Dein Glaube hat dir geholfen

Von: , Frage gestellt am Mo, 13. Feb 2012
In den Evangelien und in den Wundertaten Jesu spielt der Glaube eine ganz entscheidende Rolle. In der Regel sagt Jesus "Dein Glaube hat dir geholfen", er betont an einigen Stellen, dass man "mit Glaube Berge versetzen kann", in seiner Heimat konnte Jesus nichts tun, weil die Menschen keinen Glauben hatten.

In unserer säkularen Gesellschaft gilt der Begriff "Glaube" - zumindest bei vielen auch hier im Forum - als Synomym für "Selbstsuggestion" oder "Träumerei", aber auf jeden Fall als "nicht der Wirklichkeit angemessen".

Andere sehen auch heute Glaube als eine Art magische Kraft, die man "haben muss", um etwas zu bewirken oder auch nur zu verstehen, was in der Bibel steht. Diese Sicht scheint im wesentlichen die zu sein, die auch von den Schreibern der Bibel vertreten wurde.

Ist es möglich, dem Begriff des Glaubens auch in einer Gesellschaft, die im Zeitalter der scheinbaren reinen Vernunft und der Naturwissenschaft steht, in der alles verstehbar, messbar und kontrollierbar erscheint, einen Sinn und Platz zuzuweisen, der diesen Begriff nicht in die Irrelevanz abgleiten läßt?

Gruß
Thomas

75 Antworten zu dieser Frage

            • Antwort von (abgemeldet) nach einem Tag 0 hilfreich
              Re^6: Als Möglichkeit zulassen - ob angenehm oder
              Moin, Du hast also sehr wohl die Wahl dich zu entscheiden, was du
              nun im konkreten Fall glauben möchtest.
              Die Angelegenheit habe ich schon längst mit mir geklärt, und
              weiss auch warum ich das tun musste.
              Das mag ja sein, aber ich hab keine Ahnung, wie du die Sache für dich entschieden hast. Es gibt Leute, die in solch einem Fall beim unbekannten Nachbarn klingeln, und andere, die es nicht tun. Beide werden auf Nachfrage gute Gründe für ihr Verhalten anführen.

              "Indizien" zu haben ist eben nicht das gleiche, wie etwas zu wissen. Du kannst dich hier bestenfalls auf Wahrscheinlichkeiten beziehen, aber auch das wird nicht zu einer einheitlichen Verhaltensweise führen, denn die einen Handeln entsprechend geringer Wahrscheinlichkeiten (Lotto spielen, abends nicht alleine an U-Bahnstationen rumhängen), die anderen entsprechend großer Wahrscheinlichkeiten (ich gewinn ja eh nicht, mich wird es schon nicht treffen).

              Wenn man aber etwas weiß, dann dürfte es kein Problem geben, auch den anderen von seiner Handlungsweise zu überzeugen. Wenn du mir z.B. sagst, dass du weißt, dass ich Samstag im Lotto gewinnen werden, wenn ich mir einen Schein kaufe, dann wäre ich blöd, wenn ich nicht entsprechend handeln würde. Tatsächlich weißt du aber gar nichts. Auch nicht über deinen Nachbarn.

              Fazit: Wir handeln den ganzen Tag lang im Wesentlichen nur entsprechend unserer Glaubensvorstellungen. Ob hinter diesen eine reale Ursache steht, ist dabei völlig unerheblich. Warum sollte dies nun bei religiös Gläubigen anders sein?

              Gruß
              M.
            • Antwort von nach einem Tag 0 hilfreich
              Re^7: Als Möglichkeit zulassen - ob angenehm oder
              Hi. Du hast also sehr wohl die Wahl dich zu entscheiden, was du
              nun im konkreten Fall glauben möchtest.
              Die Angelegenheit habe ich schon längst mit mir geklärt, und
              weiss auch warum ich das tun musste.
              Das mag ja sein, aber ich hab keine Ahnung, wie du die Sache
              für dich entschieden hast.
              Ich meinte das mit dem Glauben. Wo das hingehört usw.. Es gibt Leute, die in solch einem
              Fall beim unbekannten Nachbarn klingeln, und andere, die es
              nicht tun. Beide werden auf Nachfrage gute Gründe für ihr
              Verhalten anführen.
              Dann ist ja gut, wenn die das können. Nur wo ist dann der Glaube geblieben?
              Nun ist das Problem gerade hier also Handlungen hinterher zu begründen schon paar Jahre erkannt worden.
              Wenn dich das interessiert dann Vilayanur Ramachandran ist das Stichwort.
              Dort wirst du erfahren was eine wahre handfeste Wunder ist:-)Nicht vergleichbar mit am Wasser laufen zu können, Tote zu leben erwecken usw. die ja offensichtlich in das Grundrepertoire jeden örtlichen Potentaten gehörten damals (zumindest haben wir etliche Berichte von "glaubwürdigen" Zeugen davon).
              "Indizien" zu haben ist eben nicht das gleiche, wie etwas zu
              wissen.
              Habe nicht behauptet oder?
              Wenn wir aber so weit sind, dann: Wissen und das im absoluten Sinne gibt nur für analytische Sätze. Für synthetische nicht.
              Und alle Aussagen ohne Ausnahme sind nur in diese zwei Kategorien einzuordnen und Pukt Abgenagter Knochen:-) Du kannst dich hier bestenfalls auf
              Wahrscheinlichkeiten beziehen,
              So minderbemittelt bin ich ja zum Glück noch nicht:-)
              Das ist nur ein Teilgebiet der Mathe und hat hier nichts zu sagen.
              Mir bleibt 2+2 für immer 4 und damit hats.
              Und die synthetische Sätze bleiben für gesichert bis auf weiteres.
              Von Wahrscheinlichkeit kein Spur weit und breit.
              Was aber mich gar nicht daran hindert über Welten nachzudenken wo das mal anderes sein könnte. Folge ich diese zugegeben denkbare Idee, dann stoße ich aber unvermeidlich an ein noch größeres Problem nämlich welche hier sich eröffnende Denkbarkeit soll ich erst untersuchen 2+2=5 oder = n+1 usw.:-)
              Mit Glauben kann ich da ja schlecht meine Wahl treffen oder?
              Und der Begriff Wahrscheinlichkeit versagt ja hier kläglich:-)

              Aber ob du das glaubst oder nicht man (Logiker)arbeitet ernsthaft und mit Teilerfolg an ganz interessanten neuen logischen Systemen.
              Nichts ist dabei Tabu, gar nichts.
              Man probiert und schaut wo das hinführt, ganz empirisch.
              Diese wahnwitzige Denker zu folgen ist gewiss (zumindest was mich betrifft) mit dauerndem geistigen Muskelkater verbunden aber das macht komischerweise unheimlich Spaß.
              Da könnte ich sicher einen Gott gut brauchen der mir da hilft Schritt zu halten:-) aber auch das wird nicht zu
              einer einheitlichen Verhaltensweise führen, denn die einen
              Handeln entsprechend geringer Wahrscheinlichkeiten (Lotto
              spielen, abends nicht alleine an U-Bahnstationen rumhängen),
              die anderen entsprechend großer Wahrscheinlichkeiten (ich
              gewinn ja eh nicht, mich wird es schon nicht treffen).
              Was hat das aber mit unserem Thema zu tun?
              Wenn man aber etwas weiß, dann dürfte es kein Problem geben,
              auch den anderen von seiner Handlungsweise zu überzeugen.
              Ja, aber mit einer kleinen aber sehr wichtigen Beschränkung.
              Es ist nämlich so, dass die Wahrheit sich als ein stärkeres Begriff erwies als ihre Beweisbarkeit.
              Wenn das dir erst paradox erscheint, dann als Stichwort Kurt Gödel.
              Dabei wünsche ich dir angenehmen lang anhaltenden Muskelkater bzw. kann ich dir das mit seeeehr großer Wahrscheinlichkeit garantieren:-).
              Der stellte erst seit Aristoteles die Logik fast aus dem Nichts erschuf sie endlich und kurzerhand vom Kopf auf den Fuß. Wenn
              du mir z.B. sagst, dass du weißt, dass ich Samstag im Lotto
              gewinnen werden, wenn ich mir einen Schein kaufe, dann wäre
              ich blöd, wenn ich nicht entsprechend handeln würde.
              Na vielleicht nicht Blöd aber sträflich Leichtgläubig und voll unwissend was die Angelegenheit anbelangt. Tatsächlich weißt du aber gar nichts.
              Und das weisst du klar gelle???:-) Auch nicht über deinen
              Nachbarn.
              Mag sein. Bin ja erst kurz umgezogen.
              Fazit: Wir handeln den ganzen Tag lang im Wesentlichen nur
              entsprechend unserer Glaubensvorstellungen.
              Falsch und wie. Glaube und jetzt ganz uninteressant wie wir das definieren ist bewusst.

              Die Handlungen nicht alle das stimmt. Ob hinter diesen
              eine reale Ursache steht, ist dabei völlig unerheblich.
              Ja so weit richtig. Warum sollte dies nun bei religiös Gläubigen anders sein?
              Nicht ersichtlich? Na gut, also weil bewusst und Punkt:-)
              Und ich habe gute Argumente wie das bewusst ist und darüber hinaus noch was den Gläubige dazu veranlasst an seinen bewusst festzuhalten egal was seinen Verstand (oder was auch immer) dazu sagt.

              Gruß

              Balázs
        • Antwort von nach einem Tag 0 hilfreich
          Re: Als Möglichkeit zulassen - ob angenehm oder n
          Wenngleich es möglich sein kann, das Glauben und Wissen miteinander einher gehen, so gilt das sicher nicht für Glauben und Wissenschaft.

          Da, wo für einen Wissenschaftler das Wissen aufhört, beginnt nicht der Glaube, sondern die Wissenschaft. Ein Kernpunkt der wissenschaftlichen Methode besteht darin, für eine Beobachtung Hypothesen aufzustellen und diese nach Möglichkeit zu überprüfen.

          Der Glaube ist für einen Wissenschaftler daher hochgradig unbefriedigend, denn für viele Naturwissenschaftler ist die Naturwissenschaft nicht nur Beruf sondern Lebenseinstellung.

          Selbst wenn sich der Naturwissenschaftler irgendwann auf das Unwahrscheinliche Einlassen muss, so hat Gott die Crux, dass wir ihn nicht brauchen um irgendeine Beobachtung zu erklären. Es gibt nichts auf dieser Welt, dass die Existenz Gottes nahelegt.

          Wenn ein überzeugter Atheist Argumente gegen den Glauben gibt, dann geht es ihm nie darum, seine eigene Einstellung zu rechtfertigen, sondern darum andere davon zu überzeugen, wie dumm der Glaube an eine übernatürliche Wesenheit ist. Wir leben in einer faszienierenden, wunderbaren Welt - warum sie mit einer metaphysischen Komponente weichzeichnen?
          • Antwort von nach einem Tag 0 hilfreich
            Bei allem ggs. Wohlwollen
            Hallo Zerschmetterling, Es gibt nichts auf dieser Welt, das die Existenz eines Gottes
            nahelegt
            Bin ich nichts? Und doch lege ich Dir die Existenz eines Gottes nahe. Es ist eine meiner Aufgaben als Christ. Also kann dieser Satz jedenfalls nicht unter jeder Voraussetzung stimmen. Nun kann ich versuchen, ihn so zu verstehen, dass er theoretisch geniessbar würde. Also z. B.: "Es gibt gemäss einer gewissen naturwissenschaftlichen Sicht nichts Selbstevidentes in der Natur, das zur Annahme eines Gottes von Vorneherein anregt." Wenn man sich zu dieser Sicht entschlossen hat oder immer wieder entschliesst...

            Gruss,
            Mike
            • Antwort von nach einem Tag 0 hilfreich
              Re: Bei allem ggs. Wohlwollen
              Hi Mike. Es gibt nichts auf dieser Welt, das die Existenz eines Gottes
              nahelegt
              Bin ich nichts?
              Wer behauptet das? Und doch lege ich Dir die Existenz eines
              Gottes nahe.
              Ja das möchtest du und? Es ist eine meiner Aufgaben als Christ.
              Wen interessiert hier das was du fühlst?

              Belegen, das wurde verlangt.
              Dein Existenz als Beleg ist ja ein Witz.
              Kann nicht dein ernst sein.
              Denn, dann ist ja mein Existenz der Gegenbeweis, ist mehr als logo oder?
              Was soll so was hilfloses hier unter Wissenschaft?

              Gruß

              Balázs
            • Antwort von nach einem Tag 0 hilfreich
              Beweis und Gegenbeweis
              Hallo Balázs, Gegenbeweis
              Es ging nur darum, dass die Aussage "Gott ist nicht" wissenschaftlich - wie ich meine: wenigstens - ebensowenig Wert hat wie die Aussage "Gott ist". Da Zerschmetterling eben eine solche Grundaussage gebracht hat, ist es nötig und sinnvoll, mit dem glatten Gegenaussage zu antworten, "für den, der nach Kräften sucht, sind Gottes Spuren auffindbar".

              Gruss,
              Mike
            • Antwort von nach 2 Tagen 0 hilfreich
              Re: Beweis und Gegenbeweis
              Hi Mike. Gegenbeweis
              Es ging nur darum, dass die Aussage "Gott ist nicht"
              wissenschaftlich - wie ich meine: wenigstens - ebensowenig
              Wert hat wie die Aussage "Gott ist".
              Genau, aber nur so lange bis man nicht lernt, dass nur zwei Arten von Aussagen existieren die zu miteinander verwechseln oder mischen zu Unsinn führt.
              Analytische sagen über die Welt nichts aus sondern nur darüber wie wir Dingen Eigenschaften zu oder absprechen und daher sind sie (unter Umständen absolut wahr).
              Synthetische sagen etwas über reale Dingen aus.
              Und da gibt es keine endgültige dh. so beweisbare wie bei den Analytischen.
              Alle synthetische Aussagen sind hypothetisch d.h sie gelten bis auf weiteres.

              Man kann das akzeptieren oder nicht. Wiederlegen aber nicht.
              Der ist noch nicht geboren worden:-)

              Übrigens ich halte die Bezeichnung "Wissenschaft" nicht passend für das wozu stehen soll. Wehnen oder Ahnenschaft wäre doch passender, oder?:-)

              Es freut mich aber unheimlich, dass du den Anlasser betätigst:-)

              Grüße

              Balázs.
            • Antwort von nach 2 Tagen 0 hilfreich
              Re^2: Beweis und Gegenbeweis
              Hallo Balázs,

              Aussagen über Gott können sowohl synthetisch als auch analytisch sein.

              Gruss,
              Mike
            • Antwort von nach 2 Tagen 0 hilfreich
              Re^3: Beweis und Gegenbeweis
              Hi Mike.
              Aussagen über Gott können sowohl synthetisch als auch
              analytisch sein.
              Mache welche.

              Gruß

              Balázs
            • Antwort von nach 2 Tagen 0 hilfreich
              Aussagen und vom Subjekt als Objekt Empfundenes
              Hallo Balázs,

              ich habe Spuren Gottes festgestellt (synthetisch): Diese Aussage bezieht sich auf Äusserliches, als objektiv Betrachtetes.

              Da die Bibel keine eindeutige Aussage darüber macht, ob der Geist nur aus dem Vater allein oder aus Vater und Sohn gemeinsam hervorgehe, ist es sinnvoll, beide Aussagen zu machen, aber nicht sinnvoll, deswegen die christliche Gemeinschaft aufzukündigen (analytisch): Diese Aussage bezieht sich auf Konsequenzen, die den Begriffen "Gott", "Bibel" und "christliche Gemeinschaft" einhangen.

              Gruss,
              Mike


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