verschwiegene Historiker

Von: , Frage gestellt am Fr, 5. Aug 2005

Hallo wwwler,

müssten die Schulbücher für den Geschichtsunterricht wirklich korrigiert werden oder ist das alles konfabuliert???

http://www.artfond.de/sutton.htm

http://www.saar-echo.de/de/prt.php?a=24729

Gruß, sine

8 Antworten zu dieser Frage

  1. Antwort von nach einer Stunde 0 hilfreich
    Re: verschwiegene Historiker

    Hallo,

    zum zweiten Link:
    Ich kenne eigentlich die Lesart, nach der ein Angriff der Sowjetunion auf Japan nach der Kapitulation deutschlands fest vereinbart gewesen soll zwischen den Alliierten. Das sollen die in Jalta so beschlossen haben - und dafür müßte es eigentlich dann auch Beweise geben.
    Dann hätte Stalin also nichts anderes gatan, als seinen Bündnispflichen nachzukommen.
    Und damit wäre auch keine Geheimoperation nötig gewesen, um sowjetische Nachrichten zu entschlüsseln und der ganze Quatsch Makulatur.
    Wobei natürlich die Amerikaner sich (wie wohl jeder Sieger) dafür interessiert haben dürften, was der gegner konnte und wußte. Insofern war eine gewisse Jagd auf deutsche Spezialisten aller Art kaum verwunderlich. Aber sie taugt nicht als beweis für etwas, was auf der Hand lag.
    Zumal ja auch die Verlegung von rund einer Million russischer Soldaten aus dem Westen quer durch ganz Sibirien und noch dazu auf einer einzigen Bahn linie (der Transib) ja nun wirklich keiner wie auch immer geartetetn Aufklärung verborgen bleiben konnte.

    Ich sehe da nichts in dem Artikel, was eine Neuschreibung der Geschichte nötig machen würde.


    Gernot Geyer

  2. Antwort von nach einer Stunde 0 hilfreich
    Re: verschwiegene Historiker

    Hallo wwwler,

    müssten die Schulbücher für den Geschichtsunterricht wirklich
    korrigiert werden oder ist das alles konfabuliert???

    http://www.artfond.de/sutton.htm
    Klingt so nach der üblichen Verschwörungstheorie mit Illuminaten, Freimaurern und den Weisen von Zion. Da gibt es viel Gleichartiges, von Jan van Helsing bis Norbert Marzahn. Seriös ist nichts davon.

    Gruß Diedrich

  3. Antwort von nach 2 Stunden 1 hilfreich
    Re: verschwiegene Historiker

    Hallo sine
    müssten die Schulbücher für den Geschichtsunterricht wirklich
    korrigiert werden oder ist das alles konfabuliert???
    Ich schliesse mich Gernot an, die Fakten
    haben wir schon eine Weile lang gewusst; unsere
    Interpretation ist aber deutlich gelassener ;-)

    Und dass es Pläne für einen Krieg der
    (West-)Alliierten gegen die SU noch 1945 gab,
    war nicht einmal den Deutschen entgangen
    (die darauf spekulierten).

    Was hier geschieht, ist eine Mischung von
    Enthüllungs-Journalismus und Verschwörungs-
    Theorie mit alt bekannten Fakten.

    Es wird einzelnen Ereignissen eine Bedeutung
    gegeben, die sie nicht haben. Es wird, wie man
    so sagt, "überinterpretiert". Für den unbedarften
    Konsumenten der Konstrukte bedeutet das "spannende
    Unterhaltung"; und dabei sollte man es auch belassen ;-)

    Grüße

    CMБ

  4. Antwort von nach 4 Stunden 0 hilfreich
    Re: verschwiegene Historiker

    Hallo sine,

    wenn ein Historiker etwas schreibt, ist das noch lange nicht bindend für alle. Oder bleiben wir in ganzen "Historikerkreisen": Der Leuchter-Report und die Revisionisten behaupten weiterhin, dass es Auschwitz nicht (in der "Schulbuch"-Form) gegeben habe. Verschwörungstheorien und dergleichen lesen sich immer gut - das Klientel der "ewig Misstrauischen" ist vorhanden...


    Gruß sannah

  5. Antwort von nach einem Tag 0 hilfreich
    Wer schreibt die Geschichte ?

    Hallo, müssten die Schulbücher für den Geschichtsunterricht wirklich
    korrigiert werden oder ist das alles konfabuliert???
    http://www.artfond.de/sutton.htm
    http://www.saar-echo.de/de/prt.php?a=24729
    Unabhängig davon und vom Geraune von Verschwörungstheoretikern:
    Was in den Schulbüchern steht, sollte nun wirklich mit nüchternster
    Skepsis betrachtet werden, insbesondere von Kriegsverlierern, denn
    natürlich gilt: Der Sieger schreibt die Geschichte.

    Vgl. dazu
    Astrid Eckert: Kampf um die Akten. Die Westalliierten und die
    Rückgabe von deutschem Archivgut nach dem Zweiten Weltkrieg. Franz
    Steiner Verlag, Stuttgart 2004, 534 Seiten, gebunden, 68 Euro
    (Rez. http://www.jf-archiv.de/archiv05/200529071554.htm )

    Servus
    Nescio





    • Antwort von nach einem Tag 0 hilfreich
      Soll es JF sein?

      Hallo!

      Ich würde den Empfehlungen der Zeitung der Neuen Rechten nicht unbedingt im Brett Geschichte eine Aufmerksamkeit schenken, ohne es zu thematisieren. (Rez. http://www.jf-archiv.de/archiv05/200529071554.htm )
      Zu Scheil siehe:

      http://hsozkult.geschichte.hu-berlin.de/rezensionen/...
      Wigbert Benz:
      "Damit exkulpiert Scheil Hitler-Deutschland. Diese Relativierung der Verantwortung NS-Deutschlands für Krieg und Holocaust finden Sie schon in Scheils Büchern: Bei dessen "Logik der Mächte" wird diese Relativierung von Jost Dülffer in der Historischen Zeitschrift S. 258ff. und bei seinem jüngsten Werk "Fünf plus zwei" von Hans-Adolf Jacobsen in der Frankfiurter Allgemeinen Zeitung vom 8. August 2003 konstatiert."

      FAZ vom 8.8.2003:

      beim Autor handle es sich "um einen jener schwer Belehrbaren, die vor allem Hitler und seine Helfershelfer exkulpieren und etwas von der drückenden Hypothek der Deutschen nach 1945 abtragen wollen".

      http://hsozkult.geschichte.hu-berlin.de/rezensionen/...
      (z.B.: "Herr Scheil, der Autor, verbreitet Nazipropaganda")

      Gruß

      • Antwort von nach einem Tag 0 hilfreich
        Re: Soll es JF sein?

        Hallo! Ich würde den Empfehlungen der Zeitung der Neuen Rechten nicht
        unbedingt im Brett Geschichte eine Aufmerksamkeit schenken,
        ohne es zu thematisieren. (Rez. http://www.jf-archiv.de/archiv05/200529071554.htm )
        Zu Scheil siehe:
        http://hsozkult.geschichte.hu-berlin.de/rezensionen/
        Ich habe Scheil nicht auf dem Kieker, kannte ihn bisher gar nicht.
        Er schreibt also auch für H-Soz-u-Kult,
        d.h. für ein Organ, das nicht wie die JF stigmatisiert ist
        (obwohl in der JF auch Leute wie Egon Bahr und Peter Glotz sich
        äussern; sogar Uri Avneri liess sich mal interviewen).

        Kurz, mir ging's nur darum, auf das Buch von Astrid Eckert
        hinzuweisen und auf die Schnelle auch etwas Sachliches über das Buch
        zu vermitteln, was Scheil ja durchaus tut. Wenn du eine weitere
        Rezension kennst, die anklickbar ist...

        Nicht unpassend in Hinblick auf das Thema "Die Sieger schreiben die
        Geschichte" fand ich dabei Scheils Hinweis auf den "Diebstahl der
        Rosenholz-Dateien" durch US-Dienste noch im Jahre 1989.

        Servus
        Nescio

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