Völkerwanderung

Hi,
wie ist eigentlich die Völkerwanderung in Europa im 5. Jahrhundert ausgelöst worden? Warum hat es solche Verschiebungen auch machtpolitisch in einer relativ so kurzen Zeit gegeben?
Kann mir jemand davon erzählen?
Gruß,
Francesco

Hallo Francesco!

Schon vor unserer Zeitrechnung. Die Hunnen dringen nach der Vertreibung aus China und der Zerstörung des 2. Hunn. Reiches in Turkestan und der Dzungarei (36/35 v. Chr.) durch die Chinesen nach Westen in die südrussische Steppe vor.
375 n. Chr. Vernichtung des Ostgotenreiches in Südrußland.
Die german. und german.sarmatischen Völker werden unterworfen.
Die Ostgermanen werden zu Trägern der Völkerwanderung (375-568). Sie wandern ab nach West und Südwest.
Aus Landnot, Kriegs- und Abenteuerlust und auf Druck der Hunnen.
Sie schieben dann etliche german. Völker vor sich her, dringen ein, vermischen sich usw.

Gruß Werner

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99% aller Völkerwanderungen dürften durch Klimaänderungen ausgelöst worden sein, die ein Weiterleben am alten Ort unmöglich machten.

Die Klimaforschung in der Geschichtswissenschaft ist zwar erst recht jung, aber die ersten Untersuchungen sind sehr vielversprechend. Vereinfacht(!) gesagt:
gutes, mildes Klima = Blütezeit der Kultur, Handel
schlechtes Klima = Wanderungen, Krieg, Zerstörung

Andreas

Dafür gibt’s meines Wissens auch gute Beispiele:

  1. Die Bauernkriege in Mitteleuropa im 12./13. Jhdt. sind eindeutig durch eine deutliche Klimaverschlechterung ausgelöst worden.
  2. Die Kimbern sind im 1. Jhdt. v.Chr. von der Nordseeküste (westl. Schleswig-Holstein) durch eine furchtbare Sturmflut vertrieben worden. Das Schicksal hat sie dann nach langem Umherziehen in Norditalien erreicht.
    Ein paar mehr Beispiele/Zusammenhänge würden auch mich interessieren.
    Gruss, Stucki

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Die german. und german.sarmatischen Völker werden unterworfen.

Waren das (u.a.) die Rosomonen? Ihr Fürst/König (Name? Ermanerich?) soll sich aus lauter Gram über die furchtbare Niederlage in sein Schwert gestürzt haben!?

Sie wandern ab nach West und Südwest.
Aus Landnot, Kriegs- und Abenteuerlust und auf Druck der
Hunnen.

Bekannt ist ja wohl die Flucht der östl. Germanen/Völker über die Donau in das römische Reich: Täglich sollen Hunderte, ja Tausende in wilder, panikartiger Flucht über den Fluss gekommen sein. Die Hunnen müssen ganz furchtbare Kämpfer gewesen sein.
Gruß Stucki

Hi Werner,
kann ich irgendwo über das, was du erzählt hast, nachlesen?
Das ist ja faszinierend.
Gruß,
Francesco

Hi Werner,
kann ich irgendwo über das, was du erzählt hast, nachlesen?
Das ist ja faszinierend.
Gruß,
Francesco

Hallo Francesco!

Da gibt es sehr viele Bücher. Etliche heißen auch direkt „Die Völkerwanderung“.
Man sollte eines lesen, welches nicht so total wissenschaftlich geschrieben ist, z.B. „Die Völkerwanderung“ von Hans Riehl.
W.Ludwig Verlag. Leider ohne ISBN.
Dann gibt es noch „Die Völkerwanderung“ von Felix Dahn. Das ist sehr ausführlich, aber auch etwas langatmig. Versuch erstmal das von Hans Riehl zu kaufen. Wenn es das nicht mehr gibt, jede Buchhandlung kann Dir eine große Anzahl von Büchern über die Völkerwanderung besorgen.
Dann gibt es noch die Völkerwanderung, erzählt aus Sicht der einzelnen german. Stämme, wie Vandalen, Goten (Ost und West) Langobarden, die armen Kimbern und Teutonen usw.

Laß Dich beraten in einer guten Buchhandlung.
Gruß Werner

Die german. und german.sarmatischen Völker werden unterworfen.

Waren das (u.a.) die Rosomonen? Ihr Fürst/König (Name?
Ermanerich?) soll sich aus lauter Gram über die furchtbare
Niederlage in sein Schwert gestürzt haben!?

Hallo Stucki!
Von Rosomonen habe ich noch nichts gehört, kann auch nichts über sie finden.
Ermanerich war Führer der Ostgoten. Er schuf das ostgotische Reich von der Ostsee bis zum Schwarzen Meer.
Er beging nicht Selbstmord n a c h der Niederlage, sondern während des Einfalls der Hunnen. Er war über 100 Jahre alt und in diesem Fall war es Tradition für Germanen, einem jüngeren Platz zu machen. Das ging damals nur durch seinen Tod. Damals hatten Politiker wenigstens noch das Einsehen, daß mit ihnen nichts mehr los war, wenn die Zeiten härter wurden.
Sein Nachfolger wurde Fritigern.
Sie flüchteten über die Donau.
Die Westgoten unter Athanarich wurden ebenfalls verdrängt und sie gingen erstmal auf den Balkan, danach über Umwege (Italien) nach Frankreich und Spanien.

Gruß Werner

Bekannt ist ja wohl die Flucht der östl. Germanen/Völker über
die Donau in das römische Reich: Täglich sollen Hunderte, ja
Tausende in wilder, panikartiger Flucht über den Fluss
gekommen sein. Die Hunnen müssen ganz furchtbare Kämpfer
gewesen sein.
Gruß Stucki