...apropos Jesus

Von: , Frage gestellt am Sa, 21. Aug 1999

Tja, hier ist ja im Moment nicht allzuviel los, da wird's doch mal wieder Zeit 'n heißes Eisen anzufassen.

Trotz des Umstandes, daß ich der RK-kirche angehöre, steht es für mich persönlich außer Frage, daß die Person Jesus, die heute in der Kirche verehrt wird und die historische Person ziemlich wenig miteinander zu tun haben. Nicht falsch verstehen, es geht jetzt nicht darum, jemanden hier in seinem Glauben anzugreifen (das wäre wohl kaum Grundlage für eine sachliche Diskussion), aber es wäre doch mal interessant zu hören, was Ihr zu dem Thema denkt. Besonders interessant wäre es auch die Meinung und das Wissen von WWW-Theologen (falls hier welche sind), sowie Angehörigen des moslemischen und jüdischen Glaubens mal zu hören. Und was sagen diejenigen, die Ihren Glauben auf dem neuen Testament fundieren und es als zuverlässige Informationsquelle (bzw. als Wort Gottes) ansehen ?

mit Spannung auf die bevorstehende Diskussion,
Christian

PS: Ich möchte nochmal betonen, daß es nicht darum geht, jemanden anzugreifen, sondern nur darum sachlich Meinungen und Fakten zu diskutieren

29 Antworten zu dieser Frage

  1. Antwort von nach 5 Tagen hilfreich
    Re: ...apropos Jesus

    Trotz des Umstandes, daß ich der RK-kirche
    angehöre, steht es für mich persönlich
    außer Frage, daß die Person Jesus, die
    heute in der Kirche verehrt wird und die
    historische Person ziemlich wenig
    miteinander zu tun haben.
    Hallo Sang real,
    auch ich möchte niemandem wohin treten, denke aber, daß eine Diskussion um die "historische" Person nichts bringt, weil man eh' nur in Spekulation hängenbleibt. Zu wenig ist *neutral* überliefert von dem Mann der heute als Christus verehrt wird. Wenn man sich das NT
    anschaut könnte man meiner Meinung nach sogar zu dem Schluß kommen, daß wir sogar (von den weitergeführten Grundaussagen her) heute eher ein *Paulanertum* als ein Christentum haben.
    meine Meinung
    eljot

  2. Antwort von nach 4 Tagen hilfreich
    Re: ...apropos Jesus

    Ich denke schon, daß der historische Jesus viel mit dem christlichen Glauben zu tun hat, denn das Eine kann ohne das Andere ja nicht sein. Auch vor der Auferstehung hat Jesus, der Mensch der predigte, das Christentum entscheident geprägt. So zum Beispiel unser heute hoffentlich verbreitetes Verständnis von Gott. Ganz neu war nämlich, daß er Gott nicht als einen Rächer ansah, wie das häufig noch im Alten Testament der Fall war, sondern er nannte ihn "Vater". Gott ist also jemand, der bedingungslos liebt und verzeiht (das Gleichnis vom verlorenen Sohn). Erst seit Jesus beten die Menschen "Vater unser im Himmel".Auch sprach er von einem Gott, der alle Menschen und ganz besonders die Schwachen und Kranken liebt, für den niemand unrein ist, wie das in Ansichten anderer Religionen der Fall war. Christ sein kann jeder, ohne Eintrittsbedingung. All dies sind Dinge, die vom historischen Jesus, der predigte, vermittelt wurden, und die das Christentum geprägt haben. Leider muß ich aber zugeben, daß ich sicher bin, daß viele wichtige Elemente im Laufe der Zeit verloren gegangen sind, und daß viele Dinge, die die Kirchen heute als sicher ansehen, nicht unbedingt der Fall waren. Ciao, Sumpfhuhn.

    • Antwort von nach 5 Tagen hilfreich
      Zwischenfrage

      ... hat nichts mit der Frage nach dem historischen Jesus zu tun, sondern bezieht sich auf diese Aussage: Ganz
      neu war nämlich, daß er Gott nicht als
      einen Rächer ansah, wie das häufig noch im
      Alten Testament der Fall war, sondern er
      nannte ihn "Vater". Gott ist also jemand,
      der bedingungslos liebt und verzeiht (das
      Gleichnis vom verlorenen Sohn).
      Meine Bibelkenntnisse sind ausgesprochen schwach, ich meine mich aber zu erinnern, daß es auch noch durch Jesus (historisch oder nicht) die Drohung mit der Hölle gibt. Ist das ein Widerspruch oder läßt es sich vereinbaren?

      Gruß
      MN

      • Antwort von nach 38 Tagen hilfreich
        Re: Zwischenfrage

        Hallo Michael,

        Kann man dir mit etwas drohen was du nicht Glaubst?

        Und wenn du vor dieser "Drohung" Angst hast wie gehst du damit um ?

        Gruß

        Matthias [Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

        • Antwort von nach 38 Tagen hilfreich
          Re^2: Zwischenfrage

          Hallo Matthias,

          ich kann zwar nicht sehen, was Deine Fragen mit meiner Frage zu tun haben, will sie aber trotzdem gern beantworten: Hallo Michael,

          Kann man dir mit etwas drohen was du
          nicht Glaubst?
          Ja, das kann man. Die Drohung definiere ich durch die Intention desjenigen, der die Drohung ausspricht.
          Und wenn du vor dieser "Drohung" Angst
          hast wie gehst du damit um ?
          Falls Du die Drohung mit der Hölle meinst (ich warte ja noch auf eine Antwort, ob die tatsächlich vom biblischen JC ausgesprochen wurde, und was uns das gegebenenfalls über den biblischen JC sagt): nein, diese Drohung macht mir keine Angst.

          Gruß
          Michael

          • Antwort von nach 38 Tagen hilfreich
            Re^3: Zwischenfrage

            Hallo Michael,

            vielleicht kann ich dir ein wenig weiterhelfen mit der "Drohung".

            In der Bibel steht klar, daß Gott den Menschen liebt und den Kontakt zu ihm sucht.

            Schau dir in diesem Zusammenhang mal die Einleitungs-/Anfangsworte der Evangelien und er Briefe an z.B. Petrusbriefe.

            Aus dieser Liebe heraus stellt sich dann natürlich die Frage warum die Menschen so viel Not und Gottesferne(z.B. Gewalt gegeneinander) erleben müssen. Gott möchte doch das allen Menschen geholfen wird und sie erkennen was wahr(gut) ist.

            Sollt da nicht Gott auch auf die Konsequenzen eines maßstablosen Lebens (alles ist erlaubt) hinweisen ?

            Was meinst du ?

            Gruß Matthias [Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

            • Antwort von nach 38 Tagen hilfreich
              Re^4: Zwischenfrage

              Hallo Matthias,

              eine ähnliche Diskussion hatten wir hier, glaube ich, vor ein paar Monaten schon mal. Meine Sichtweise ist diese:

              [...]
              Gott möchte doch das allen Menschen geholfen
              wird und sie erkennen was wahr(gut) ist.
              Frage: Wer oder was bestimmt, daß etwas wahr oder gut ist? Antwort: Gott.

              Frage: Warum ist es für die Menschen nicht selbstverständlich, zu erkennen was wahr oder gut ist? Antwort: Weil Gott sie so geschaffen hat. Sollt da nicht Gott auch auf die
              Konsequenzen eines maßstablosen Lebens
              (alles ist erlaubt) hinweisen ?
              Frage: Warum hat maßstabloses Leben diese Konsequenzen? Antwort: Weil Gott diese Welt so eingerichtet hat, daß dies so geschehen soll.

              Ein allmächtiger Gott könnte, wenn er ein gütiger Gott wäre, diese Welt so einrichten, daß Menschen nicht entsetzlich leiden müssen. Dies tun sie aber, so sagt uns die tägliche Erfahrung (zumindest, wenn man mal über den eigenen Tellerrand hinwegschaut). Dieses Leiden auf deren Unvollkommenheit zurückzuführen ist eine Scheinlösung, weil ihnen die Unvollkommenheit eine Eigenschaft ist, die ihren Ursprung in der göttlichen Schöpfung hat. Wenn der Mensch unvollkommen ist, dann weil Gott wollte, daß er unvollkommen sei.

              Gruß
              Michael

    • Antwort von nach 5 Tagen hilfreich
      Re^2: ...apropos Jesus

      Hi Sumpfhuhn,

      ich kann Dir in dem Bezug eigentlich nur zustimmen, da das genau die Inhalte der christlichen Lehre sind, die ich keinesfalls angegriffen verstanden haben möchte. Mir ging's auch eher um das Verständnis der Person Jesus, die in Betrachtung von verschiedenen Forschungsergebnissen und -theorien eine ganz neue Dimension bekommt, z.B. die eines nicht rein spirituellen Führers sondern einer durchaus auch politischen Figur (entsprechend der ursprünglichen jüdischen Bedeutung des Titels Messiahs, eben ein religiöser aber auch weltlicher (politisch-militärischer) Führer, wie z.B. David, der ebenfalls diesen Titel trug, wie viele andere auch) , die vermutlich niemals an die Gründung einer neuen Religion gedacht hat (sondern dies als strenggläubiger Jude vermutlich als Blasphemie angesehen hätte) und deren Lehre erst durch Paulus und die frühen Kirchenväter (in Abspaltung von den restlichen Anhängern) zum heutigen Christentum geformt wurde. (über diese Auslegung läßt sich natürlich auch diskutieren, siehe Thomas' Beitrag).
      Daher glaube ich, daß die "historische" Person im Endeffekt nur in recht eingeschränktem Maße unserem heutigen Bild entspricht.

      Ciao,
      Christian

  3. Antwort von nach 4 Tagen hilfreich
    Re: ...apropos Jesus

    Hallo!

    Es ist cool, daß Du niemanden angreifen möchtest.
    Ein Frage brennt mir auf der Zunge (in den Fingern?): Wen interessiert der historische Jesus, wenn der verehrte Jesus die Erlösung bringt? (Glaube und so...)

    Gruß
    Claus



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