Mag auch mal Teil 2
Von: , Frage gestellt am Sa, 2. Okt 1999
Hallo Ihr Lieben!
Es geht mir nicht um die juristische Frage: Wenn man gegen ein Recht verstößt, dann muß man auch mit Konsequenzen rechnen. Wobei die Problematik der unrechtmäßigen Rechtssetzung noch mal eine andere ist (s. Judenverfolgung)
Mir geht es um die moralische/ethische/gesellschaftliche Frage: Wenn im katholischen Kirchenrecht nun mal (leider) der Zölibat verankert ist, jeder Katholik das weiß und auch niemand dazu gezwungen wird (man entscheidet sich ja freiwillig für die Weihe), dann löst das zuweilen bitterböse Demonstrationen und Kommentare aus. Ähnlich ist es mit der Position der Kirche bzgl. Abtreibung und Euthanasie etc.
Ich frage nach dem gesellschaftlichen Gleichgewicht: Die Kirche(n) verdammen und den Islam...nun ja, aus Gründen der Toleranz (man will ja nicht ausländerfeindlich sein) hinnehmen, wie er in manchen Teilen nun auch mal ist???
Ganz wichtig: Ich will nicht Unrecht durch Unrecht gutmachen. Auf beiden Seiten muß immer wieder kritisch nachgefragt werden. Aber das passiert in meinen Augen nicht.
Und nicht nur im Großen, auch im Kleinen:
Wenn eine neue Kirche gebaut wird, wird sofort mehr oder weniger protestiert (Das viele Geld könnte man "sinnvoller" nutzen...), wenn aber eine Moschee in einer deutschen Stadt gebaut wird, dann wird das als Sieg der Toleranz gefeiert! Und es gibt noch viel mehr solcher Beispiele! Das Paradoxeste, das mir in diesem Zusammenhang mal begegnet ist: Eine Frau, die die katholosche Kirche wegen angebl. Frauenfeindlichkeit verdammte, aber vor lauter Toleranz das Frauenbild des Islams (in der extremen Form der Verschleierung) als kulturelle Bereicherung empfand.
Warum werden Unrecht und Unmenschlichkeit (darum geht es bei dieser Verurteilung im Iran) nicht genauso beim Islam angeprangert?
Gerd
