Zwangs-Eutanasie?

Von: , Frage gestellt am Mi, 3. Nov 1999

###P.P.S.: Die Diskusion wird im Forum Wissenschaft -> Geisteswissenschaften allg. geführt.

Thema:
Ist die Zwangseutanasie bei Persohne phjilosofisch vertretbar, die autonom nicht in der Lage währen zu übertleben und deren Überleben imense Kosten veruracht (ein Komapatient im Jahr mit mindesttherapei 2.500.000 DM) vertrehtbar in dieser wellt mit einer meist an hunger Sterbende Bevölkerung

Die Zwangseutanasie würde voraussetzen, dass der Mensch zwischen überlebenswürdich und nicht unterscheidet, aber ist es nicht irgendwie heuchlerisch, denn er unterscheidet ja tagtäglich, wer gut ist und wer sterben muss, denn durch sein eindeutiges verhalten zwing er die bewohner der 3. Welt zu TOD.

MfG,

Sramko 8-)

P.S.: In der Diskusion muss ich die Position vertrehten, dass man sie einführen soll.

8 Antworten zu dieser Frage

  1. Antwort von nach 17 Stunden hilfreich
    Re: Zwangs-Eutanasie?

    Hallo Sramko,
    die Dritte Welt hungert nicht deswegen, weil wir ein paar Komapatienten mit schlechten Heilungsaussichten durchfüttern, sondern weil riesige amerikanische, japanische und europäische Konzerne die Ressurcen dieser Länder ausbeuten!
    Übrigens habe ich deine Argumentation schon in einem Schulbuch aus der Nazizeit gelesen, in dem vorgerechnet wurde, wieviel ein Geistesschwacher den staat täglich kostet. Mit solchen Argumenten fängt es an, und dann kommt man allmählich drauf, dass nicht nur Intensivpatienten Geld kosten, sondern auch andere Kranke, und dann vielleicht noch ein paar "Asoziale", und dann sind wir wieder dort, wo wir schon mal waren ...
    bb

    • Antwort von nach einem Tag hilfreich
      Re^2: Zwangs-Eutanasie?

      Hallo Barbara! die Dritte Welt hungert nicht deswegen,
      weil wir ein paar Komapatienten mit
      schlechten Heilungsaussichten
      durchfüttern,
      sicher nicht

      sondern weil riesige amerikanische, japanische und europäische
      Konzerne die Ressurcen dieser Länder
      ausbeuten!
      auch, aber nicht nur, würde ich sagen Übrigens habe ich deine Argumentation
      schon in einem Schulbuch aus der Nazizeit
      gelesen, in dem vorgerechnet wurde,
      wieviel ein Geistesschwacher den staat
      täglich kostet. Mit solchen Argumenten
      fängt es an, und dann kommt man
      allmählich drauf, dass nicht nur
      Intensivpatienten Geld kosten, sondern
      auch andere Kranke, und dann vielleicht
      noch ein paar "Asoziale", und dann sind
      wir wieder dort, wo wir schon mal waren
      ...
      Ich fände es interessant zu erfahren, was für Konsequenzen Du aus hieraus ziehen möchtest. Ist ein bestimmtes Argument allein schon deswegen diskreditiert, weil es von Nazis verwendet wurde? Gibt es Themen, über die man besser gar nicht diskutieren sollte? Ist es deswegen, weil bestimmte Fragen zeigen, wie sehr unser Wertesystem auf letztlich willkürlichen Grenzziehungen beruht, unzulässig, diese zu stellen?

      Gruß
      Michael

      • Antwort von nach 4 Tagen hilfreich
        Re^3: Zwangs-Euthanasie?

        Hallo Michael!
        Ist ein bestimmtes Argument allein schon deswegen diskreditiert, weil
        es von Nazis verwendet wurde?
        Nein, natürlich nicht. Ich fand es nur interessant, die "Entwicklung" eines Arguments zu verfolgen, wie sie sich in der Geschichte gezeigt hat.


        Gibt es Themen, über die man besser gar nicht
        diskutieren sollte?
        Finde ich nicht.

        Ist es deswegen, weil bestimmte Fragen zeigen, wie sehr unser
        Wertesystem auf letztlich willkürlichen
        Grenzziehungen beruht, unzulässig, diese
        zu stellen?
        Nein nein, das sicher nicht. Mir ist natürlich auch klar, dass wir willkürliche Grenzen ziehen. Mir war auch klar, was Samkto meinte - wie bizarr es ist, dass wir auf der einen Seite junge gesunde Menschen verhungern lassen und auf der anderen jede Menge Geld ausgeben, um alte und kranke durchzufüttern. Sicher denkt man da oft, verdammt, um das Geld könntest du ein ganzes Dorf in Afrika oder Indien durchfüttern! Dagegen habe ich aber zwei Einwände:
        A) bin ich Christin und für mich gibt es kein lebensunwertes Leben, egal wie schwach es ist,
        b) ist die Argumentation demagogisch, denn in Wirklichkeit hängen die beiden probleme ja überhaupt nicht zusammen. Wie gesagt, Afrika und Indien hungern nicht deshalb, weil wir hier das Geld für Intensivpatienten ausgeben. Solche gefühlsträchtige Demagogie verstellt nur den Blick auf das weitaus Wesentlichere, nämlich warum diese Leute wirklich hungern und was man konkret dagegen tun könnte. Es ist ja nicht so, dass das Geld, das der Komapatient gekostet hätte, nun nach dessen Tod auf ein Konto in Afrika überwiesen wird, oder? Wenn es ganz konkret und praktisch um die Frage ginge, wen ich eher sterben lasse, einen jungen gesunden Inder oder einen 90jährigen europäoschen Krebspatienten, dann wäre die Frage sinnvoll. Aber so, fürchte ich, dient sie - wie sich in Holland bereits erwiesen hat, wo Tausende jährlich den "Gnadentod" verabreicht bekommen - nur dazu, die alten, kranken und Schwachen aus der Gesellschaft entfernen, und deren Platz nehmen dann nicht etwa hungernde Afrikaner ein, sondern saturierte und geldgierige Europäer.
        Ich hoffe, das hat alles ein bisschen klarer gemacht?
        gruß,
        bb

        • Antwort von nach 4 Tagen hilfreich
          Re^4: Zwangs-Euthanasie?

          Hi Barbara, Ich hoffe, das hat alles ein bisschen
          klarer gemacht?
          Jou, so isses. Und ich habe erfreut festgestellt, daß wir - Du aus einer christlichen Position heraus und ich mit einem eher säkular-humanistischen Hintergrund - zu sehr, sehr ähnlichen Positionen gelangen.

          Gruß
          Michael

          • Antwort von nach 4 Tagen hilfreich
            Re^5: Zwangs-Euthanasie?

            Hi Barbara,
            Und ich habe erfreut festgestellt, daß wir - Du aus einer
            christlichen Position heraus und ich mit
            einem eher säkular-humanistischen
            Hintergrund - zu sehr, sehr ähnlichen
            Positionen gelangen.

            Hi!
            Nicht zu glauben, dass mir auf diesem brett einer zustimmt :-)))
            gruß,
            bb

            • Antwort von nach 4 Tagen hilfreich
              Zustimmung

              Hi!
              Nicht zu glauben, dass mir auf diesem
              brett einer zustimmt :-)))
              gruß,
              bb
              Ach, soll ich das mal öfters machen? Würde mir, glaube ich, gar nicht so fürchterlich schwer fallen ;-)

              MN

  2. Antwort von nach einem Tag hilfreich
    !!!KOREKTUR!!!

    ein Komapatient im Jahr mit
    mindesttherapei 2.500.000 DM
    Falsch - ganz falsch!
    könnt ihr es mir verzeihen, ich wollte niemanden aufhetzen. Es sind mind. 250.000 DM

    MfG,

    Sramko 8-)

  3. Antwort von nach einem Tag hilfreich
    Re: Zwangs-Eutanasie?

    Hi Sramko,

    Wenn Du schon für die Einführung der Zwangs-Eutanasie plädieren willst, dann nicht mit dem Argument der Kosten.

    Das eingesparte Geld würde ja doch nicht der hungernden Bevölkerung irgendeines Staates zugutekommen. Und die Regierungen der ach so armen Länder der dritten Welt haben immer noch genug Geld, um riesige Armeen zu finanzieren. Mit dem Budget, das für Waffenkäufe vergeudet wird, hätte wohl ganz Asien, Afrika und Südamerika genug zu essen.

    Die Euthanasie-Diskussion hat aber meist einen machthungrigen Hintergrund. Irgendwer glaubt da wohl, eine Berechtigung zu haben, über Leben und Tod seiner Mitmenschen zu entscheiden.

    mfg Harald [Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

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