Geschichte-Hausarbeit Thema Faschismus

Von: , Frage gestellt am Do, 1. Jul 2004

Hallo,

ich muss im Fach Geschichte, Grundkurs Klasse 12, eine Hausarbeit über das Thema „Die Rolle des Faschismus im 20. Jahrhundert und wie wir heute damit umzugehen haben“ verfassen. Es ist mir zwar bisher gelungen genügend Informationen über Faschismus zu besorgen, doch habe ich Probleme mit der Strukturierung meiner Arbeit. Ebenfalls bereitet mir die Frage „wie wir heute damit umzugehen haben“ große Probleme, da ich mir nicht im Klaren bin, wie ich diese Fragestellung angehen soll und wie man sich im näheren heute verhalten sollte!

Ich hoffe, es kann mir jemand helfen!

Gruß Gianni

2 Antworten zu dieser Frage

  1. Antwort von nach 21 Stunden 0 hilfreich
    Re: Geschichte-Hausarbeit Thema Faschismus

    Hallo. Ich hoffe, es kann mir jemand helfen!
    Denktechnischer Anstupser : Wenn Du weißt, was Faschismus ist und in welchen Formen er im 20. Jahrhundert auftrat, könntest Du Dich, achdem Du das Vorgenannte alles niederschrubest, damit auseinandersetzen,

  2. ob es den Faschismus noch gibt,

  3. ob sich die Erscheinungsformen gewandelt haben,

  4. wie Faschismus heute aufzutreten pflegt.


  5. Merke, erst das Problem aus der Vergangenheit in die Gegenwart übertragen, so erforderlich, dann infizi idefi indizifi erkennen, wo der Wurm zum Brunnen mit der Flinte winkt.

    Das bedeutet, Du hast Dich evtl. mit ganz anderen Phänomenen auseinander zu setzen, als wenn Du nur die Wirkung des Faschismus' meinetwegen in den Zwanziger Jahren analysieren müsstest (denk mal an das Medium, das Du gerade strapazierst!). Alles Weitere hängt dann von Deiner Grundeinstellung zum Faschismus ab, die theoretisch von aktiver Unterstützung über Indifferenz bis zur militanten Ablehnung reichen könnte.

    Gruß kw

  6. Antwort von nach 2 Tagen 0 hilfreich
    Re: Geschichte-Hausarbeit Thema Faschismus

    Hallo Gianni, ich muss im Fach Geschichte, Grundkurs Klasse 12, eine
    Hausarbeit über das Thema „Die Rolle des Faschismus im 20.
    Jahrhundert und wie wir heute damit umzugehen haben“
    verfassen. Es ist mir zwar bisher gelungen genügend
    Informationen über Faschismus zu besorgen,
    Zu solch üppiger Quellenerschließung wäre zu gratulieren, wenn Du darüber nicht gerade in ein biblisches Alter geraten wärst, was aber ja bei Klasse 12 wohl wenig wahrscheinlich ist. Aber ist schon o.k., irgendwann muss man ja auch mal sagen, dass es reicht mit der Beweisaufnahme.. doch habe ich Probleme mit der Strukturierung meiner Arbeit.
    Ebenfalls bereitet mir die Frage „wie wir heute damit umzugehen haben“
    große Probleme, da ich mir nicht im Klaren bin, wie ich diese
    Fragestellung angehen soll und wie man sich im näheren heute
    verhalten sollte!
    Wie wäre es mit „Raum und Rasse als imperiale Strukturierungsprinzipien – ein Großversuch und sein Scheitern“? Oder „Der Selbstruin Europas als Wegbereitung für die Russisch-Amerikanische Welthegemonie?“ oder „Das zoologische Experiment Europas; ein blutige Vorläufer der absehbaren Möglichkeiten unserer Gentechnologie“?

    Damals dachte man weit über faschistische Kreise hinaus ernsthaft, dass sich alle möglichen und unmöglichen Menschheitsprobleme in Wohlgefallen auflösen, wenn man nur beim Leute umbringen „die Richtigen“ übrig lässt und dann noch klug und weise wie ein erfahrener Viehzüchter die Verbliebenen miteinander paart. Über die Art, wie das ausgegangen ist, dürfte der Menschheit jedweder Zuchtwahloptimismus in eigener Sache im Wesentlichen vergangen sein. Wer heute Populist ist, der versucht eher, sich mit einem wohlstandsgesegneten Fleckchen Erde vom weniger reüssierenden Umgebungsvolk abzunabeln (wie die Postfaschisten in Norditalien) und jedenfalls keineswegs mehr, die eigne Sippschaft als „Raum“ über den Kontinent auszuspreizen. In den gegenwärtigen Konfliktakteuren sehe ich im Kern keine als „faschistisch“ zu bezeichnende Substanz mehr. Die Bestrebungen zu „ethnischen Säuberungen“, die gelegentlich auf Faschismusverdacht diskutiert werden, sind eher krähwinkelig und kleinkrämerisch angelegt und trachten eher nach Reservaten, (auf dem Balken z.B.) als nach Imperien.

    Intoleranz heute strebt eher nach Unbehelligtheit als nach Weltbeglückung durch die eigene Art. Wer heute rechtsradikal ist, der bildet sich eher ein, sich von amerikanischen Seifenopferumgangsformen in einem „national befreiten“ Krähwinkel verschont halten zu können, als irgendwen anderen, geschweige denn den Rest der Welt, an der eigenen Art genesen lassen zu wollen. Es gibt Wohlstands- und Rohheitsseparatismus und meinetwegen auch einen gewissen Dummheitschauvinismus aus Bammel vor einem Triumph preiswert programmierbegeisterter Inder auf dem Weltmarkt, aber kaum ambitionierte Vorstellungen für eine „Neuordnung Europas“, wie sie für den historischen Faschismus kennzeichnend waren. Insgesamt würde ich sagen, dass wir echte Probleme genug haben und die Mottenkiste im Prinzip ruhig zulassen können.

    Hitler wurde gelegentlich gefragt, warum er sich denn nicht eheliche. Darauf hat er dann nicht etwa ehrlicherweise erwidert, dass er halt lieber mit den Massen poppt, sondern, dass die Kinder großer Männer leider oft ziemlich peinlich aus der Art schlagen würden. Auf die Idee, ihn mal zu fragen, wie es denn dann dazu kommen konnte, dass sich ja doch so eine großartige „Herrenrasse“, wie die, der er vorsteht, herausbilden konnte, ist erstaunlicherweise niemand gekommen, was schon mal dagegen sprechen würde, dass sich die seinerzeitige „Herrenrasse“, jedenfalls soweit sie sich im Führersperrkreis aufhalten durfte, von außergewöhnlicher Intelligenz geziert gewesen sein konnte. Die aalglatten Designerpopulisten à la Haider und Fini (Norditalien) sind auf völlig andere Art peinlich und reichen an die krass kruden Komikspitzenwerte von Adolf dem Reizbaren nicht wirklich heran.

    Allerdings sind der Menschheit mit der Gentechnologie Möglichkeiten zugewachsen, etwas anzufangen, was dem ähnelt, was einigen faschistischen Visionären vorgeschwebt hat, freilich ohne Leute umzubringen, sondern nur dadurch, ihre Geburt zu verhindern. Aus religiöser Sicht ist das bestimmt auch ziemlich frevelhaft. Blutig wird das aber nicht mehr ausgetragen werden müssen, da man heute eben auch „inhuman“ sein kann ohne extra groß dafür zu morden. Morden tut man natürlich immer noch, aber nicht mehr wegen irgendwelcher aufgeblasener Imperialziele. Ich hoffe, es kann mir jemand helfen!
    Ich hoffe, dass Dir etwas zu helfen war! Noch weitergehender habe ich mich auf dem Brett Militärgeschichte über die unanständige Frage ausgelassen, ob der Krieg überhaupt eigentlich zu gewinnen war. Immerhin habe wenigstens nicht auch noch ich diese Frage gestellt, sondern sie lediglich relativ klar aber paradox beantwortet, nämlich damit, dass man ihn hätte gewinnen können, wenn man ihn aber nicht begonnen hätte.

    Gruß Thomas

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