Tipps zu eigentumsdelikte..

Von: , Frage gestellt am Di, 28. Jun 2005

.. sind in unserer kapitalistischen weltanschauung schwer in den griff zu bekommen, weil die "umverteilung " da anders, als geplant laeuft.

heute am stammtisch... viel bier... sagt jemand:

jedem dieb wird bei erstem vergehen eine sehr strenge verwarnung ausgesprochen - jedes weitere vergehen zieht den verlust eines fingers von links nach rechts nach sich.
wenn dir also jemand entgegenkommt, der versteckt an der linken hand ueberhaupt keine finger, und rechts nur noch zwei hat: obacht, da besteht gefahr fuer dein portemonnaie...

klar, die gegenseite wurde auch angesprochen: fehlurteile, arbeitsunfaelle, etc..

aber was spricht eigentlich ethisch dagegen?
ich habe die frage mal hier reingestellt,
weil

1. ich hoffe, dass sich nicht so viele populisten hier rumtreiben
2. ich gegenargumente gegen die biblische "auge-um-auge" philosophie erhoffe..

gruss
khs

35 Antworten zu dieser Frage

        • Antwort von nach 11 Stunden 0 hilfreich
          Re^4: Jesus, jüdische Lehre und die Gegensätze

          Wenn es diesen Satz der rachsüchtigen Haltung nur einmal im AT gibt, frage ich mich, ob er in der religiösen oder politischen Gesetzgebung des Judentums überhaupt Beachtung erfahren hat.

          Falls nicht, warum hat Jesus dann diese Bemerkung überhaupt gemacht? Er muß also irgendeine Rolle bei den Hebräern gespielt haben und in dieser Art bekannt gewesen sein.

          Oder?

          rolf

          • Antwort von nach 14 Stunden 0 hilfreich
            Re^5: Jesus, jüdische Lehre und die Gegensätze

            Wenn es diesen Satz der rachsüchtigen Haltung nur einmal im AT
            gibt [...]
            Diesen Satz gibt es dort aber überhaupt nicht. frage ich mich, ob er in der religiösen oder politischen
            Gesetzgebung des Judentums überhaupt Beachtung erfahren hat.
            Ja, allerdings genau in der Form in der er dort steht. Falls nicht, warum hat Jesus dann diese Bemerkung überhaupt
            gemacht? Er muß also irgendeine Rolle bei den Hebräern
            gespielt haben und in dieser Art bekannt gewesen sein.
            Wenn ich mir die Stelle bei 5,38-39 ansehen, dann kann ich auch hier keine Rachsucht erkennen. Soweit ich das hier lesen, wendet sich Jesus gegen ein falsches Verständnis der Mitzwa aus der Torah vom Hörensagen. Stattdessen liefert er genau die richtige Lesart der Torah nach.

            Wo also soll jetzt nun das Problem sein?

            • Antwort von nach 15 Stunden 0 hilfreich
              Re^6: Jesus, jüdische Lehre und die Gegensätze


              Wo also soll jetzt nun das Problem sein?
              Das Problem liegt darin, daß Du vorausssetzt, dieser Satz 'Auge um Auge' wäre keine Aufforderung zur Gewalt, während ich diesen Satz auf diese Art verstehe.

              "Ihr habt gehört, dass gesagt worden ist 'Auge für Auge, Zahn für Zahn'. Ich aber sage euch: Leistet dem, der euch etwas Böses antut, keinen Widerstand, sondern wenn dich einer auf die rechte Wange schlägt, dann halt ihm auch die andere hin". Jesus

              ..und darin eine Interpretation dieses Satzes zur Gewaltlosigkeit zu sehen, wie Du es tust, kann ich beim besten Willen nicht nachvollziehen.

              gruß

            • Antwort von nach 17 Stunden 0 hilfreich
              Re^7: Jesus, jüdische Lehre und die Gegensätze

              Hallo. Das Problem liegt darin, daß Du vorausssetzt, dieser Satz
              'Auge um Auge' wäre keine Aufforderung zur Gewalt, während ich
              diesen Satz auf diese Art verstehe.
              Der Satz leitet sich mit Schmot (Exodus) 21:22 ein und hier geht es um einen Unfall und Schadensersatz. Wie dieses als Aufforderung für Gewalt zu verstehen sein kann erschließt sich mir halt überhaupt nicht.

              Nehmen wir also einmal eine christliche Übersetzung:

              "22 Wenn Männer miteinander streiten und stoßen dabei eine schwangere Frau, so daß ihr die Frucht abgeht, ihr aber sonst kein Schaden widerfährt, so soll man ihn um Geld strafen, wieviel ihr Ehemann ihm auferlegt, und er soll's geben durch die Hand der Richter.
              23 Entsteht ein dauernder Schaden, so sollst du geben Leben um Leben, 24 Auge um Auge, Zahn um Zahn, Hand um Hand, Fuß um Fuß,
              25 Brandmal um Brandmal, Beule um Beule, Wunde um Wunde.
              26 Wenn jemand seinen Sklaven oder seine Sklavin ins Auge schlägt und zerstört es, der soll sie freilassen um des Auges willen.
              27 Desgleichen, wenn er seinem Sklaven oder seiner Sklavin einen Zahn ausschlägt, soll er sie freilassen um des Zahnes willen."

              Hier sollte eigentlich deutlich werden, dass 24 nur noch eine Aufzählung von Strafmassen bezogen auf 22 ist. Nimmt man noch den Orginaltext so wird hier das Wort תחת verwendet, welches auch 'unter' heißt, wodurch sich auch die Übersetzung "Auge unter einem Auge" ergäbe. Auch hier würde deutlich, dass es um den Wert geht. ..und darin eine Interpretation dieses Satzes zur
              Gewaltlosigkeit zu sehen, wie Du es tust, kann ich beim besten
              Willen nicht nachvollziehen.
              Es wurde hier doch schon aufgezeigt, dass Jesus sich hier auf das Hörensagen bezieht und diesen Irrtum korrigiert und eben aufzeigt, dass nicht Gewalt anzuwenden ist, sondern Versöhung im Sinne von obiger Stelle aus der Torah. Damit gibt er dieses Zitat eben genauso wieder wie es jüdischerseits seit jeher verstanden wurde.

              Scholem,
              Eli

            • Antwort von nach 19 Stunden 0 hilfreich
              Re^8: Jesus, jüdische Lehre und die Gegensätze

              23 Entsteht ein dauernder Schaden, so sollst du geben Leben um
              Leben, 24 Auge um Auge, Zahn um Zahn, Hand um Hand, Fuß um
              Fuß,
              25 Brandmal um Brandmal, Beule um Beule, Wunde um Wunde.
              26 Wenn jemand seinen Sklaven oder seine Sklavin ins Auge
              schlägt und zerstört es, der soll sie freilassen um des Auges
              willen.
              27 Desgleichen, wenn er seinem Sklaven oder seiner Sklavin
              einen Zahn ausschlägt, soll er sie freilassen um des Zahnes
              willen."

              Hier sollte eigentlich deutlich werden, dass 24 nur noch eine
              Aufzählung von Strafmassen bezogen auf 22 ist. Nimmt man noch
              den Orginaltext so wird hier das Wort תחת
              verwendet, welches auch 'unter' heißt, wodurch sich auch die
              Übersetzung "Auge unter einem Auge" ergäbe. Auch hier würde
              deutlich, dass es um den Wert geht.
              Nur eine Aufzählung bei der es um den Wert geht, könnte etwas willkürlich interpretiert sein, da es bei dem Ganzen doch um eine Strafmaßnahme mit gewaltsamen Handlungen geht. Das wird auch deutlich, bei den letzteren Beispielen, 26 und 27.


              ..und im Ausspruch Jesu, auf den wir uns beziehen, sehe ich nur eine Gegenüberstellung und Vergleich aber keine Auslegung, dazu ist es zu eindeutig.

              "Ihr habt gehört, dass gesagt worden ist 'Auge für Auge, Zahn für Zahn'. Ich aber sage euch: Leistet dem, der euch etwas Böses antut, keinen Widerstand, sondern wenn dich einer auf die rechte Wange schlägt, dann halt ihm auch die andere hin".

              rolf

            • Antwort von nach 19 Stunden 0 hilfreich
              Re^8: Jesus, jüdische Lehre und die Gegensätze

              was hat jesus mit jüdischer lehre zu tun? das sind zwei paar stiefel. wenn das christentum darauf beharrt, daß "auge um auge" heißen soll, daß man finger abhackt, bitte schön. mit dem judentum hat das aber nichts zu tun.

              gruß
              dataf0x

            • Antwort von nach einem Tag 0 hilfreich
              Re^9: Jesus, jüdische Lehre und die Gegensätze

              was hat jesus mit jüdischer lehre zu tun?
              jesus war ja erstmal rabbiner und hat sich selbst als jude gesehen und sich an juden gewendet mit seinen lehren:-). [erst paulus hat das auf nicht-juden erweitert...] das die christliche rezeptionsgeschichte das lange zeit nicht erkannt hat, ist nun wirklich nicht seine schuld (und auch nicht der anderen juden).

              grüße,

              barbara

            • Antwort von nach einem Tag 0 hilfreich
              Re^10: Jesus, jüdische Lehre und die Gegensätze

              jesus war ja erstmal rabbiner
              daß es jesus gab bzw. daß das neue testament eine wahre geschichte ist, ist bereits christliche lehre. das darf man nicht durcheinanderbringen. aus jüdischer sicht hat das keine relevanz noch kann darüber irgendeine sinnvolle aussage (inkl. einer verneinenden) gemacht werden.

              gruß
              dataf0x

            • Antwort von nach einem Tag 0 hilfreich
              Re^11: Jesus, jüdische Lehre und die Gegensätze

              jesus war ja erstmal rabbiner
              daß es jesus gab bzw. daß das neue testament eine wahre
              geschichte ist, ist bereits christliche lehre. das darf man
              nicht durcheinanderbringen. aus jüdischer sicht hat das keine
              relevanz noch kann darüber irgendeine sinnvolle aussage (inkl.
              einer verneinenden) gemacht werden.
              das ist in diesem zusammenhang wurscht, denn eli hat jesus genau so rezipiert: als juden, ich wollte nur klarstellen, das er damit absolut richtig liegt und die trennung in "böses at" und "gutes, nicht-jüdisches nt" zumindest an jesu person und seinen aussagen abgearbeitet nicht funktioniert. dass das für juden nicht relevant ist, ist mir auch klar. für die ausgangsdiskussion (auge um auge etc.) ist es aber relevant.

              grüße,

              barbara



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