Re^3: 5. Laterankonzil - Filmfehler Lutherfilm?
Hallo,
danke für den Hinweis. Aber ist denn da in dem Film richtig
recherchiert worden?
ich kann nicht beurteilen, wie das mit dem Film ist, aber Wikipedia ist keine geeignete Quelle des Gegenbeweises (Das nur grundätzlich vorweg).
Laut Wikipedia:
Hier ist nicht die Rede von einer Aussage, dass es außerhalb
der Römischen Kirche keine Erlösung gibt. Außerdem:
In dem Film fängt Luther aber gerade an, mit seinem Professor
zu diskutieren. Seine Meinung kann noch nicht so weit
vorgedrungen sein.
Außerdem sagt der Professor, dass das 5. Lateranische Konzil
das Diktum des Hl. Zyprianus oder Cyprianus bestätigt. Auch
dazu nichts im world wide web.
Wichtig ist hier erst einmal Cyprian von Karthago, der um 255/56 im sogenannten "Ketzertaufdstreit" (die Frage, ob die Taufe von Gruppen, die sich von der Kirche (also hier Cyprian) abgesondert haben, gültig ist) den berühmten Satz schrieb: salus extra ecclesiam non est (außerhalb der Kirche kein Heil) und habere non iam potest Deum patrem qui non habet ecclesia matrem (man kann Gott nicht zum Vater haben, wenn man die Kirche nicht zur Mutter hat).
Cyprian hat damit das Kirchenverständnis der heute röm-kath. Kirche entscheidend geprägt (z.B. die Rede von der Kirche als "mutter" und der Exklusivitätsanspruch), er hat aber nicht das damit sagen wollen, was das 4. (!) Laterankonzil (das wohl bedeutendendste des MA) erklärt hat: nämlich daß schon in der Antike der Primatsanspruch des Bischofs von Rom anerkannt wortden sei, Cyprian hatte eher ein kollegiales Verstädnnis des Petrusamtes, daß für alle Bischöfe gelten sollte).
Wie auch immer, Lateran IV hat sich so auf Cyprian berufen und das ja durchaus umstrittene KOnzil von 1215 wurde eben im 5. Laterankonzil 1516 bestätigt. Damit war das Laterankonzil V für viele Reformorientierte eine herbe Enttäuschung, schrieb es ja damit den Primatsanspruch des Papstes fest.
Zu Cyprian und seiner Aussage findest Du im Netz sicherlich mehr, wenn Du extra ecclesiam nulla salus eingibst, wie er meistens (wenn auch nciht ganz richtig) zitiert wird.
Grüße,
taju