was haltet Ihr von Heribert Illigs Theorie,
dass 300 Jahre im Mittelalter nicht stattgefunden haben, sondern erfunden(!)
sein sollen. Ich habe noch nichts von ihm gelesen; eine TV-Sendung habe ich verpasst.
Ich halte diese Theorie, ohne viel über sie zu wissen, für gesponnen: Was ist z.B.mit Gegenständen, Gebäuden aus dieser Zeit? Oder die Jahresringe der Bäume usw.
Kennt Ihr Internetseiten, die sich mit Illig
befassen?
Ich halte sie auch für Quatsch. Die Zeit von Karl dem Großen, 800 n. Chr. , soll erfunden sein.
Es ist so wie bei Erich von Däniken. Er kann auch alles glaubhaft untermauern und solange keiner kommt und dies definitiv widerlegen kann, bleibt es als These stehen.
Internetseiten kann ich dir leider nicht nennen.
Michael
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was haltet Ihr von Heribert Illigs
Theorie,
dass 300 Jahre im Mittelalter nicht
stattgefunden haben, sondern erfunden(!)
sein sollen. Ich habe noch nichts von ihm
gelesen; eine TV-Sendung habe ich
verpasst.
ich hab mal was in der ZEIT gelesen, vielleicht haben die ja ein online-archiv?
Ich halte diese Theorie, ohne viel über
sie zu wissen, für gesponnen: Was ist
z.B.mit Gegenständen, Gebäuden aus dieser
Zeit? Oder die Jahresringe der Bäume usw.
Kennt Ihr Internetseiten, die sich mit
Illig
befassen?
wieso die jahresringe? das argument versteh ich nicht so ganz, wenn sie aus der zeit sind, nur die zeit nen andern „namen“ hat, und wir rechnen mit diesen veränderten werten, dann ist das doch klar.
aber solange er die these nicht wirklich beweisen kann glaub ich sie auch nicht so richtig.
was ich wohl glaube, das ist, dass ein paar jährchen hier und dort verloren gegangen sind.
und dass das jahre 0 nicht jesus geburtsjahr ist gilt ja auch als bewiesen.
HaLLO Frank!
Ich haBE VOR einenem Jahr das Buch von Illig gelesen und als sehr interessant gefunden.Die baugeschichtlichen Ausführungen, haben Hand und Fuß. Danach habe ich mir die „Zeitensprünge“ bestellt und die Diskussion über das Thema monatelang verfolgt: Illig hat wirklich die besseren Argumente. Seine Gegner beten nur nach, was sie an der Uni gelernt haben. Aber immer besser, sich von beiden Seiten die Argumente reinzuziehen und danach selbst urteilen!
Gruß Klaus
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Im Gegensatz zu Herrn Däniken hat er aber eine mehr als 2 Dutzend Seiten umfassende Quellenliste in seinem Buch, die zu einem guten Teil aus in der Mediävistik anerkannten Fachleuten besteht. Daß im Mittelalter das Fälschertum auf dem Gebiet von Stammbäumen und Urkunden jeglicher Art eine Blütezeit erlebte ist eine ebenfalls unumstrittene Tatsache.
Allerdings ist der Ansatz von Herrn Illig ein anderer: Als Systemanalytiker betrachtet er die Daten, die der Mediävistik vorliegen fachbereichsübergreifend und auch wirkungsbezogen. So analysiert er zum Beispiel die Angaben, die zu den Kriegen Karls des Großen vorliegen um festzustellen,
daß die damals vorhandene Naturalwirtschaft gar nicht in der Lage gewesen wäre, die beschriebenen Feldzüge logistisch ausreichend zu unterstützen, bezogen auf Nahrung, Waffentechnik und Transportmittel.
Diese systembezogene Sichtweise ist allerdings ein neuer Ansatz, der in der Mittelalterforschung nicht gerade verbreitet ist.
Ohne selbst restlos von seiner Theorie überzeugt zu sein, kann ich allerdings sagen, daß man das Buch zumindest einmal lesen sollte, insbesondere bevor man es als Quatsch abtut.
Auch Galileo und Darwin wurden mal für Spinner gehalten…
cu Stefan
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Im Gegensatz zu Herrn Däniken hat er aber
eine mehr als 2 Dutzend Seiten umfassende
Quellenliste in seinem Buch, die zu einem
guten Teil aus in der Mediävistik
anerkannten Fachleuten besteht. Daß im
Mittelalter das Fälschertum auf dem
Gebiet von Stammbäumen und Urkunden
jeglicher Art eine Blütezeit erlebte ist
eine ebenfalls unumstrittene Tatsache.
Allerdings ist der Ansatz von Herrn Illig
ein anderer: Als Systemanalytiker
betrachtet er die Daten, die der
Mediävistik vorliegen
fachbereichsübergreifend und auch
wirkungsbezogen. So analysiert er zum
Beispiel die Angaben, die zu den Kriegen
Karls des Großen vorliegen um
festzustellen,
daß die damals vorhandene
Naturalwirtschaft gar nicht in der Lage
gewesen wäre, die beschriebenen Feldzüge
logistisch ausreichend zu unterstützen,
bezogen auf Nahrung, Waffentechnik und
Transportmittel.
Diese systembezogene Sichtweise ist
allerdings ein neuer Ansatz, der in der
Mittelalterforschung nicht gerade
verbreitet ist.
Ohne selbst restlos von seiner Theorie
überzeugt zu sein, kann ich allerdings
sagen, daß man das Buch zumindest einmal
lesen sollte, insbesondere bevor man es
als Quatsch abtut.
Stimmt. Das Buch selber habe ich nicht gelesen. Ich habe mich auf das bezogen, was ich aus anderen Medien darüber gehört, gesehen bzw. gelesen habe.
Michael
Auch Galileo und Darwin wurden mal für
Spinner gehalten…
Ohne selbst restlos von seiner Theorie
überzeugt zu sein, kann ich allerdings
sagen, daß man das Buch zumindest einmal
lesen sollte, insbesondere bevor man es
als Quatsch abtut.
Auch Galileo und Darwin wurden mal für
Spinner gehalten…
Wenn die Jahre 620 bis 911 nicht existiert haben - so sagt Illig es ja -, wie hat es dann eine Religion wie der Islam geschafft, zu entstehen und binnen eines Jahres sich von Spanien bis nach Indien auszubreiten?
auch ich muß beipflichten, daß die Lektüre des Buches absolut notwendig ist, um sich mit dieser Thematik zu befassen und sich wirklich gute Meinungen bilden zu können.
Zudem finde ich die Materie persönlich höchst interessant, weil dort mal wieder ersichtlich wird wie sehr das sonst so unberührbare Wissen in unserer Gesellschaft doch an einem seidenen Faden hängt.
Die Argumentation Illigs ist zudem nicht gerade ohne. Es würde mich in diesem Zusammenhang sehr interessieren, mal die Meinung eines wirklichen Experten (der nach Möglichkeit unbefangen an die Arbeit geht) hören, was wirklich an dem Wissen Illigs dran ist.
Als Laie neige ich ehrlich gesagt dazu ihm Glauben zu schenken, eben weil alles Hand und Fuß hat. Aber ein Körper besteht ja bekanntlich aus vielen Teilen und nicht nur aus Händen und Füßen… Wäre mal an der Reihe die restlichen Teile zum Puzzle zu hören…
Dann heißt das Jahr in der christlichen Zeitrechnung anders, das es passiert ist bezweifelt niemand. Die Parallelität von Ereignissen wird hier in Europa über die Verknüpfung der Jahreszahl nach unserem Kalender vorgenommen. Wenn ein Ereignis im Jahre 768 n.Chr. stattgefunden hat (nach dem islamischen Kalender wäre das eine Jahreszahl in der Gegend von ca. 100, nach dem jüdischen Kalender eine Zahl so zwischen 4000 und 5000), sich nun herausstellen sollte, daß die Jahre 650 - 911 nicht existent waren, dann ist das Ereignis, die Richtigkeit von Illigs These unterstelle ich jetzt mal, dann im Jahre 1029 n.Chr passiert. Wobei ich hinzufügen möchte, daß es so einfach natürlich nicht geht. Auch Illig verschiebt Ereignisse nur von einem Zeitraum in den anderen, ohne eine exakte Jahreszahl zu benennen, da man dazu erstmal den zu entfernenden Zeitabschnitt exakt bestimmen muß. Das Problem, die Kalender und Zeitrechnungen der sich berührenden Kulturen neu zu synchronisieren sprengt sowohl mein Wissen, als auch diesen Diskussionsort.
cu Stefan
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Dann heißt das Jahr in der christlichen
Zeitrechnung anders, das es passiert ist
bezweifelt niemand. Die Parallelität von
Ereignissen wird hier in Europa über die
Verknüpfung der Jahreszahl nach unserem
Kalender vorgenommen. Wenn ein Ereignis
im Jahre 768 n.Chr. stattgefunden hat
(nach dem islamischen Kalender wäre das
eine Jahreszahl in der Gegend von ca.
100, nach dem jüdischen Kalender eine
Zahl so zwischen 4000 und 5000), sich nun
herausstellen sollte, daß die Jahre 650 -
911 nicht existent waren, dann ist das
Ereignis, die Richtigkeit von Illigs
These unterstelle ich jetzt mal, dann im
Jahre 1029 n.Chr passiert. Wobei ich
hinzufügen möchte, daß es so einfach
natürlich nicht geht. Auch Illig
verschiebt Ereignisse nur von einem
Zeitraum in den anderen, ohne eine exakte
Jahreszahl zu benennen, da man dazu
erstmal den zu entfernenden Zeitabschnitt
exakt bestimmen muß. Das Problem, die
Kalender und Zeitrechnungen der sich
berührenden Kulturen neu zu
synchronisieren sprengt sowohl mein
Wissen, als auch diesen Diskussionsort.
cu Stefan
Hallo Stefan!
Da hast du mich etwas mißverstanden.
In den Jahren 610 bis 622 (christliche Zeitrechnung) ist der Islam entstanden. In den folgenden Jahrhunderten breitete er sich dann über den Nahen und Mittleren Osten bis nach Indien und Spanien aus.
Nach Illig schließt an das Jahr 614 das Jahr 911 direkt an. Alle Jahre - und Ereignisse - dazwischen gab es nicht.
Im Jahr 614 war der Islam auf ein winziges Gebiet bei Mekka / Medina begrenzt. Bereits ein Jahr später ist der Islam in Spanien ansässig. So müßte es nach Illig sein. Denn im Jahre 911 führten die Spanier Krieg gegen den Islam auf eigenem Boden. Wie aber kann eine Religion bzw. die damit verbundene Herrscherkaste innerhalb eines Jahres sich so radikal ausdehnen?
Illig bestreiten die Ereignisse des Jahres 911 ja nicht, ebenso die der Folgejahre (die Salier-Könige soll es laut Illig gegeben haben - das politische Umfeld des Jahres 911 (so wie wir es kennen) gilt als korrekt => ergo sitzen die Moslems bereits in Spanien. Was wieder bedeutet, daß innerhalb eines Jahres sich der Islam von Mekka über ganz Nordafrika ausgebreitet hat.