracken und Lumpen gekleidet verotten. Dies wäre ethisch nicht tragbar.
Die ersten Chrisstenversammlungen waren in diesem sozial tätig und haben die Armen unterstützt. Inbesondere mittellose Witwen wurden gespeist. Was nicht passierte, war die gleichmäßige Verteilung aller Besitztümer auf alle, so dass alle gleich vermögend war.
Wenn du schreibst "keine Kohle, kein Urlaub", was meinst du dann?
Urlaubsreisen in fremde Länder (auch ALHII können in Abstimmung mit dem Arbeitsamt urlaub machen)?
Geld fürs Ausgehen, Parties und Restaurantbesuche?
Bessere (teurere) Lebensmittel und neue Möbel?
Geld für ein Auto?
Geld für Hobbies und Genußmittel?
Geld für modische Klamotten?
...
Alles Dinge, die jeder von uns zu schätzen weiss,...
Aber gibt es einen ethischen Anspruch darauf?
Ich wüsste nicht, wie er sich begründen lässt.
Gruß
Carlos