Ratgeber zu Schulveranstaltungen und Religion

Von: , Frage gestellt am Do, 13. Okt 2005

Hallo!

In der Klasse meines Jüngsten kommen manche mehrtägige Schulveranstaltungen (Schikurs, Wienwoche, ...) nicht zustande, weil zu wenig Kinder teilnehmen.

Die Klassenlehrerin sagt, zum Teil können die Kinder aus finanziellen Gründen, teils aus religiösen Gründen nicht mitfahren.

Meine Frage an die (vor allem Islam-)Experten:

Was könnten das für religiöse Gründe sein, dass ein Kind nicht auf Klassenfahrt gehen kann? Ist es lediglich die Sorge der Eltern um eine schweinefleischfreie Ernährung oder spielen da auch noch andere Überlegungen mit?

Hanna

189 Antworten zu dieser Frage

        • Antwort von nach 21 Stunden 0 hilfreich
          Re^4: Schulveranstaltungen und Religion

          Hallo! "Ja, möglich wärs. Obwohl: Die Kinder sind das ganze Jahr über
          mit anderen Kindern zusammen - da kann dann eine Klassenfahrt
          doch nicht so viel "gefährlicher" sein, oder?"

          Eben doch. In der Klasse gibt es weder die Chance, das Jungen
          bei Mädchen und vice versa übernachten.
          Nein, denn in der Argumentation ging es um Gedankengut, nicht um sexuelle Freizügigkeiten. "Aber wenigstens aus Religionen, die nicht gar so
          strenge Vorschriften haben."

          Was sollen das bitte für Religionen sein? Ich wusste nicht,
          dass es Religionen gibt, bei denen man sich die Regeln selber
          setzt?
          Nein, das meine ich nicht, dass man sich die Vorschriften selbst setzt.
          Wenn ich mein Kind nach den Regeln meiner Religion erzogen habe, wird es erstens selbst nicht die verbotenen Dinge tund und zweitens in kritischen Situationen Stellung beziehen.

          In unserem Fall, wo mehr als die Hälfte der Kinder Muslime sind, dürfte es dann ja auch derlei (Schlafsaal-)Probleme gar nicht geben: ein muslimisches Kind würde so eine Aktion gar nicht erst in Erwägung ziehen, und sollte sich ein österreichisches Kind in den anderen Schlafsaal wagen, würde dort lauter Protest losbrechen! Trotzallem wünsche ich mir, dass die Klassen mehr gemischt
          werden.
          Das wünsche ich mir auch.
          In der Klasse meines zweiten Sohnes sind 20 von 24 Kindern Muslime. Da wünschte ich doch ein wenig mehr Ausgeglichenheit zwischen den Religionen.

          Hanna

  1. Antwort von nach einem Tag 1 hilfreich
    Re: Schulveranstaltungen und Religion

    Hallo,

    in Angesicht des miserablen Abschneiden des deutschen Bildungsapparats wirkt die Forderung nach mehr Freizeit an deutschen Schulen sehr unsinnig. Trotzdem wird das Problem an Schulen meist daran festgemacht, dass muslimische Kinder an Klassenfahrten nicht teilnehmen können oder dass einzelne Kinder am Sport- oder Schwimmunterricht nicht teilnehmen wollen/dürfen. In meiner Klasse gab es drei Mädchen, die nicht am Schwimmen teilgenommen haben, da es ihnen "unangenehm" war. Alle drei haben anzweifelbare medizinische Gründe angeführt und durften dem Schwimmunterricht fernbleiben. Keiner hatte damit ein Problem! Auch bei Klassenfahrten war ich nicht lange nicht der einzige, der nicht mitgefahren ist.. Klar, ich musste in der Zwischenzeit in eine Parallelklasse (was wirklich keine gute Zeit ist), aber das ergibt sich als klare Konsequenz aus der Schulpflicht.

    Ich würde die Teilnahme an Klassenfahrten grundsätzlich der Entscheidung der Eltern unterstellen. Denn diese haben das Erziehungsrecht (eigentlich: ~pflicht) und sollten - ohne sich grossartig erklären zu müssen (und vor allem nicht Lehrern gegenüber) - bis zur Volljährigkeit ihrer Kinder die Entscheidungen fällen dürfen.

    Speziell muslimischen Eltern kann man nicht vorwerfen, dass sie ihre Kinder nur ungerne an Klassenfahrten teilnehmen lassen. Nach den Kopftuchverboten wurden diejenigen Lehrer in ihren Aussagen eindeutiger, die daran glauben, Missionare unter muslimischen Kindern spielen zu müssen. Persönlich weiss ich von so einigen Fällen, in denen Lehrer vor allem Mädchen (die ein Kopftuch tragen) darauf ansprachen - ob "unter vier Augen" oder vor versammelter Mannschaft - und sie geradezu drängten. Dass das mit der Neutralitätspflicht der Schule nicht vereinbar ist, scheint niemanden zu stören (es geht ja schlussendlich um die "Befreiung" dieser Mädchen..). Auf Klassenfahrten ist die Sachlage noch sehr viel diffuser und deshalb kann ich mir das Misstrauen der muslimischen Eltern vorstellen.

    Ich würde dir empfehlen, die Lehrer an der Schule deines Kindes in die Verantwortung zu ziehen, wenn es um Unterrichtsausfälle, Leistungsabfall und dergleichen geht. Dazu gehen schliesslich die Kinder zur Schule.

    Und bitte versteht mich nicht falsch: Das Prinzip der schulischen Veranstaltungen ist nicht per se falsch. Allerdings sollte es klare Ziele haben (ausser dem "Ausspannen"). So können wir vielleicht in absehbarer Zeit das Umschalten auf 12 Jahrgänge bis zum Abitur erfolgreich bewältigen.

    Gruss, Omar Abo-Namous

    • Antwort von nach einem Tag 5 hilfreich
      Re^2: Schulveranstaltungen und Religion

      hallo omar,

      sinn und zweck von klassenfahrten haben absolut nichts mit entspannen zu tun. im gegenteil, die klassenfahren gehoerten zu meinen intensivsten erlebnissen meiner schulzeit.

      sinn und zweck von klassenfahrten ist das erlernen von sozialem verhalten innerhalb einer gruppe und das stärken des zusammenhalts innerhalb der klasse. jeder klassenlehrer kann die das veränderte soziale untereinander nach einer klassenfahrt bestätigen.

      gerade marginalisierte kinder hätten des dringenst nötig, an solchen fahrten mitzumachen, um aus ihrer randrolle herauszukommen und im klassenverband integriert zu werden. dies würde weiters ihr selbstbewusstsein steigern und ihnen die kraft geben, "gegen den strom zu schwimmen".

      mfg
      coco

      • Antwort von nach einem Tag 2 hilfreich
        Re^3: Schulveranstaltungen an sich

        sinn und zweck von klassenfahrten ist das erlernen von
        sozialem verhalten innerhalb einer gruppe und das stärken des
        zusammenhalts innerhalb der klasse.
        soziales verhalten zu erlernen ist nicht aufgabe der schule, sondern des elternhauses!! gerade marginalisierte kinder hätten des dringenst nötig, an
        solchen fahrten mitzumachen, um aus ihrer randrolle
        herauszukommen und im klassenverband integriert zu werden.
        darf ich fragen, welchen "status" du in der schule hattest? nach deinen "intensiven erlebnissen" zu urteilen war es sicher nicht der marginalisierte.... wer "marginalisiert" ist (dazu braucht man nicht moslem sein und ein kopftuch tragen, es reicht eine brille, unpassende interessen für unbeliebte fächer, gute noten und fehlendes interesse an mode und sex usw.), dann ist so eine klassenfahrt die reinste hölle auf erden, eine nicht endende qual ohne ausweg, da absolut niemand da ist, der einen da rausholt. kinder und teenager sind sehr grausam, da sie die regeln des sozialverbandes noch nicht erlernt haben. jede schwäche wird ausgeschlachtet und derjhenige fertiggemacht. möchte nicht 3wissen, wie es kopftuchträgerinnen ergeht, wenn geigespielen schon der soziale verachtungstod ist. das einzige was man dabei allerdings und sehr gründlich lernt, ist, später eine dickere haut zu haben, und daß man ohne ellbogen im leben nicht weiterkommt... zweifelsfrei ein intensivves erlebnis, immerhin im nachhinein betrachtet LOL. dies würde weiters ihr selbstbewusstsein steigern und ihnen
        die kraft geben, "gegen den strom zu schwimmen".
        "gegen den strom schwimmen", indem man jeden quatsch mitmacht? schikurse.. welchen pädagogischen effekt hat denn schifahren?! das ist eine *freizeitbeschäftigung*, mehr nicht. was ich mich erinnere... außer von saufen, rauchen und andere "dinge" wurde von nichts anderem geredet... mitgefahren bin ich eh nie, und meine eltern haben mich nicht gezwungen. bin aber kein moslem gelle. ;)

        gruß
        dataf0x

        • Antwort von nach einem Tag 3 hilfreich
          Re^4: Schulveranstaltungen an sich

          gerade marginalisierte kinder hätten des dringenst nötig, an
          solchen fahrten mitzumachen, um aus ihrer randrolle
          herauszukommen und im klassenverband integriert zu werden.
          darf ich fragen, welchen "status" du in der schule hattest?
          nach deinen "intensiven erlebnissen" zu urteilen war es sicher
          nicht der marginalisierte.... wer "marginalisiert" ist, dann ist so
          eine klassenfahrt die reinste hölle auf
          erden, eine nicht endende qual ohne ausweg, da absolut niemand
          da ist, der einen da rausholt.
          Bullshit. Nur weil DU unfähige Lehrer hattest, musst Du das nicht auf alle anderen extrapolieren. Es gibt sowohl Konzepte für Klassenfahrten als auch die passenden Lehrer für sowas, die genau diesen Beitrag des integrierens ganz wunderbar hinbekommen. Für rauchen und saufen bleibt dabei übrigens trotzdem genug Platz.

          Gruß,

          Malte (der eine solche Fahrt live erlebt hat)

          • Antwort von nach einem Tag 2 hilfreich
            Re^5: Schulveranstaltungen an sich

            Bullshit. Nur weil DU unfähige Lehrer hattest
            ??? unfähige lehrer? matura mit vorzugszeugnis? ;) denke nicht daß die unfähig waren! ich hatte im großen und ganzen sehr fähige lehrer. meine allgemeinbildung schätze ich als überdurchschnittlich ein. Für rauchen und saufen bleibt dabei übrigens
            trotzdem genug Platz.
            scheint wohl aufgabe eines lehrers zu sein, den weniger "populären" schülern dabei zu helfen, nicht nur beim schifahren, schwimmen und fußballspielen sonder auch beim saufen und rauchen besser integriert zu werden? die zahl der heute süchtigen zeigt ja den erfolg ;)

            wir haben wohl unterschiedliche vorstellungen darüber was eine schule sein soll und was nicht. ich bin der meinung, daß jeder gerne mit seinen freunden auf urlaub zum schifahren oder sonstwohin fahren soll und daß er auch rauchen und saufen darf soviel er will - aber nicht in der schulzeit. und schon gar nicht soll man dazu genötigt werden.

            die schuld auf den blöden islam zu schieben ist ja ein starkes stück. besser kann man wohl kaum ausgrenzung betreiben und den sündenbock pflegen. irgendwer muß die maus fressen - irgendwer ist immer die spaßbremse, der quertreiber, der alles kaputtmacht. der ist idealerweise am kopftuch und ander kamelfatwa (LOL) zu erkennen. das macht die welt einfacher.

            gruß
            dataf0x

            • Antwort von nach 2 Tagen 1 hilfreich
              Re^6: Schulveranstaltungen an sich

              Bullshit. Nur weil DU unfähige Lehrer hattest
              ??? unfähige lehrer? matura mit vorzugszeugnis? ;) denke nicht
              daß die unfähig waren! ich hatte im großen und ganzen sehr
              fähige lehrer. meine allgemeinbildung schätze ich als
              überdurchschnittlich ein.
              Wie Du selbst hier bemängelt hast, ist Allgemeinbildung oder Wissenstransfer nicht alles. Ein Lehrer, dem es an nativ pädagogischen Fähigkeiten mangelt ist in meinen Augen unfähig. Und das ist genau das, was Du beschreibst. Für rauchen und saufen bleibt dabei übrigens
              trotzdem genug Platz.
              scheint wohl aufgabe eines lehrers zu sein, den weniger
              "populären" schülern dabei zu helfen, nicht nur beim
              schifahren, schwimmen und fußballspielen sonder auch beim
              saufen und rauchen besser integriert zu werden? die zahl der
              heute süchtigen zeigt ja den erfolg ;)
              Wie kommst Du darauf? Es ist Aufgabe eines Lehrers, im Rahmen einer Klassenfahrt (z.B.) auch das Gemeinschaftsgefühl zu stärken, Außenseiter zu integrieren und trotzdem genug Spaß für alle uzulassen. Dazu gehört (je nach Alter und in begrenztem Umfang) auch mal ein Zigarettchen und ein Bierchen. wir haben wohl unterschiedliche vorstellungen darüber was eine
              schule sein soll und was nicht. ich bin der meinung, daß jeder
              gerne mit seinen freunden auf urlaub zum schifahren oder
              sonstwohin fahren soll und daß er auch rauchen und saufen darf
              soviel er will - aber nicht in der schulzeit. und schon gar
              nicht soll man dazu genötigt werden.
              Du hast wohl meinen Artikel nicht gelesen. Tu's doch einfach mal.
              Wir waren damals übrigens dort: http://www.outwardbound.de/standorte/baad.php

              Gruß,

              Malte

            • Antwort von nach 2 Tagen 0 hilfreich
              Re^7: Schulveranstaltungen an sich

              Wie Du selbst hier bemängelt hast, ist Allgemeinbildung oder
              Wissenstransfer nicht alles. Ein Lehrer, dem es an nativ
              pädagogischen Fähigkeiten mangelt ist in meinen Augen unfähig.
              Und das ist genau das, was Du beschreibst.
              ein lehrer hat sich darin einzumischen, welches soziales gefüge es in einer klasse gibt. meistens ist es ihnen eh egal, und wenn sie sich einmischen, wird es ohnehin nur schlimmer. Wie kommst Du darauf? Es ist Aufgabe eines Lehrers, im Rahmen
              einer Klassenfahrt (z.B.) auch das Gemeinschaftsgefühl zu
              stärken, Außenseiter zu integrieren und trotzdem genug Spaß
              für alle uzulassen.
              aufgabe eines leherers ist, gut zu unterrichten, interesse für die wichtigen (und auch die augenscheinlich weniger wichtigen) dinge zu wecken, die in der schule gelernt werden, und zum nachdenken anzuregen. aufgabe ist es auch, jeden schüler gleich und fair zu behandeln, ganz egal welchen status er in der klasse hat. es ist aber nicht seine aufgabe darüber zu bestimmen, was einem schüler in der freizeit spaß zu machen hat und was nicht, noch geht es ihn was an, mit welchen leuten er gerne seine freizeit verbringen will. wenn ein schüler sich nicht wohlfühlt in seiner klasse, warum soll er gezwungen werden, mit diesen leuten auch noch die freizeit zu verbringen und dinge tun zu müssen, die ihn gar nicht interessieren?? Dazu gehört (je nach Alter und in
              begrenztem Umfang) auch mal ein Zigarettchen und ein Bierchen.
              eine tolle einstellung hast du! schüler sind meistens *minderjährig*. ist der ausschank von alkohol an minderjährige nicht verboten? ich glaube schon. kein wunder daß so viele raucher sind und süchtig nach alkohol, wenn sie schon als schüler, noch dazu von den lehrern (!) eingebleut bekommen, daß man rauchen und saufen muß, nur um dazuzugehören.... witzig ist schon der zufall, daß fast alle nichtraucher in der schule nicht "beliebt" waren aber gute schüler waren.

              gruß
              dataf0x

            • Antwort von nach 2 Tagen 1 hilfreich
              Re^8: Schulveranstaltungen an sich

              Dazu gehört (je nach Alter und in
              begrenztem Umfang) auch mal ein Zigarettchen und ein Bierchen.
              eine tolle einstellung hast du! schüler sind meistens
              *minderjährig*. ist der ausschank von alkohol an minderjährige
              nicht verboten? ich glaube schon.
              Nein, ist er nicht. Wie kommst Du nur darauf? kein wunder daß so viele
              raucher sind und süchtig nach alkohol, wenn sie schon als
              schüler, noch dazu von den lehrern (!) eingebleut bekommen,
              daß man rauchen und saufen muß, nur um dazuzugehören....
              Wer behauptet denn solchen Unsinn? witzig ist schon der zufall, daß fast alle nichtraucher in der
              schule nicht "beliebt" waren aber gute schüler waren.
              Bei Dir vielleicht. Nimm bitte zur Kenntnis, daß ganz offensichtlich DEIN Eindruck nicht allgemeingültig ist.

              Malte

          • Antwort von nach einem Tag 0 hilfreich
            Re^5: Schulveranstaltungen an sich

            Hi ho, Bullshit. Nur weil DU unfähige Lehrer hattest, musst Du das
            nicht auf alle anderen extrapolieren. Es gibt sowohl Konzepte
            für Klassenfahrten als auch die passenden Lehrer für sowas,
            die genau diesen Beitrag des integrierens ganz wunderbar
            hinbekommen.
            hm, vermutlich hattest Du in der Richtung motivierte Lehrer. Es wäre schön, wenn es mehr davon gäbe, ich selber hab nie solche Lehrer gehabt. Stoff vermitteln konnten sie sehr gut, aber das soziale Gefüge innerhalb der Klasse hat irgendwie nie jemanden interessiert (so war wenigstens mein Eindruck).

            Ich kann Data sehr gut verstehen. Jemandem zu vermitteln, was für eine Qual eine Klassenfahrt für einen Aussenseiter sein kann, ist praktisch nicht möglich.

            Grüsse,

            Herb



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