Fürst,Kaiser,König,Graf,Herzog,

Von: , Frage gestellt am Mo, 19. Mai 2008

Hallo!

Weiss jemand wie man die Bezeichnungen: Fürst,Kaiser,König,Graf und Herzog erhält?

Wann ist man Kaiser,König etc?Mir ist klar das die Kinder eines Königspaares Prinzen bzw. Prinzessinen sind aber wie erhält man eben solche Titel?

gruss
dani

28 Antworten zu dieser Frage

  1. Antwort von nach 15 Minuten 3 hilfreich
    Re: Fürst,Kaiser,König,Graf,Herzog,

    Hallo! Fürst, Kaiser, König, Graf und Herzog erhält?
    Da diese Titel in Deutschland keine Geltung mehr haben, sondern nur innerhalb von den Familien, die solche Vorfahren hatten - und die man bei der Revolution hätte enteignen und ausweisen sollen -, weitergegeben werden, gibt es keinen irgendwie gearteten Initiationsakt.

    In anderen Ländern wird nur der mehr oder weniger regierende Monarch/die Monarchin intronisiert; egal ob Fürst wie in Liechtenstein, Monaco oder Luxemburg, oder König wie in Großbritannien, Norwegen, Schweden etc., oder Kaiser wie in Japan.

    Bei den niedereren Rängen ist es wie in Deutschland.

    Gruß Fritz

    • Antwort von nach 37 Minuten 0 hilfreich
      Re^2: Fürst,Kaiser,König,Graf,Herzog,

      Hallo!

      Danke für die Antwort, ich meinte allerdings was anderes.

      wie man wem heiraten muss damit man Fürst,Graf,Herzog etc. wird.
      Das würd mich interessieren, wie das früher war.
      Klar ist nur ein Paar war König und Königin, aber wie wird man Kaiser. Und was ist höher bewertet Kaiser oder König?

      • Antwort von nach einer Stunde 4 hilfreich
        Re^3: Fürst, Kaiser, König, Graf, Herzog,

        wie man wem heiraten muss damit man Fürst, Graf, Herzog etc. wird.
        Also da geht nur annerschtrum. Ein Bürgerlicher der eine Aristokratin heiratet, bleibt ein Bürgerlicher. Nur umgekehrt kann Grace Kelly Fürstin werden und Lieschen Müller Gräfin von und zu Dummelsdapp werden. Das würd mich interessieren, wie das früher war.
        Also da musst du gant nach früher gehen. Da musste einer auf irgendeine Weise den Vorrang in einer Gruppe, einem Stamm, einer Region erringen, indem er den anderen zweigte, dass er seinen Willen durchsetzen konnte.

        Damit konnte er Stammeshäuptling werden. Bei zunehmender der Verwaltung und des "Staatsgefüges" konnte so ein Job erblich werden, mit ebenso erblichen Anhänger, Gefolgsleuten oder Vasallen in besseren Stellen.

        Am Anfang steht schiere Gewalt. Wer zuerst zuschlägt überlebt und kann die anderen einschüchtern, beseitigen, umbringen, ausschalten; wie auch immer.

        So kamen die Merowinger, Mordbuben ersten Ranges, man sagt, keine zehn Prozent dieser Familie starb eines natürlichen Todes, an die Spitze des Frankenreichs.

        Als diese schwächelten kamen die Karolinger.

        Die Familie Karls des Großen stammt von einem Bischof ab, dessen Nachfahren brachten es zu wichtigen Ämtern im Merowingischen Königstum. Schließlich hatte sie als Hausmeier die tatsächliche Macht. Und da hat Pippin endlich den Sack zugemacht, den letzten Merowinger ins Kloster gesteckt und hat sich vom Papst seine Handlungsweise gutheißen lasssen.

        Karl wurde Kaiser in Anlehnung an die römische Tradition.

        Als sich die Söhne und Enkel Karls als unfähig erwiesen, wurde von den inzwischen erstarkten Vasallen, nun meist Herzöge genannt, andere zuerst zum König, dann unter Umständen zum Kaiser gekrönt.
        Die Köniswürde ist die wichtigere, die Kaiserkrönung nur ein Sahnehappen auf den Kuchen.

        Und so haben die sieben Kurfürsten, inzwischen fest etablierte Teritorialherren, man bis ins 18. Jhdt. zuerst den König und damit den Kaiser gewählt, die schließlich auf die lästige Reise nach Rom verzichteten.

        Schließlich wurde das Kaisertum bei den Habsburgern heimisch; so sehr, dass auch eine weibliche Erbfolge möglich war. Siehe Maria Theresia.

        Sachsen und Preußen hatten sich inzwischen durch Hinzugewinn von Land außerhalb des Reiches für diese Gebiete zu Königen ernannt. Und wurden schließlich auch innerhalb des Reiches unter diesem Titel anerkannt.

        Als Napoleon duch den Rheinischen Bund dem Kaisertum jegliche Macht nahm, gab der Franz seine dutsche Kaiserkrone ab und nannte sich Kaiser von Österreich. Bei der Gelegenheit wurden die Württemberger- und Bayernherzöge zu Königen, der Markgraf von Baden Großherzog. Alles von Napoliums Gnaden; sie musste dafür auch Stief- und Adoptivtöchter des Franzosenkaisers heiraten.

        Dann gabe es fast siebenzig Jahre keine deutschen Kaiser. Erst Bismarcks Einigungspolitik bescherte uns die drei Hohenzollernkaiser.

        Nach Auflösung des Reiches 1918 wurden Bayern und Württemberger und Badener wieder zurückgestuft, sodass es wieder Markgrafen von Baden, die sich durch ihre Unfaähigkeit, ihre Ländereien richtig zu bewirtschaften immer wieder für Skandale gut sind, und Herzöge von Württemberg, die mit der heutigen Geschaftswelt besser zurecht kommen, gibt. Klar ist nur, ein Paar war König und Königin, aber wie wird man Kaiser.
        Beides durch Wahl. Zuerst wurde man deutscher König, dann zog man nach Rom, um sich vom Papst zum Kaiser krönen zu lassen Und was ist höher bewertet Kaiser oder König?
        Der jure der König, de facto und in den Augen der Leut der Kaiser.
        Das sieht man daran, dass der König von Preußen sich einen Deut darum scherte, was die Kaiserin in Wien dachte, und in Schlesien einmarschierte und annektierte.

        Der Kaiser hatte stets nach seiner Wahl, Verträge zu unterschreiben, in denen er die Souveränität der Kurfürsten anerkannte.

        Ist doch ein hübscher Durchzug durch die deutsche Geschichte geworden, aber vermutlich wolltest du auch das nicht wissen.

        In Frankreich, Großbritannien, Spanien, Russland etc. lief es ähnlich ab.

        Gruß Fritz

        • Antwort von nach einer Stunde 1 hilfreich
          Re^4: Fürst, Kaiser, König, Graf, Herzog,

          Hallo Fritz, Und was ist höher bewertet Kaiser oder König?
          Der jure der König, de facto und in den Augen der Leut der
          Kaiser.
          Das sieht man daran, dass der König von Preußen sich einen
          Deut darum scherte, was die Kaiserin in Wien dachte, und in
          Schlesien einmarschierte und annektierte.
          Was aber wohl vor allem damit zu tun hatte, dass das HRR immer ein loser Staatenbund und nie ein Bundesstaat war. Die Landesfürsten mussten zwar ihrem Kaiser bzw. König gegenüber treu sein, aber dieser hatte keine wirklichen Machtmittel um seinen Machtanspruch durchzusetzen, außer seiner Hausmacht.

          Michael

          P.S.: Ich fand's lustig, dass wir nicht nur inhaltlich, sondern auch der Gliederung nach, unabhängig von einander fast dasselbe geschrieben haben.

          • Antwort von nach 2 Stunden 4 hilfreich
            Parallelen

            P.S.: Ich fand's lustig, dass wir nicht nur inhaltlich, sondern auch der Gliederung nach, unabhängig von einander fast dasselbe geschrieben haben.
            Nun, wenn man so ein Thema hat, ist das wohl unvermeidlich.

            Gruß Fritz

        • Antwort von nach 3 Stunden 1 hilfreich
          Re^4: Fürst, Kaiser, König, Graf, Herzog,

          Servus, lieber Fritz:-) Schließlich wurde das Kaisertum bei den Habsburgern heimisch;
          so sehr, dass auch eine weibliche Erbfolge möglich war. Siehe
          Maria Theresia.
          Nur, dass die gar nicht so liebe Maria Theresia nie "Kaiserin" war. Jedenfalls nicht gekrönt als Kaiserin des "Heiligen Römischen Reichs Deutscher Nation" - und ein österreichisches Kaiserreich gab es ja damals noch nicht.

          Pragmatische Sanktion hin oder her - die wurde ja von den "bösen" Preußen und Bayern nicht anerkannt - die Frau Kaiserin war genauso
          "Frau Kaiserin", wie in Österreich die Frau des Arztes auch heute noch oft die "Frau Doktor" ist..*lach*

          Lieben Gruß aus Wien, jenny

          • Antwort von nach 3 Stunden 4 hilfreich
            Maria Theresia

            Gleichfalls, liebe Jenny! Pragmatische Sanktion hin oder her - die wurde ja von den "bösen" Preußen und Bayern nicht anerkannt
            Nun ja, das wird aber ihrem Selbstwertgefühl oder Selbsbewusstsein als Kaiserin keinen Abbruch getan haben.

            Auch einen lieben Gruß nach Wien.

            Fritz

        • Antwort von nach 5 Stunden 2 hilfreich
          Schlesien und Maria Theresia

          wie man wem heiraten muss damit man Fürst, Graf, Herzog etc. wird.
          Hallo nochmal Fritz, Der jure der König, de facto und in den Augen der Leut der
          Kaiser.
          Also ich würde schon sagen, dass gerade de iure der Kaiser höher steht. Das ist eine "Denke", die wir heute nur schwer nachvollziehen können. Das hat etwas sakrales - genauso das Königtum, zu dem man ja wie im Alten Testament gesalbt wurde. Das sieht man daran, dass der König von Preußen sich einen
          Deut darum scherte, was die Kaiserin in Wien dachte, und in
          Schlesien einmarschierte und annektierte.
          Mal von den juristischen Finessen abgesehen (man kann Brandenburg durchaus Rechte an Schlesien zustehen), gab es zum Zeitpunkt des Einmarsches 1740 keine Kaiserin in Wien.

          Wie Jenny schon richtig schrieb, war zweitens Maria Theresia nur die Frau des Kaisers Franz I. (von Lothringen; daher heißt der Nachfahre korrekt Dr. Otto von Habsburg-Lothringen), und das war sie erstens erst seit 1745. Von 1740 bis 1745 regierte (naja, existierte) Karl VII. aus dem Hause Wittelsbach!

          Die Pragmatische Sanktion bezieht sich nur auf die Erbfolge im Haus Österreich. Maria Theresia konnte also mangels Bruder Erzherzogin von Österreich werden, aber nicht zur Kaiserin-Königin des HRR gewählt werden. Was ich nicht weiß: ihre Kurstimme hatte sie ja als Königin von Böhmen. Aber hatte sie selbst die Stimme oder "nur" ihr Mann? In Frankreich, Großbritannien, Spanien, Russland etc. lief es
          ähnlich ab.
          Das finde ich nun nicht, das beginnt ja schon mit der Wahlmonarchie.

          Gruß,
          Andreas

          • Antwort von nach 5 Stunden 4 hilfreich
            Re: Schlesien und Maria Theresia

            wie man wem heiraten muss damit man Fürst, Graf, Herzog etc. wird.
            Dazu ist mir inzwischen auch noch mehr eingefallen.

            Hallo, Mitdisputanten,

            für mich wird es jetzt unübersichtlich Der jure der König, de facto und in den Augen der Leut der Kaiser.
            Also ich würde schon sagen, dass gerade de iure der Kaiser höher steht.
            Deshalb meine ich aus, dass der König der machtvollere Teil ist, er hat die Regalien inne!
            Nach dem Denken der Zeit hatte der Kaiser sicher mehr Ansehen; das war aber Ansehen und keine Macht. Obwohl Ansehen auch Macht darstellt.

            Wahlkönigtum war es in Deutschland auch, seit Heinrich dem Vogler.

            Gruß Fritz



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